p. m.piae memoriae = frommen Angedenkens (für eine verstorbene Person)
p. t.pro tempore = zeitweilig
PaletotEin eleganter Stadt-Gehrock aus Anzugstoff. Er ist praktisch ein auf Mantellänge verlängertes Sakko und wurde über dem Jackett getragen.
PalmarumPalmsonntag, 1. Sonntag vor Ostern. Domine ne longe / Herr, nicht lange
PanjewagenKleiner, einfacher, meist zweiachsiger Bockwagen oder Pferdewagen, der in Osteuropa weit verbreitet war. Er wird typischerweise von einem sogenannten Panjepferd, einer anspruchslosen, zähen osteuropäischen Kleinpferderasse, gezogen. Da die Wagen extrem wendig, sehr tragfähig und leicht zu reparieren sind, wurden sie im Zweiten Weltkrieg massenhaft von der Wehrmacht und der Roten Armee für den Nachschub und Truppentransport in den oft schlammigen und unwegsamen osteuropäischen Gebieten requiriert.
Auch: Panjeschlitten
ParadekissenEin zur Zierde auf dem eigentlichen Kopfkissen liegendes, prall gefülltes größeres Kissen. Es war typischerweise mit aufwendigen Stickereien, Spitzen oder Monogrammen verziert und früher ein fester Bestandteil jeder Aussteuer einer Braut. Paradekissen wurden tagsüber gut sichtbar drapiert und bei der Nachtruhe beiseitegelegt, um sie zu schonen. Sie wurden früher auch traditionell als weiche Unterlage bei der Taufe eines Säuglings genutzt. Die Kissenhüllen bestanden oft aus Leinen oder Baumwolle und waren meist mit einem markanten, rot gefärbten Innenkissen (Inlett) ausgestattet, welches durch die weiße Spitze bzw. Lochstickerei hindurchschimmern sollte
ParentationEine feierliche Trauerrede, Grabrede oder Leichenrede.
parlierenleichte, bisweilen oberflächliche Konversation
ParochieEine Parochie ist der Amtsbezirk eines Pfarrers, d. h. ein Pfarrbezirk oder eine Pfarrei. Sie ist der unterste, kirchliche Verwaltungs- und Seelsorgebezirk mit einem eigenen Pfarrer einer Kirche, die nach dem Parochialprinzip organisiert ist. Zur Parochie können auch Filialkirchen gehören. Die Zuständigkeit der Kirchengemeinde richtet sich nach dem Wohnort (Wohnsitzprinzip).
ParochusIn der katholischen Kirche ein Pfarrer oder Seelsorger, der eine Pfarrei leitet.
PascherSchmuggler, Verb: paschen
PassionssonntagJudica / Richte (ein Sonntag im Kirchenjahr)
Pastor lociDer örtliche Pastor.
PateneLiturgisches Gefäß in Form einer flachen Schale, das bei der Feier der Eucharistie verwendet wird (Hostienschale).
PauerferienDie Zeit zwischen Weihnachten und dem Beginn der Arbeiten im Frühjahr. In dieser Zeitspanne war Zeit für Ausbesserungsarbeiten, das Besenbinden, das Herstellen von Holzrechen, etc.
PaukenhundEin historischer Zughund (meist kräftige Rassen wie Bernhardiner o. ä.), der im 19. Jahrhundert von der österreichischen Armee zum Ziehen von Paukenwagen in den Regimentskapellen genutzt wurde. Nach der Schlacht von Königgrätz (1866) brachte ein ostpreußisches Regiment einen solchen Paukenwagen als Beute mit. Der marschierende Hund wurde in Königsberg so populär, dass er jahrzehntelang fest im Etat des Regiments verbucht war.
Pauperismusvon lateinisch pauper = arm. Die extreme Massenarmut und das strukturelle Elend breiter Bevölkerungsschichten in der Phase der Frühindustrialisierung (etwa 1800 bis 1850).
Pelerinekurzer, ärmelloser Schulterumhang, der bis zur Taille reicht
PelzlochKolonie südlich der Brandbaude
PentecostePfingsten, lat. Dominica Pentecostes. Christliches Fest. Aussendung des Heiligen Geistes oder auch Ausgießung des Heiligen Geistes. Der Pfingstsonntag ist der 50. Tag der Osterzeit, also 49 Tage nach dem Ostersonntag, und kann zwischen dem 10. Mai (frühester Termin) und dem 13. Juni (spätester Termin) liegen.
per pedes apostolorumAus der Umgangssprache der Studenten des 18. Jahrhunderts. Latein. für "zu Fuß wie die Apostel", gleichbedeutend mit "auf Schusters Rappen". Es ist eine Anspielung auf die Apostel Jesu, die zu Fuß reisten. Apostelpferde ist eine scherzhafte Bezeichnung für Füße. Dieser Begriff ist noch älter und führte zu Redewendungen wie "die Apostelpferde anspannen" oder "auf dem Apostelpferd reiten".
PergamentherstellerPergamenter, Pirmenter, Buchfeller
Perikopevon griech. perikopé = „Ausschnitt“. Ein fest definierter, zusammenhängender Textabschnitt aus der Bibel, meist für die Lesung im Gottesdienst.
PerronEine niedrige steinerne Terrasse, die sich längs eines Gebäudes hinzieht oder in dasselbe hineingebaut und überdacht ist. Im Eisenbahnwesen: Bahnsteig, eine befestigte Plattform, die parallel und mit geringem Abstand zu einem Eisenbahngleis angelegt ist, um bei Zügen das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.
PestSchwarzer Tod, Würgeengel, Beulenpest, Hünsch, Kog(e), Seuche, Kontagion
PetschirstecherEin Beruf - man fertigte Petschaften/Siegelstempel um z. B. Briefe zu siegeln
PfarrerParochus, rector ecclesiae
Pfifferling Eierschwämmchen, Ääerschwammla, Fixling, Fixlich, Gaalmannla, Gaalschwammlan, Goldmannla, Kochmannla, Pfaffermannla, Fefferleng, Pfefferleng
PflichtjahrGegenstück zum Reichsarbeitsdienst, wurde am 4. September 1939 eingeführt: Junge Frauen mussten nach der Schule ein Jahr lang in einem (meist fremden) Haushalt oder in der Landwirtschaft arbeiten.
PickelhaubeEine Pickelhaube (amtlich: Helm mit Spitze) ist ein militärischer Helm mit einem markanten Dorn auf der Oberseite, der ab 1842 in Preußen eingeführt wurde. Sie entwickelte sich in der Folgezeit zu einem weltweiten Symbol für den deutschen Militarismus der Kaiserzeit. Ursprünglich war die Spitze keineswegs nur Zierde: Sie sollte im Nahkampf theoretisch herabsausende Säbelhiebe ablenken und so den Träger schützen. Da die Pickelhaube anfangs aus Leder bestand, war sie zudem relativ leicht.
Im Ersten Weltkrieg: Im Stellungskrieg ab 1914 erwies sich die auffällige Spitze als ideale Zielscheibe für feindliche Schützen, daher verdeckte man zunächst mit einer Hülle das auffällig glänzende Leder und die polierten Messing- oder Silberbeschläge der Pickelhaube im Felde. Bald wurden die Spitzen bei den im Kriegseinsatz genutzten Modellen abnehmbar oder gänzlich flach konstruiert. Da die Lederhelme kaum Schutz gegen Artilleriegranaten boten, stellte man auf Metall um.
PlagePest, Syphilis, Wechselfieber
PlänelKleine ebene Grasflächen auf dem Kamm der über das Gebirge führenden Straßen. In sie münden Holzabfuhrwege.
Posamentiererabgeleitet von franz.: passement, passementier. Hersteller von Posamenten: Besatzartikel, die keine eigenständige Funktion besitzen, sondern lediglich als Schmuckelemente auf andere textile Endprodukte wie Kleidung, Polstermöbel, Lampenschirme, Vorhänge und andere Heimtextilien appliziert werden.
Als Posament zählen Zierbänder, gewebte Borten, Fransenborten, Kordeln, Quasten, Volants, Spitzen aller Art, Zierknöpfe u. ä.
Auch: Posamentier und Posamenter; früher auch Possementierer, Bortenwirker, Bandbereiter, Bandweber, Besatzmacher, Brämelmacher, Breiser, Breisler, Gorler, Gorlnäher, Gürtelwirker, Knöpfelmacher, Quastenmacher, Schleiermacher, Schnürmacher, Tressenwirker
PosnaNebenfluss der Steine, der in der Heuscheuer Wasserfälle bildet.
post meridiemlat.: nach Mittag, Nachmittag
postmodum ligitimatusbald darauf legitimiert
Potschenauch Puschen, Hausschuh in der schlesischen Umgangssprache. Neurode war die Potschenstadt (mundartl: Pootschastoadt).
PräparandenanstaltEine Präparandenanstalt, teilweise auch als Präparandie bezeichnet, war vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein die untere Stufe der Volksschullehrerausbildung. Sie bereitete auf den Besuch der Lehrerseminare vor. Daher auch die Bezeichnung Präparand (lat. ein Vorzubereitender) für die Schüler dieser Einrichtung. Die Ausbildung begann unmittelbar nach dem Ende der Volks- beziehungsweise der Mittelschule.
Primus OmniumOffizielle Bezeichnung des besten Abiturienten eines Jahrgangs in Gymnasien.
promissor"jemand, der verspricht", Bürge
PromovendDoktorand, jemand der einen Doktortitel anstrebt
Protector nosterUnser Beschützer. 14. Sonntag nach Pfingsten
Putzmacher, PutzmacherinHistorische und umgangssprachliche Bezeichnung für Modisten oder Hutmacher. Dieser Handwerker entwirft, fertigt und verkauft individuell gestaltete Kopfbedeckungen wie Hüte, Mützen, Haarschmuck und Accessoires. Der Begriff leitet sich vom veralteten Wort „Putz“ ab, das früher für modischen Zierrat und weibliche Kleidung stand.
PyxisPlural: Pyxiden. Kleines liturgisches Gefäß, meist kostbar verziert, in dem konsekrierte Hostien im Tabernakel aufbewahrt werden. In ihnen werden auch durch den Priester oder Kommunionhelfer die Hostie für die Krankenkommunion und die Sterbekommunion (Viaticum) transportiert.