KadavergehorsamDas Wort Kadavergehorsam geht zurück auf die Satzung des Jesuiten-Ordens. Dieser verlangte von seinen Mitgliedern, Gott und den Vorgesetzten wie ein toter Körper, auf Lateinisch cadaver, zu gehorchen. Bedingungslose, blinder Gehorsam, bei dem eigene moralische Bedenken, kritisches Denken oder das Hinterfragen von Befehlen ausgeschlossen sind.
Kahle Berg1) südlich Raumnitz, 544m. 2) westlich Schönau, bei Landeck, 680m
Kahler Berg1) südlich Altgersdorf, 963m 2) nördlich Neundorf, 707m
Kaiserbuchesüdlich von Verlorenwasser, in der Höhe der Kirche, mit Gedenkstein an das Jahr 1813, Umfang des Stammes im Jahr 1915 ca. 4m
Kakophonievon griechisch: kakós = schlecht, phoné = Laut/Klang) Er beschreibt eine unangenehme, unharmonische oder störende Abfolge von Tönen und Lauten. Misslaut, Missklang.
KalescheHistorischer, leichter Kutschentyp mit besonders eleganter und zierlicher Bauweise. Ein zweiachsiger Reisewagen mit vier Rädern und einem aufklappbares Faltverdeck (häufig aus Leder), das die Passagiere vor dem Wetter schützte. Sie bot Platz für bis zu vier Personen und wurde anfänglich von nur einem Zugtier gezogen (Einspänner), später dann auch zwei- oder vierspännig gefahren.
Kalkbergbei Ebersdorf/N, 580m
KalvarienbergAlbendorf. Auf der gegenüberliegenden Talseite, jenseits des Baches Cedron, befindet sich der Kalvarienberg sich weitläufige Anlage mit vielen Stationen, schöne Aussicht.
Kamerad Schnürschuhauch Kollege Schnürschuh wurden im Ersten Weltkrieg die österreichisch-ungarischen Soldaten spöttisch genannt, da sie geschnürte und keine geschlossenen Stiefel (Knobelbecher) wie die deutschen Soldaten trugen.
Kantonistfrz.: canton = Landbezirk. Militärangehöriger, der nach dem von 1733 bis 1814 in Preußen bestehenden System zur Sicherung des Heeresersatzes dienstverpflichtet (ausgehoben) wurde. Durch das Kantonsystem erhielt jedes Regiment einen Aushebungsbezirk (Kanton) bzw. jede Kompanie einen Distrikt zur Rekrutierung seines Bedarfs.
Die Registrierung der Kantonisten in Rollen (Listen) wurde anfangs von Pfarrern, später von Offizieren der im Kanton stationierten Regimenter und Kompanien und ab 1763 zunehmend von Zivilbehörden vorgenommen. Die Dienstpflicht betrug 20 Jahre, was jedoch für Söhne von Adligen, Beamten, Künstlern, Gelehrten, Offizieren, Pfarrern, Grundbesitzern und reichen Bürgern nicht zutraf. Bis Ende des 18. Jh. wurden immer mehr Berufe vom Militärdienst befreit, Städte und Provinzen konnten ihre Bürger von der Dienstverpflichtung loskaufen. Der Kantonist erhielt einen Militärpass und durfte ohne Genehmigung weder außer Landes gehen noch heiraten. Viele entzogen sich durch Flucht dem Militärdienst.
Kapaunauch Kapphahn oder Masthahn, ist ein im Alter von etwa zwölf Wochen kastrierter und gemästeter Hahn. Sein Fleisch ist besonders mild, weiß und fett.
KaplanSacellanus, Capellan, Kaplan, Hilfspriester, capellanus
Karlsplattesüdlich von Schnellau, 503m
KartoffelferienDer Vorläufer der heutigen Herbstferien. Schulkinder bekamen im Herbst schulfrei, um auf den landwirtschaftlichen Betrieben ihrer Eltern oder in der Dorfgemeinschaft bei der Kartoffelernte zu helfen.
Karzerlat.: carcer= Gefängnis/Kerker. Historischer Arrestraum an Universitäten und höheren Schulen. Es bezeichnet sowohl den Raum selbst als auch die dort verbüßte Haftstrafe (z.B. „drei Tage Karzer bekommen“).
KaschemmeAus dem Rotwelchen übernommene Bezeichnung für ein Wirtshaus, heutzutage wird es als eines mit einem verrufenen Charakter verstanden (Spelunke). Die Herkunft des Wortes leitet sich aus der slawischen Sprachgruppe ab, z. B. von polnisch karczma und sorbisch korčma. Etymologisch ist es identisch mit dem in der Grafschaft Glatz gebräuchlichen Kretscham.
Kasualienvon lateinisch casus = „Fall“, kirchliche Amtshandlungen, die aus einem bestimmten persönlichen Anlass im Leben eines Menschen gefeiert werden. Sie werden auch als Übergangsrituale oder Lebensgottesdienste bezeichnet. Z. B.: Taufe oder Trauung
Kegelbergöstlich von Birgwitz, 468m
Kekule-NummerDie Kekule-Nummer bezeichnet die Ordnungsnummer einer Person in einer Ahnenliste oder Ahnentafel. Der Proband erhält unabhängig vom Geschlecht die Nummer 1, sein Vater die Nummer 2, die Mutter die Nummer 3. Hat eine Person die Nummer n (z. B. 2 für den Vater), dann erhält deren Vater die Nummer 2·n (also Verdopplung und damit die Nummer 4 für den Großvater väterlicherseits des Probanden), die Mutter 2·n + 1 (hier also die 5). Der Vater von 10 erhält die Nummer 20, die Mutter erhält die Nummer 21. Alle männlichen Vorfahren haben demzufolge gerade Zahlen, alle weiblichen ungerade.
Ketzerauch Häretiker genannt. Jemand, der von der offiziellen Kirchenlehre abweicht.
Kieferbergnördlich der Straße Ullersdorf - Kunzendorf an der Biele, 483m
Kind und KegelRedewendung: Jemand ist mit seiner gesamten Familie, einschließlich des gesamten Haushalts und Gepäcks unterwegs. Mit Kegel ist ein uneheliches Kind gemeint, weil der frühmittelalterliche Ausdruck "Kekel" das Kind aus einer Kebsehe bezeichnete (Ehe zwischen einem Freien und einer Leibeigenen);.
KindermuhmeAmme, Kinderwärterin
KinderpockenBarpel, Berpel
Kirchbergnördlich von Neuwaltersdorf, 578m
KirchenhäuserKolonie bei Schlegel
Kirchhübelnördlich von Voigtsdorf, Kreis Habelschwerdt, 837m
KirchspielDer geografische Einzugsbereich einer Kirchengemeinde. Pfarrsprengel, Kirchsprengel
KirchvaterKirchenältester
klandestinheimlich, geheim gehalten, im Verborgenen liegend
Klapperberg1) nördlich von Königshain, 573m. 2) südlich von Neudeck, 443m. 3) bei Ullersdorf, 524m
KlappersteineSüdlichste Kuppe des Schneegebirges, östlich von Thanndorf, 1.145m
Klapperwegvon Neurode zur Henschelkoppe
Kliegelkoppebei Hohndorf, 567m
Knasterselbstangebauter Tabak oder Tabakersatz, z. B. aus Brombeerblättern, Königskerzen oder Kräutermischungen
Kolbebergsüdlich von Kunzendorf an der Biele, 622m
KolikBauchschmerzen, Bauchgrimmen, Leibschmerz, Kneif, Koolke
KolonialwarenAls Kolonialwaren wurden früher, besonders zur Kolonialzeit, überseeische Lebens- und Genussmittel, wie beispielsweise Zucker, Kaffee, Tabak, Reis, Kakao, Gewürze und Tee bezeichnet. Kolonialwarenhändler handelten mit diesen Produkten, die in Kolonialwarenläden und Kolonialwarenhandlungen verkauft wurden.
Kolonist /ColonistSiedler, der in einer Kolonie wohnt, hat auch ggf. seinen Grund urbar gemacht hat
Kolporteurvon französisch colporter = „hausieren“. Ursprünglich ein Hausierer, der Bücher, Zeitschriften oder Flugschriften vertreibt (Kolportage).
Im übertragenen Sinn bezeichnet man damit abwertend eine Person, die ungesicherte Informationen oder Gerüchte weiterverbreitet
Komissbrotab dem 16. Jahrhundert von Kommiss für Heeresvorräte, ein einfaches, haltbares Brot zur Versorgung von Soldaten.
KommunikantTeilnehmer am Abendmahl
KomptoireBezeichnung für ein Büro, sowie die Zweigstellen von Banken
Konduktlat.: conductus=Geleit bzw. Schutz. Feierliche Begleitung eines Sarges von der Aufbahrungshalle bis zur Grabstelle in Form eines Trauerzuges (vor allem im österreichischen Raum).
KondukteurFührer, Aufseher, der Schaffner bei Eisenbahnzügen, Omnibuswagen etc., auch Aufseher über Vermessungen, Bauten (Baukondukteur).
KönigsbergBerg bei Bad Reinerz mit Schutzhütte und schöner Fernsicht, 675m
KönigsdörferZu ihnen gehören: Kunzendorf, Ludwigsdorf, Hausdorf, Königswalde und Volpersdorf.
KönigswaldeKolonie im Erlitztal bei Langenbrück
KonskriptionAushebung der gemusterten männlichen Bevölkerung eines Gebietes zum Wehrdienst. Die Ausgehobenen wurden in Konskriptionslisten (Musterungslisten) erfasst.
Kontorauch Contor, Comtoir oder Comptoir ( (von französisch comptoir „Zahltisch“). Bezeichnung für Büro sowie die Zweigstellen von Banken.
KopfschmerzHauptnagel, Hirnfluß = neuralgischer Kopfschmerz
KostgängerPerson, zumeist Untermieter, die über die Miete eines Zimmers oder einer Schlafstätte hinaus auch verpflegt wird.
KrähenhäuserKolonie bei Möhlten
Krankheit (allg.)Leid, Letze
KrebsWurm, Busse, faules Fleisch, Gefreisch. Knochenkrebs: Knochenfraß, Gallfluß, Kancer, Cancer, Carcinoma, Geschwür, schlechte Krankheit, Noli me tangere = Rühr mich nicht an
KressenbachAuch Habelschwerdter Weistritz genannt, fließt durch das Kressenbachtal.
KretschamGastwirtschaft, Dorfgasthaus, manchmal auch Sitz des Ortsgerichtes (Gerichtskretscham)
Kretschmer Gastwirt / Schänker / Schenker
Kreuzberg1) bei Seitenberg, 710m, Marmorbruch. 2) bei Altwaltersdorf, 498m, Kapelle
KroatzbeereBrombeerlikör, eine Spezialität aus der Grafschaft mit mit einem Alkoholgehalt von 30 % vol. Die Waldbrombeeren kommen in den Wäldern reichlich vor und wurden im Volksmund wegen der Dornen am Strauch „Kroatzbeeren“ (Kratzbeeren) genannt.
KropfBalbina, Kruphals, Struma, Kelch
KühbergeHöhenzug nördlich des Glatzer Schneegebirges. Er zieht sich von Weißwasser bis zur Straße Neuwaltersdorf - Kunzendorf an der Biele und ist nur teilweise bewaldet. Darüber verläuft ein Kammweg mit schöner Aussicht.
Kupferschmiedlat.: aearius