babtisatus, babtisatagetauft
BäckerlieselTochter des Bäckermeisters Georg Francke in Glatz. Sie führte dem Vizekommandanten der Festung Oberleutnant d' O den Haushalt und wurde seine Ehefrau. Während der Belagerung durch die Österreicher soll sie Glatz an die Österreicher verraten haben.
Der seit 1910 in Glatz lebende Verwaltungsoberrat und Schriftsteller Dr. Eduard Köhl („Die Geschichte der Festung Glatz“) verfasste dazu "Kommandant d' O und die Bäckerliesel von Glatz. Ein Zeitbild aus den schlesischen Kriegen Friedrichs des Großen".
Bähschnittengeröstete Brotscheiben
BakelRohrstock, latein.: baculum = Stock, Stab. Im 19. Jhd. meist in der Schule verwendetes Züchtigungsinstrument. Mit dem Stock wurden Schläge auf die ausgestreckten Hände oder das Gesäß verabreicht.
Ballei(historisch auch Balley) bezeichnete etwa ab dem 13. Jahrhundert einen Verwaltungsbezirk oder eine Ordensprovinz eines Ritterordens, mit meist mehreren Komtureien bzw. Kommenden.
Eine Komturei (auch Kommende) ist die regionale Niederlassung und Verwaltungseinheit eines geistlichen Ritterordens (z. B. Johanniter, Deutscher Orden, Templer), geleitet von einem Komtur. Historisch dienten sie als wirtschaftliche Basis und Stützpunkt, oft mit Kirche und Krankenhaus. Heute bestehen Komtureien als Gliederungen ritterlicher Orden weiter.
BanatDas Banat ist eine historische Region in Südosteuropa, die heute in den Staaten Rumänien, Serbien und Ungarn liegt. Sie liegt zwischen Donau, Theiß und Marosch. Der Begriff Banat leitet sich vom Herrschaftsbereich eines Ban (serbisch/kroatisch/ungarisch für Graf/Markgraf) ab. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war es das Siedlungsgebiet einer deutschen Minderheit, den sogenannten Donauschwaben.
Bärbergsüdlich von Lauterbach, 702m
Barbier Boarbier, Balbier, Schnuutlaschoaber
Bärensteinzwischen Hoher Eule und Hausdorfer Kreuz, 918m
BartbindeEine Bartbinde ist ein Band aus Stoff bzw. Gaze, das dazu dient, den Schnurrbart während dem Schlafen in der Nacht in Form zu halten. In der Mitte ist eine Einkerbung für die Nase. Das Band wird entweder mit Schlaufen an den Ohren befestigt oder am Hinterkopf/Nacken gebunden.
Gebräuchlich waren auch Haarnetze um die Frisur in Form zu halten.
Bartpelz-KapelleMarienkapelle, gelegen auf dem Fußweg von Stuhlseifen nach Habelschwerdt, oberhalb von Lichtenwalde am Abhang des Heidelberges. Die verfallene Kapelle wurde von dem Bauer Wilhelm Pelz aus Lichtenwalde um 1860 zusammen mit 14 Kreuzwegstationen neu aufgebaut.
BauchladenEin Bauchladen ist ein Brett, ein Kasten oder eine andere Konstruktion, die vor dem Körper an einem Gurt getragen wird, um darauf oder darin Waren anzubieten. Sie kann auch verschiedene Fächer und Schubladen enthalten, in denen Waren und Geld gelagert werden können. Seitlich am Bauchladen können noch Ringe oder Haken angebracht sein, an denen weitere Waren aufgehängt werden.
Im Straßenverkauf, bei Veranstaltungen oder beim Von-Haus zu-Haus-Verkauf wurden z. B. Kurzwaren von Hausierern feilgeboten.
BaudenBezeichnung für die schlesischen Gebirgs-Gasthäuser, z. B. Annabaude, Bismarckbaude, Adlerbaude, Brandbaude, Müllermaxbaude, usw. Beliebte Ausflugsziele meist mit rustikaler Übernachtungsmöglichkeit.
Bauer / PauerAckerwirt, Ackerer, Ackermann, Landwirt, Landmann, lat: agricola oder rusticus
BauerngutsbesitzerBesitzer eines Gutes mit Landwirtschaft und anderen Erwerbszweigen von bäuerlichen Produkten
Bauernschock, GroßschockAlte preußische Zähl- bzw. Stückmaße: Ein Bauernschock oder auch Großschock entspricht 64 Stück, oder 4 Bauernmandel. Ein Großmandel oder Bauernmandel entspricht 16 Stück. Ein Schock besteht aus 5 Dutzend = 60 Stück, oder 4 Mandel. Ein Dutzend entsprechen 12 Stück, ein Mandel entspricht 15 Stück.
BaumölbierDünnbier mit dem Zugabe von Olivenöl (Baumöl), Zitronensaft und Gewürzen.
BeerköppelMittelster Gipfel des Schwarzen Berges, 1.205m.
Behufmittelhochdeutsch behuof: Nutzen, Zweck
benedictio cinerisAschermitttwoch
Bergsturz bei WarthaAls Folge heftiger Regengüsse im Jahr 1598 rutschte ein Teil des Berges ab. Große Felsbrocken fielen in die Neisse und stauten das Wasser kurzzeitig an, so dass es zu einer Überschwemmung des Ortes kam.
beschickertbetrunken. Von jidd.: schicker = trunken
betuchtwohlhabend, gut betucht. Von jidd.: betuch = sicher, vertrauenswert
BeuleBlutgeschwulst, Knüttel
BieleDer Fluss Biele umfließt im Halbkreis das Bielengebirge. Die weiße Biele nimmt nahe den "Dreigrenzen" am Fichtlich (1.080m) ihren Anfang, die Schwarze Biele bei den "Roten Kreuzen". Der Fluss führt viel Wasser und hat eine hohe Fließgeschwindigkeit. Die Mohre ist ein Nebenfluss (Wilhelmsthaler Wasser), der bei Schreckendorf in die Biele einmündet.
Bielendorfer Steinkoppewestlich von Bielendorf, 890m
BielengebirgeTeil des Grenzgebirges gegen Mähren im Osten der Grafschaft. Bewaldet. Gneis und Glimmerschiefer. Es wird annähernd im Halbkreis von der Biele im Osten und Norden umflossen, im Südwesten von der Mohre. Höchste Erhebungen sind der Form-Berg mit 1.110m, der Schwarze Berg (1.062m) und der Hoher Urlich (1.068m).
Bielenkoppesüdlich von Bielendorf, 1.033m
Bienenbergnördlich von Heudorf, 884m
BildstöckeAn vielen Wegen und Wegkreuzungen, vor Höfen, auf Fluren, im Gebirge und auf Marktplätzen sind Bilder, Kreuze und Statuen aufgestellt. Sie zeugen von der Frömmigkeit der Bewohner der Grafschaft Glatz. Sie wurden errichtet als Dank für eine Gebetserhörung, als Erfüllung eines Gelübdes (z. B. Brand, Pest), zum Gedenken an ein Ereignis oder als Sühne für eine Untat.
Bismarckkoppeam linken Bieleufer bei Landeck, 534m
BismarckturmAuf der Hohen Eule (1.014m). 24m hoch. Erbaut 1905.
BitttageDrei Gebets- und Prozessionstage (lat. "Triduum rogationum") Montag, Dienstag und Mittwoch vor dem Fest Christi Himmelfahrt. Die Woche, in der die Bitttage liegen, wird auch als Gangwoche, Betwoche, Bittwoche oder Kreuzwoche bezeichnet. Die Dorfbewohner zogen in einer Prozession durch die Felder hin zu einer Kapelle oder einem Bildstock, wo eine Andacht gehalten wurde. Auf dem Weg wurde die Allerheiligen-Litanei als Bitte um das Gedeihen der Feldfrüchte gesungen.
BlaseweyKolonie von Kudowa
BlatterHautausschlag, Masern, Pocken
BleichhäuserKolonie südlich von Neundorf
BleuelEin Bleuel (auch Wäschebleuel) ist ein Schlagholz (auch Schlägel) und wurde bis zur Erfindung der Waschmaschine zum Wäschewaschen verwendet. Der Bleuel besteht aus einer flachen, breiten Schlagfläche und einem Handgriff. Das Wort hat sich bis heute in den Begriffen „einbläuen“ und „verbläuen“ erhalten (wird seit der Rechtschreibreform mit ä geschrieben) und legt die Vermutung nahe, dass der Bleuel auch als Züchtigungsinstrument zweckentfremdet wurde.
Als Bleuel wird auch der Holzbalken bezeichnet, der durch die Kraft einer Wassermühle angehoben und fallen gelassen wird. So wurde u. a. Flachs gebrochen.
BlödigkeitKränklichkeit, Krankheit
blümerantUmgangssprachlicher Ausdruck für ein flaues, schwindeliges oder leicht übles Gefühl. Es beschreibt körperliches Unwohlsein, bei dem einem "schwarz vor Augen" wird. Der Begriff soll vom französischen bleu mourant ("sterbendes/blasses Blau") stammen, das ursprünglich eine Farbe bezeichnete.
Böhmmundart.: ein Zehnpfennigstück
Böhme (Tscheche)mundartl.: Bihmscher, Behmscher, Bimscher
BöhmenAbgeleitet von Boihaemum = Heimat der Bojer. Keltischer Volksstamm der in diesem Gebiet in vorchristlicher Zeit ansässig war. Im Mittelalter war Böhmen ein mächtiges Königreich und das Kernland des Heiligen Römischen Reiches. Im Jahr 1918 wurde Böhmen Teil der Tschecheslowakei. Die historische Hauptstadt Böhmens ist Prag. Bis zum Zerfall der Habsburgermonarchie wurde die tschechische Sprache als „böhmisch“ bezeichnet.
Auch: Böheim, Bohemia
Böhmischer WinkelBezirk nordwestlich von Reinerz, identisch mit dem "Hummelbezirk" bzw. dem "Lewiner Ländchen".
BornBrunnen, Quelle oder Wasserstelle, mundart: Bärnla
BöttcherBüttner, Küfer, Kübler, Fassbinder, Fassmacher, Binder, Bender Schäffler. Handwerker, die Fässer, Bottiche und Kübel herstellten.
Brasttiefer seelischer Kummer, schwere Sorge, Herzensbrast wegen Liebeskummer oder einem schweren Verlust
BratenrockVeraltet, scherzhaft für ein festliches Herrenkleidungsstück, den Gehrock, veraltet auch Leibrock. Der Begriff entstand, da das Kleidungsstück häufig zu feierlichen Anlässen wie dem Sonntagsbraten-Essen getragen wurde. Er ist eine Spätform des Herrenrocks, eine doppelreihige Jacke mit knielangem, angesetztem Schoß aus meist dunklem Tuch, die besonders im 19. Jahrhundert zu festlichen Anlässen getragen wurde. Üblich bei Ärzten, Geschäftsleuten und Beamten.
Braunaumundartl: Braune. braunauisch = braunsch
BrautfuderWagen mit der Aussteuer der Braut, sie selbst saß obenauf.
BrechruhrCholera (asiatica), Gallenbrechdurchfall. Schwere bakterielle Magen-Darm-Infektion, die durch das Bakterium Vibrio cholerae verursacht wird. Die Krankheit wird meist durch verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel übertragen.
BremengrundMit Baude unterhalb der Hohen Eule auf der schlesischen Seite.
BrennschereDie Brennschere oder auch Brennzange oder Perückeneisen ist ein Werkzeug zur Ondulation des menschlichen Haupthaares. Die Brennschere funktioniert nach dem Prinzip einer Schere, allerdings wird damit nicht geschnitten, sondern lediglich eingeklemmt. Anstatt der Schneideflächen sind zwei runde etwa 20 cm lange Röhren mit einem Durchmesser von 1 - 3cm angebracht (je nach gewünschter Lockengröße). Das Instrument wurde auf dem Herd oder über dem Feuer erhitzt. Anschließend klemmte man die Spitze einer Haarsträhne zwischen die beiden Röhren und drehte damit die Haare auf. Auf diese Weise bearbeitete man je nach Wunsch mehrere oder alle Haarsträhnen.
BrotbeutelEin Brotbeutel ist ursprünglich ein militärischer Ausrüstungsgegenstand. Dabei handelt es sich um eine Tasche, zur Aufbewahrung von Proviant, Tabak, Feldpost usw.
BrotfrevelDas Brot genoss in der Grafschaft Glatz höchste Wertschätzung. Man begeht Brotfrevel, indem man mit dem Nahrungsmittel Brot ehrlos und verschwenderisch umgeht. Meist ist dabei die achtlose und nicht sinngemäße Verwendung oder ein unterlassenes Teilen mit Hungernden aus egoistischen oder stolzen Gründen gemeint. In Sagen und Märchen wird Brotfrevel durch eine übernatürliche Instanz bestraft. So galten die Hirtensteine bei Kieslingswalde nach einer Sage als versteinerte Hirtenbuben, die auf Brot herumgetrampelt hatten.
BrummtopfVolkstümliches Musikinstrument. Ein altes Fass ohne Deckel und Boden wurde mit Ziegenfellen bespannt und bunt bemalt. Durch Löcher in der Mitte der Felle wurde ein Seil gezogen. Durch das Hin- und Herziehen entstand ein brummendes Geräusch. Wurde bei "Umgängen" mitgeführt.
BrustwassersuchtHydrothorax
Brzesowiemundartl.: der Pscheesawie
BüchsenmacherBüchsenschmied, lat.: bombardarum faber
BuckeltalVom südlichen Ende von Bad Langenau sich nach Südwesten sich hinziehendes stilles Tal (Lichtenwalder Wasser) mit Buckelmühle.
BukowineSeit 1937 Tannhübel. Kolonie von Straußdörfel (früher Straußeney).
BumbassVolkstümliches Musikinstrument ( Rhythmus- und Lärminstrument) bestehend aus einem Holzschaft, an dem unten ein federnder Mechanismus angebracht war, bespannt auf der gesamten Länge mit einer Drahtsaite, die über einen Blechkasten als Resonanzkörper lief. Die Spitze war mit Schnitzereien und Schellen verziert. Im Rhythmus der Musik wurde der Bumbass auf den Boden gestampft, wobei die Saite mit einem sägeförmigen Holzstück angerissen oder geschlagen wurde. In Böhmen und Mähren wurde er Tromarine genannt, im Riesengebirge Trompte-Marie in einigen Gegenden der Grafschaft hieß er auch Rumpel-Marie. Slowakei: Ozembuch. In andren Regionen: Teufelsgeige.
Burggrabenbergnördlich von Neudeck, 730m
BurgstädtelFrühere Ansiedlung nahe Eichau am fuß des Schlossberges. Standort einer bereits 1068 erwähnten Grenzwarte. 1365 Ruine.
BurgstädtellochAuf einer Seite des Schlossberges, vermutlich beim Schürfen nach Silber entstanden.
BuschmühleSüdwestlich von Freiwalde gelegen, in der Nähe des Erlitz-Durchbruches.