Grafschafter Wiki

Infos zum Grafschafter Wiki

In der Familienforschung stößt man immer wieder auf unbekannte Begriffe, die in Kirchenbüchern, Personenstandsdaten, Urkunden und anderen Unterlagen verwendet werden.
Mit dem Grafschafter Wiki entsteht nun ein “Werkzeug”, das Ihnen schnell Informationen zu eben diesen Begriffen verschaffen soll.
Dieses “neue Werkzeug” lebt und wächst mit unbekannten Begriffen, die Ihnen auffallen. Sie helfen uns, dieses Wiki weiter auszubauen, indem Sie unbekannte Begriffe und vielleicht auch eine mögliche Beschreibung dazu einfügen.
Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe!

Nutzungshilfe

Zunächst erscheinen die zuletzt eingegebenen Begriff mit Erläuterungen.
Das gesamte Wiki ist durchsuchbar. Dazu geben Sie in das Suchfeld eine Zeichenfolge ein. Sie wollen nach dem Begriff “Bauer” suchen und sind sich hinsichtlich der genutzten Schreibweise nicht sicher: sie geben also nur einen Teil der Zeichenfolge ein, bspw. aue in das Suchfeld ein und starten die Suche.
Als Ergebnis erhalten Sie in einer Übersicht alle Ergebnisse, die die Zeichenfolge aue – gelb hinterlegt – enthalten.

Nutzungshilfe “Einfügen eines neuen Begriffs”

Klicken Sie bitte auf den Link “Übermittle einen Begriff”.
Danach geben Sie den Begriff (Pflichtfeld) und die Beschreibung (optional) ein. In das dritte Feld von oben bitte Ihren Namen eingeben, der nicht veröffentlicht wird. Nachdem Sie ein Häkchen im reCAPTCHA-Feld gesetzt haben, können sie das Ganze absenden.
Nach einem internen Check erfolgt die Freigabe des Eintrags.

Es gibt 70 Begriffe in diesem Verzeichnis, die mit dem Buchstaben B beginnen.
B

babtisatus, babtisata
getauft

Bäcker
Pistor, Pistorius

Bäckerliesel
Tochter des Bäckermeisters Georg Francke in Glatz. Sie führte dem Vizekommandanten der Festung Oberleutnant d' O den Haushalt und wurde seine Ehefrau. Während der Belagerung durch die Österreicher soll sie Glatz an die Österreicher verraten haben. Der seit 1910 in Glatz lebende Verwaltungsoberrat und Schriftsteller Dr. Eduard Köhl („Die Geschichte der Festung Glatz“) verfasste dazu "Kommandant d' O und die Bäckerliesel von Glatz. Ein Zeitbild aus den schlesischen Kriegen Friedrichs des Großen".

Bader
Balneator

Bähschnitten
geröstete Brotscheiben

Bakel
Rohrstock, latein.: baculum = Stock, Stab. Im 19. Jhd. meist in der Schule verwendetes Züchtigungsinstrument. Mit dem Stock wurden Schläge auf die ausgestreckten Hände oder das Gesäß verabreicht.

Ballei
(historisch auch Balley) bezeichnete etwa ab dem 13. Jahrhundert einen Verwaltungsbezirk oder eine Ordensprovinz eines Ritterordens, mit meist mehreren Komtureien bzw. Kommenden. Eine Komturei (auch Kommende) ist die regionale Niederlassung und Verwaltungseinheit eines geistlichen Ritterordens (z. B. Johanniter, Deutscher Orden, Templer), geleitet von einem Komtur. Historisch dienten sie als wirtschaftliche Basis und Stützpunkt, oft mit Kirche und Krankenhaus. Heute bestehen Komtureien als Gliederungen ritterlicher Orden weiter.

Banat
Das Banat ist eine historische Region in Südosteuropa, die heute in den Staaten Rumänien, Serbien und Ungarn liegt. Sie liegt zwischen Donau, Theiß und Marosch. Der Begriff Banat leitet sich vom Herrschaftsbereich eines Ban (serbisch/kroatisch/ungarisch für Graf/Markgraf) ab. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war es das Siedlungsgebiet einer deutschen Minderheit, den sogenannten Donauschwaben.

Bandwurm
Nesselwurm

Bärberg
südlich von Lauterbach, 702m

Barbier
Boarbier, Balbier, Schnuutlaschoaber

Bärenstein
zwischen Hoher Eule und Hausdorfer Kreuz, 918m

Bartbinde
Eine Bartbinde ist ein Band aus Stoff bzw. Gaze, das dazu dient, den Schnurrbart während dem Schlafen in der Nacht in Form zu halten. In der Mitte ist eine Einkerbung für die Nase. Das Band wird entweder mit Schlaufen an den Ohren befestigt oder am Hinterkopf/Nacken gebunden. Gebräuchlich waren auch Haarnetze um die Frisur in Form zu halten.

Bartpelz-Kapelle
Marienkapelle, gelegen auf dem Fußweg von Stuhlseifen nach Habelschwerdt, oberhalb von Lichtenwalde am Abhang des Heidelberges. Die verfallene Kapelle wurde von dem Bauer Wilhelm Pelz aus Lichtenwalde um 1860 zusammen mit 14 Kreuzwegstationen neu aufgebaut.

Bauchladen
Ein Bauchladen ist ein Brett, ein Kasten oder eine andere Konstruktion, die vor dem Körper an einem Gurt getragen wird, um darauf oder darin Waren anzubieten. Sie kann auch verschiedene Fächer und Schubladen enthalten, in denen Waren und Geld gelagert werden können. Seitlich am Bauchladen können noch Ringe oder Haken angebracht sein, an denen weitere Waren aufgehängt werden. Im Straßenverkauf, bei Veranstaltungen oder beim Von-Haus zu-Haus-Verkauf wurden z. B. Kurzwaren von Hausierern feilgeboten.

Bauden
Bezeichnung für die schlesischen Gebirgs-Gasthäuser, z. B. Annabaude, Bismarckbaude, Adlerbaude, Brandbaude, Müllermaxbaude, usw. Beliebte Ausflugsziele meist mit rustikaler Übernachtungsmöglichkeit.

Bauer / Pauer
Ackerwirt, Ackerer, Ackermann, Landwirt, Landmann, lat: agricola oder rusticus

Bauerngutsbesitzer
Besitzer eines Gutes mit Landwirtschaft und anderen Erwerbszweigen von bäuerlichen Produkten

Bauernschock, Großschock
Alte preußische Zähl- bzw. Stückmaße: Ein Bauernschock oder auch Großschock entspricht 64 Stück, oder 4 Bauernmandel. Ein Großmandel oder Bauernmandel entspricht 16 Stück. Ein Schock besteht aus 5 Dutzend = 60 Stück, oder 4 Mandel. Ein Dutzend entsprechen 12 Stück, ein Mandel entspricht 15 Stück.

Baumölbier
Dünnbier mit dem Zugabe von Olivenöl (Baumöl), Zitronensaft und Gewürzen.

Beerköppel
Mittelster Gipfel des Schwarzen Berges, 1.205m.

Behuf
mittelhochdeutsch behuof: Nutzen, Zweck

benedictio cineris
Aschermitttwoch

Bergmann
Gruubamoan

Bergsturz bei Wartha
Als Folge heftiger Regengüsse im Jahr 1598 rutschte ein Teil des Berges ab. Große Felsbrocken fielen in die Neisse und stauten das Wasser kurzzeitig an, so dass es zu einer Überschwemmung des Ortes kam.

beschickert
betrunken. Von jidd.: schicker = trunken

betucht
wohlhabend, gut betucht. Von jidd.: betuch = sicher, vertrauenswert

Beule
Blutgeschwulst, Knüttel

Biele
Der Fluss Biele umfließt im Halbkreis das Bielengebirge. Die weiße Biele nimmt nahe den "Dreigrenzen" am Fichtlich (1.080m) ihren Anfang, die Schwarze Biele bei den "Roten Kreuzen". Der Fluss führt viel Wasser und hat eine hohe Fließgeschwindigkeit. Die Mohre ist ein Nebenfluss (Wilhelmsthaler Wasser), der bei Schreckendorf in die Biele einmündet.

Bielendorfer Steinkoppe
westlich von Bielendorf, 890m

Bielengebirge
Teil des Grenzgebirges gegen Mähren im Osten der Grafschaft. Bewaldet. Gneis und Glimmerschiefer. Es wird annähernd im Halbkreis von der Biele im Osten und Norden umflossen, im Südwesten von der Mohre. Höchste Erhebungen sind der Form-Berg mit 1.110m, der Schwarze Berg (1.062m) und der Hoher Urlich (1.068m).

Bielenkoppe
südlich von Bielendorf, 1.033m

Bienenberg
nördlich von Heudorf, 884m

Bildstöcke
An vielen Wegen und Wegkreuzungen, vor Höfen, auf Fluren, im Gebirge und auf Marktplätzen sind Bilder, Kreuze und Statuen aufgestellt. Sie zeugen von der Frömmigkeit der Bewohner der Grafschaft Glatz. Sie wurden errichtet als Dank für eine Gebetserhörung, als Erfüllung eines Gelübdes (z. B. Brand, Pest), zum Gedenken an ein Ereignis oder als Sühne für eine Untat.

Bismarckkoppe
am linken Bieleufer bei Landeck, 534m

Bismarckturm
Auf der Hohen Eule (1.014m). 24m hoch. Erbaut 1905.

Bitttage
Drei Gebets- und Prozessionstage (lat. "Triduum rogationum") Montag, Dienstag und Mittwoch vor dem Fest Christi Himmelfahrt. Die Woche, in der die Bitttage liegen, wird auch als Gangwoche, Betwoche, Bittwoche oder Kreuzwoche bezeichnet. Die Dorfbewohner zogen in einer Prozession durch die Felder hin zu einer Kapelle oder einem Bildstock, wo eine Andacht gehalten wurde. Auf dem Weg wurde die Allerheiligen-Litanei als Bitte um das Gedeihen der Feldfrüchte gesungen.

Blasewey
Kolonie von Kudowa

Blatter
Hautausschlag, Masern, Pocken

Bleichhäuser
Kolonie südlich von Neundorf

Bleuel
Ein Bleuel (auch Wäschebleuel) ist ein Schlagholz (auch Schlägel) und wurde bis zur Erfindung der Waschmaschine zum Wäschewaschen verwendet. Der Bleuel besteht aus einer flachen, breiten Schlagfläche und einem Handgriff. Das Wort hat sich bis heute in den Begriffen „einbläuen“ und „verbläuen“ erhalten (wird seit der Rechtschreibreform mit ä geschrieben) und legt die Vermutung nahe, dass der Bleuel auch als Züchtigungsinstrument zweckentfremdet wurde. Als Bleuel wird auch der Holzbalken bezeichnet, der durch die Kraft einer Wassermühle angehoben und fallen gelassen wird. So wurde u. a. Flachs gebrochen.

Blödigkeit
Kränklichkeit, Krankheit

blümerant
Umgangssprachlicher Ausdruck für ein flaues, schwindeliges oder leicht übles Gefühl. Es beschreibt körperliches Unwohlsein, bei dem einem "schwarz vor Augen" wird. Der Begriff soll vom französischen bleu mourant ("sterbendes/blasses Blau") stammen, das ursprünglich eine Farbe bezeichnete.

Böhm
mundart.: ein Zehnpfennigstück

Böhme (Tscheche)
mundartl.: Bihmscher, Behmscher, Bimscher

Böhmen
Abgeleitet von Boihaemum = Heimat der Bojer. Keltischer Volksstamm der in diesem Gebiet in vorchristlicher Zeit ansässig war. Im Mittelalter war Böhmen ein mächtiges Königreich und das Kernland des Heiligen Römischen Reiches. Im Jahr 1918 wurde Böhmen Teil der Tschecheslowakei. Die historische Hauptstadt Böhmens ist Prag. Bis zum Zerfall der Habsburgermonarchie wurde die tschechische Sprache als „böhmisch“ bezeichnet. Auch: Böheim, Bohemia

Böhmischer Winkel
Bezirk nordwestlich von Reinerz, identisch mit dem "Hummelbezirk" bzw. dem "Lewiner Ländchen".

Born
Brunnen, Quelle oder Wasserstelle, mundart: Bärnla

Böttcher
Büttner, Küfer, Kübler, Fassbinder, Fassmacher, Binder, Bender Schäffler. Handwerker, die Fässer, Bottiche und Kübel herstellten.

Brachmond
Juni

Brast
tiefer seelischer Kummer, schwere Sorge, Herzensbrast wegen Liebeskummer oder einem schweren Verlust

Bratenrock
Veraltet, scherzhaft für ein festliches Herrenkleidungsstück, den Gehrock, veraltet auch Leibrock. Der Begriff entstand, da das Kleidungsstück häufig zu feierlichen Anlässen wie dem Sonntagsbraten-Essen getragen wurde. Er ist eine Spätform des Herrenrocks, eine doppelreihige Jacke mit knielangem, angesetztem Schoß aus meist dunklem Tuch, die besonders im 19. Jahrhundert zu festlichen Anlässen getragen wurde. Üblich bei Ärzten, Geschäftsleuten und Beamten.

Braunau
mundartl: Braune. braunauisch = braunsch

Brautfuder
Wagen mit der Aussteuer der Braut, sie selbst saß obenauf.

Brechruhr
Cholera (asiatica), Gallenbrechdurchfall. Schwere bakterielle Magen-Darm-Infektion, die durch das Bakterium Vibrio cholerae verursacht wird. Die Krankheit wird meist durch verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel übertragen.

Bremengrund
Mit Baude unterhalb der Hohen Eule auf der schlesischen Seite.

Brennschere
Die Brennschere oder auch Brennzange oder Perückeneisen ist ein Werkzeug zur Ondulation des menschlichen Haupthaares. Die Brennschere funktioniert nach dem Prinzip einer Schere, allerdings wird damit nicht geschnitten, sondern lediglich eingeklemmt. Anstatt der Schneideflächen sind zwei runde etwa 20 cm lange Röhren mit einem Durchmesser von 1 - 3cm angebracht (je nach gewünschter Lockengröße). Das Instrument wurde auf dem Herd oder über dem Feuer erhitzt. Anschließend klemmte man die Spitze einer Haarsträhne zwischen die beiden Röhren und drehte damit die Haare auf. Auf diese Weise bearbeitete man je nach Wunsch mehrere oder alle Haarsträhnen.

Brotbeutel
Ein Brotbeutel ist ursprünglich ein militärischer Ausrüstungsgegenstand. Dabei handelt es sich um eine Tasche, zur Aufbewahrung von Proviant, Tabak, Feldpost usw.

Brotfrevel
Das Brot genoss in der Grafschaft Glatz höchste Wertschätzung. Man begeht Brotfrevel, indem man mit dem Nahrungsmittel Brot ehrlos und verschwenderisch umgeht. Meist ist dabei die achtlose und nicht sinngemäße Verwendung oder ein unterlassenes Teilen mit Hungernden aus egoistischen oder stolzen Gründen gemeint. In Sagen und Märchen wird Brotfrevel durch eine übernatürliche Instanz bestraft. So galten die Hirtensteine bei Kieslingswalde nach einer Sage als versteinerte Hirtenbuben, die auf Brot herumgetrampelt hatten.

Brummtopf
Volkstümliches Musikinstrument. Ein altes Fass ohne Deckel und Boden wurde mit Ziegenfellen bespannt und bunt bemalt. Durch Löcher in der Mitte der Felle wurde ein Seil gezogen. Durch das Hin- und Herziehen entstand ein brummendes Geräusch. Wurde bei "Umgängen" mitgeführt.

Brustwassersucht
Hydrothorax

Brzesowie
mundartl.: der Pscheesawie

Büchsenmacher
Büchsenschmied, lat.: bombardarum faber

Buckeltal
Vom südlichen Ende von Bad Langenau sich nach Südwesten sich hinziehendes stilles Tal (Lichtenwalder Wasser) mit Buckelmühle.

Bukowine
Seit 1937 Tannhübel. Kolonie von Straußdörfel (früher Straußeney).

Bumbass
Volkstümliches Musikinstrument ( Rhythmus- und Lärminstrument) bestehend aus einem Holzschaft, an dem unten ein federnder Mechanismus angebracht war, bespannt auf der gesamten Länge mit einer Drahtsaite, die über einen Blechkasten als Resonanzkörper lief. Die Spitze war mit Schnitzereien und Schellen verziert. Im Rhythmus der Musik wurde der Bumbass auf den Boden gestampft, wobei die Saite mit einem sägeförmigen Holzstück angerissen oder geschlagen wurde. In Böhmen und Mähren wurde er Tromarine genannt, im Riesengebirge Trompte-Marie in einigen Gegenden der Grafschaft hieß er auch Rumpel-Marie. Slowakei: Ozembuch. In andren Regionen: Teufelsgeige.

Burggrabenberg
nördlich von Neudeck, 730m

Burgstädtel
Frühere Ansiedlung nahe Eichau am fuß des Schlossberges. Standort einer bereits 1068 erwähnten Grenzwarte. 1365 Ruine.

Burgstädtelloch
Auf einer Seite des Schlossberges, vermutlich beim Schürfen nach Silber entstanden.

Buschmühle
Südwestlich von Freiwalde gelegen, in der Nähe des Erlitz-Durchbruches.


Übermittle ein Begriff