Grafschafter Wiki

Infos zum Grafschafter Wiki

In der Familienforschung stößt man immer wieder auf unbekannte Begriffe, die in Kirchenbüchern, Personenstandsdaten, Urkunden und anderen Unterlagen verwendet werden.
Mit dem Grafschafter Wiki entsteht nun ein “Werkzeug”, das Ihnen schnell Informationen zu eben diesen Begriffen verschaffen soll.
Dieses “neue Werkzeug” lebt und wächst mit unbekannten Begriffen, die Ihnen auffallen. Sie helfen uns, dieses Wiki weiter auszubauen, indem Sie unbekannte Begriffe und vielleicht auch eine mögliche Beschreibung dazu einfügen.
Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe!

Nutzungshilfe

Zunächst erscheinen die zuletzt eingegebenen Begriff mit Erläuterungen.
Das gesamte Wiki ist durchsuchbar. Dazu geben Sie in das Suchfeld eine Zeichenfolge ein. Sie wollen nach dem Begriff “Bauer” suchen und sind sich hinsichtlich der genutzten Schreibweise nicht sicher: sie geben also nur einen Teil der Zeichenfolge ein, bspw. aue in das Suchfeld ein und starten die Suche.
Als Ergebnis erhalten Sie in einer Übersicht alle Ergebnisse, die die Zeichenfolge aue – gelb hinterlegt – enthalten.

Nutzungshilfe “Einfügen eines neuen Begriffs”

Klicken Sie bitte auf den Link “Übermittle einen Begriff”.
Danach geben Sie den Begriff (Pflichtfeld) und die Beschreibung (optional) ein. In das dritte Feld von oben bitte Ihren Namen eingeben, der nicht veröffentlicht wird. Nachdem Sie ein Häkchen im reCAPTCHA-Feld gesetzt haben, können sie das Ganze absenden.
Nach einem internen Check erfolgt die Freigabe des Eintrags.

Derzeit befinden sich 482 Begriffe in diesem Verzeichnis.
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1. Advent
Ad te levavi = zu Dir habe ich erhoben

1. Fastensonntag
Invocabit / Er hat hineingerufen (ein Sonntag im Kirchenjahr)

10ber
Monat Dezember, 10bris, Xber, Xbris

2. Advent
Populus Sion = Das Volk Zion

2. Fastensonntag
Reminiscere / Gedenke (ein Sonntag im Kirchenjahr)

3. Advent
Gaudete = Freuet Euch

3. Fastensonntag
Oculi / Augen (ein Sonntag im Kirchenjahr)

4. Advent
Rorate, coeli = Tauet, (ihr) Himmel

4. Fastensonntag
Laetare / Freue dich (ein Sonntag im Kirchenjahr)

7ber
September, Septembris, 7bris

8ber
Oktober, 8bris

9ber
November, 9bris

A

a. u. s.
actum ut supra: geschehen wie oben verhandelt bzw. beschrieben

aasen
Verschwenderisch mit etwas umgehen, schlecht wirtschaften (mit Geld, Lebensmitteln, Material, etc.).

Abbauer
Pächter mit kleinem Eigenbesitz, Neusiedler, zweiter Sohn, der vom Hofe abbaut

Abbitte
Die Bitte um Vergebung eines begangenen Fehlers oder Unrechts. Abbitte leisten. Sich entschuldigen.

Abdecker
Abstreifer, Schinder, Wasenmeister, Nachrichter. Personen, die verendetes Vieh wegschaffen, abhäuten und einscharren mussten. Der Arbeitsplatz der Abdecker, meist auch ihre Wohnstelle, war die Abdeckerei oder Wasenmeisterei. Die Tierkörperverwertung lieferte Produkte wie Fette (zur Herstellung von Lampentalg und Seife), Leim, Knochen und Knochenmehl, Felle, Tierhäute zur Herstellung von Leder und Viehfutter.

Abdikation
Die Abdikation (latein. abdicare: verzichten, zurücktreten, abdanken), auch Abdankung oder Renunziation genannt, ist der förmliche Verzicht auf ein öffentliches Amt durch den Inhaber, insbesondere der Thronverzicht eines Monarchen.

Abendland
Der Begriff "Abendland" ergab sich aus der früheren Vorstellung von Europa als dem westlichsten, und damit der untergehenden Abendsonne am nächsten gelegenen Erdteil. Die Länder in der Richtung der Morgensonne, bzw. aufgehenden Sonne, wurden als Orient bezeichnet (von latein. oriens für aufgehend).

Abentürer
Händler mit Luxuswaren, Juwelenhändler

Aberrede
Gegenrede. Rede und Aberrede, also eine Verhandlung im Dialog.

Abervater
Großvater (~ noch einmal Vater). Aberurahnherr = Ururgroßvater

aberwitzig
absurd, nicht bei Sinnen, unverständig, geisteskrank

Abheimischkeit
Abwesenheit von der Heimat

abhold
Veraltete für abgeneigt, wenig begeistert, lustlos, ungern, unwillig, oder widerstrebend. Das Gegenteil ist hold, jemandem hold sein, jemandem zugetan sein, ihn/sie mögen, gern haben.

Abkiesung
Rücktritt vom Amt

Ablaßkrämer
Ablasshändler. Verkauf der Vergebung von Sünden gegen Geld. Ein vollkommener Ablass ist ein Erlass sämtlicher Sündenstrafen, was im Fall des Todes unmittelbar in den Himmel führt. Ein unvollkommener Ablass ist ein teilweiser Erlass der Sündenstrafen, die Zeit in der Hölle wird also verringert.

Abnahmemann
Abschiedsmann; Altenteiler; Altsitzer; Bauer im Ausgedinge, nach Übergabe des Anwesens an seinen Sohn; Nutznießer des Altenteils

Abort
Abtritt, Kommodität, Klosett, WC

Abrahamitenorden
Ein am 30.09.1861 von Grafschafter Pfarrern im Alter von über 50 Jahren gegründeter Geselligkeitsverein. Die letzte Sitzung fand am 15.02.1945 statt. Die Protokolle der Sitzungen wurden in einem dicken Buch gesammelt. Ein neuer Kandidat musste sich vor der Aufnahme einer theologischen Prüfung unterziehen. Anschließend erhielt er bei einem guten Mittagessen einen Stab, ein Ordensband und ein Bild Abrahams vom zuletzt aufgenommenen Mitglied überreicht. Der Vorläufer dieses "Ordens" war der "Maarsog-Orden" (Mär-Sack, von maaren = flunkern).

Absceß
Eiterbeule, Kotz

Accise
Akzise, Accise (französisch) oder Accis (lateinisch). Indirekte Steuer, in der Regel eine Verbrauchssteuer beziehungsweise ein Binnenzoll. Akzisen wurden auf Grundnahrungsmittel (z. B. Roggen, Weizen, Hopfen oder anderes Getreide beziehungsweise Mehl), auf Lebensmittel (Zucker, Salz, Fett, Fleisch), Genussmittel (Tabak, Kaffee, Tee, Bier, Sekt), auf Vieh o. ä. erhoben.

Achillesfelsen
Aussichtspunkt. 580m bei Bad Landeck, Kreis Habelschwerdt, auf dem Weg nach dem Schollenstein.

Acht Seligkeiten
Kolonie in der Nähe von Pohldorf aus einzelnen, hintereinander stehenden Häusern bestehend.

Achthäuser
Kolonie am Kammweg zum Königswalder Spitzberg (755m), Kreis Neurode.

Achtmann
Achtsmann" 1) gerichtlicher Taxator, 2) Wahlherr

ad acta
lateinische Phrase aus der Amtsprache, etwas "zu den Akten legen", eine Sache ist erledigt

Adelheidquelle
Radiumhaltige Quelle. Am Großen Schneeberg in unmittelbarer Nähe der Quarklöcher und des Liechtensteinschutzhauses.

Adjunkt
Ein Adjunkt (von lateinisch adiunctus „angebunden“) ist ein beigeordneter Gehilfe oder Assistent, besonders im Verwaltungs-, Forst- oder Kirchendienst.

Adlatus
Ein Gehilfe, ein Helfer oder ein Beistand. Er ist vergleichbar mit dem Adjutanten im militärischen Sprachgebrauch.

Adlergebirge
Auch Böhmischer Kamm genannt. Verlauf westlich parallel zum Habelschwerdter Gebirge. Der nördliche Teil (Hohe Mense, 1084m) liegt innerhalb der Grafschaft Glatz. Der überwiegende Teil (40km) liegt jenseits der Landesgrenze.

Adlerkoppe
Westlich von Altheide gelegener Berg (533m).

adm. D.
admirabilis Dominuus = Bewundernswerter Herr

Adorate
Adorate I / Betet an I: 3. Sonntag nach Epiphanias, Adorate II / Betet an II: 4. Sonntag nach Epiphanias, Adorate III / Betet an III: 5. Sonntag nach Epiphanias, Adorate IV / Betet an IV: 6. Sonntag nach Epiphanias,

adulescentulus
Jüngling, junger Mann

Aelurius, Georgius
Ein aus Frankenstein stammender Chronist (1596 – 1627). Georgius Aelurius hieß eigentlich Georg Katschker. Er latinisierte, wie es damals üblich war, seinen Nachnamen und legte dabei das altgriechische Wort für Katze (Ailouros) zugrunde, die er als den Ursprung seines Namens vermutete. Er war ein Prediger der Reformation in Glatz und in seinen beiden letzten Lebensjahren Rektor der Stadtschule in Frankenstein. Autor der "Glaciographia oder Glätzische Chronica".

Aeres
Ausschlag

aetatis suae
seines Alters dierum ... : ... Tage mensium ... : ... Monate annorum ... : ... Jahre

Affengießer
Gießer von Handwasserfässern, Bütten, Taufbecken, Weihrauchgefäßen, auch kleinerer Glocken, u. ä.

Agende
Eine Agende (von lat. agere = handeln) ist ein liturgisches Buch im evangelischen Bereich, das die Gottesdienstordnung, Riten, Gebete und Texte für den Hauptgottesdienst sowie für Amtshandlungen wie Taufe, Trauung und Bestattung enthält. Sie beschreibt, was Liturg und Gemeinde tun, z. B. aufstehen, beten oder singen.

Agent
Konsul, diplomatischer Vertreter

Agent, öffentlicher
Rechtsgelehrter mit beschränkten Befugnissen, zwischen Notar und Anwalt stehen (in Österreich)

Agnat
Ein Agnat (von lateinisch agnatus „der Hinzu-/Nachgeborene“) ist ein männlicher Verwandter, der ausschließlich über die männliche Linie (Vater, Großvater) mit einer anderen Person verwandt ist. Diese Form der Verwandtschaft, die Agnation, war besonders im römischen Recht und im historischen Adels-Erbrecht entscheidend.

Agnesfeld
Agnesfeld, kleines Dorf bei Stolzenau, entstanden aus dem Vorwerk ,Zimmerei’, das 1789 angelegt, 1795 vom Besitzer Reichsgraf von Schönaich aufgeteilt, ausgebaut und nach seiner Tochter Agnes benannt wurde.

Agricola
Landwirt

Agtfischer
Bernsteinfischer

Ahle
Eine Ahle, oder Pfriem ist ein einfaches Werkzeug mit dessen Hilfe Löcher in verschiedene Materialien gestochen werden können. Es wird beispielsweise von einem Schuster genutzt, um Löcher in Leder zu machen, um anschließend mehrere Schichten zusammennähen zu können.

Ahnenpass
Bezeichnung für ein Heft mit Vordrucken für Abschriften von Geburts-, Tauf- und Heiratsurkunden der Eltern, Großeltern, und weiterer Vorfahren, das jeder im Dritten Reich erstellen musste, um den sogenannten »Arier-Nachweis« zu erbringen. Meist eine ergiebige Quelle für den Familienforscher.

Aicher
Eichmeister

Aktrice
Im Alltagsgebrauch wird manchmal ein Bühnenschauspieler als Akteur bezeichnet. Die veraltete weibliche Form ist Aktrice. Der Begriff wird heute meist abwertend verwendet und der Schauspielerin mangelndes Talent unterstellt.

Aktuar
Gerichtsschreiber

Albaquelle
Sie entspringt auf dem Kamm des Adlergebirges am Südhang der Hohen Mense in 1.048 m ü. M. dicht an der polnischen Grenze und fließt an der Schierlichmühle vorbei und durch Deschnei nach Böhmen. Die Bělá (deutsch Alba, auch Albabach) ist ein rechter Zufluss der Wilden Adler (tschechisch Divoká Orlice) in Tschechien.

Allerorten
überall

Allgäuer
Frachtfuhrmann, nach den bekannten Gutfertigern aus dem Allgäu benannt

Allmende
Gemeindegut. Die Allmenden (auch Allmanden aus dem Mittelhochdeutschen "was allen gemein ist") waren ein Grundstück oder Land, das von den Bewohnern einer Gemeinde gemeinschaftlich genutzt werden durfte, in der Regel auf Weide, Forstwirtschaft oder Ackerbau beschränkt.

Allmendherr
Allmendpfleger, Ratsherr, dem die Aufsicht über die Allmende obliegt

Allod
Als Allod oder Allodium bezeichnete man im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Recht ein Eigentum (fast immer Land oder ein Stadtgrundstück oder -anwesen), über das der Eigentümer frei verfügen konnte. Eigentümer konnten sowohl freie Bauern als auch Adelige oder Fürsten sein. Allode waren frei vererbbar, auch an Töchter, während Lehen beim Aussterben einer Familie im Mannesstamm an den Lehnsherrn zurückfielen.

Alma Mater
Alma Mater (von lateinisch alma nährend, gütig und mater Mutter) ist eine Bezeichnung für Universitäten.

Almanach
Ein Almanach ist ein jährlich erscheinendes Nachschlagewerk, das Kalenderdaten mit astronomischen Informationen, Wetterberichten, Statistiken oder literarischen Texten verbindet. Almanach (mittelniederländisch almanag aus mittellateinisch almanachus = „Kalender mit astronomischen und meteorologischen Texten“). Ursprünglich war es ein Kalender mit praktischen Ratschlägen (ab 15. Jh.), er entwickelte sich aber zu illustrierten Jahrbüchern, literarischen Anthologien oder Verlagsverzeichnissen.

Alp
Angstzustand, Alpdruck, Nachschaden

Altarist
Ein Altarist ist ein katholischer Priester, der eine Pfründe (einen festen Einkommensposten) hat, die mit einem bestimmten Altar verbunden ist. Er liest nur die heilige Messe, meist zum Seelenheil Verstorbener, ist aber nicht mit weiteren seelsorgerischen Aufgaben betraut. Sein Einkommen wurde durch die Erlöse der Altarstiftungen gedeckt oder von einer Privatperson, meist einem Adligen, garantiert.

Alte Hacke
Ein Freundschaftsbund älterer Akademiker aller Fakultäten. Die bei den Zusammenkünften verwendeten Trinkgläser hatten die Form einer Hacke. Da man sie nicht abstellen konnte, mussten sie sofort ausgetrunken werden. Eines der Gläser wurde im Glatzer Heimatmuseum aufbewahrt.

Altermann
Vorsteher einer Zunft oder Gilde

altero die
am anderen Tag

Altersschwäche
Entkräftung, Schwäche, Alter, Marasmus senilis, Verfall, Debilitas, Abzehrung

Ä

Ältester
in einigen protestantischen Gemeinden: Pfarrer

A

Altfürer
Altgeselle, Ältester der Gesellschaft

Altgewander
Flickschneider, Altwender, auch: Altkleiderhändler

Altruismus
Altruismus (lateinisch alter ‚der andere‘) bedeutet im Allgemeinen Uneigennützigkeit, Selbstlosigkeit, durch Rücksicht auf andere gekennzeichnete Denk- und Handlungsweise. Der Begriff kann als ein Gegenbegriff zu Egoismus verwendet werden.

Altvordere
Ahnen, Vorfahren

Altwalker
Althändler, der altes Tuch walkt

Alumnat
Alumnat oder Alumneum (von lateinisch alumnus‚ Schüler, Zögling) ist eine historische Bezeichnung für Schulen mit Unterbringungsmöglichkeiten, vor allem an Gymnasien und höheren Schulen. Heute wird der Begriff Internat verwendet. In Österreich wird eine Einrichtung zur Ausbildung von Geistlichen als Alumnat bezeichnet.

ambo
beide

Amme
lat.: nutrix. Nährmutter. Eine Frauensperson, die, selbst Mutter, sich verdingt, um an ihrer Brust ein fremdes Kind zu nähren. Manchmal wurde die Amme nach dem Abstillen des Kindes als Kindermädchen weiter beschäftigt.

Anger
Anger oder Dorfanger bezeichnet ein meist grasbewachsenes Land oder einen Dorfplatz in Gemeinbesitz, der von allen Bewohnern der Stadt oder des Dorfes genutzt werden konnte (Allmende). Ort für Feste (z. B. Osterfeuer), für gemeinschaftliche Aktivitäten (Dorfbackofen, gemeinschaftliches Schlachten), Ratsversammlungen (Thing) oder Richtplatz.

Angst
als Krankheit: Beengung, Schmerz

Angsthäuser
Kolonie bei Mittelwalde

Anna Selbdritt
Darstellungen der heiligen Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind (Andachtsbilder). Selbdritt ist ein altes Wort für „als Teil einer Dreiergruppe“ oder auch „zu dritt“

Annexion
Anknüpfung, Annektierung, Anhängen. Zwangsweise Verbindung eines bisher fremden Gebietes mit dem eigenen Staatsgebiet. Die Okkupation (Besetzung) geht der Annexion in der Regel voraus.

anno currente
im laufenden Jahr

anno domini
(lat.) im Jahre des Herrn

ante meridien
vormittags

antecessor
Vorgänger

Antependium
Ein Antependium (von lat. ante „vor“ und pendere „hängen“) ist ein meist reich bestickter und verzierter Altarvorsatz oder Kanzelbehang, der als textiles Parament oder feste Verkleidung die Vorderseite des Altars schmückt. Es ist Teil der liturgischen Ausstattung, zeigt durch wechselnde Farben die Zeit des Kirchenjahres an und meistens mit zur Kirchenjahreszeit passenden Symbolen versehen. Antependien sind sowohl in der evangelischen als auch in der römisch-katholischen, anglikanischen und alt-katholischen Kirche gebräuchlich. Es gibt auch Altarvorsätze aus Holz oder Metall.

Apanage
Eine Apanage ist eine regelmäßige finanzielle Zuwendung, Einkünfte aus Liegenschaften oder Übertragung von Landbesitz an nicht regierende Mitglieder eines Fürstenhauses. Sie sichert den angemessenen Lebensunterhalt für nachgeborene Kinder, die nicht direkt erben. Der Begriff stammt vom französischen appanage („mit Brot versorgen“).

Approbatum
Billigung, Genehmigung (lat.)

Arzt
Medicus, Bader, Physicus, Feldscher (Militär)

Ascensio Domini
Christi Himmelfahrt

Ä

Äscherer
Brenner von Holzasche (für Glashütten)

A

Asthma (bronchiale)
Atembeschwerden, Engbrüstigkeit, Dampf, böser Bradem (Brodem), Brustkiste, Keist, Kister, Stickfluß, Brustwassersucht

Ä

Ätze
Ätzmaler, Eisenätzer (z. B. für Rüstungen)

A

Ausgedinge
Ein Altenteil

Ausgedinger / Auszügler
Lebt im Ausgedinge (Altenteil)

Aussatz
Elephanten-Krankheit, Lepra, St. Jobst-Krankheit, Knollsucht, Masel- oder Miselsucht, Morve

B

babtisatus, babtisata
getauft

Bäcker
Pistor, Pistorius

Bader
Balneator

Bähschnitten
geröstete Brotscheiben

Bakel
Rohrstock, latein.: baculum = Stock, Stab. Im 19. Jhd. meist in der Schule verwendetes Züchtigungsinstrument. Mit dem Stock wurden Schläge auf die ausgestreckten Hände oder das Gesäß verabreicht.

Ballei
(historisch auch Balley) bezeichnete etwa ab dem 13. Jahrhundert einen Verwaltungsbezirk oder eine Ordensprovinz eines Ritterordens, mit meist mehreren Komtureien bzw. Kommenden. Eine Komturei (auch Kommende) ist die regionale Niederlassung und Verwaltungseinheit eines geistlichen Ritterordens (z. B. Johanniter, Deutscher Orden, Templer), geleitet von einem Komtur. Historisch dienten sie als wirtschaftliche Basis und Stützpunkt, oft mit Kirche und Krankenhaus. Heute bestehen Komtureien als Gliederungen ritterlicher Orden weiter.

Banat
Das Banat ist eine historische Region in Südosteuropa, die heute in den Staaten Rumänien, Serbien und Ungarn liegt. Sie liegt zwischen Donau, Theiß und Marosch. Der Begriff Banat leitet sich vom Herrschaftsbereich eines Ban (serbisch/kroatisch/ungarisch für Graf/Markgraf) ab. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war es das Siedlungsgebiet einer deutschen Minderheit, den sogenannten Donauschwaben.

Bandwurm
Nesselwurm

Bärberg
südlich von Lauterbach, 702m

Bärenstein
zwischen Hoher Eule und Hausdorfer Kreuz, 918m

Bartbinde
Eine Bartbinde ist ein Band aus Stoff bzw. Gaze, das dazu dient, den Schnurrbart während dem Schlafen in der Nacht in Form zu halten. In der Mitte ist eine Einkerbung für die Nase. Das Band wird entweder mit Schlaufen an den Ohren befestigt oder am Hinterkopf/Nacken gebunden. Gebräuchlich waren auch Haarnetze um die Frisur in Form zu halten.

Bauchladen
Ein Bauchladen ist ein Brett, ein Kasten oder eine andere Konstruktion, die vor dem Körper an einem Gurt getragen wird, um darauf oder darin Waren anzubieten. Sie kann auch verschiedene Fächer und Schubladen enthalten, in denen Waren und Geld gelagert werden können. Seitlich am Bauchladen können noch Ringe oder Haken angebracht sein, an denen weitere Waren aufgehängt werden. Im Straßenverkauf, bei Veranstaltungen oder beim Von-Haus zu-Haus-Verkauf wurden z. B. Kurzwaren von Hausierern feilgeboten.

Bauden
Bezeichnung für die schlesischen Gebirgs-Gasthäuser, z. B. Annabaude, Bismarckbaude, Adlerbaude, Brandbaude, Müllermaxbaude, usw. Beliebte Ausflugsziele meist mit rustikaler Übernachtungsmöglichkeit.

Bauer / Pauer
Ackerwirt, Landwirt, Landmann, lat: agricola oder rusticus

Bauerngutsbesitzer
Besitzer eines Gutes mit Landwirtschaft und anderen Erwerbszweigen von bäuerlichen Produkten

Bauernschock, Großschock
Alte preußische Zähl- bzw. Stückmaße: Ein Bauernschock oder auch Großschock entspricht 64 Stück, oder 4 Bauernmandel. Ein Großmandel oder Bauernmandel entspricht 16 Stück. Ein Schock besteht aus 5 Dutzend = 60 Stück, oder 4 Mandel. Ein Dutzend entsprechen 12 Stück, ein Mandel entspricht 15 Stück.

Baumölbier
Dünnbier mit dem Zugabe von Olivenöl (Baumöl), Zitronensaft und Gewürzen.

Behuf
mittelhochdeutsch behuof: Nutzen, Zweck

Beule
Blutgeschwulst, Knüttel

Bielendorfer Steinkoppe
westlich von Bielendorf, 890m

Bielenkoppe
südlich von Bielendorf, 1.033m

Bienenberg
nördlich von Heudorf, 884m

Bismarckkoppe
am linken Bieleufer bei Landeck, 534m

Bismarckturm
Auf der Hohen Eule (1.014m). 24m hoch. Erbaut 1905.

Blasewey
Kolonie von Kudowa

Blatter
Hautausschlag, Masern, Pocken

Bleichhäuser
Kolonie südlich von Neundorf

Bleuel
Ein Bleuel (auch Wäschebleuel) ist ein Schlagholz (auch Schlägel) und wurde bis zur Erfindung der Waschmaschine zum Wäschewaschen verwendet. Der Bleuel besteht aus einer flachen, breiten Schlagfläche und einem Handgriff. Das Wort hat sich bis heute in den Begriffen „einbläuen“ und „verbläuen“ erhalten (wird seit der Rechtschreibreform mit ä geschrieben) und legt die Vermutung nahe, dass der Bleuel auch als Züchtigungsinstrument zweckentfremdet wurde. Als Bleuel wird auch der Holzbalken bezeichnet, der durch die Kraft einer Wassermühle angehoben und fallen gelassen wird. So wurde u. a. Flachs gebrochen.

Blödigkeit
Kränklichkeit, Krankheit

blümerant
Umgangssprachlicher Ausdruck für ein flaues, schwindeliges oder leicht übles Gefühl. Es beschreibt körperliches Unwohlsein, bei dem einem "schwarz vor Augen" wird. Der Begriff soll vom französischen bleu mourant ("sterbendes/blasses Blau") stammen, das ursprünglich eine Farbe bezeichnete.

Böhmischer Winkel
Bezirk nordwestlich von Reinerz, identisch mit dem "Hummelbezirk" bzw. dem "Lewiner Ländchen".

Born
Brunnen, Quelle oder Wasserstelle, mundart: Bärnla

Brachmond
Juni

Bratenrock
Veraltet, scherzhaft für ein festliches Herrenkleidungsstück, den Gehrock, veraltet auch Leibrock. Der Begriff entstand, da das Kleidungsstück häufig zu feierlichen Anlässen wie dem Sonntagsbraten-Essen getragen wurde. Er ist eine Spätform des Herrenrocks, eine doppelreihige Jacke mit knielangem, angesetztem Schoß aus meist dunklem Tuch, die besonders im 19. Jahrhundert zu festlichen Anlässen getragen wurde. Üblich bei Ärzten, Geschäftsleuten und Beamten.

Brennschere
Die Brennschere oder auch Brennzange oder Perückeneisen ist ein Werkzeug zur Ondulation des menschlichen Haupthaares. Die Brennschere funktioniert nach dem Prinzip einer Schere, allerdings wird damit nicht geschnitten, sondern lediglich eingeklemmt. Anstatt der Schneideflächen sind zwei runde etwa 20 cm lange Röhren mit einem Durchmesser von 1 - 3cm angebracht (je nach gewünschter Lockengröße). Das Instrument wurde auf dem Herd oder über dem Feuer erhitzt. Anschließend klemmte man die Spitze einer Haarsträhne zwischen die beiden Röhren und drehte damit die Haare auf. Auf diese Weise bearbeitete man je nach Wunsch mehrere oder alle Haarsträhnen.

Brotbeutel
Ein Brotbeutel ist ursprünglich ein militärischer Ausrüstungsgegenstand. Dabei handelt es sich um eine Tasche, zur Aufbewahrung von Proviant, Tabak, Feldpost usw.

Brummtopf
Volkstümliches Musikinstrument. Ein altes Fass ohne Deckel und Boden wurde mit Ziegenfellen bespannt und bunt bemalt. Durch Löcher in der Mitte der Felle wurde ein Seil gezogen. Durch das Hin- und Herziehen entstand ein brummendes Geräusch. Wurde bei "Umgängen" mitgeführt.

Brustwassersucht
Hydrothorax

Büchsenmacher
Büchsenschmied, lat.: bombardarum faber

Burggrabenberg
nördlich von Neudeck, 730m

C

Cafetier
Besitzer eines Cafés, der Wirt eines Kaffeehauses.

Cantate
Singt, 4. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)

carbonarius
Köhler

cellerarius
Kellerer, Kellermeister, Kellereiamtmann

Chaiselongue
(frz. chaise longue: langer Stuhl) Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Bezeichnung für ein niedriges, gepolstertes kombiniertes Sitz- und Liegemöbel für eine Person. Es kann auch zum kurzen Mittagsschlaf oder gelegentlich als Gästebett genutzt werden.

Chapeau Claque
Klapp- oder Faltzylinder. Zylinderförmiger Hut, der platzsparend zusammengefaltet werden konnte und sich durch einen kräftigen Handgelenksschwung oder Klaps wieder entfaltete.

Chaperone
Veraltet für eine meist ältere Dame, die ein junges Mädchen oder unverheiratete junge Frau als Beschützerin begleitet. Ihre Aufgabe war es, bei Treffen mit jungen Männern als moralische Aufsicht zu fungieren. Auch Anstandsdame oder scherzhaft "Anstandswauwau" genannt.

Chaussee
Chaussee ist die veraltete Bezeichnung für eine befestigte, künstlich angelegte Landstraße. Früher wurden damit Straßen bezeichnet, die im Gegensatz zu Naturwegen ingenieurmäßig geplant, begradigt und mit einem konstruierten Unterbau sowie einer festen Fahrbahndecke versehen waren. Kunststraße war der deutsche Ausdruck für Chaussee. Beispiel: Preußens zweithöchste Kunststraße bei Brand, Kreis Habelschwerdt.

Christmond
Dezember

cj.
conjuges, conjugum = Ehegatten, Eheleute

claustrarius
Schlosser, Riegelmacher

coelebs, caelebs
ledig

Commis
Kommis (von frz. commis = „Gehilfe" oder „Beauftragter“) ist eine veraltete Bezeichnung für einen Kontoristen, Handlungsgehilfen oder kaufmännischen Angestellten. Heute würde man die Tätigkeit mit Sachbearbeiter bezeichnen.

commorantes in ...
wohnhaft in ...

conjunx, conjux
Gattin

contraxit matrimonium cum
schloss die Ehe mit

copuliert
getraut

Corpus Christi
(1) Fronleichnam, (2) (at. Leib Christi

cubicularius
Kammerdiener

culinarius
Koch, Küchenbediensteter

Cum clamarem
Als ich rief. 10. Sonntag nach Pfingsten

curator
Kurator, Vormund, Verwalter, Aufseher, Leiter

D

D.
dominus – als Namensvorsatz bei Pfarrern

Da pacem
Gib Frieden. 18. Sonntag nach Pfingsten

Dämlack
auch Dämellack. Grobes Schimpfwort für eine ungeschickte und dumme Person. Dämelei: nachlässiges, gleichgültiges, gedankenloses Wesen.

Darre
Einrichtung zum Dörren, also dem Trocknen von Lebensmitteln und Gebrauchsgütern mit Hilfe von trockener Hitze. Darren gibt es für verschiedene zu trocknende Güter, z.B. für Getreide, Malz, Hopfen, Tabak, Dörrobst.

Defraudant
Ein Defraudant (lat. defraudans „betrügend“) ist eine veraltete Bezeichnung für einen Betrüger, Unterschläger oder eine Person, die Abgaben hinterzieht.

Delinquent
(lateinisch: delinquere sich vergehen, einen Fehltritt begehen) eine insbesondere in der Kriminologie verwendete Bezeichnung für einen Straftäter oder jemanden, der eine Ordnungswidrigkeit begeht.

Depesche
Eilbotschaft, Telegramm. Entlehnung (Mitte 17. Jh.) aus frz. dépêcher ‘beschleunigen, (einen Eilboten, eine Eilnachricht) absenden

Depositium
Anvertrautes Gut, Verwahrgut

Depressionen
Melancholie, Trübsinn, Schwermut, verstopfte Milz, Milzsucht, Galle, schwarze, Schwarzgalligkeit

Deus in adiutorium
Oh Herr, komm mir zu Hilfe. 12. Sonntag nach Pfingsten

Deus in loco sancto
Gott an heiligem Ort. 11. Sonntag nach Pfingsten

Dezem
Abgabe, Steuer, "der Zehnte" oder "Zehnt". Der Begriff (von lat. decem zehn) bezeichnet eine etwa zehnprozentige Steuer des Einkommens, der Ernte oder des Viehbestands in Form von Geld oder Naturalien an eine geistliche oder eine weltliche Institution (Kirche oder Grundherr).

Diarium
(lat.), bildungssprachlich für ein Tagebuch, ein besonders dickes Schreibheft mit festem Deckel

Diarium Europaeum
Vorläufer der modernen Zeitung, worin die politischen Zeitereignisse erzählt und zahlreiche Aktenstücke mitgeteilt wurden. Herausgegeben von »Martin Meyer vom Hayn in Schlesien« (Pseudonym Philemerus Irenicus Elisius, Martin Meyer Hainoviensis Silesius). Der erste Band, die Jahre 1657 und 1658 umfassend, erschien 1659, der letzte (45.) Band (41. Fortsetzung) berichtet die Ereignisse bis 1681 und wurde 1683 ausgegeben.

Dicit Dominus I
Der Herr sagte I, 23. Sonntag nach Pfingsten

Dicit Dominus II
Der Herr sagte II, 24. Sonntag nach Pfingsten

dimittieren
(Aus dem Dienst) entlassen: einem Brautpaar, das in einem anderen Pfarrbezirk heiraten will, die Zustimmung erteilen. Es erhält ein „Dimissoriale“ (ein „Attest“, einen „Losbrief“ oder "Erlaubnisschein") des örtlich zuständigen Pfarrers, worin dieser sein Einverständnis zur Vornahme der Trauung durch einen anderen Geistlichen erklärt.

Diphterie
Bräune, Halsbräune (wegen der lederartigen braunen Beläge im Kehlkopf und in der Luftröhre aus abgestorbener Schleimhaut und Blutbestandteilen), Halsenge, Krupp, Halsgichter, Hundswürger, "Würgeengel der Kinder". Infektionskrankheit der oberen Atemwege.

Disklamation
Ableugnung, Nichtanerkennung; disklamieren (lat. disclamare = ablehnen), ableugnen, nicht anerkennen. Auch: Verzicht auf ein Erbe oder Eigentum sowie die Verweigerung der Anerkennung einer rechtlichen Verpflichtung oder eines Besitzverhältnisses.

disparitas cultus
Ehe mit einem Ungetauften z. B. Juden

Dohlenberg
Berg und Kolonie bei Neuweistritz, 593m

Dom.
Dominica = Tag des Herrn, Sonntag

dominica (latein.)
Sonntag

Dominica Trinitatis
Sonntag der Dreieinigkeit, 1. Sonntag nach Pfingsten

Dominium
Herrschaft, Eigentum, Gut. Die Grundherrschaft und das Rittergut wurden 'Dominium' genannt. Es hatte die Oberaufsicht und das Verfügungsrecht über den Dorfanger mit Dorfstraße und Dorfteich, über die Grenzraine, Wege, Stege, Bäche, Flüsse und die sonstigen unbebauten Flecken der Dorfgemarkung nebst besonderen Rechten, deren wichtigste das Jagdrecht, das Fischereirecht und das Bier- und Branntweinmonopol waren. Dem Dominium gehörten innerhalb der Gemarkung umfangreiche Ländereien, die mit Hilfe dienstpflichtiger Knechte und Mägde und sonstiger Dienstleute sowie mit Hilfe der zu bestimmten Diensten verpflichteten Stellenbesitzer bewirtschaftet wurden.

Dominus fortitudo
Der Herr ist Kraft/Stärke. 6. Sonntag nach Pfingsten

Dominus illuminatio mea
Der Herr ist meine Erleuchtung, 4. Sonntag nach Pfingsten

domizilieren
wohnen

Donauschwaben
Donauschwaben (auch Donaudeutsche) ist ein Sammelbegriff für die von der Habsburgermonarchie nach den Türkenkriegen entlang der Südflanke des damaligen Habsburgerreiches angesiedelten Deutschen, aber auch einige Franzosen, Spanier und Italiener, längs des Mittellaufs der Donau in der Pannonischen Tiefebene. Zum Kernstück dieser Besiedlung wurde die unter Karl VI., Maria Theresia und Joseph II. (als Könige von Ungarn) im 18. Jahrhundert planmäßig durchgeführte Ansiedlung von deutschsprachigen Bauern und Handwerkern sowie österreichischen und böhmischen Bergleuten.

Donjon
Hauptturm einer Burg oder Festung (z. B. Glatz und Silberberg).

Dotation
Dotation (von lateinisch dotatus reichlich ausgestattet oder dotalis zur Mitgift gehörig) Ausstattung mit Einkünften und Gütern, z. B. einer Stelle, einer Kasse, einer Stiftung, Anstalt, besonders einer kirchlichen Anstalt durch den Gründer, eines Feldherrn oder Staatsmannes zur Belohnung für besondere Verdienste. Gut dotiert heißt also: Gut bezahlt; einbringlich, einträglich, lohnend, profitabel, rentabel, lukrativ

Dreihöfe
Kolonie bei Mittelwalde

Dresche
umgangssprachlich für Schläge, Prügel, oft mit einem "Hilfsmittel" wie einem Gürtel, Rohrstock oder Teppichklopfer. "Jemanden verdreschen" = körperliche Züchtigung meist durch Eltern oder Lehrer

Drohtbender
Drahtbinder, der in den Dörfern Drahtzäune und Drahtkörbe flickte

Druschma
Druschmer, Hochzeitsbitter, Hochzeitslader, Brautbitter, Huxtpeter, Oanwalt. Acht Tage vor der Hochzeit lud er Bekannte und Freunde des Brautpaares zur Hochzeit ein. Er trug einen schwarzen Anzug mit Zylinder, lange rote Seidenbänder schmückten Hut und Rock und einen Stab. Er war der Leiter der gesamten Feierlichkeiten und hielt Ansprachen beim Brautmahl.

Drüsen (Krankheit)
eiternde Geschwülste, Pestbeulen

Dubs
In Preußen, besonders in Oberschlesien: Das menschliche Gesäß. Aber auch das "Hinterteil" eines Gänsebratens.

Dum medium
Sonntag nach Weihnachten

Dünkel
Der Begriff Dünkel beschreibt eine übertriebene, eingebildete Arroganz oder einen Hochmut, der auf der vermeintlichen Überlegenheit der eigenen Person oder sozialen Gruppe basiert (Standesdünkel).

Durchfall
kleine Not

Dusel, Düsel (Krankheit)
Pest, Typhus, Grippe

Dutzend
12 Stück von etwas z. B. Eier

E

ebenda
(lat.:) ibidem, daselbst, an demselben Ort

Ecce, deus adiuvet
Siehe, Gott hilft. 9. Sonntag nach Pfingsten

Edikt
(von lat. edictum Anordnung/Bekanntmachung) Ein Edikt ist ein feierlicher, öffentlich bekannt gemachter Erlass oder eine Verordnung einer staatlichen (z. B. Kaiser oder König) oder geistlichen Obrigkeit.

Effekten
Im historischen Kontext sind Effekten (franz. effets) Habseligkeiten, der Besitz an beweglichen Gütern, oder was jemand auf einer Reise zum persönlichen Gebrauch mit sich führt (Reiseeffekten).

Ehe
matrimonium

Eheliebste
Ehefrau, Ehewirtin

Einjährig Freiwillige
Einjährig-Freiwillige (EF) waren in preußische Wehrpflichtige mit höherem Schulabschluss), die nach freiwilliger Meldung einen Wehrdienst in einem Truppenteil ihrer Wahl als Präsenzdienst ableisteten. Sie konnten so ihre Dienstzeit um zwei Jahre verkürzen und damit einen entscheidenden Vorteil für ihre spätere Karriere erzielen. Nach Abschluss der Grundausbildung konnten sie Offizier der Reserve werden.

ejusdem huius
desselben Monats

Eleve, Elevin
von franz. élève: Schüler bzw. Schülerin. Zögling

Eltern
(lat.:) parentes

emisit spiritum
gab den Geist auf

Engelhäuser
Kolonie bei Albendorf

Engelmacherin
Meist Frauen, die illegale Abteibungen bei ungewollt Schwangeren vornahmen.

eodem
eodem anno = in selben Jahr, eodem mense = in selben Monat, eodem die = am selben Tag

Epaulette
(frz. épaulette, zu épaule Schulter) Schmückender Schulterbesatz einer Uniform. Ursprünglich waren die Epauletten ein Schulterschutz gegen Säbelhiebe, verhinderten jedoch auch ein Abrutschen der Schulterriemen. Später dienten Epauletten als Rangabzeichen der Offiziere, wurden aber auch Bestandteil der Gala-Uniform mancher höheren Zivilbeamten.

Epilepsie
Jammer, Fallsucht, Fallübel, fallende Sucht, fallende Krankheit, schwere Not, Veitstanz, St. Valentins-Krankheit, Elend

Epiphanias
Fest der Erscheinung des Herrn, kath.: Heilige drei Könige

Ernting
Erntemonat August

Estrade
Eine Estrade (aus dem Französischen für Podium oder Tribüne) bezeichnet einen um mindestens eine Stufe erhöhten Teil des Fußbodens. Typischerweise dient sie dazu, Personen oder Gegenstände (wie Throne, Rednerpulte, Altäre oder Musikinstrumente) optisch hervorzuheben.

Ettich
Schwindsucht, Asthma

Eulengebirge
36 km langer, vorwiegend bewaldeter Gneisrücken vom Tal der Schweidnitzer Weistritz (Bystrzyca) bis zum Durchbruchstal der Glatzer Neiße (Nysa Kłodzka). Das Gebirge ist ein Bindeglied in der Sudetenkette vom Waldenburger zum Glatzer Bergland. Höchste Erhebung im Nordwesten, die Hohen Eule (Wielka Sowa), 1015 m. Haupterhebungen: Sonnenkoppe (Słoneczna), 952 m, Ascherkoppe (Popielak), 856 m, der Hohe Stein (Wysokie Skałki), 815 m, Strohhaube (Chochoł Wielki), 740 m, der "Donjon" der Festung Silberberg (Fort Rogowy), 686 m, und die Hügel von Wartha (Góry Bardzkie). Von der Hohen Eule bis nach Silberberg verläuft der Hauptwanderweg.

Euletal
Quertal von Ludwigsdorf ins Eulengebirge

ex cathedra
Ex cathedra (lateinisch für „vom Lehrstuhl [Petri] aus“) ist ein theologischer Fachbegriff der katholischen Kirche. Er bezeichnet eine unfehlbare, endgültige Lehrentscheidung des Papstes in Glaubens- oder Sittenfragen. Im übertragenen, oft abwertenden Sprachgebrauch meint es das autoritäre, keinen Widerspruch duldende Auftreten einer Person.

ex improviso
unvorhergesehen, unvermutet. . Das plötzliche, unvorbereitete Eintreten eines Ereignisses oder das spontane Handeln ohne vorherige Planung.

Exaudi
Erhöre, 6. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Exaudi, Domine
Erhöre, Herr. 5. Sonntag nach Pfingsten

Extemporale
Von lat. ex tempore: „aus dem Stegreif“ oder „aus dem Augenblick [heraus]“. Eine Prüfung aus dem Stegreif, also unvorbereitet, ex-temporiert. Aus dem Stegreif bedeutet wörtlich: ohne vom Pferd zu steigen.

F

Factus est Dominus
Der Herr ist gemacht, 2. Sonntag nach Pfingsten

Faksimile
Faksimĭle (lat. fac simile, mache ähnlich!), eine dem Original vollkommen ähnliche Reproduktion, z. B. alter Manuskripte, der Handschrift berühmter Personen, Miniaturen, Handzeichnungen etc. Ein gutes Faksimile entspricht der Vorlage in Größe, Farbe und Erhaltungszustand.

Faktotum
Faktotum (lateinisch fac totum: Mache alles!) ist ein im 17. Jahrhundert aufgekommenes Fremdwort zur Bezeichnung einer Person, die in einem Haushalt, Betrieb oder einer sonstigen Organisation (z. B. Kloster, Schule) eine Vielzahl von Aufgaben wahrnimmt. Eine solche Person wird umgangssprachlich auch zuweilen (unabhängig vom Geschlecht) "Mädchen für alles" genannt. Als Faktotum kann je nach Kontext und Organisationstyp eine unentbehrliche Hilfskraft in einer gehobenen Vertrauensstellung bezeichnet werden oder ein Mitglied des Hauspersonals, das alle diejenigen Arbeiten übernimmt, für die keine besondere hauswirtschaftliche Qualifikation vorausgesetzt wird.

Fallgut
Gut, welches bei jedem Todesfall des Besitzers dem Gutsherrn wieder anheimfällt, wenn er nicht die Erben aufs neue damit belehnt. Auch: Falllehen, leibfälliges Lehen, Feudum mobile.

Familienname von Frauen
Bei Familiennamen von Frauen wird die Endung -in oder -en angehängt: z.B. Wagner -> die Wagnerin

Famulus
weiblich: Famula. Lat. „Gehilfe“, „Diener“, „Knecht“, Plural famuli, eigentlich Familienangehöriger. Heute oft eine studentische Hilfskraft oder jemand, der eine Praktikum absolviert (z. B. Medizin-, Jura- oder Pharmaziestudenten)

Fatschen
Fatschen, oder Faschen, (von lat. fascia Bündel, Wickelband), oder Wickeln bezeichnet man eine jahrtausendealte Praxis der Säuglingspflege. Dabei wird das Baby fest mit Stoffbinden umwickelt, so dass es sich nicht mehr bewegen kann. Es wird dann als Fatschen- oder Wickelkind bezeichnet. Ein Fatschenkind, auch Fatschenkindl, Fatsche, Windelpaket, Büschel (Sudetenland), „Spielzeug“ (in Südtirol), ist ein Andachtsbild oder auch ein Gebildvotiv des Jesuskindes, das vor allem in Süddeutschland und Österreich verbreitet war. Die mit Bändern gewickelten („gefatschten“) Bildnisse bestehen zumeist aus Wachs, es sind jedoch auch Fatschenkinder aus Schmiedeeisen oder bemaltem Holz erhalten.

Fäule (Krankheit)
Geschwürbildung, Krebsgeschwür, Kaat

Fauteuil
von französisch: fauteuil. Lehnstuhl, Lehnsessel oder Armsessel, ist ein gepolstertes Sitzmöbel mit Armlehnen, das besonders im 17. bzw. 18. Jahrhundert in Mode war.

Fauxpas
französisch: le faux pas, aus faux „falsch“ und le pas „der Schritt“. Ein Fehltritt im übertragenen Sinne, also ein unbeabsichtigter Verstoß gegen ungeschriebene Umgangsformen. Im 18. Jahrhundert fand der Begriff Eingang in den gehobenen Sprachgebrauch.

Fegemehl
Abfallmehl in Backstuben oder Mühlen. Mit dem Besen zusammengefegt.

Feinsliebchen
Veraltet: Geliebte, Liebste

Feldscher
Der Feldscher (Mehrzahl: Feldschere) ist ein Heilkundiger, der früher Verwundungen von Soldaten chirurgisch versorgte. Ab dem 18. Jahrhundert durchlief er teilweise eine akademische Ausbildung. Die Ausbildung erfolgte bei halbprofessionellen Laien: dem Bartscherer, Barbier, Bader, dem Hufschmied und, selten, dem sozial geächteten Scharfrichter (der seine anatomischen Kenntnisse z. B. an der Folterbank erlangte). Auch: Feldchirurg oder Wundarzt.

Felleisen
Ein Felleisen ist ein meist lederner Rucksack, wie er früher von wandernden Handwerksburschen getragen wurde. Möglicherweise hergeleitet von franz. Valise, im Altfranz. Fouillouse für Koffer.

Feme
Feme (auch veme von mittelniederdeutsch veime = Strafe) steht für die Gerichtsbarkeit von Femegerichten, einer Form der mittelalterlichen Strafjustiz, und auch für die von diesen verhängten Strafen. Es bedeutete auch „Vereinigung, Bund der zum gleichen Gericht gehörenden Freien“. Zugleich wurde es auch als Bezeichnung für den Landfrieden verwendet. Im späten Mittelalter entwickelten sich Begriffe mit Bezug auf Strafvollstreckung: Vememeister als Umschreibung für den Nachrichter oder Henker, vemen für verurteilen, strafen, Vemestat für Richtstätte. Weitere Bezeichnungen der Gerichte sind z. B. Femgericht, Femegericht, Vehmgericht, sowie „Freigericht“ oder „Freistuhl“.

Fersengeld
Fersengeld geben (ugs. scherzhaft) für davonlaufen, fliehen. Die genaue Herkunft ist unklar. Die Redewendung wurde schon im Mittelalter als Bezahlung mit der Ferse, d.h. als Zuwendung mit der Ferse statt Begleichung einer Schuld - beim heimlichen Verlassen einer Herberge aufgefasst. Ursprünglich kann Fersengeld auch das Bußgeld eines Flüchtigen gewesen sein. Sie könnte auf den alemannischen Rechtsbrauch des Strafgeldes für Flüchtlinge aus der Schlacht zurückgehen, da man von diesen nur noch die Fersen zu sehen bekam.

Feuer (Krankheit)
Entzündung, Pocken, Scharlach

Fibel
Früher das erste Lesebuch für Kinder, Anfänger, ein ABCbuch. Auch ein bebildertes Handbuch oder Nachschlagewerk zu einem bestimmten Thema. wurde als Fibel bezeichnet. Fibel von lat. Fibula bezeichnete auch eine metallene, dem Prinzip der Sicherheitsnadel entsprechende Gewandnadel.

Fichtig
Kolonie bei Ludwigsdorf

Fideikommiss
lateinisch fidei commissum ‚zu treuen [Händen] belassen‘ ist eine Einrichtung des Erb- und Sachenrechts, wonach durch Stiftung das Vermögen einer Familie, meist Grundbesitz, auf ewig geschlossen erhalten werden sollte und immer nur ein Familienmitglied allein, der Fideikommissbesitzer, das Nießbrauchsrecht innehatte.

fidel
vergnügt

Fidibus
Ein harzreicher Holzspan oder ein gefalteter Papierstreifen, der als Hilfe zum Feuermachen diente, auch zum Anzünden von Pfeifentabak.

Filia
Tochter. filiola = Töchterchen

Filius
Sohn (latein.). filiolus = Söhnchen

Finkenhübel
Kolonie bei Niedersteine

Fleckfieber
Fleckfieber, Kriegspest, Läusefieber, Läusefleckfieber, Lazarettfieber, ungarische Krankheit, Faulfieber. Infektion mit Bakterien, die durch Läuse übertragen wird.

Flickschuster
Altbüßer, Altbutzer, Altlapper, Altmacher, Altplacker, Altreis, Altreusz, Altflicker, später auch: Altwarenhändler

Florianberg
Berg bei Habelschwerdt. Um 1646 wurde auf dem Hopfenberg eine Florian(s)kapelle errichtet. Seitdem hieß der Berg Florian(s)berg. Der hl. Florian ist der Patron der Stadt. Der Holzbau wurde von 1724 bis 1725 durch eine neue Kapelle aus Stein ersetzt. Beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänge der Habelschwerdter Stadtbewohner.

Fourage
Auch Furage oder Fourragierung (frz. fourrage), ist eine veraltete militärische Bezeichnung für Pferdefutter: Hafer, Heu und Stroh; daher furagieren, Pferdefutter bzw. Verpflegung für die Truppe herbeischaffen.

Frais
Fraisen, Fraiß. Ein historischer, volksmedizinischer Begriff für schwere Krankheiten, die sich durch heftige Anfälle, Krämpfe, Fieber, Tobsucht und Zittern äußerten. Häufige Todesursache in Kirchenbüchern bei Kleinkindern. Die Ursachen wurden im Volksglauben oft in Angst, Schrecken oder dämonischen Kräften vermutet (abgeleitet von mittelhochdeutsch "vreise" für Not/Angst), während die medizinischen Gründe Infektionskrankheiten, Rachitis oder Mangelernährung waren, die zu Fieberkrämpfen führten. Schutzmaßnahmen waren "Fraisenketten" und "Frais-Briefe", die vor dem bösen Blick oder Dämonen schützen sollten.

franko
Mit franko oder franco werden in der Kaufmannssprache Lieferungen bezeichnet, bei denen der Versender die Frachtkosten trägt und dem Empfänger kein Porto beziehungsweise keine Transportkosten in Rechnung gestellt werden

frappant
verblüffend, überraschend

Freigärtner
Besitzer einer Kleinbauernstelle mit landwirtschaftlichem Besitz, ohne Dienstpflichten (Robot) bei der Herrschaft

Freirichter / Freyrichter
Privilegierte Klasse von Grundbesitzern, die als Dritter Stand dem Glatzer Landtag angehörten

Friedhofsumgänge
Überdachte Umgänge an der Innenseite der Außenmauern von Friedhöfen. Besonderheit in Altwilmsdorf, Eisersdorf und Rengersdorf. An den Wänden waren Grabsteine, Bilder und Kreuzwegstationen u. ä. angebracht.

Fundation
Eine Stiftung, welche mit Hilfe eines Vermögens einen vom Stifter festgelegten Zweck verfolgt

fürbass
aus dem Mittelhochdeutschen vüerbaz für vorwärts, weiter.

G

Galanteriewaren
Modische Accessoires. Zu den Galanteriewaren zählen Modeschmuck (Bijouterie) und kleinere modische Gebrauchsgegenstände wie Parfümfläschchen, Riechfläschchen, Puderdosen, auffällige Knöpfe, Armbänder, Schnallen, Tücher, Schals, Bänder, Fächer usw.

Galoschen
Überschuhe, die zum Schutz der eigentlichen Schuhe bei Bedarf (z. B. Schneematsch) über diese gestreift werden. Sie bestehen meist aus Gummi. Filzüberschuhe, auch Schloss- oder Museumspantoffeln genannt, sind weite Pantoffeln, die bei Schlossbesichtigungen und ähnlichem zum Schutz der Fußböden über den Straßenschuhen getragen werden.

Ganeff
Aus dem Rotwelschen: Ausdruck für einen Dieb, Betrüger oder Gauner. Das Wort entstammt dem Jiddischen ganef = „Dieb“ und dasselbe Wort ergibt aus seiner Pluralform ganovim das deutsche Wort „Ganove“.

Gang nach Canossa
Die Redewendung bedeutet, dass jemand einen demütigenden, schweren Weg auf sich nehmen muss, um öffentlich Reue zu zeigen, einen Fehler einzugestehen oder um Verzeihung zu bitten. Damit wird auf den Bußgang von Heinrich IV. auf die Burg Canossa im italienischen Apenningebirge im Jahre 1077 Bezug genommen. Im Machtstreit zwischen Kaiser und Papst hatte sich die Situation so zugespitzt, dass im Jahr 1076 Reichstag und Synode in Worms Papst Gregor VII. für abgesetzt erklärten. Gregor verhängte daraufhin über König Heinrich IV. den Kirchenbann. Um von diesem Bann freigesprochen zu werden, wovon die Fürsten es abhängig machten, ob Heinrich den Thron behalten könne, pilgerte der König als Büßer unter schwierigsten Bedingungen nach Italien. Drei Tage ließ der Papst den König, der ohne königlichen Schmuck, barfuß und mit einem wollenen Hemd bekleidet war, vor dem Tor warten. Dann erst empfing er ihn und löste den Bann unter der Bedingung, dass Heinrich im Streit mit den deutschen Fürsten die Entscheidung des Papstes anerkenne.

Gärtner
Besitzer einer Kleinbauernstelle mit landwirtschaftlichem Besitz, meist hatten sie noch eine andere Tätigkeit (z.B. Handwerk). Es gab auch Robot- und Dreschgärtner, die zum Dienst bei ihrem Grundherrn verpflichtet waren.

Gaukler
Schausteller und andere Unterhaltungskünstler. Meist fanden die Vorstellungen auf offener Straße, auf Märkten oder Festen statt. Öfter fahrendes Volk. Besonders Magier, oder Zauberkünstler wurden als Gaukler bezeichnet, weil sie dem Volk etwas vorgaukelten.

Gautschen
Gautschen ist ein bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Buchdrucker­brauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einer Bütte untergetaucht und/oder auf einen nassen Schwamm gesetzt wird. Dieser Brauch wird auch heute noch fortgeführt. In seiner ursprünglichen Bedeutung bezeichnet der Begriff „Gautschen“ den ersten Entwässerungsschritt nach dem Schöpfen des Papiers, das Ablegen des frisch geschöpften Papierbogens vom Sieb auf eine Filzunterlage.

Gazette
Zeitung, Tageblatt, Journal

Gelbgießer
Handwerker, der spezialisiert ist auf den Messingguss kleinerer Gegenstände

Gelbsucht
Gallsucht

Gelöbnistage
Danktag von vielen Ortschaften für zurückliegende Ereignisse wie z. B. Bewahrung vor der Pest, Hochwasser, Feuer, usw. Gelöbnisprozessionen gingen unter anderem nach Albendorf, Neundorf, Freiwalde oder Wartha, sowie Glatz (zur Mariensäule auf dem Ring). Habelschwerdt hatte eine Floriangelöbnisprozession.

gemini, geminae
Zwillinge

Gemmarius
von lat. gemma „Edelstein, Juwel“, Juwelier

Gerechtsame
Die Gerechtsame ist eine veraltete Bezeichnung für eine Berechtigung, ein Nutzungsrecht, Privileg oder Vorrecht an etwas.

Gerichtsgeschworener
Schöffe, Mitglied des Orts-/Dorfgerichtes

Gerinn (Krankheit)
Steinschmerzen, Gries

Geschwulst
Geschwür, Blärr, Blarre, Eiß, Kaule, Knoten

Gicht
St. Andreas-Krankheit, Rheuma, Podagra, Zipperlein, Schlagfluss, Fluss

Gichter (Krankheit)
Krämpfe, Pestanfall

Gläserberg
Östlich von Mittelwalde, 795m

Glatzer Kinderprozession
Im Jahr 1750 brach erneut die Pest aus. Glatzer Kinder veranstalteten Lichterprozessionen durch die Stadt mit dem Bild des Heiligen Franz, um das drohende Unheil abzuwenden.

Gliederkälte
Gelenkrheumatismus

Glöckner
lat.: campanator

Goldeimer
Goldeimer ist eine umgangssprachliche Bezeichnung großvolumiger Eimer oder Fässer, die man zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Fäkaliensammlung unter Plumpstoiletten schob und die durch meist ungelernte Kräfte in einem festgelegten Turnus gegen leere Behältnisse ausgetauscht wurden.

Goldschmied
aurifaber

Gosse
Ursprünglich die gemauerte, gemuldete Abwasserrinne in der Straßenmitte von mittelalterlichen Städten. Durch sie wurden alle Formen von Abwasser aus der Stadt herausgespült. Diese Abwässer verursachten Geruchsbelästigungen. Mit dem Aufkommen von unterirdischen Kanalisationen (Anfang des 20. Jahrhunderts) wurden die Gossen entfernt. Umgangssprachlich ist die Gosse der Ort in welchem Verwahrlosung und Kriminalität vorherrschen. Jemand ist in der Gosse zuhause oder kommt aus der Gosse.

Gottesgnadentum
Das Gottesgnadentum ist eine Begründung für monarchische Herrschaftsansprüche. Der Begriff entwickelte sich aus dem lateinischen Titelzusatz "Dei gratia" (von Gottes Gnaden).

gottselig
fromm, gottesfürchtig

Grafschafter Bote
Im Herbst 1949 vom Schulrat und Alois Bartsch und dem Geistlichen Rat Georg Goebel gegründetes Mitteilungs- und Informationsblatt für die vertriebenen Grafschafter und ihre Nachkommen. Darin werden aktuelle, historische und persönliche Nachrichten und Aufsätze veröffentlicht. Erscheint in Lüdenscheid.

Gram
tiefer Kummer

Graue Eminenz
(französisch: éminence grise) eine einflussreiche Person, die nach außen nicht oder kaum in Erscheinung tritt und im Hintergrund die Fäden zieht

Graupen
(vermutlich aus dem slawischen krupa für Graupe, Grütze, Hagelkorn) Nährmittel aus geschälten, polierten Gersten- oder Weizenkörnern von runder, halb- oder länglich-runder Form. Besonders grobe Graupen werden auch als Kälberzähne bezeichnet.

Griffel
Ein Griffel (griech.: grapheion, Schreibgerät) ist ein Stift zur Beschriftung einer Schiefer- oder Wachstafel.

Groawebietern
Die Grab-Bitterin war meist eine ältere Frau, die mit einem Spruch oder einer gedruckten Todesanzeige von Haus zu Haus ging und die Nachbarn und Freunde des Verstorbenen zum Begräbnis einlud.

Gros
12 Dutzend = 144 Stück von z. B. Eiern. Dagegen bedeutet "en gros" (französisch für „im Großen“ oder „in großen Mengen“) eine unbestimmte große Stückzahl einer Ware, als Gesamtpaket oder im Großen und Ganzen zu betrachten, ohne auf Details einzugehen.

H

Häämte
mundart.: Heimat

Hagioskop
von gr. hagios=heilig und skopein= sehen, betrachten. Auch Lepraspalte, Pönitenzfenster oder Pestfenster genannt. Kleiner Mauerdurchbruch in einer Kirche. Durch dieses kleine Guckfenster konnten z. B. Leprakranke dem Gottesdienst bewohnen, ohne andere Gemeindemitglieder anzustecken. Durch die Öffnung konnte ihnen auch die geweihte Hostie hinausgereicht werden. Nach dem Ende der großen Lepra-Epidemien am Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Hagioskope meist zugemauert.

Härte (Krankheit)
Anschwellung, Geschwulst

Hauptfluß (Krankheit)
Nasenkatarrh, Stirnhöhleneiterung

Hausgenoß
Ohne Grundbesitz

Häusler
Hausbesitzer mit wenig Grund, meist nur mit einem Gemüsegarten (auch Chalupner, Kalupner genannt)

Hautausschlag
Räudigkeit, Raude, Aussatz, Krätze, Wassergalle

Henker
Scharfrichter, Abpeitscher, Abkürzer, Angstmann. Seit dem Mittelalter bezahlter berufsmäßiger Vollstrecker der Todesstrafe und anderer Gerichtsstrafen, sowie von Folterungen zur Erlangung von Geständnissen.

Herbstmond
September

Herrenpilz
Steinpilz

Herznot (Krankheit)
Herzkrampf

Heumond
Juli

heuntig
gegenwärtig, heutzutage

Hexenschuss
Speer

Hitze, böse
Fieber

Hornung
Februar

Hortulanus
von lat. hortus „Garten“, Gärtner

Husten, blauer
Keuchhusten, Pertussis, Stickhusten

I

impedimentum consanguinitatis
Ehehindernis der Blutsverwandtschaft.

impudica, praegnans
unehrenhaft, schwanger. Eheschließung, wenn die Braut bereits schwanger war.

in ecclesia parochiali
in der Pfarrkirche

In excelsio
In der Höhe, 1. Sonntag nach Epiphanias

in facie ecclesia
im Angesicht der Kirche

In nomine Jesu
Im Namen Jesu, Sonntag zwischen Neujahr und Epiphanias

in periculo mortis
ob mortis periculum, bei/wegen Lebensgefahr (bei einer Nottaufe)

in praesente
in Gegenwart von, in praesentibus (Plural)

In voluntate tua
Durch Deinen Willen. 21. Sonntag nach Pfingsten

Inclina, Domine
Neige, Herr. 15. Sonntag nach Pfingsten

infans
Kind

Infirmarius
von lat. infirmus „krank, schwach“, Krankenmeister, Spitalmeister

Influenza
Grippe, Pips, Zips, Bürzel, Flußfieber, Kehlfluß, Kopfwüstigkeit, Krips, Tannwäschel

Inwohner
Mieter in einer Wohnung oder in einem Haus

Ischias
Hüftweh

iuramentum caelibatus
lat.: "Ehelosigkeits-Eid"

Iustus es, Domine
Du bist gerecht, Herr. 17. Sonntag nach Pfingsten

iuvenculi conj.
iuvenculi conjuges = versprochener Ehemann (Aufgebot erfolgt)

J

Jubilate
Jubelt, 3. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)

judex, iudex
von lat. ius und dico „Recht sprechen“, Richter

juvenis
junger Mann

K

Kaplan
Sacellanus, Capellan, Kaplan, Hilfspriester, capellanus

Kaschemme
Aus dem Rotwelchen übernommene Bezeichnung für ein Wirtshaus, heutzutage wird es als eines mit einem verrufenen Charakter verstanden (Spelunke). Die Herkunft des Wortes leitet sich aus der slawischen Sprachgruppe ab, z. B. von polnisch karczma und sorbisch korčma. Etymologisch ist es identisch mit dem in der Grafschaft Glatz gebräuchlichen Kretscham.

Kinderpocken
Barpel, Berpel

Kirchspiel
Der geografische Einzugsbereich einer Kirchengemeinde. Pfarrsprengel, Kirchsprengel

Kirchvater
Kirchenältester

Kolik
Bauchschmerzen, Bauchgrimmen, Leibschmerz, Kneif, Koolke

Kolonist /Colonist
Siedler, der in einer Kolonie wohnt, hat auch ggf. seinen Grund urbar gemacht hat

Kontor
auch Contor, Comtoir oder Comptoir ( (von französisch comptoir „Zahltisch“). Bezeichnung für Büro sowie die Zweigstellen von Banken.

Kopfschmerz
Hauptnagel, Hirnfluß = neuralgischer Kopfschmerz

Krampf
Grimme, Kontraktur

Krankheit (allg.)
Leid, Letze

Krätze
Juck, Scharre

Krebs
Wurm, Busse, faules Fleisch, Gefreisch. Knochenkrebs: Knochenfraß, Gallfluß, Kancer, Geschwür, schlechte Krankheit, Noli me tangere = Rühr mich nicht an

Kretscham
Gastwirtschaft, Dorfgasthaus, manchmal auch Sitz des Ortsgerichtes (Gerichtskretscham)

Kretschmer
Gastwirt / Schänker / Schenker

Kropf
Balbina, Kruphals, Struma, Kelch

L

Lähmung
Gliederkrampf, Erstörung der Glieder

legit(imus), legit(ima)
ehelich

Leibzüchter
Historischer Begriff für einen Nutznießer auf Lebenszeit von z. B. Naturalien, Wohnraum oder Geldleistungen. Meist handelte es sich um eine Person, die sich auf ihr Altenteil zurückzog, aber weiterhin vom Nachfolger bzw. neuen Eigentümer des Bauernhofes versorgt wurde, in einem Nebengebäude wohnte und Gegenstände mitbenutzen durfte. Die Vereinbarung über die Bedingungen wurde oft schriftlich festgelegt.

Levans
Der erste Taufpate, der das Kind bei der Taufe hebt (lat. levare = erheben, aufrichten; trösten)

liber babtizatorum
Taufbuch

liber sepultorum
Begräbnisbuch

Lungenkatarrh
Lungen, erfrorene, kalte

M

Magenkatarrh
Magen, hitziger, kalter

maritus, marita
Gatte, Gattin

Masern
Kinderblattern, Kinderflecken, rote Flecken

Mechanische Geburt
Die Albendorfer "Mechanische Geburt", eine Krippenlandschaft, wurde von Longinus Wittig (1824 - 1895) erschaffen. Sie war 2,30m breit und 1,50m hoch. In der Mitte befand sich der Stall mit dem heiligen Paar, versunken in den Anblick des Kindes, das von zwei Engeln gewiegt wurde. Hunderte von Figuren belebten die Landschaft und die Stadt Bethlehem, darunter Hirten, Musikanten, Könige, Elefanten, Kamele, aber auch viele heimische Elemente. Viele davon wurden mechanisch bewegt. Dazu wurde ein schweres Gewicht mit einer Kurbel nach oben gezogen und setzte dann die mit Bändern und Schnüren verbundenen Figuren in Bewegung. Es war ein beliebter Anlaufpunkt während der Wallfahrt.

mense currente
im laufenden Monat

mensis
Monat

Mercator
Kaufmann, Händler

Miserere mihi
Erbarme Dich meiner. 16. Sonntag nach Pfingsten

Misericordia Domini
Barmherzigkeit des Herrn, 2. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)

mixta religio
Ehe mit Andersgläubigen

Mohkucha, Mohbabe
Mohnkuchen

Müller
Molitor, Molinarius

Musicus
Musiker, Musikant

Mutter
(lat.:) mater

Mutterkornvergiftung
Kriebelkrankheit, Krampfsucht Die Mutterkornvergiftung (Ergotismus) ist eine seltene, durch den Pilz Claviceps purpurea verursachte Intoxikation, die hauptsächlich über befallenes Getreide (Roggen) durch Mutterkornalkaloide ausgelöst wird. Sie führt zu schweren Krämpfen, Durchblutungsstörungen, Gangrän (Absterben von Gliedmaßen) und Halluzinationen, historisch bekannt als „Antoniusfeuer“

Mutuo eorum habito consensu
nach Erklärung des beiderseitigen Ehewillens

N

natus
geboren. renatus = wiedergeboren, getauft (daher stammt der Vorname Renate, ein getauftes Mädchen), denatus = gestorben

Neujahr
circumcisio Domini = Beschneidung des Herrn (Kirchenjahr)

Neustückner / Neustücker
Kolonist/Siedler, der ein neues Stück Land gerodet und bebaut hat

O

Obstetrix
Hebamme, Geburtshelferin

obtenta dispensatione
nach erlangtem Dispens. Erforderliche Erlaubnis bei Eheschließungen, bei denen die Ehepartner eng miteinander verwandt waren.

omnes
alle

Omnes gentes
Alle Völker. 7. Sonntag nach Pfingsten

Omnia quae fecisti
Alles, was du getan hast. 20. Sonntag nach Pfingsten

Omnis terra
Die ganze Welt, 2. Sonntag nach Epiphanias

Ostersonntag
Pascha oder Dominica Resurrectionis / Tag der Auferstehung des Herrn (ein Sonntag im Kirchenjahr)

P

p. m.
piae memoriae = frommen Angedenkens (für eine verstorbene Person)

p. t.
pro tempore = zeitweilig

Palmarum
Palmsonntag, 1. Sonntag vor Ostern. Domine ne longe / Herr, nicht lange

Pascher
Schmuggler, Verb: paschen

Passionssonntag
Judica / Richte (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Patene
Liturgisches Gefäß in Form einer flachen Schale, das bei der Feier der Eucharistie verwendet wird (Hostienschale).

Pentecoste
Pfingsten, lat. Dominica Pentecostes. Christliches Fest. Aussendung des Heiligen Geistes oder auch Ausgießung des Heiligen Geistes. Der Pfingstsonntag ist der 50. Tag der Osterzeit, also 49 Tage nach dem Ostersonntag, und kann zwischen dem 10. Mai (frühester Termin) und dem 13. Juni (spätester Termin) liegen.

per pedes apostolorum
Aus der Umgangssprache der Studenten des 18. Jahrhunderts. Latein. für "zu Fuß wie die Apostel", gleichbedeutend mit "auf Schusters Rappen". Es ist eine Anspielung auf die Apostel Jesu, die zu Fuß reisten. Apostelpferde ist eine scherzhafte Bezeichnung für Füße. Dieser Begriff ist noch älter und führte zu Redewendungen wie "die Apostelpferde anspannen" oder "auf dem Apostelpferd reiten".

Perpendikel
Uhrenpendel

Pest
Schwarzer Tod, Würgeengel, Beulenpest, Hünsch, Kog(e), Seuche, Kontagion

Petschirstecher
Ein Beruf - man fertigte Petschaften/Siegelstempel um z. B. Briefe zu siegeln

Pfarrer
Parochus, rector ecclesiae

Plage
Pest, Syphilis, Wechselfieber

postmodum ligitimatus
bald darauf legitimiert

proles
Nachkomme

Protector noster
Unser Beschützer. 14. Sonntag nach Pfingsten

Pyxis
Plural: Pyxiden. Kleines liturgisches Gefäß, meist kostbar verziert, in dem konsekrierte Hostien im Tabernakel aufbewahrt werden. In ihnen werden auch durch den Priester oder Kommunionhelfer die Hostie für die Krankenkommunion und die Sterbekommunion (Viaticum) transportiert.

Q

Quinquagesima
Esto mihi / Sei mir (ein Sonntag im Kirchenjahr)

R

R. D.
Reverendi Domini = Hochwürdiger Herr

Respice in me
Sieh auf mich, 3. Sonntag nach Pfingsten

Respice, Domine
Sieh, Herr. 13. Sonntag nach Pfingsten

Resurrectio
Ostern, latein. für Auferstehung

Riesel
Masern, Scharlach

Rogate
Betet, 5. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Ruhr
Blutfluß, Blutlauf, Blutgang, Durchlauf, flechtende Krankheit, Ruhrepidemie = Landlauf

S

Salus populi
Das Heil des Volkes. 19. Sonntag nach Pfingsten

Salzversilberer
Ein kaiserlicher Beamter, der den Salzhandel verwaltete, ferner verstand man darunter auch einen im Salzhandel tätigen Einzelhändler

Schenker, Schänker, Schankwirt
Ein Gastwirt, der für das Ausschenken von Getränken, insbesondere Wein oder Bier, zuständig war.

Scherflein
Die Redewendung "Sein Scherflein zu etwas beitragen" geht auf Luthers Bibelübersetzung zurück. Damit gemeint ist die Leistung eines kleinen, aber anerkennenswerten Beitrags gemeint. Ein Scherf war eine kleine, vom Mittelalter bis ins 18. Jhd. z. B. in Erfurt gebräuchliche Münze im Wert von ca. 1/2 Pfennig.

Schlickermilch
in anderen Gegenden auch Schlottermilch. Die Milch wird, nachdem der Rahm abgeschöpft wurde, ohne die Zugabe von Hilfsmitteln sauer und eingedickt. Oft als Mahlzeit für Kinder und das Gesinde.

Schock
5 Dutzend = 60 Stück von z. B. Eiern

Schol(t)ze / Gerichtsschol(t)ze
Ortsvorsteher

Schüttelfrost
Fieber, Beutelmann, Wechselfieber, Kalte, Kaltweh, Kartanie

Schwindel (Krankheit)
Trumsel

Septuagesima
Circumdederunt / sie haben umgeben (ein Sonntag im Kirchenjahr)

sepultus est
ist begraben worden

Sexagesima
Ex surge / Erhebe Dich (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Si iniquitates
Wenn Sünden. 22. Sonntag nach Pfingsten. Aus dem bekannten Psalm 130 (De profundis), Vers 3 (in der Vulgata Psalm 129, 3): "Si iniquitates observaveris, Domine, Domine, quis sustinebit?" Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, / Herr, wer könnte bestehen?

Silberschmied
lat.: argentifaber

Skorbut
Skorbut ist eine schwere Mangelerkrankung, die durch langfristigen Vitamin-C-Mangel (Ascorbinsäure) entsteht. Sie führt zu gestörter Kollagenbildung, was sich durch Zahnfleischbluten, Zahnverlust, Müdigkeit, Hautblutungen und schlechte Wundheilung äußert. Die Krankheit tritt meist nach 2–4 Monaten ohne frische Vitamin-C-Zufuhr auf und ist durch eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse gut heilbar. Mundfäule, Scharbock

Sonnenstich
Sonnenschuß, Hauptschuß

Sonntag, weißer
1. Sonntag nach Ostern, im allgemeinen der Tag, an dem die katholischen Kinder im Alter von 9 Jahren zur Erstkommunion gehen. Quasi modo geniti / Wie Kinder (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Speilhobler
Handwerker, der aus Holz Wurstspeile herstellte, die man zum Verschließen des Wurstzipfels benötigte. Eine verbreitete Heimarbeit, bei der oft die ganze Familie einbezogen wurde..

sponsa
(lat.), Braut, Gattin

sponsus
(lat.), Bräutigam, Gatte

spurius
(lat.) unehelich

St.-Antoni-Rache
Pestbeule, Rotlauf, böse Flecken

Stellenbesitzer
Hat Grundbesitz, kann Bauer, Gärtner oder Häusler sein

Stotterer
Stammler, Balbus

Stückmann
Ein Bauer, dessen Grundbesitz in einzelnen Stücken im Ort verstreut ist (kein zusammenhängender Besitz), insbesondere im Raum Habelschwerdt zu finden.

subito mortuus est
plötzlich verstorben (ohne priesterlichen Beistand)

Summersunntich
Sommersingen am vierten Fasten- und Passionssonntag im Frühjahr, auch Sonntag Laetare genannt

Suscepimus
Wir erdulden. 8. Sonntag nach Pfingsten

Sutor
Schuster

Syphilis
Franzosenkrankheit. Infektionskrankheit, die meist nach dem Durchzug von Soldaten in einem Ort auftrat.

T

Tabakspinner
auch Tobackspinner (Beruf). Die Tabakblätter werden zu einem langen Strang zusammengedreht und für den Verkauf zu einer Rolle aufgewickelt.

Taufpaten
(lat.:) levantes, patrinus=Pate, matrinus=Patin

Taverne
Gasthaus, Weinschenke, auch: Taberne

Testes
Zeugen (latein.)

Tierarzt
Veterinarius

Tobsucht
Wutanfall, Zornkrankheit

Toopstricker
auch Topfstricker genannt. In der Gegend um Altweistritz war das "Kittmannla" bekannt. Ein Männchen mit langem Bart. Zerschlagene Bunzeltöpfe umstrickte man mit einem Drahtgeflecht, wobei ein haltbarer Kitt verwendet wurde. Der Gewerbetreibende dieser Art war der "Toopstricker".

Torment
jede zum Tode führende Kinderkrankheit

tribus proclamationibus
nach dreimaliger Aufbietung/Verkündigung

Tuberkulose
Schwindsucht, Auszehrung, Dörrsucht, Dürre, zehrendes Fieber, Abmagerung

Typhus
Brand, Faulfieber, hitziges Fieber, Gallenfieber, hitzige Krankheit, Schleimfieber, Blutstuhl

U

Uxor
Ehefrau, Gattin (latein.)

V

Vas
Im Kirchenbuch: Bürge, Gewährsmann (weitere latein. Bedeutungen: Gefäß, Behälter, Geschirr, Werkzeug)

verstorben
(lat.:) defunctus /defuncta est, obiit, mortuus /mortua est

vgo.
virgo = Jungfrau

Viatikum
lat.: Reise- bzw. Zehrgeld, Wegzehrung 1) Dem Sterbenden gereichte letzte Kommunion 2) Reisegeld für einen Soldaten oder fahrenden Handwerker

vicarius
Vikar

vilicus
Gärtner, Verwalter

virgo
Jungfrau, junge Frau

Vorwerker
Wohnte am Außenwerk einer Festung, oder auf einem abseits liegenden Hof oder Bauerngut

W

Weihnachten
Christfest, 25. Dezember, Navitas Domini = Geburt des Herrn

weiland
Person lebt nicht mehr, bereits verstorben (Abkürzung weil. oder weyl.)

Weinmond
Oktober

Winzer
Vinitor, von lat. vīnum „Wein“

Wittib / Wittiber
Witwe / Witwer (Abkürzung Wwe., Wwr.). Lat.: viduus, vidua

Wonnemond
Mai

Wüstung
Ort einer verlassenen Siedlung oder Wirtschaftsfläche. Manche Ortschaften wurden nach der Zerstörung in Kriegszeiten oder Entvölkerung durch Krankheiten (Pest) nicht wieder aufgebaut.

X

Xbris
Decembris - Monat Dezember

Xtian
Christian

Xtine
Christine

Xtoph
Christoph - Vorname

Z

Zungenlähmung
Zeichen für leichten Schlaganfall


Übermittle ein Begriff