SaalwiesenIm südöstlichen Teil des Bielengebirges, heute sowohl auf tschechischem als auch polnischem Territorium. Auf polnischer Seite zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Dieses Moor liegt in einer Höhe zwischen 1.000 und 1.050 m und zeichnet sich durch das Vorkommen geschützter Pflanzen (Orchideen) und Urwald aus.
Salus populiDas Heil des Volkes. 19. Sonntag nach Pfingsten
SalzversilbererEin kaiserlicher Beamter, der den Salzhandel verwaltete, ferner verstand man darunter auch einen im Salzhandel tätigen Einzelhändler
SasseIm Mittelalter wurde der Besitzer von Grund und Boden als Sasse bezeichnet (auch Saße, Sass oder Saß). Der Begriff bezieht sich auf sitzen, erscheint in den Worten Sitz, Besitz, Wohnsitz, und kommt heute noch in den Worten Insasse oder ansässig vor. In der Jägersprache wird das Lager eines Hasen als Sasse bezeichnet.
SchafferSchlesische Berufsbezeichnung für einen Verwalter in der Landwirtschaft. Auch zu vergleichen mit einem Gutsverwalter. Im Bergbau handelt es sich bei einem Schaffer um eine Aufsichtsperson (Steiger). Auch Aufseher, Verweser in einem Orden oder Kloster, Hospital, Siechen- oder Armenhaus, seltener als Vormund oder Pfleger.
SchalasterdreheEnge Haarnadelkurve der Heuscheuerstraße von Wünschelburg über das Heuscheuergebirge nach Bad Kudowa.
ScheidewinkelKolonie bei Tuntschendorf
Schenker, Schänker, SchankwirtEin Gastwirt, der für das Ausschenken von Getränken, insbesondere Wein oder Bier, zuständig war.
ScherfleinDie Redewendung "Sein Scherflein zu etwas beitragen" geht auf Luthers Bibelübersetzung zurück. Damit gemeint ist die Leistung eines kleinen, aber anerkennenswerten Beitrags gemeint. Ein Scherf war eine kleine, vom Mittelalter bis ins 18. Jhd. z. B. in Erfurt gebräuchliche Münze im Wert von ca. 1/2 Pfennig.
SchindelmacherEin Schindelmacher ist ein traditioneller Handwerker, der Holzschindeln zur Eindeckung von Dächern und als wetterfeste Wandverkleidung herstellt.
SchindmähreEin altes Pferd, das eigentlich zum Schinder (Abdecker) gebracht werden sollte.
SchlepperIm Zusammenhang mit dem Bergbau steht er für die Person, die die schweren Förderwagen durch die engen unterirdischen Stollen zog.
Schlickermilchin anderen Gegenden auch Schlottermilch. Die Milch wird, nachdem der Rahm abgeschöpft wurde, ohne die Zugabe von Hilfsmitteln sauer und eingedickt. Oft als Mahlzeit für Kinder und das Gesinde.
SchmiedegrundKolonie bei Neurode
Schock5 Dutzend = 60 Stück von z. B. Eiern
Schol(t)ze / Gerichtsschol(t)zeOrtsvorsteher
Schönaumundartl.: 1) bei Braunau: Schiene. 2) bei Landeck: de Schiene, de Scheene. 3) bei Mittelwalde: Schienaa, Scheenaa
SchüttelfrostFieber, Beutelmann, Wechselfieber, Kalte, Kaltweh, Kartanie
Schwäbische Türkei Die größte deutsche Sprachinsel im heutigen Ungarn. Sie liegt in Transdanubien und umfasst den südlichen Teil der Donau-Drau-Platte in den Komitaten Tolna (Tolnau), Baranya (Branau) und Somogy (Schomodei).
Nach der von den Türken geprägten osmanischen Herrschaft des 16. und 17. Jahrhunderts wurde das Gebiet neben slowakischen, kroatischen und serbischen Kolonisten sowie Pfälzern, Mainfranken, Hessen, Westerwäldern, Fuldaern, Ostfranken und Bayern auch von Schwaben besiedelt. So entstand der Name Schwäbische Türkei.
SchwenckfelderAnhänger der Lehre des Kaspar Schwenckfeld von Ossig (1489 - 1651). Seit dem 2. Drittel des 16. Jahrhunderts gab es Glaubensgemeinschaften auch in der Grafschaft Glatz und ganz Schlesien. Kaspar Schwenckfeld von Ossig war ursprünglich ein Anhänger der Reformation Martin Luthers, jedoch kam es zu theologischen Streitigkeiten, da ihm die lutherische Kirche in ihren Ansichten nicht weit genug ging. Seine Anhänger gewannen besonders in der Grafschaft Glatz großen Einfluss. Ab 1726 verließen mehrere Hundert heimlich ihre Heimat und begaben sich in die lutherische Oberlausitz um der Rekatholisierung durch die Jesuiten zu entgehen. die war jedoch nicht von langer Dauer. Eine Auswanderung nach Amerika versprach Schutz vor Verfolgung. Die in Schlesien verbliebenen Schwenckfelder erhielten nach dem Einmarsch von König Friedrich II. im Jahr 1740 Glaubens- und Gewissensfreiheit.
Schwindel (Krankheit)Trumsel
SchwindsuchtTuberkulose, weiße Pest, bleiches Sterben (infektionskrankheit) Da im Volksmund früher die genauen Bezeichnungen für Krankheiten nicht bekannt waren, beschrieb man einfach bestimmte typische Merkmale. Die Namensgebung Schwindsucht ist einem wesentlichen Symptom zuzuschreiben: dem gravierenden Gewichtsverlust.
SeptuagesimaCircumdederunt / sie haben umgeben (ein Sonntag im Kirchenjahr)
sepultus estist begraben worden
SexagesimaEx surge / Erhebe Dich (ein Sonntag im Kirchenjahr)
Si iniquitatesWenn Sünden. 22. Sonntag nach Pfingsten. Aus dem bekannten Psalm 130 (De profundis), Vers 3 (in der Vulgata Psalm 129, 3): "Si iniquitates observaveris, Domine, Domine, quis sustinebit?" Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, / Herr, wer könnte bestehen?
SiechenhausVom Mittelalter bis Anfang der Neuzeit ein spezielles, meist etwas abseits gelegenes Quarantänehaus, in dem Kranke verwahrt wurden, von denen man Ansteckung befürchtete, eine Form des Krankenhauses für sehr schwer oder unheilbar erkrankte Menschen.
SiechenmeisterKrankenwärter im Siechenhaus
Silberschmiedlat.: argentifaber
Silvester Aaltjoahrschobend, Aaltjoahrschtaag, Joahrschluß
SkorbutSkorbut ist eine schwere Mangelerkrankung, die durch langfristigen Vitamin-C-Mangel (Ascorbinsäure) entsteht. Sie führt zu gestörter Kollagenbildung, was sich durch Zahnfleischbluten, Zahnverlust, Müdigkeit, Hautblutungen und schlechte Wundheilung äußert. Die Krankheit tritt meist nach 2–4 Monaten ohne frische Vitamin-C-Zufuhr auf und ist durch eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse gut heilbar. Mundfäule, Scharbock
SommerfrischeErholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit
SonnenstichSonnenschuß, Hauptschuß
Sonntag, weißer1. Sonntag nach Ostern, im allgemeinen der Tag, an dem die katholischen Kinder im Alter von 9 Jahren zur Erstkommunion gehen. Quasi modo geniti / Wie Kinder (ein Sonntag im Kirchenjahr)
SpeilhoblerHandwerker, der aus Holz Wurstspeile herstellte, die man zum Verschließen des Wurstzipfels benötigte. Eine verbreitete Heimarbeit, bei der oft die ganze Familie einbezogen wurde..
Spittelalemannisch: Krankenhaus, Spital, heute meist als Bezeichnung für historische Spitalgebäude. Ein Spittelweib war die Insassin eines Spitals.
sponsa(lat.), Braut, Gattin
sponsus(lat.), Bräutigam, Gatte
St.-Antoni-RachePestbeule, Rotlauf, böse Flecken
StangeneisEisblöcke, die früher aus z. B. gefrorenen Seen gesägt wurden. Im Eiskeller unter Stroh gelagert konnte es bis in den Sommer hinein Lebensmittel kühlen. Im Haushalt wurde das Eis oft in einem Eisschrank, dem Vorläufer des Kühlschranks, eingesetzt.
StärztaagTag, an dem die Dienstboten umzogen, 2. Januar.
Steinerner Wenzel"Stona Wenzan". Pendant zum "Steinernen Mann" bei der "Spätenwalder Ewigkeit". Körper und Gliedmaßen sind nur angedeutet. Die ca. 2m hohe Figur war seit Jahren verschwunden, wurde aber im Jahr im Herbst 2022 bei Forstarbeiten in der Nähe des Steinbruchs an der Schlösselkoppe am Wegesrand liegend abgelegen zwischen Brand und Hammer wiederentdeckt.
Mehrere Inschriften, die am besten lesbaren sind: GP1717, GV1743 und CIH1772. Die nur rudimentär erkennbare steinerne Figur ist wie von einem Mantel bedeckt und trägt ein Kreuz auf Brusthöhe. Die Statue wurde versetzt, um sie vor unbemerkter Zerstörung zu schützen.
StellenbesitzerHat Grundbesitz, kann Bauer, Gärtner oder Häusler sein
StellmacherDie Stellmacherei (auch Wagnerei) ist die Werkstatt eines Stellmachers (oder Wagner) genannten Handwerkers, der Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz herstellt. Es handelte es sich ursprünglich um unterschiedliche Berufe: Der Stellmacher / Wagner fertigt das Gestell des Wagens, der Radmacher die Räder.
Stempeln gehenStempelgeld = Arbeitslosenunterstützung. Die Bezeichnung rührt von den Stempeln, mit denen sich ab den 1920er Jahren Arbeitslose den Besuch auf dem Arbeitsamt auf einer Stempelkarte bestätigen lassen mussten.
StolgebührGebühren, die Kirchen für Amtshandlungen wie Taufen, kirchliche Trauungen oder Beerdigungen erheben. Der Begriff leitet sich von der Stola ab, dem liturgischen Gewand des Priesters.
StottererStammler, Balbus
StubengrundKolonie bei Pohldorf
StückmannEin Bauer, dessen Grundbesitz in einzelnen Stücken im Ort verstreut ist (kein zusammenhängender Besitz), insbesondere im Raum Habelschwerdt zu finden.
Stussjüd: Unsinn, Narrheit, "Stuss erzählen"
subito mortuus estplötzlich verstorben (ohne priesterlichen Beistand)
SudetenstraßeStraße von Brand bis Lichtenwalde-Seitendorf, gebaut 1938.
SummersunntichSommersingen am vierten Fasten- und Passionssonntag im Frühjahr, auch Sonntag Laetare genannt
SuscepimusWir erdulden. 8. Sonntag nach Pfingsten
Sütterlin (Schrift)Die Sütterlinschrift, meist einfach Sütterlin genannt, ist eine im Jahr 1911 im Auftrag des preußischen Kultur- und Schulministeriums von Ludwig Sütterlin entwickelte Ausgangsschrift für das Erlernen von Schreibschrift in der Schule. Die deutsche Sütterlinschrift ist also eine spezielle Form der deutschen Kurrentschrift für Schreibanfänger.
SyphilisChronische Infektionskrankheit, die meist nach dem Durchzug von Soldaten in einem Ort auftrat. Während der Schwangerschaft und bei der Geburt kann eine erkrankte Mutter ihr Kind infizieren. Franzosenkrankheit, Lustseuche, Harter Schanker, Morbus Schaudinn: Benannt nach dem Entdecker des Erregers Treponema pallidum.