Grafschafter Wiki

Infos zum Grafschafter Wiki

In der Familienforschung stößt man immer wieder auf unbekannte Begriffe, die in Kirchenbüchern, Personenstandsdaten, Urkunden und anderen Unterlagen verwendet werden.
Mit dem Grafschafter Wiki entsteht nun ein “Werkzeug”, das Ihnen schnell Informationen zu eben diesen Begriffen verschaffen soll.
Dieses “neue Werkzeug” lebt und wächst mit unbekannten Begriffen, die Ihnen auffallen. Sie helfen uns, dieses Wiki weiter auszubauen, indem Sie unbekannte Begriffe und vielleicht auch eine mögliche Beschreibung dazu einfügen.
Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe!

Nutzungshilfe

Zunächst erscheinen die zuletzt eingegebenen Begriff mit Erläuterungen.
Das gesamte Wiki ist durchsuchbar. Dazu geben Sie in das Suchfeld eine Zeichenfolge ein. Sie wollen nach dem Begriff “Bauer” suchen und sind sich hinsichtlich der genutzten Schreibweise nicht sicher: sie geben also nur einen Teil der Zeichenfolge ein, bspw. aue in das Suchfeld ein und starten die Suche.
Als Ergebnis erhalten Sie in einer Übersicht alle Ergebnisse, die die Zeichenfolge aue – gelb hinterlegt – enthalten.

Nutzungshilfe “Einfügen eines neuen Begriffs”

Klicken Sie bitte auf den Link “Übermittle einen Begriff”.
Danach geben Sie den Begriff (Pflichtfeld) und die Beschreibung (optional) ein. In das dritte Feld von oben bitte Ihren Namen eingeben, der nicht veröffentlicht wird. Nachdem Sie ein Häkchen im reCAPTCHA-Feld gesetzt haben, können sie das Ganze absenden.
Nach einem internen Check erfolgt die Freigabe des Eintrags.

Es gibt 47 Begriffe in diesem Verzeichnis, die mit dem Buchstaben P beginnen.
P

p. m.
piae memoriae = frommen Angedenkens (für eine verstorbene Person)

p. t.
pro tempore = zeitweilig

Paletot
Ein eleganter Stadt-Gehrock aus Anzugstoff. Er ist praktisch ein auf Mantellänge verlängertes Sakko und wurde über dem Jackett getragen.

Palmarum
Palmsonntag, 1. Sonntag vor Ostern. Domine ne longe / Herr, nicht lange

Panjewagen
Kleiner, einfacher, meist zweiachsiger Bockwagen oder Pferdewagen, der in Osteuropa weit verbreitet war. Er wird typischerweise von einem sogenannten Panjepferd, einer anspruchslosen, zähen osteuropäischen Kleinpferderasse, gezogen. Da die Wagen extrem wendig, sehr tragfähig und leicht zu reparieren sind, wurden sie im Zweiten Weltkrieg massenhaft von der Wehrmacht und der Roten Armee für den Nachschub und Truppentransport in den oft schlammigen und unwegsamen osteuropäischen Gebieten requiriert. Auch: Panjeschlitten

Paradekissen
Ein zur Zierde auf dem eigentlichen Kopfkissen liegendes, prall gefülltes größeres Kissen. Es war typischerweise mit aufwendigen Stickereien, Spitzen oder Monogrammen verziert und früher ein fester Bestandteil jeder Aussteuer einer Braut. Paradekissen wurden tagsüber gut sichtbar drapiert und bei der Nachtruhe beiseitegelegt, um sie zu schonen. Sie wurden früher auch traditionell als weiche Unterlage bei der Taufe eines Säuglings genutzt. Die Kissenhüllen bestanden oft aus Leinen oder Baumwolle und waren meist mit einem markanten, rot gefärbten Innenkissen (Inlett) ausgestattet, welches durch die weiße Spitze bzw. Lochstickerei hindurchschimmern sollte

Parentation
Eine feierliche Trauerrede, Grabrede oder Leichenrede.

parlieren
leichte, bisweilen oberflächliche Konversation

Parochie
Eine Parochie ist der Amtsbezirk eines Pfarrers, d. h. ein Pfarrbezirk oder eine Pfarrei. Sie ist der unterste, kirchliche Verwaltungs- und Seelsorgebezirk mit einem eigenen Pfarrer einer Kirche, die nach dem Parochialprinzip organisiert ist. Zur Parochie können auch Filialkirchen gehören. Die Zuständigkeit der Kirchengemeinde richtet sich nach dem Wohnort (Wohnsitzprinzip).

Parochus
In der katholischen Kirche ein Pfarrer oder Seelsorger, der eine Pfarrei leitet.

Pascher
Schmuggler, Verb: paschen

Passionssonntag
Judica / Richte (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Pastor loci
Der örtliche Pastor.

Patene
Liturgisches Gefäß in Form einer flachen Schale, das bei der Feier der Eucharistie verwendet wird (Hostienschale).

Pauerferien
Die Zeit zwischen Weihnachten und dem Beginn der Arbeiten im Frühjahr. In dieser Zeitspanne war Zeit für Ausbesserungsarbeiten, das Besenbinden, das Herstellen von Holzrechen, etc.

Paukenhund
Ein historischer Zughund (meist kräftige Rassen wie Bernhardiner o. ä.), der im 19. Jahrhundert von der österreichischen Armee zum Ziehen von Paukenwagen in den Regimentskapellen genutzt wurde. Nach der Schlacht von Königgrätz (1866) brachte ein ostpreußisches Regiment einen solchen Paukenwagen als Beute mit. Der marschierende Hund wurde in Königsberg so populär, dass er jahrzehntelang fest im Etat des Regiments verbucht war.

Pauperismus
von lateinisch pauper = arm. Die extreme Massenarmut und das strukturelle Elend breiter Bevölkerungsschichten in der Phase der Frühindustrialisierung (etwa 1800 bis 1850).

Pelerine
kurzer, ärmelloser Schulterumhang, der bis zur Taille reicht

Pelzloch
Kolonie südlich der Brandbaude

Pentecoste
Pfingsten, lat. Dominica Pentecostes. Christliches Fest. Aussendung des Heiligen Geistes oder auch Ausgießung des Heiligen Geistes. Der Pfingstsonntag ist der 50. Tag der Osterzeit, also 49 Tage nach dem Ostersonntag, und kann zwischen dem 10. Mai (frühester Termin) und dem 13. Juni (spätester Termin) liegen.

per pedes apostolorum
Aus der Umgangssprache der Studenten des 18. Jahrhunderts. Latein. für "zu Fuß wie die Apostel", gleichbedeutend mit "auf Schusters Rappen". Es ist eine Anspielung auf die Apostel Jesu, die zu Fuß reisten. Apostelpferde ist eine scherzhafte Bezeichnung für Füße. Dieser Begriff ist noch älter und führte zu Redewendungen wie "die Apostelpferde anspannen" oder "auf dem Apostelpferd reiten".

Pergamenthersteller
Pergamenter, Pirmenter, Buchfeller

Perikope
von griech. perikopé = „Ausschnitt“. Ein fest definierter, zusammenhängender Textabschnitt aus der Bibel, meist für die Lesung im Gottesdienst.

Perpendikel
Uhrenpendel

Perron
Eine niedrige steinerne Terrasse, die sich längs eines Gebäudes hinzieht oder in dasselbe hineingebaut und überdacht ist. Im Eisenbahnwesen: Bahnsteig, eine befestigte Plattform, die parallel und mit geringem Abstand zu einem Eisenbahngleis angelegt ist, um bei Zügen das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.

Pest
Schwarzer Tod, Würgeengel, Beulenpest, Hünsch, Kog(e), Seuche, Kontagion

Petschirstecher
Ein Beruf - man fertigte Petschaften/Siegelstempel um z. B. Briefe zu siegeln

Pfarrer
Parochus, rector ecclesiae

Pfifferling
Eierschwämmchen, Ääerschwammla, Fixling, Fixlich, Gaalmannla, Gaalschwammlan, Goldmannla, Kochmannla, Pfaffermannla, Fefferleng, Pfefferleng

Pflichtjahr
Gegenstück zum Reichsarbeitsdienst, wurde am 4. September 1939 eingeführt: Junge Frauen mussten nach der Schule ein Jahr lang in einem (meist fremden) Haushalt oder in der Landwirtschaft arbeiten.

Pickelhaube
Eine Pickelhaube (amtlich: Helm mit Spitze) ist ein militärischer Helm mit einem markanten Dorn auf der Oberseite, der ab 1842 in Preußen eingeführt wurde. Sie entwickelte sich in der Folgezeit zu einem weltweiten Symbol für den deutschen Militarismus der Kaiserzeit. Ursprünglich war die Spitze keineswegs nur Zierde: Sie sollte im Nahkampf theoretisch herabsausende Säbelhiebe ablenken und so den Träger schützen. Da die Pickelhaube anfangs aus Leder bestand, war sie zudem relativ leicht. Im Ersten Weltkrieg: Im Stellungskrieg ab 1914 erwies sich die auffällige Spitze als ideale Zielscheibe für feindliche Schützen, daher verdeckte man zunächst mit einer Hülle das auffällig glänzende Leder und die polierten Messing- oder Silberbeschläge der Pickelhaube im Felde. Bald wurden die Spitzen bei den im Kriegseinsatz genutzten Modellen abnehmbar oder gänzlich flach konstruiert. Da die Lederhelme kaum Schutz gegen Artilleriegranaten boten, stellte man auf Metall um.

Plage
Pest, Syphilis, Wechselfieber

Plänel
Kleine ebene Grasflächen auf dem Kamm der über das Gebirge führenden Straßen. In sie münden Holzabfuhrwege.

Poditau
mundartl.: Poitaa

Posamentierer
abgeleitet von franz.: passement, passementier. Hersteller von Posamenten: Besatzartikel, die keine eigenständige Funktion besitzen, sondern lediglich als Schmuckelemente auf andere textile Endprodukte wie Kleidung, Polstermöbel, Lampenschirme, Vorhänge und andere Heimtextilien appliziert werden. Als Posament zählen Zierbänder, gewebte Borten, Fransenborten, Kordeln, Quasten, Volants, Spitzen aller Art, Zierknöpfe u. ä. Auch: Posamentier und Posamenter; früher auch Possementierer, Bortenwirker, Bandbereiter, Bandweber, Besatzmacher, Brämelmacher, Breiser, Breisler, Gorler, Gorlnäher, Gürtelwirker, Knöpfelmacher, Quastenmacher, Schleiermacher, Schnürmacher, Tressenwirker

Posna
Nebenfluss der Steine, der in der Heuscheuer Wasserfälle bildet.

post meridiem
lat.: nach Mittag, Nachmittag

postmodum ligitimatus
bald darauf legitimiert

Potschen
auch Puschen, Hausschuh in der schlesischen Umgangssprache. Neurode war die Potschenstadt (mundartl: Pootschastoadt).

Präparandenanstalt
Eine Präparandenanstalt, teilweise auch als Präparandie bezeichnet, war vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein die untere Stufe der Volksschullehrerausbildung. Sie bereitete auf den Besuch der Lehrerseminare vor. Daher auch die Bezeichnung Präparand (lat. ein Vorzubereitender) für die Schüler dieser Einrichtung. Die Ausbildung begann unmittelbar nach dem Ende der Volks- beziehungsweise der Mittelschule.

Primus Omnium
Offizielle Bezeichnung des besten Abiturienten eines Jahrgangs in Gymnasien.

proles
Nachkomme

promissor
"jemand, der verspricht", Bürge

Promovend
Doktorand, jemand der einen Doktortitel anstrebt

Protector noster
Unser Beschützer. 14. Sonntag nach Pfingsten

Putzmacher, Putzmacherin
Historische und umgangssprachliche Bezeichnung für Modisten oder Hutmacher. Dieser Handwerker entwirft, fertigt und verkauft individuell gestaltete Kopfbedeckungen wie Hüte, Mützen, Haarschmuck und Accessoires. Der Begriff leitet sich vom veralteten Wort „Putz“ ab, das früher für modischen Zierrat und weibliche Kleidung stand.

Pyxis
Plural: Pyxiden. Kleines liturgisches Gefäß, meist kostbar verziert, in dem konsekrierte Hostien im Tabernakel aufbewahrt werden. In ihnen werden auch durch den Priester oder Kommunionhelfer die Hostie für die Krankenkommunion und die Sterbekommunion (Viaticum) transportiert.


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