Grafschafter Wiki

Infos zum Grafschafter Wiki

In der Familienforschung stößt man immer wieder auf unbekannte Begriffe, die in Kirchenbüchern, Personenstandsdaten, Urkunden und anderen Unterlagen verwendet werden.
Mit dem Grafschafter Wiki entsteht nun ein “Werkzeug”, das Ihnen schnell Informationen zu eben diesen Begriffen verschaffen soll.
Dieses “neue Werkzeug” lebt und wächst mit unbekannten Begriffen, die Ihnen auffallen. Sie helfen uns, dieses Wiki weiter auszubauen, indem Sie unbekannte Begriffe und vielleicht auch eine mögliche Beschreibung dazu einfügen.
Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe!

Nutzungshilfe

Zunächst erscheinen die zuletzt eingegebenen Begriff mit Erläuterungen.
Das gesamte Wiki ist durchsuchbar. Dazu geben Sie in das Suchfeld eine Zeichenfolge ein. Sie wollen nach dem Begriff “Bauer” suchen und sind sich hinsichtlich der genutzten Schreibweise nicht sicher: sie geben also nur einen Teil der Zeichenfolge ein, bspw. aue in das Suchfeld ein und starten die Suche.
Als Ergebnis erhalten Sie in einer Übersicht alle Ergebnisse, die die Zeichenfolge aue – gelb hinterlegt – enthalten.

Nutzungshilfe “Einfügen eines neuen Begriffs”

Klicken Sie bitte auf den Link “Übermittle einen Begriff”.
Danach geben Sie den Begriff (Pflichtfeld) und die Beschreibung (optional) ein. In das dritte Feld von oben bitte Ihren Namen eingeben, der nicht veröffentlicht wird. Nachdem Sie ein Häkchen im reCAPTCHA-Feld gesetzt haben, können sie das Ganze absenden.
Nach einem internen Check erfolgt die Freigabe des Eintrags.

Es gibt 66 Begriffe in diesem Verzeichnis, die mit dem Buchstaben K beginnen.
K

Kadavergehorsam
Das Wort Kadavergehorsam geht zurück auf die Satzung des Jesuiten-Ordens. Dieser verlangte von seinen Mitgliedern, Gott und den Vorgesetzten wie ein toter Körper, auf Lateinisch cadaver, zu gehorchen. Bedingungslose, blinder Gehorsam, bei dem eigene moralische Bedenken, kritisches Denken oder das Hinterfragen von Befehlen ausgeschlossen sind.

Kahle Berg
1) südlich Raumnitz, 544m. 2) westlich Schönau, bei Landeck, 680m

Kahler Berg
1) südlich Altgersdorf, 963m 2) nördlich Neundorf, 707m

Kaiserbuche
südlich von Verlorenwasser, in der Höhe der Kirche, mit Gedenkstein an das Jahr 1813, Umfang des Stammes im Jahr 1915 ca. 4m

Kakophonie
von griechisch: kakós = schlecht, phoné = Laut/Klang) Er beschreibt eine unangenehme, unharmonische oder störende Abfolge von Tönen und Lauten. Misslaut, Missklang.

Kalesche
Historischer, leichter Kutschentyp mit besonders eleganter und zierlicher Bauweise. Ein zweiachsiger Reisewagen mit vier Rädern und einem aufklappbares Faltverdeck (häufig aus Leder), das die Passagiere vor dem Wetter schützte. Sie bot Platz für bis zu vier Personen und wurde anfänglich von nur einem Zugtier gezogen (Einspänner), später dann auch zwei- oder vierspännig gefahren.

Kalkberg
bei Ebersdorf/N, 580m

Kalvarienberg
Albendorf. Auf der gegenüberliegenden Talseite, jenseits des Baches Cedron, befindet sich der Kalvarienberg sich weitläufige Anlage mit vielen Stationen, schöne Aussicht.

Kamerad Schnürschuh
auch Kollege Schnürschuh wurden im Ersten Weltkrieg die österreichisch-ungarischen Soldaten spöttisch genannt, da sie geschnürte und keine geschlossenen Stiefel (Knobelbecher) wie die deutschen Soldaten trugen.

Kantonist
frz.: canton = Landbezirk. Militärangehöriger, der nach dem von 1733 bis 1814 in Preußen bestehenden System zur Sicherung des Heeresersatzes dienstverpflichtet (ausgehoben) wurde. Durch das Kantonsystem erhielt jedes Regiment einen Aushebungsbezirk (Kanton) bzw. jede Kompanie einen Distrikt zur Rekrutierung seines Bedarfs. Die Registrierung der Kantonisten in Rollen (Listen) wurde anfangs von Pfarrern, später von Offizieren der im Kanton stationierten Regimenter und Kompanien und ab 1763 zunehmend von Zivilbehörden vorgenommen. Die Dienstpflicht betrug 20 Jahre, was jedoch für Söhne von Adligen, Beamten, Künstlern, Gelehrten, Offizieren, Pfarrern, Grundbesitzern und reichen Bürgern nicht zutraf. Bis Ende des 18. Jh. wurden immer mehr Berufe vom Militärdienst befreit, Städte und Provinzen konnten ihre Bürger von der Dienstverpflichtung loskaufen. Der Kantonist erhielt einen Militärpass und durfte ohne Genehmigung weder außer Landes gehen noch heiraten. Viele entzogen sich durch Flucht dem Militärdienst.

Kapaun
auch Kapphahn oder Masthahn, ist ein im Alter von etwa zwölf Wochen kastrierter und gemästeter Hahn. Sein Fleisch ist besonders mild, weiß und fett.

Kaplan
Sacellanus, Capellan, Kaplan, Hilfspriester, capellanus

Karlsplatte
südlich von Schnellau, 503m

Kartoffelferien
Der Vorläufer der heutigen Herbstferien. Schulkinder bekamen im Herbst schulfrei, um auf den landwirtschaftlichen Betrieben ihrer Eltern oder in der Dorfgemeinschaft bei der Kartoffelernte zu helfen.

Karzer
lat.: carcer= Gefängnis/Kerker. Historischer Arrestraum an Universitäten und höheren Schulen. Es bezeichnet sowohl den Raum selbst als auch die dort verbüßte Haftstrafe (z.B. „drei Tage Karzer bekommen“).

Kaschemme
Aus dem Rotwelchen übernommene Bezeichnung für ein Wirtshaus, heutzutage wird es als eines mit einem verrufenen Charakter verstanden (Spelunke). Die Herkunft des Wortes leitet sich aus der slawischen Sprachgruppe ab, z. B. von polnisch karczma und sorbisch korčma. Etymologisch ist es identisch mit dem in der Grafschaft Glatz gebräuchlichen Kretscham.

Kasualien
von lateinisch casus = „Fall“, kirchliche Amtshandlungen, die aus einem bestimmten persönlichen Anlass im Leben eines Menschen gefeiert werden. Sie werden auch als Übergangsrituale oder Lebensgottesdienste bezeichnet. Z. B.: Taufe oder Trauung

Kegelberg
östlich von Birgwitz, 468m

Kekule-Nummer
Die Kekule-Nummer bezeichnet die Ordnungsnummer einer Person in einer Ahnenliste oder Ahnentafel. Der Proband erhält unabhängig vom Geschlecht die Nummer 1, sein Vater die Nummer 2, die Mutter die Nummer 3. Hat eine Person die Nummer n (z. B. 2 für den Vater), dann erhält deren Vater die Nummer 2·n (also Verdopplung und damit die Nummer 4 für den Großvater väterlicherseits des Probanden), die Mutter 2·n + 1 (hier also die 5). Der Vater von 10 erhält die Nummer 20, die Mutter erhält die Nummer 21. Alle männlichen Vorfahren haben demzufolge gerade Zahlen, alle weiblichen ungerade.

Ketzer
auch Häretiker genannt. Jemand, der von der offiziellen Kirchenlehre abweicht.

Kieferberg
nördlich der Straße Ullersdorf - Kunzendorf an der Biele, 483m

Kind und Kegel
Redewendung: Jemand ist mit seiner gesamten Familie, einschließlich des gesamten Haushalts und Gepäcks unterwegs. Mit Kegel ist ein uneheliches Kind gemeint, weil der frühmittelalterliche Ausdruck "Kekel" das Kind aus einer Kebsehe bezeichnete (Ehe zwischen einem Freien und einer Leibeigenen);.

Kindermuhme
Amme, Kinderwärterin

Kinderpocken
Barpel, Berpel

Kirchberg
nördlich von Neuwaltersdorf, 578m

Kirchenhäuser
Kolonie bei Schlegel

Kirchhübel
nördlich von Voigtsdorf, Kreis Habelschwerdt, 837m

Kirchspiel
Der geografische Einzugsbereich einer Kirchengemeinde. Pfarrsprengel, Kirchsprengel

Kirchvater
Kirchenältester

klandestin
heimlich, geheim gehalten, im Verborgenen liegend

Klapperberg
1) nördlich von Königshain, 573m. 2) südlich von Neudeck, 443m. 3) bei Ullersdorf, 524m

Klappersteine
Südlichste Kuppe des Schneegebirges, östlich von Thanndorf, 1.145m

Klapperweg
von Neurode zur Henschelkoppe

Kliegelkoppe
bei Hohndorf, 567m

Knaster
selbstangebauter Tabak oder Tabakersatz, z. B. aus Brombeerblättern, Königskerzen oder Kräutermischungen

Kneifchen
kleines Messer

Kolbeberg
südlich von Kunzendorf an der Biele, 622m

Kolik
Bauchschmerzen, Bauchgrimmen, Leibschmerz, Kneif, Koolke

Kolonialwaren
Als Kolonialwaren wurden früher, besonders zur Kolonialzeit, überseeische Lebens- und Genussmittel, wie beispielsweise Zucker, Kaffee, Tabak, Reis, Kakao, Gewürze und Tee bezeichnet. Kolonialwarenhändler handelten mit diesen Produkten, die in Kolonialwarenläden und Kolonialwarenhandlungen verkauft wurden.

Kolonist /Colonist
Siedler, der in einer Kolonie wohnt, hat auch ggf. seinen Grund urbar gemacht hat

Kolporteur
von französisch colporter = „hausieren“. Ursprünglich ein Hausierer, der Bücher, Zeitschriften oder Flugschriften vertreibt (Kolportage). Im übertragenen Sinn bezeichnet man damit abwertend eine Person, die ungesicherte Informationen oder Gerüchte weiterverbreitet

Komissbrot
ab dem 16. Jahrhundert von Kommiss für Heeresvorräte, ein einfaches, haltbares Brot zur Versorgung von Soldaten.

Kommunikant
Teilnehmer am Abendmahl

Komptoire
Bezeichnung für ein Büro, sowie die Zweigstellen von Banken

Kondukt
lat.: conductus=Geleit bzw. Schutz. Feierliche Begleitung eines Sarges von der Aufbahrungshalle bis zur Grabstelle in Form eines Trauerzuges (vor allem im österreichischen Raum).

Kondukteur
Führer, Aufseher, der Schaffner bei Eisenbahnzügen, Omnibuswagen etc., auch Aufseher über Vermessungen, Bauten (Baukondukteur).

Königsberg
Berg bei Bad Reinerz mit Schutzhütte und schöner Fernsicht, 675m

Königsdörfer
Zu ihnen gehören: Kunzendorf, Ludwigsdorf, Hausdorf, Königswalde und Volpersdorf.

Königswalde
Kolonie im Erlitztal bei Langenbrück

Konskription
Aushebung der gemusterten männlichen Bevölkerung eines Gebietes zum Wehrdienst. Die Ausgehobenen wurden in Konskriptionslisten (Musterungslisten) erfasst.

Kontor
auch Contor, Comtoir oder Comptoir ( (von französisch comptoir „Zahltisch“). Bezeichnung für Büro sowie die Zweigstellen von Banken.

Kopfschmerz
Hauptnagel, Hirnfluß = neuralgischer Kopfschmerz

Kostgänger
Person, zumeist Untermieter, die über die Miete eines Zimmers oder einer Schlafstätte hinaus auch verpflegt wird.

Krähenhäuser
Kolonie bei Möhlten

Krampf
Grimme, Kontraktur

Krankheit (allg.)
Leid, Letze

Krätze
Juck, Scharre

Krebs
Wurm, Busse, faules Fleisch, Gefreisch. Knochenkrebs: Knochenfraß, Gallfluß, Kancer, Cancer, Carcinoma, Geschwür, schlechte Krankheit, Noli me tangere = Rühr mich nicht an

Kressenbach
Auch Habelschwerdter Weistritz genannt, fließt durch das Kressenbachtal.

Kretscham
Gastwirtschaft, Dorfgasthaus, manchmal auch Sitz des Ortsgerichtes (Gerichtskretscham)

Kretschmer
Gastwirt / Schänker / Schenker

Kreuzberg
1) bei Seitenberg, 710m, Marmorbruch. 2) bei Altwaltersdorf, 498m, Kapelle

Kroatzbeere
Brombeerlikör, eine Spezialität aus der Grafschaft mit mit einem Alkoholgehalt von 30 % vol. Die Waldbrombeeren kommen in den Wäldern reichlich vor und wurden im Volksmund wegen der Dornen am Strauch „Kroatzbeeren“ (Kratzbeeren) genannt.

Kropf
Balbina, Kruphals, Struma, Kelch

Kühberge
Höhenzug nördlich des Glatzer Schneegebirges. Er zieht sich von Weißwasser bis zur Straße Neuwaltersdorf - Kunzendorf an der Biele und ist nur teilweise bewaldet. Darüber verläuft ein Kammweg mit schöner Aussicht.

Kupferschmied
lat.: aearius


Übermittle ein Begriff