GalanteriewarenModische Accessoires. Zu den Galanteriewaren zählen Modeschmuck (Bijouterie) und kleinere modische Gebrauchsgegenstände wie Parfümfläschchen, Riechfläschchen, Puderdosen, auffällige Knöpfe, Armbänder, Schnallen, Tücher, Schals, Bänder, Fächer usw.
GalgenbergNördlich von Neurode gelegen, 516m. Das Gebiet ist für seine Versteinerungen bekannt.
GalgenbergtunnelDer Tunnel bei Lewin ist ein eingleisiger Eisenbahntunnel auf der Bahnstrecke Glatz - Bad Kudowa im Lewiner Bergland. Er ist heute der kürzeste Eisenbahntunnel in Polen.
GaloschenÜberschuhe, die zum Schutz der eigentlichen Schuhe bei Bedarf (z. B. Schneematsch) über diese gestreift werden. Sie bestehen meist aus Gummi. Filzüberschuhe, auch Schloss- oder Museumspantoffeln genannt, sind weite Pantoffeln, die bei Schlossbesichtigungen und ähnlichem zum Schutz der Fußböden über den Straßenschuhen getragen werden.
GaneffAus dem Rotwelschen: Ausdruck für einen Dieb, Betrüger oder Gauner. Das Wort entstammt dem Jiddischen ganef = „Dieb“ und dasselbe Wort ergibt aus seiner Pluralform ganovim das deutsche Wort „Ganove“.
Gang nach CanossaDie Redewendung bedeutet, dass jemand einen demütigenden, schweren Weg auf sich nehmen muss, um öffentlich Reue zu zeigen, einen Fehler einzugestehen oder um Verzeihung zu bitten.
Damit wird auf den Bußgang von Heinrich IV. auf die Burg Canossa im italienischen Apenningebirge im Jahre 1077 Bezug genommen. Im Machtstreit zwischen Kaiser und Papst hatte sich die Situation so zugespitzt, dass im Jahr 1076 Reichstag und Synode in Worms Papst Gregor VII. für abgesetzt erklärten. Gregor verhängte daraufhin über König Heinrich IV. den Kirchenbann. Um von diesem Bann freigesprochen zu werden, wovon die Fürsten es abhängig machten, ob Heinrich den Thron behalten könne, pilgerte der König als Büßer unter schwierigsten Bedingungen nach Italien. Drei Tage ließ der Papst den König, der ohne königlichen Schmuck, barfuß und mit einem wollenen Hemd bekleidet war, vor dem Tor warten. Dann erst empfing er ihn und löste den Bann unter der Bedingung, dass Heinrich im Streit mit den deutschen Fürsten die Entscheidung des Papstes anerkenne.
gartende KnechteBezeichnung aus dem 16. bis 18. Jahrhundert für dienstlose, umherziehende Soldaten oder Landstreicher. Der Begriff leitet sich vom mittelhochdeutschen Verb „gärten“ (herumschweifen/streunen) ab.
GärtnerBesitzer einer Kleinbauernstelle mit landwirtschaftlichem Besitz, meist hatten sie noch eine andere Tätigkeit (z.B. Handwerk).
Es gab auch Robot- und Dreschgärtner, die zum Dienst bei ihrem Grundherrn verpflichtet waren.
Gassenhauerpopuläres Lied, bzw. Schlager
GauklerSchausteller und andere Unterhaltungskünstler. Meist fanden die Vorstellungen auf offener Straße, auf Märkten oder Festen statt. Öfter fahrendes Volk. Besonders Magier, oder Zauberkünstler wurden als Gaukler bezeichnet, weil sie dem Volk etwas vorgaukelten.
GautschenGautschen ist ein bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Buchdruckerbrauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einer Bütte untergetaucht und/oder auf einen nassen Schwamm gesetzt wird. Dieser Brauch wird auch heute noch fortgeführt.
In seiner ursprünglichen Bedeutung bezeichnet der Begriff „Gautschen“ den ersten Entwässerungsschritt nach dem Schöpfen des Papiers, das Ablegen des frisch geschöpften Papierbogens vom Sieb auf eine Filzunterlage.
GazetteZeitung, Tageblatt, Journal
Gebetbuch des TeufelsHistorische Bezeichnung für das Kartenspiel. Strenggläubige Christen wollten so auf die Gefahren von Glücksspiel, Betrug und Müßiggang aufmerksam machen.
GelbgießerHandwerker, der spezialisiert ist auf den Messingguss kleinerer Gegenstände
GelöbnistageDanktag von vielen Ortschaften für zurückliegende Ereignisse wie z. B. Bewahrung vor der Pest, Hochwasser, Feuer, usw. Gelöbnisprozessionen gingen unter anderem nach Albendorf, Neundorf, Freiwalde oder Wartha, sowie Glatz (zur Mariensäule auf dem Ring). Habelschwerdt hatte eine Floriangelöbnisprozession.
Gemmariusvon lat. gemma „Edelstein, Juwel“, Juwelier
GerechtsameDie Gerechtsame ist eine veraltete Bezeichnung für eine Berechtigung, ein Nutzungsrecht, Privileg oder Vorrecht an etwas.
GerichtsgeschworenerSchöffe, Mitglied des Orts-/Dorfgerichtes, Gerichtsverwandter, Gerichtsmann
Gerinn (Krankheit)Steinschmerzen, Gries
GeschwulstGeschwür, Blärr, Blarre, Eiß, Kaule, Knoten
gesticulariusGesticularius ist ein lateinisches Wort, das sich auf einen Gebärdenspieler, Pantomimen, Schauspieler oder Possenreißer bezieht. Der Begriff ist etymologisch vom lateinischen Wort gesticulus (Geste, Gebärde) abgeleitet.
GichtSt. Andreas-Krankheit, Rheuma, Podagra, Zipperlein, Schlagfluss, Fluss
Gichter (Krankheit)Krämpfe, Pestanfall
GläserbergÖstlich von Mittelwalde, 795m
GlashütteKolonie im oberen Teil des Köpprichtales
Glatzmundartl: Glootz. glätzisch = gleezsch
Glatzer GebirgsvereinGGV. Gegründet 1881 in Glatz. Ziel war die Erschließung des Glatzer Berglands, die Förderung des Fremdenverkehrs und der Naturschutz. Er markierte 1.200km Wanderwege und gab Wanderführer und- karten heraus. Eigene Zeitschrift und Heimatmuseum. 1939 gab es 62 Ortsgruppen. Die letzte Hauptversammlung fand im Januar 1944 in Glatz statt. Neugründung des Glatzer Gebirgsverein Braunschweig im Jahr 1951.
Glatzer KinderprozessionIm Jahr 1750 brach erneut die Pest aus. Glatzer Kinder veranstalteten Lichterprozessionen durch die Stadt mit dem Bild des Heiligen Franz, um das drohende Unheil abzuwenden.
Glatzer RoseDie Glatzer Rose oder Trollblume (Trollius europaeus) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Die Europäische Trollblume ist die einzige in Europa heimische Art der Trollblumen. In der Grafschaft Glatz vergoldet sie ganze Wiesen und Berghänge. Blütezeit: Mai und Juni. Sie wurde zur Blume des Jahres 1995 gewählt.
Mundartl: Gloozbluume, Kloozbluume
Glatzer SchneebergMit seinen 1.425m der höchste Berg der Grafschaft Glatz. Er befindet sich ca. 30km südlich von Glatz. An 241 Tagen im Jahr herrscht Nebel, ansonsten herrliche Fernsicht bis 130 Kilometer. Der Name des Berges wurde von der langen Winterperiode abgeleitet, denn der Berg ist in der Regel bis zu acht Monate im Jahr mit Schnee bedeckt. Der Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem Gipfel wurde 1973 wegen Baufälligkeit gesprengt. Heute führt die Staatsgrenze zwischen Polen und Tschechien über den Gipfel.
Gleezer Naazlan (Glätzische Ignaze) Scherzhafter Name für die Bewohner der Grafschaft Glatz
GliederkälteGelenkrheumatismus
Goldbacher SchweizFelsformation (Goldbacher Felsen) in der Nähe von Goldbach, die bis nahe an die Straße heranreichen.
GoldeimerGoldeimer ist eine umgangssprachliche Bezeichnung großvolumiger Eimer oder Fässer, die man zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Fäkaliensammlung unter Plumpstoiletten schob und die durch meist ungelernte Kräfte in einem festgelegten Turnus gegen leere Behältnisse ausgetauscht wurden.
Goldener StollenAm Nordabhang der Hohen Mense zwischen Grenzendorf und Grunwald befindet sich eine von Natur aus gebildete Höhle. Das Gestein ist zum Teil Glimmerschiefer, der bei Beleuchtung wie Metall glitzert und flimmert, so dass man den Eindruck bekommt, es könnte sich um Gold handeln. Die Höhle wird vom "Goldenen Flössel" durchflossen.
GosseUrsprünglich die gemauerte, gemuldete Abwasserrinne in der Straßenmitte von mittelalterlichen Städten. Durch sie wurden alle Formen von Abwasser aus der Stadt herausgespült. Diese Abwässer verursachten Geruchsbelästigungen. Mit dem Aufkommen von unterirdischen Kanalisationen (Anfang des 20. Jahrhunderts) wurden die Gossen entfernt. Umgangssprachlich ist die Gosse der Ort in welchem Verwahrlosung und Kriminalität vorherrschen. Jemand ist in der Gosse zuhause oder kommt aus der Gosse.
GottesgnadentumDas Gottesgnadentum ist eine Begründung für monarchische Herrschaftsansprüche. Der Begriff entwickelte sich aus dem lateinischen Titelzusatz "Dei gratia" (von Gottes Gnaden).
gottseligfromm, gottesfürchtig
GrabesschwesternAm ersten Ostertag zogen die Grabesschwestern in aller Frühe zur Kirche. Mit Vortragskreuz, Fahnen und von Messdienern begleitet ging es weiter durch die Gemarkung mit Gebet und Gesang zu einer Kapelle. Dies konnte zwei oder mehr Stunden dauern. Nach der Rückkehr zu Kirche wurden die Grabesschwestern von den Musikern empfangen und sie zogen mit Blasmusik in die Kirche ein, wo das Grabesschwestern-Hochamt die Zeremonie abschloss. Der Gang sollte an die Frauen erinnern, die zum Grab Jesu gegangen waren. Am folgenden Tag fand der Emmausgang der Männer statt.
GrabschwurIn früheren Zeiten bestand bei einem Gerichtsverfahren in der Grafschaft der Brauch, dass Zeugen nur mit einem Hemd bekleidet an einem offenen Grab ihre Aussage beschwören mussten. Das Verfahren kam besonders bei Grenzstreitigkeiten zur Anwendung. Der Zeuge sollte den Eid so leisten, als ob er unmittelbar danach sterben und nackt, wie er auf die Welt gekommen war, vor das Gericht Gottes treten müsste.
Grafensteinbei Falkenberg, 942m
Grafschafter BoteIm Herbst 1949 vom Schulrat und Alois Bartsch und dem Geistlichen Rat Georg Goebel gegründetes Mitteilungs- und Informationsblatt für die vertriebenen Grafschafter und ihre Nachkommen. Darin werden aktuelle, historische und persönliche Nachrichten und Aufsätze veröffentlicht. Erscheint in Lüdenscheid.
Graue Eminenz(französisch: éminence grise) eine einflussreiche Person, die nach außen nicht oder kaum in Erscheinung tritt und im Hintergrund die Fäden zieht
Grauer MannStatue aus Stein am Beginn der "Spätenwalder Ewigkeit" bei Hüttenguth. Ner Name des Weges kommt von seinem langen (5 km) und eintönigen Verlauf in nordwestlicher Richtung durch den Nesselgrunder Forst. Er beginnt bei Nesselgrund (Pokrzywno) und endet an der Kolonie Hüttenguth (Huta), nördlich von Voigtsdorf (Wótowice). Der Hut des Mannes trägt die Aufschrift "Grauer Mann", die Hände stecken in einer Art Muff mit einem Richtungspfeil und der Aufschrift "Nesselgrund". Auch bekannt als "Steinerner Mann" oder "Wächter der Ewigkeit". Die Statue wurde umgestürzt und zerschlagen, ist aber wieder neu errichtet worden.
Grauer SteinBasaltrücken bei Bad Landeck, 490m
Graupen(vermutlich aus dem slawischen krupa für Graupe, Grütze, Hagelkorn) Nährmittel aus geschälten, polierten Gersten- oder Weizenkörnern von runder, halb- oder länglich-runder Form. Besonders grobe Graupen werden auch als Kälberzähne bezeichnet.
Gregorkoppesüdlich von Altgersdorf, 763m
Grenzbaudeauf der Passhöhe der Straße von Hausdorf nach Wüstewaltersdorf
Grenzbergsüdlich von Steinbach, 711m
GrenzendorfSommerfrische mit Grenzendorfer Höhenbaude (840m). 1928 Eingliederung aus dem Amtsbezirk Grunwald in die Stadtgemeinde Bad Reinerz.
Grenzflösselauch Schwarzer Born genannt. Entspringt gegenüber der Schweizerei am Schneeberg (Feueressenloch).
GriffelEin Griffel (griech.: grapheion, Schreibgerät) ist ein Stift zur Beschriftung einer Schiefer- oder Wachstafel.
Groabesruhe (Grabesruhe) Zeit zwischen Karfreitag und Ostern
GroawebieternDie Grab-Bitterin war meist eine ältere Frau, die mit einem Spruch oder einer gedruckten Todesanzeige von Haus zu Haus ging und die Nachbarn und Freunde des Verstorbenen zum Begräbnis einlud.
Gros12 Dutzend = 144 Stück von z. B. Eiern. Dagegen bedeutet "en gros" (französisch für „im Großen“ oder „in großen Mengen“) eine unbestimmte große Stückzahl einer Ware, als Gesamtpaket oder im Großen und Ganzen zu betrachten, ohne auf Details einzugehen.
Groschen (10 Pfennige) Bihma, Behma, Bihme
Große HeuscheuerGrößte Erhebung des Heuscheuergebirges, 919m. Rechteck von ca. 300 x 1.100m Ausdehnung. Märchenhafte, durch Erosion entstandene Felsformationen: Großvaterstuhl, Riesenspielzeug, Beladenes Kamel, Triumphbogen, Backofen, Brütende Henne, Tafelstein, Große und Kleine Schneegrube, etc.
Mundartl.: Hääschoine, Heeschoine, Hääscheine
Großmutter Gruhla, Groola
GroßvaterstuhlBekanntes Felsengebilde in der Großen Heuscheuer. 919m. Die historische Aussichtsplattform, die über eine Treppe erreichbar ist, bietet einen weiten Panoramablick über den Glatzer Kessel und war bereits im 18. und 19. Jahrhundert ein berühmtes Ausflugsziel (für z. B. Johann Wolfgang von Goethe).
GrunddörferGompersdorf, Seitenberg und Schreckendorf. Gemeinsames Kirchspiel "Grund". In latein. Urkunden ,convalles’-Täler, weil in der Tat die 6 Täler der Biele, Mohre, Kamnitz, des Klessenbachs, Mühldorfer und Seitenberger Wassers hier oder in der Nähe enden und sich zum Teil vereinigen.
Grüner WaldAusflugslokal am Fuße der Heuscheuer bei Wünschelburg.
GuckeBekannter Ausflugsort bei Reichenstein (Gast- und Weinhaus).