Grafschafter Wiki

Infos zum Grafschafter Wiki

In der Familienforschung stößt man immer wieder auf unbekannte Begriffe, die in Kirchenbüchern, Personenstandsdaten, Urkunden und anderen Unterlagen verwendet werden.
Mit dem Grafschafter Wiki entsteht nun ein “Werkzeug”, das Ihnen schnell Informationen zu eben diesen Begriffen verschaffen soll.
Dieses “neue Werkzeug” lebt und wächst mit unbekannten Begriffen, die Ihnen auffallen. Sie helfen uns, dieses Wiki weiter auszubauen, indem Sie unbekannte Begriffe und vielleicht auch eine mögliche Beschreibung dazu einfügen.
Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe!

Nutzungshilfe

Zunächst erscheinen die zuletzt eingegebenen Begriff mit Erläuterungen.
Das gesamte Wiki ist durchsuchbar. Dazu geben Sie in das Suchfeld eine Zeichenfolge ein. Sie wollen nach dem Begriff “Bauer” suchen und sind sich hinsichtlich der genutzten Schreibweise nicht sicher: sie geben also nur einen Teil der Zeichenfolge ein, bspw. aue in das Suchfeld ein und starten die Suche.
Als Ergebnis erhalten Sie in einer Übersicht alle Ergebnisse, die die Zeichenfolge aue – gelb hinterlegt – enthalten.

Nutzungshilfe “Einfügen eines neuen Begriffs”

Klicken Sie bitte auf den Link “Übermittle einen Begriff”.
Danach geben Sie den Begriff (Pflichtfeld) und die Beschreibung (optional) ein. In das dritte Feld von oben bitte Ihren Namen eingeben, der nicht veröffentlicht wird. Nachdem Sie ein Häkchen im reCAPTCHA-Feld gesetzt haben, können sie das Ganze absenden.
Nach einem internen Check erfolgt die Freigabe des Eintrags.

Es gibt 60 Begriffe in diesem Verzeichnis, die mit dem Buchstaben S beginnen.
S

Saalwiesen
Im südöstlichen Teil des Bielengebirges, heute sowohl auf tschechischem als auch polnischem Territorium. Auf polnischer Seite zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Dieses Moor liegt in einer Höhe zwischen 1.000 und 1.050 m und zeichnet sich durch das Vorkommen geschützter Pflanzen (Orchideen) und Urwald aus.

Salus populi
Das Heil des Volkes. 19. Sonntag nach Pfingsten

Salzversilberer
Ein kaiserlicher Beamter, der den Salzhandel verwaltete, ferner verstand man darunter auch einen im Salzhandel tätigen Einzelhändler

Sasse
Im Mittelalter wurde der Besitzer von Grund und Boden als Sasse bezeichnet (auch Saße, Sass oder Saß). Der Begriff bezieht sich auf sitzen, erscheint in den Worten Sitz, Besitz, Wohnsitz, und kommt heute noch in den Worten Insasse oder ansässig vor. In der Jägersprache wird das Lager eines Hasen als Sasse bezeichnet.

Schaffer
Schlesische Berufsbezeichnung für einen Verwalter in der Landwirtschaft. Auch zu vergleichen mit einem Gutsverwalter. Im Bergbau handelt es sich bei einem Schaffer um eine Aufsichtsperson (Steiger). Auch Aufseher, Verweser in einem Orden oder Kloster, Hospital, Siechen- oder Armenhaus, seltener als Vormund oder Pfleger.

Schalasterdrehe
Enge Haarnadelkurve der Heuscheuerstraße von Wünschelburg über das Heuscheuergebirge nach Bad Kudowa.

Scheidewinkel
Kolonie bei Tuntschendorf

Schenker, Schänker, Schankwirt
Ein Gastwirt, der für das Ausschenken von Getränken, insbesondere Wein oder Bier, zuständig war.

Scherflein
Die Redewendung "Sein Scherflein zu etwas beitragen" geht auf Luthers Bibelübersetzung zurück. Damit gemeint ist die Leistung eines kleinen, aber anerkennenswerten Beitrags gemeint. Ein Scherf war eine kleine, vom Mittelalter bis ins 18. Jhd. z. B. in Erfurt gebräuchliche Münze im Wert von ca. 1/2 Pfennig.

Schindelmacher
Ein Schindelmacher ist ein traditioneller Handwerker, der Holzschindeln zur Eindeckung von Dächern und als wetterfeste Wandverkleidung herstellt.

Schindmähre
Ein altes Pferd, das eigentlich zum Schinder (Abdecker) gebracht werden sollte.

Schlepper
Im Zusammenhang mit dem Bergbau steht er für die Person, die die schweren Förderwagen durch die engen unterirdischen Stollen zog.

Schlickermilch
in anderen Gegenden auch Schlottermilch. Die Milch wird, nachdem der Rahm abgeschöpft wurde, ohne die Zugabe von Hilfsmitteln sauer und eingedickt. Oft als Mahlzeit für Kinder und das Gesinde.

Schmiedegrund
Kolonie bei Neurode

Schock
5 Dutzend = 60 Stück von z. B. Eiern

Schol(t)ze / Gerichtsschol(t)ze
Ortsvorsteher

Schönau
mundartl.: 1) bei Braunau: Schiene. 2) bei Landeck: de Schiene, de Scheene. 3) bei Mittelwalde: Schienaa, Scheenaa

Schüttelfrost
Fieber, Beutelmann, Wechselfieber, Kalte, Kaltweh, Kartanie

Schwäbische Türkei
Die größte deutsche Sprachinsel im heutigen Ungarn. Sie liegt in Transdanubien und umfasst den südlichen Teil der Donau-Drau-Platte in den Komitaten Tolna (Tolnau), Baranya (Branau) und Somogy (Schomodei). Nach der von den Türken geprägten osmanischen Herrschaft des 16. und 17. Jahrhunderts wurde das Gebiet neben slowakischen, kroatischen und serbischen Kolonisten sowie Pfälzern, Mainfranken, Hessen, Westerwäldern, Fuldaern, Ostfranken und Bayern auch von Schwaben besiedelt. So entstand der Name Schwäbische Türkei.

Schwenckfelder
Anhänger der Lehre des Kaspar Schwenckfeld von Ossig (1489 - 1651). Seit dem 2. Drittel des 16. Jahrhunderts gab es Glaubensgemeinschaften auch in der Grafschaft Glatz und ganz Schlesien. Kaspar Schwenckfeld von Ossig war ursprünglich ein Anhänger der Reformation Martin Luthers, jedoch kam es zu theologischen Streitigkeiten, da ihm die lutherische Kirche in ihren Ansichten nicht weit genug ging. Seine Anhänger gewannen besonders in der Grafschaft Glatz großen Einfluss. Ab 1726 verließen mehrere Hundert heimlich ihre Heimat und begaben sich in die lutherische Oberlausitz um der Rekatholisierung durch die Jesuiten zu entgehen. die war jedoch nicht von langer Dauer. Eine Auswanderung nach Amerika versprach Schutz vor Verfolgung. Die in Schlesien verbliebenen Schwenckfelder erhielten nach dem Einmarsch von König Friedrich II. im Jahr 1740 Glaubens- und Gewissensfreiheit.

Schwindel (Krankheit)
Trumsel

Schwindsucht
Tuberkulose, weiße Pest, bleiches Sterben (infektionskrankheit) Da im Volksmund früher die genauen Bezeichnungen für Krankheiten nicht bekannt waren, beschrieb man einfach bestimmte typische Merkmale. Die Namensgebung Schwindsucht ist einem wesentlichen Symptom zuzuschreiben: dem gravierenden Gewichtsverlust.

Septuagesima
Circumdederunt / sie haben umgeben (ein Sonntag im Kirchenjahr)

sepultus est
ist begraben worden

Sexagesima
Ex surge / Erhebe Dich (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Si iniquitates
Wenn Sünden. 22. Sonntag nach Pfingsten. Aus dem bekannten Psalm 130 (De profundis), Vers 3 (in der Vulgata Psalm 129, 3): "Si iniquitates observaveris, Domine, Domine, quis sustinebit?" Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, / Herr, wer könnte bestehen?

Siechenhaus
Vom Mittelalter bis Anfang der Neuzeit ein spezielles, meist etwas abseits gelegenes Quarantänehaus, in dem Kranke verwahrt wurden, von denen man Ansteckung befürchtete, eine Form des Krankenhauses für sehr schwer oder unheilbar erkrankte Menschen.

Siechenmeister
Krankenwärter im Siechenhaus

Silberschmied
lat.: argentifaber

Silvester
Aaltjoahrschobend, Aaltjoahrschtaag, Joahrschluß

Skorbut
Skorbut ist eine schwere Mangelerkrankung, die durch langfristigen Vitamin-C-Mangel (Ascorbinsäure) entsteht. Sie führt zu gestörter Kollagenbildung, was sich durch Zahnfleischbluten, Zahnverlust, Müdigkeit, Hautblutungen und schlechte Wundheilung äußert. Die Krankheit tritt meist nach 2–4 Monaten ohne frische Vitamin-C-Zufuhr auf und ist durch eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse gut heilbar. Mundfäule, Scharbock

Sommerfrische
Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit

Sonnenstich
Sonnenschuß, Hauptschuß

Sonntag, weißer
1. Sonntag nach Ostern, im allgemeinen der Tag, an dem die katholischen Kinder im Alter von 9 Jahren zur Erstkommunion gehen. Quasi modo geniti / Wie Kinder (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Speilhobler
Handwerker, der aus Holz Wurstspeile herstellte, die man zum Verschließen des Wurstzipfels benötigte. Eine verbreitete Heimarbeit, bei der oft die ganze Familie einbezogen wurde..

Spittel
alemannisch: Krankenhaus, Spital, heute meist als Bezeichnung für historische Spitalgebäude. Ein Spittelweib war die Insassin eines Spitals.

sponsa
(lat.), Braut, Gattin

sponsus
(lat.), Bräutigam, Gatte

spuria
uneheliche Tochter

spurius
(lat.) unehelich

St.-Antoni-Rache
Pestbeule, Rotlauf, böse Flecken

Stangeneis
Eisblöcke, die früher aus z. B. gefrorenen Seen gesägt wurden. Im Eiskeller unter Stroh gelagert konnte es bis in den Sommer hinein Lebensmittel kühlen. Im Haushalt wurde das Eis oft in einem Eisschrank, dem Vorläufer des Kühlschranks, eingesetzt.

Stärztaag
Tag, an dem die Dienstboten umzogen, 2. Januar.

Steinerner Wenzel
"Stona Wenzan". Pendant zum "Steinernen Mann" bei der "Spätenwalder Ewigkeit". Körper und Gliedmaßen sind nur angedeutet. Die ca. 2m hohe Figur war seit Jahren verschwunden, wurde aber im Jahr im Herbst 2022 bei Forstarbeiten in der Nähe des Steinbruchs an der Schlösselkoppe am Wegesrand liegend abgelegen zwischen Brand und Hammer wiederentdeckt. Mehrere Inschriften, die am besten lesbaren sind: GP1717, GV1743 und CIH1772. Die nur rudimentär erkennbare steinerne Figur ist wie von einem Mantel bedeckt und trägt ein Kreuz auf Brusthöhe. Die Statue wurde versetzt, um sie vor unbemerkter Zerstörung zu schützen.

Stellenbesitzer
Hat Grundbesitz, kann Bauer, Gärtner oder Häusler sein

Stellmacher
Die Stellmacherei (auch Wagnerei) ist die Werkstatt eines Stellmachers (oder Wagner) genannten Handwerkers, der Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz herstellt. Es handelte es sich ursprünglich um unterschiedliche Berufe: Der Stellmacher / Wagner fertigt das Gestell des Wagens, der Radmacher die Räder.

Stempeln gehen
Stempelgeld = Arbeitslosenunterstützung. Die Bezeichnung rührt von den Stempeln, mit denen sich ab den 1920er Jahren Arbeitslose den Besuch auf dem Arbeitsamt auf einer Stempelkarte bestätigen lassen mussten.

Stolgebühr
Gebühren, die Kirchen für Amtshandlungen wie Taufen, kirchliche Trauungen oder Beerdigungen erheben. Der Begriff leitet sich von der Stola ab, dem liturgischen Gewand des Priesters.

Stotterer
Stammler, Balbus

Stubengrund
Kolonie bei Pohldorf

Stückmann
Ein Bauer, dessen Grundbesitz in einzelnen Stücken im Ort verstreut ist (kein zusammenhängender Besitz), insbesondere im Raum Habelschwerdt zu finden.

Stundung
Zahlungsaufschub

Stuss
jüd: Unsinn, Narrheit, "Stuss erzählen"

subito mortuus est
plötzlich verstorben (ohne priesterlichen Beistand)

Sudetenstraße
Straße von Brand bis Lichtenwalde-Seitendorf, gebaut 1938.

Summersunntich
Sommersingen am vierten Fasten- und Passionssonntag im Frühjahr, auch Sonntag Laetare genannt

Suscepimus
Wir erdulden. 8. Sonntag nach Pfingsten

Sutor
Schuster

Sütterlin (Schrift)
Die Sütterlinschrift, meist einfach Sütterlin genannt, ist eine im Jahr 1911 im Auftrag des preußischen Kultur- und Schulministeriums von Ludwig Sütterlin entwickelte Ausgangsschrift für das Erlernen von Schreibschrift in der Schule. Die deutsche Sütterlinschrift ist also eine spezielle Form der deutschen Kurrentschrift für Schreibanfänger.

Syphilis
Chronische Infektionskrankheit, die meist nach dem Durchzug von Soldaten in einem Ort auftrat. Während der Schwangerschaft und bei der Geburt kann eine erkrankte Mutter ihr Kind infizieren. Franzosenkrankheit, Lustseuche, Harter Schanker, Morbus Schaudinn: Benannt nach dem Entdecker des Erregers Treponema pallidum.


Übermittle ein Begriff