Grafschafter Wiki

Infos zum Grafschafter Wiki

In der Familienforschung stößt man immer wieder auf unbekannte Begriffe, die in Kirchenbüchern, Personenstandsdaten, Urkunden und anderen Unterlagen verwendet werden.
Mit dem Grafschafter Wiki entsteht nun ein “Werkzeug”, das Ihnen schnell Informationen zu eben diesen Begriffen verschaffen soll.
Dieses “neue Werkzeug” lebt und wächst mit unbekannten Begriffen, die Ihnen auffallen. Sie helfen uns, dieses Wiki weiter auszubauen, indem Sie unbekannte Begriffe und vielleicht auch eine mögliche Beschreibung dazu einfügen.
Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe!

Nutzungshilfe

Zunächst erscheinen die zuletzt eingegebenen Begriff mit Erläuterungen.
Das gesamte Wiki ist durchsuchbar. Dazu geben Sie in das Suchfeld eine Zeichenfolge ein. Sie wollen nach dem Begriff “Bauer” suchen und sind sich hinsichtlich der genutzten Schreibweise nicht sicher: sie geben also nur einen Teil der Zeichenfolge ein, bspw. aue in das Suchfeld ein und starten die Suche.
Als Ergebnis erhalten Sie in einer Übersicht alle Ergebnisse, die die Zeichenfolge aue – gelb hinterlegt – enthalten.

Nutzungshilfe “Einfügen eines neuen Begriffs”

Klicken Sie bitte auf den Link “Übermittle einen Begriff”.
Danach geben Sie den Begriff (Pflichtfeld) und die Beschreibung (optional) ein. In das dritte Feld von oben bitte Ihren Namen eingeben, der nicht veröffentlicht wird. Nachdem Sie ein Häkchen im reCAPTCHA-Feld gesetzt haben, können sie das Ganze absenden.
Nach einem internen Check erfolgt die Freigabe des Eintrags.

Derzeit befinden sich 392 Begriffe in diesem Verzeichnis.
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1. Advent
Ad te levavi = zu Dir habe ich erhoben

1. Fastensonntag
Invocabit / Er hat hineingerufen (ein Sonntag im Kirchenjahr)

10ber
Monat Dezember, 10bris, Xber, Xbris

2. Advent
Populus Sion = Das Volk Zion

2. Fastensonntag
Reminiscere / Gedenke (ein Sonntag im Kirchenjahr)

3. Advent
Gaudete = Freuet Euch

3. Fastensonntag
Oculi / Augen (ein Sonntag im Kirchenjahr)

4. Advent
Rorate, coeli = Tauet, (ihr) Himmel

4. Fastensonntag
Laetare / Freue dich (ein Sonntag im Kirchenjahr)

7ber
September, Septembris, 7bris

8ber
Oktober, 8bris

9ber
November, 9bris

A

a. u. s.
actum ut supra: geschehen wie oben verhandelt bzw. beschrieben

aasen
Verschwenderisch mit etwas umgehen, schlecht wirtschaften (mit Geld, Lebensmitteln, Material, etc.).

Abbauer
Pächter mit kleinem Eigenbesitz, Neusiedler, zweiter Sohn, der vom Hofe abbaut

Abbitte
Die Bitte um Vergebung eines begangenen Fehlers oder Unrechts. Abbitte leisten. Sich entschuldigen.

Abdecker
Abstreifer, Schinder, Wasenmeister, Nachrichter. Personen, die verendetes Vieh wegschaffen, abhäuten und einscharren mussten. Der Arbeitsplatz der Abdecker, meist auch ihre Wohnstelle, war die Abdeckerei oder Wasenmeisterei. Die Tierkörperverwertung lieferte Produkte wie Fette (zur Herstellung von Lampentalg und Seife), Leim, Knochen und Knochenmehl, Felle, Tierhäute zur Herstellung von Leder und Viehfutter.

Abdikation
Die Abdikation (latein. abdicare: verzichten, zurücktreten, abdanken), auch Abdankung oder Renunziation genannt, ist der förmliche Verzicht auf ein öffentliches Amt durch den Inhaber, insbesondere der Thronverzicht eines Monarchen.

Abendland
Der Begriff "Abendland" ergab sich aus der früheren Vorstellung von Europa als dem westlichsten, und damit der untergehenden Abendsonne am nächsten gelegenen Erdteil. Die Länder in der Richtung der Morgensonne, bzw. aufgehenden Sonne, wurden als Orient bezeichnet (von latein. oriens für aufgehend).

Abentürer
Händler mit Luxuswaren, Juwelenhändler

Aberrede
Gegenrede. Rede und Aberrede, also eine Verhandlung im Dialog.

Abervater
Großvater (~ noch einmal Vater). Aberurahnherr = Ururgroßvater

aberwitzig
absurd, nicht bei Sinnen, unverständig, geisteskrank

Abheimischkeit
Abwesenheit von der Heimat

abhold
Veraltete für abgeneigt, wenig begeistert, lustlos, ungern, unwillig, oder widerstrebend. Das Gegenteil ist hold, jemandem hold sein, jemandem zugetan sein, ihn/sie mögen, gern haben.

Abkiesung
Rücktritt vom Amt

Ablaßkrämer
Ablasshändler. Verkauf der Vergebung von Sünden gegen Geld. Ein vollkommener Ablass ist ein Erlass sämtlicher Sündenstrafen, was im Fall des Todes unmittelbar in den Himmel führt. Ein unvollkommener Ablass ist ein teilweiser Erlass der Sündenstrafen, die Zeit in der Hölle wird also verringert.

Abnahmemann
Abschiedsmann; Altenteiler; Altsitzer; Bauer im Ausgedinge, nach Übergabe des Anwesens an seinen Sohn; Nutznießer des Altenteils

Abort
Abtritt, Kommodität, Klosett, WC

Abrahamitenorden
Ein am 30.09.1861 von Grafschafter Pfarrern im Alter von über 50 Jahren gegründeter Geselligkeitsverein. Die letzte Sitzung fand am 15.02.1945 statt. Die Protokolle der Sitzungen wurden in einem dicken Buch gesammelt. Ein neuer Kandidat musste sich vor der Aufnahme einer theologischen Prüfung unterziehen. Anschließend erhielt er bei einem guten Mittagessen einen Stab, ein Ordensband und ein Bild Abrahams vom zuletzt aufgenommenen Mitglied überreicht. Der Vorläufer dieses "Ordens" war der "Maarsog-Orden" (Mär-Sack, von maaren = flunkern).

Absceß
Eiterbeule, Kotz

Accise
Akzise, Accise (französisch) oder Accis (lateinisch). Indirekte Steuer, in der Regel eine Verbrauchssteuer beziehungsweise ein Binnenzoll. Akzisen wurden auf Grundnahrungsmittel (z. B. Roggen, Weizen, Hopfen oder anderes Getreide beziehungsweise Mehl), auf Lebensmittel (Zucker, Salz, Fett, Fleisch), Genussmittel (Tabak, Kaffee, Tee, Bier, Sekt), auf Vieh o. ä. erhoben.

Achillesfelsen
Aussichtspunkt. 580m bei Bad Landeck, Kreis Habelschwerdt, auf dem Weg nach dem Schollenstein.

Acht Seligkeiten
Kolonie in der Nähe von Pohldorf aus einzelnen, hintereinander stehenden Häusern bestehend.

Achthäuser
Kolonie am Kammweg zum Königswalder Spitzberg (755m), Kreis Neurode.

Achtmann
Achtsmann" 1) gerichtlicher Taxator, 2) Wahlherr

ad acta
lateinische Phrase aus der Amtsprache, etwas "zu den Akten legen", eine Sache ist erledigt

Adelheidquelle
Radiumhaltige Quelle. Am Großen Schneeberg in unmittelbarer Nähe der Quarklöcher und des Liechtensteinschutzhauses.

Adjunkt
Ein Adjunkt (von lateinisch adiunctus „angebunden“) ist ein beigeordneter Gehilfe oder Assistent, besonders im Verwaltungs-, Forst- oder Kirchendienst.

Adlatus
Ein Gehilfe, ein Helfer oder ein Beistand. Er ist vergleichbar mit dem Adjutanten im militärischen Sprachgebrauch.

Adlergebirge
Auch Böhmischer Kamm genannt. Verlauf westlich parallel zum Habelschwerdter Gebirge. Der nördliche Teil (Hohe Mense, 1084m) liegt innerhalb der Grafschaft Glatz. Der überwiegende Teil (40km) liegt jenseits der Landesgrenze.

Adlerkoppe
Westlich von Altheide gelegener Berg (533m).

adm. D.
admirabilis Dominuus = Bewundernswerter Herr

Adorate
Adorate I / Betet an I: 3. Sonntag nach Epiphanias, Adorate II / Betet an II: 4. Sonntag nach Epiphanias, Adorate III / Betet an III: 5. Sonntag nach Epiphanias, Adorate IV / Betet an IV: 6. Sonntag nach Epiphanias,

adulescentulus
Jüngling, junger Mann

Aelurius, Georgius
Ein aus Frankenstein stammender Chronist (1596 – 1627). Georgius Aelurius hieß eigentlich Georg Katschker. Er latinisierte, wie es damals üblich war, seinen Nachnamen und legte dabei das altgriechische Wort für Katze (Ailouros) zugrunde, die er als den Ursprung seines Namens vermutete. Er war ein Prediger der Reformation in Glatz und in seinen beiden letzten Lebensjahren Rektor der Stadtschule in Frankenstein. Autor der "Glaciographia oder Glätzische Chronica".

Aeres
Ausschlag

aetatis suae
seines Alters dierum ... : ... Tage mensium ... : ... Monate annorum ... : ... Jahre

Affengießer
Gießer von Handwasserfässern, Bütten, Taufbecken, Weihrauchgefäßen, auch kleinerer Glocken, u. ä.

Agende
Eine Agende (von lat. agere = handeln) ist ein liturgisches Buch im evangelischen Bereich, das die Gottesdienstordnung, Riten, Gebete und Texte für den Hauptgottesdienst sowie für Amtshandlungen wie Taufe, Trauung und Bestattung enthält. Sie beschreibt, was Liturg und Gemeinde tun, z. B. aufstehen, beten oder singen.

Agent
Konsul, diplomatischer Vertreter

Agent, öffentlicher
Rechtsgelehrter mit beschränkten Befugnissen, zwischen Notar und Anwalt stehen (in Österreich)

Agnat
Ein Agnat (von lateinisch agnatus „der Hinzu-/Nachgeborene“) ist ein männlicher Verwandter, der ausschließlich über die männliche Linie (Vater, Großvater) mit einer anderen Person verwandt ist. Diese Form der Verwandtschaft, die Agnation, war besonders im römischen Recht und im historischen Adels-Erbrecht entscheidend.

Agnesfeld
Agnesfeld, kleines Dorf bei Stolzenau, entstanden aus dem Vorwerk ,Zimmerei’, das 1789 angelegt, 1795 vom Besitzer Reichsgraf von Schönaich aufgeteilt, ausgebaut und nach seiner Tochter Agnes benannt wurde.

Agricola
Landwirt

Agtfischer
Bernsteinfischer

Ahle
Eine Ahle, oder Pfriem ist ein einfaches Werkzeug mit dessen Hilfe Löcher in verschiedene Materialien gestochen werden können. Es wird beispielsweise von einem Schuster genutzt, um Löcher in Leder zu machen, um anschließend mehrere Schichten zusammennähen zu können.

Ahnenpass
Bezeichnung für ein Heft mit Vordrucken für Abschriften von Geburts-, Tauf- und Heiratsurkunden der Eltern, Großeltern, und weiterer Vorfahren, das jeder im Dritten Reich erstellen musste, um den sogenannten »Arier-Nachweis« zu erbringen. Meist eine ergiebige Quelle für den Familienforscher.

Aicher
Eichmeister

Aktrice
Im Alltagsgebrauch wird manchmal ein Bühnenschauspieler als Akteur bezeichnet. Die veraltete weibliche Form ist Aktrice. Der Begriff wird heute meist abwertend verwendet und der Schauspielerin mangelndes Talent unterstellt.

Aktuar
Gerichtsschreiber

Albaquelle
Sie entspringt auf dem Kamm des Adlergebirges am Südhang der Hohen Mense in 1.048 m ü. M. dicht an der polnischen Grenze und fließt an der Schierlichmühle vorbei und durch Deschnei nach Böhmen. Die Bělá (deutsch Alba, auch Albabach) ist ein rechter Zufluss der Wilden Adler (tschechisch Divoká Orlice) in Tschechien.

Allerorten
überall

Allgäuer
Frachtfuhrmann, nach den bekannten Gutfertigern aus dem Allgäu benannt

Allmende
Gemeindegut. Die Allmenden (auch Allmanden aus dem Mittelhochdeutschen "was allen gemein ist") waren ein Grundstück oder Land, das von den Bewohnern einer Gemeinde gemeinschaftlich genutzt werden durfte, in der Regel auf Weide, Forstwirtschaft oder Ackerbau beschränkt.

Allmendherr
Allmendpfleger, Ratsherr, dem die Aufsicht über die Allmende obliegt

Allod
Als Allod oder Allodium bezeichnete man im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Recht ein Eigentum (fast immer Land oder ein Stadtgrundstück oder -anwesen), über das der Eigentümer frei verfügen konnte. Eigentümer konnten sowohl freie Bauern als auch Adelige oder Fürsten sein. Allode waren frei vererbbar, auch an Töchter, während Lehen beim Aussterben einer Familie im Mannesstamm an den Lehnsherrn zurückfielen.

Alma Mater
Alma Mater (von lateinisch alma nährend, gütig und mater Mutter) ist eine Bezeichnung für Universitäten.

Almanach
Ein Almanach ist ein jährlich erscheinendes Nachschlagewerk, das Kalenderdaten mit astronomischen Informationen, Wetterberichten, Statistiken oder literarischen Texten verbindet. Almanach (mittelniederländisch almanag aus mittellateinisch almanachus = „Kalender mit astronomischen und meteorologischen Texten“). Ursprünglich war es ein Kalender mit praktischen Ratschlägen (ab 15. Jh.), er entwickelte sich aber zu illustrierten Jahrbüchern, literarischen Anthologien oder Verlagsverzeichnissen.

Alp
Angstzustand, Alpdruck, Nachschaden

Altarist
Ein Altarist ist ein katholischer Priester, der eine Pfründe (einen festen Einkommensposten) hat, die mit einem bestimmten Altar verbunden ist. Er liest nur die heilige Messe, meist zum Seelenheil Verstorbener, ist aber nicht mit weiteren seelsorgerischen Aufgaben betraut. Sein Einkommen wurde durch die Erlöse der Altarstiftungen gedeckt oder von einer Privatperson, meist einem Adligen, garantiert.

Alte Hacke
Ein Freundschaftsbund älterer Akademiker aller Fakultäten. Die bei den Zusammenkünften verwendeten Trinkgläser hatten die Form einer Hacke. Da man sie nicht abstellen konnte, mussten sie sofort ausgetrunken werden. Eines der Gläser wurde im Glatzer Heimatmuseum aufbewahrt.

Altermann
Vorsteher einer Zunft oder Gilde

altero die
am anderen Tag

Altersschwäche
Entkräftung, Schwäche, Alter, Marasmus senilis, Verfall, Debilitas, Abzehrung

Ä

Ältester
in einigen protestantischen Gemeinden: Pfarrer

A

Altfürer
Altgeselle, Ältester der Gesellschaft

Altgewander
Flickschneider, Altwender, auch: Altkleiderhändler

Altruismus
Altruismus (lateinisch alter ‚der andere‘) bedeutet im Allgemeinen Uneigennützigkeit, Selbstlosigkeit, durch Rücksicht auf andere gekennzeichnete Denk- und Handlungsweise. Der Begriff kann als ein Gegenbegriff zu Egoismus verwendet werden.

Altvordere
Ahnen, Vorfahren

Altwalker
Althändler, der altes Tuch walkt

Alumnat
Alumnat oder Alumneum (von lateinisch alumnus‚ Schüler, Zögling) ist eine historische Bezeichnung für Schulen mit Unterbringungsmöglichkeiten, vor allem an Gymnasien und höheren Schulen. Heute wird der Begriff Internat verwendet. In Österreich wird eine Einrichtung zur Ausbildung von Geistlichen als Alumnat bezeichnet.

ambo
beide

Amme
lat.: nutrix. Nährmutter. Eine Frauensperson, die, selbst Mutter, sich verdingt, um an ihrer Brust ein fremdes Kind zu nähren. Manchmal wurde die Amme nach dem Abstillen des Kindes als Kindermädchen weiter beschäftigt.

Anger
Anger oder Dorfanger bezeichnet ein meist grasbewachsenes Land oder einen Dorfplatz in Gemeinbesitz, der von allen Bewohnern der Stadt oder des Dorfes genutzt werden konnte (Allmende). Ort für Feste (z. B. Osterfeuer), für gemeinschaftliche Aktivitäten (Dorfbackofen, gemeinschaftliches Schlachten), Ratsversammlungen (Thing) oder Richtplatz.

Angst
als Krankheit: Beengung, Schmerz

Angsthäuser
Kolonie bei Mittelwalde

Anna Selbdritt
Darstellungen der heiligen Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind (Andachtsbilder). Selbdritt ist ein altes Wort für „als Teil einer Dreiergruppe“ oder auch „zu dritt“

Annexion
Anknüpfung, Annektierung, Anhängen. Zwangsweise Verbindung eines bisher fremden Gebietes mit dem eigenen Staatsgebiet. Die Okkupation (Besetzung) geht der Annexion in der Regel voraus.

anno currente
im laufenden Jahr

anno domini
(lat.) im Jahre des Herrn

ante meridien
vormittags

antecessor
Vorgänger

Arzt
Medicus, Bader, Physicus, Feldscher (Militär)

Ascensio Domini
Christi Himmelfahrt

Ä

Äscherer
Brenner von Holzasche (für Glashütten)

A

Asthma (bronchiale)
Atembeschwerden, Engbrüstigkeit, Dampf, böser Bradem (Brodem), Brustkiste, Keist, Kister, Stickfluß, Brustwassersucht

Ä

Ätze
Ätzmaler, Eisenätzer (z. B. für Rüstungen)

A

Ausgedinge
Ein Altenteil

Ausgedinger / Auszügler
Lebt im Ausgedinge (Altenteil)

Aussatz
Elephanten-Krankheit, Lepra, St. Jobst-Krankheit, Knollsucht, Masel- oder Miselsucht, Morve

B

babtisatus, babtisata
getauft

Bäcker
Pistor, Pistorius

Bader
Balneator

Bähschnitten
geröstete Brotscheiben

Bakel
Rohrstock, latein.: baculum = Stock, Stab. Im 19. Jhd. meist in der Schule verwendetes Züchtigungsinstrument. Mit dem Stock wurden Schläge auf die ausgestreckten Hände oder das Gesäß verabreicht.

Bandwurm
Nesselwurm

Bärberg
südlich von Lauterbach, 702m

Bärenstein
zwischen Hoher Eule und Hausdorfer Kreuz, 918m

Bauden
Bezeichnung für die schlesischen Gebirgs-Gasthäuser, z. B. Annabaude, Bismarckbaude, Adlerbaude, Brandbaude, Müllermaxbaude, usw. Beliebte Ausflugsziele meist mit rustikaler Übernachtungsmöglichkeit.

Bauer / Pauer
Ackerwirt, Landwirt, Landmann, lat: agricola oder rusticus

Bauerngutsbesitzer
Besitzer eines Gutes mit Landwirtschaft und anderen Erwerbszweigen von bäuerlichen Produkten

Baumölbier
Dünnbier mit dem Zugabe von Olivenöl (Baumöl), Zitronensaft und Gewürzen.

Beule
Blutgeschwulst, Knüttel

Bielendorfer Steinkoppe
westlich von Bielendorf, 890m

Bielenkoppe
südlich von Bielendorf, 1.033m

Bienenberg
nördlich von Heudorf, 884m

Bismarckkoppe
am linken Bieleufer bei Landeck, 534m

Bismarckturm
Auf der Hohen Eule (1.014m). 24m hoch. Erbaut 1905.

Blasewey
Kolonie von Kudowa

Blatter
Hautausschlag, Masern, Pocken

Bleichhäuser
Kolonie südlich von Neundorf

Blödigkeit
Kränklichkeit, Krankheit

Böhmischer Winkel
Bezirk nordwestlich von Reinerz, identisch mit dem "Hummelbezirk" bzw. dem "Lewiner Ländchen".

Born
Brunnen, Quelle oder Wasserstelle, mundart: Bärnla

Brachmond
Juni

Brummtopf
Volkstümliches Musikinstrument. Ein altes Fass ohne Deckel und Boden wurde mit Ziegenfellen bespannt und bunt bemalt. Durch Löcher in der Mitte der Felle wurde ein Seil gezogen. Durch das Hin- und Herziehen entstand ein brummendes Geräusch. Wurde bei "Umgängen" mitgeführt.

Brustwassersucht
Hydrothorax

Büchsenmacher
Büchsenschmied, lat.: bombardarum faber

Burggrabenberg
nördlich von Neudeck, 730m

C

Cantate
Singt, 4. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)

carbonarius
Köhler

cellerarius
Kellerer, Kellermeister, Kellereiamtmann

Christmond
Dezember

cj.
conjuges, conjugum = Ehegatten, Eheleute

claustrarius
Schlosser, Riegelmacher

coelebs, caelebs
ledig

commorantes in ...
wohnhaft in ...

conjunx, conjux
Gattin

contraxit matrimonium cum
schloss die Ehe mit

copuliert
getraut

Corpus Christi
(1) Fronleichnam, (2) (at. Leib Christi

cubicularius
Kammerdiener

culinarius
Koch, Küchenbediensteter

Cum clamarem
Als ich rief. 10. Sonntag nach Pfingsten

curator
Kurator, Vormund, Verwalter, Aufseher, Leiter

D

D.
dominus – als Namensvorsatz bei Pfarrern

Da pacem
Gib Frieden. 18. Sonntag nach Pfingsten

Depositium
Anvertrautes Gut, Verwahrgut

Depressionen
Melancholie, Trübsinn, Schwermut, verstopfte Milz, Milzsucht, Galle, schwarze, Schwarzgalligkeit

Deus in adiutorium
Oh Herr, komm mir zu Hilfe. 12. Sonntag nach Pfingsten

Deus in loco sancto
Gott an heiligem Ort. 11. Sonntag nach Pfingsten

Dicit Dominus I
Der Herr sagte I, 23. Sonntag nach Pfingsten

Dicit Dominus II
Der Herr sagte II, 24. Sonntag nach Pfingsten

dimittieren
(Aus dem Dienst) entlassen: einem Brautpaar, das in einem anderen Pfarrbezirk heiraten will, die Zustimmung erteilen. Es erhält ein „Dimissoriale“ (ein „Attest“, einen „Losbrief“) des örtlich zuständigen Pfarrers, worin dieser sein Einverständnis zur Vornahme der Trauung durch einen anderen Geistlichen erklärt.

Diphterie
Bräune, Halsbräune (wegen der lederartigen braunen Beläge im Kehlkopf und in der Luftröhre aus abgestorbener Schleimhaut und Blutbestandteilen), Halsenge, Krupp, Halsgichter, Hundswürger, "Würgeengel der Kinder". Infektionskrankheit der oberen Atemwege.

disparitas cultus
Ehe mit einem Ungetauften z. B. Juden

Dohlenberg
Berg und Kolonie bei Neuweistritz, 593m

Dom.
Dominica = Tag des Herrn, Sonntag

dominica (latein.)
Sonntag

Dominica Trinitatis
Sonntag der Dreieinigkeit, 1. Sonntag nach Pfingsten

Dominium
Herrschaft, Eigentum, Gut. Die Grundherrschaft und das Rittergut wurden 'Dominium' genannt. Es hatte die Oberaufsicht und das Verfügungsrecht über den Dorfanger mit Dorfstraße und Dorfteich, über die Grenzraine, Wege, Stege, Bäche, Flüsse und die sonstigen unbebauten Flecken der Dorfgemarkung nebst besonderen Rechten, deren wichtigste das Jagdrecht, das Fischereirecht und das Bier- und Branntweinmonopol waren. Dem Dominium gehörten innerhalb der Gemarkung umfangreiche Ländereien, die mit Hilfe dienstpflichtiger Knechte und Mägde und sonstiger Dienstleute sowie mit Hilfe der zu bestimmten Diensten verpflichteten Stellenbesitzer bewirtschaftet wurden.

Dominus fortitudo
Der Herr ist Kraft/Stärke. 6. Sonntag nach Pfingsten

Dominus illuminatio mea
Der Herr ist meine Erleuchtung, 4. Sonntag nach Pfingsten

domizilieren
wohnen

Donjon
Hauptturm einer Burg oder Festung (z. B. Glatz und Silberberg).

Dreihöfe
Kolonie bei Mittelwalde

Drohtbender
Drahtbinder, der in den Dörfern Drahtzäune und Drahtkörbe flickte

Druschma
Druschmer, Hochzeitsbitter, Hochzeitslader, Brautbitter, Huxtpeter, Oanwalt. Acht Tage vor der Hochzeit lud er Bekannte und Freunde des Brautpaares zur Hochzeit ein. Er trug einen schwarzen Anzug mit Zylinder, lange rote Seidenbänder schmückten Hut und Rock und einen Stab. Er war der Leiter der gesamten Feierlichkeiten und hielt Ansprachen beim Brautmahl.

Drüsen (Krankheit)
eiternde Geschwülste, Pestbeulen

Dum medium
Sonntag nach Weihnachten

Durchfall
kleine Not

Dusel, Düsel (Krankheit)
Pest, Typhus, Grippe

E

ebenda
(lat.:) ibidem, daselbst, an demselben Ort

Ecce, deus adiuvet
Siehe, Gott hilft. 9. Sonntag nach Pfingsten

Ehe
matrimonium

ejusdem huius
desselben Monats

Eltern
(lat.:) parentes

emisit spiritum
gab den Geist auf

Engelhäuser
Kolonie bei Albendorf

eodem
eodem anno = in selben Jahr, eodem mense = in selben Monat, eodem die = am selben Tag

Epilepsie
Jammer, Fallsucht, Fallübel, fallende Sucht, fallende Krankheit, schwere Not, Veitstanz, St. Valentins-Krankheit, Elend

Epiphanias
Fest der Erscheinung des Herrn, kath.: Heilige drei Könige

Ettich
Schwindsucht, Asthma

Eulengebirge
36 km langer, vorwiegend bewaldeter Gneisrücken vom Tal der Schweidnitzer Weistritz (Bystrzyca) bis zum Durchbruchstal der Glatzer Neiße (Nysa Kłodzka). Das Gebirge ist ein Bindeglied in der Sudetenkette vom Waldenburger zum Glatzer Bergland. Höchste Erhebung im Nordwesten, die Hohen Eule (Wielka Sowa), 1015 m. Haupterhebungen: Sonnenkoppe (Słoneczna), 952 m, Ascherkoppe (Popielak), 856 m, der Hohe Stein (Wysokie Skałki), 815 m, Strohhaube (Chochoł Wielki), 740 m, der "Donjon" der Festung Silberberg (Fort Rogowy), 686 m, und die Hügel von Wartha (Góry Bardzkie). Von der Hohen Eule bis nach Silberberg verläuft der Hauptwanderweg.

Euletal
Quertal von Ludwigsdorf ins Eulengebirge

Exaudi
Erhöre, 6. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Exaudi, Domine
Erhöre, Herr. 5. Sonntag nach Pfingsten

F

Factus est Dominus
Der Herr ist gemacht, 2. Sonntag nach Pfingsten

Familienname von Frauen
Bei Familiennamen von Frauen wird die Endung -in oder -en angehängt: z.B. Wagner -> die Wagnerin

Fäule (Krankheit)
Geschwürbildung, Krebsgeschwür, Kaat

Feuer (Krankheit)
Entzündung, Pocken, Scharlach

Fichtig
Kolonie bei Ludwigsdorf

Filia
Tochter. filiola = Töchterchen

Filius
Sohn (latein.). filiolus = Söhnchen

Finkenhübel
Kolonie bei Niedersteine

Fleckfieber
Fleckfieber, Kriegspest, Läusefieber, Läusefleckfieber, Lazarettfieber, ungarische Krankheit, Faulfieber. Infektion mit Bakterien, die durch Läuse übertragen wird.

Flickschuster
Altbüßer, Altbutzer, Altlapper, Altmacher, Altplacker, Altreis, Altreusz, Altflicker, später auch: Altwarenhändler

Florianberg
Berg bei Habelschwerdt. Um 1646 wurde auf dem Hopfenberg eine Florian(s)kapelle errichtet. Seitdem hieß der Berg Florian(s)berg. Der hl. Florian ist der Patron der Stadt. Der Holzbau wurde von 1724 bis 1725 durch eine neue Kapelle aus Stein ersetzt. Beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänge der Habelschwerdter Stadtbewohner.

Frais
Fraisen, Fraiß. Ein historischer, volksmedizinischer Begriff für schwere Krankheiten, die sich durch heftige Anfälle, Krämpfe, Fieber, Tobsucht und Zittern äußerten. Häufige Todesursache in Kirchenbüchern bei Kleinkindern. Die Ursachen wurden im Volksglauben oft in Angst, Schrecken oder dämonischen Kräften vermutet (abgeleitet von mittelhochdeutsch "vreise" für Not/Angst), während die medizinischen Gründe Infektionskrankheiten, Rachitis oder Mangelernährung waren, die zu Fieberkrämpfen führten. Schutzmaßnahmen waren "Fraisenketten" und "Frais-Briefe", die vor dem bösen Blick oder Dämonen schützen sollten.

Freigärtner
Besitzer einer Kleinbauernstelle mit landwirtschaftlichem Besitz, ohne Dienstpflichten (Robot) bei der Herrschaft

Freirichter / Freyrichter
Privilegierte Klasse von Grundbesitzern, die als Dritter Stand dem Glatzer Landtag angehörten

Friedhofsumgänge
Überdachte Umgänge an der Innenseite der Außenmauern von Friedhöfen. Besonderheit in Altwilmsdorf, Eisersdorf und Rengersdorf. An den Wänden waren Grabsteine, Bilder und Kreuzwegstationen u. ä. angebracht.

Fundation
Eine Stiftung, welche mit Hilfe eines Vermögens einen vom Stifter festgelegten Zweck verfolgt

G

Gärtner
Besitzer einer Kleinbauernstelle mit landwirtschaftlichem Besitz, meist hatten sie noch eine andere Tätigkeit (z.B. Handwerk). Es gab auch Robot- und Dreschgärtner, die zum Dienst bei ihrem Grundherrn verpflichtet waren.

Gelbgießer
Handwerker, der spezialisiert ist auf den Messingguss kleinerer Gegenstände

Gelbsucht
Gallsucht

Gelöbnistage
Danktag von vielen Ortschaften für zurückliegende Ereignisse wie z. B. Bewahrung vor der Pest, Hochwasser, Feuer, usw. Gelöbnisprozessionen gingen unter anderem nach Albendorf, Neundorf, Freiwalde oder Wartha, sowie Glatz (zur Mariensäule auf dem Ring). Habelschwerdt hatte eine Floriangelöbnisprozession.

gemini, geminae
Zwillinge

Gemmarius
von lat. gemma „Edelstein, Juwel“, Juwelier

Gerichtsgeschworener
Schöffe, Mitglied des Orts-/Dorfgerichtes

Gerinn (Krankheit)
Steinschmerzen, Gries

Geschwulst
Geschwür, Blärr, Blarre, Eiß, Kaule, Knoten

Gicht
St. Andreas-Krankheit, Rheuma, Podagra, Zipperlein, Schlagfluss, Fluss

Gichter (Krankheit)
Krämpfe, Pestanfall

Gläserberg
Östlich von Mittelwalde, 795m

Glatzer Kinderprozession
Im Jahr 1750 brach erneut die Pest aus. Glatzer Kinder veranstalteten Lichterprozessionen durch die Stadt mit dem Bild des Heiligen Franz, um das drohende Unheil abzuwenden.

Gliederkälte
Gelenkrheumatismus

Glöckner
lat.: campanator

Goldschmied
aurifaber

Grafschafter Bote
Im Herbst 1949 vom Schulrat und Alois Bartsch und dem Geistlichen Rat Georg Goebel gegründetes Mitteilungs- und Informationsblatt für die vertriebenen Grafschafter und ihre Nachkommen. Darin werden aktuelle, historische und persönliche Nachrichten und Aufsätze veröffentlicht. Erscheint in Lüdenscheid.

Groawebietern
Die Grab-Bitterin war meist eine ältere Frau, die mit einem Spruch oder einer gedruckten Todesanzeige von Haus zu Haus ging und die Nachbarn und Freunde des Verstorbenen zum Begräbnis einlud.

H

Häämte
mundart.: Heimat

Hagioskop
von gr. hagios=heilig und skopein= sehen, betrachten. Auch Lepraspalte, Pönitenzfenster oder Pestfenster genannt. Kleiner Mauerdurchbruch in einer Kirche. Durch dieses kleine Guckfenster konnten z. B. Leprakranke dem Gottesdienst bewohnen, ohne andere Gemeindemitglieder anzustecken. Durch die Öffnung konnte ihnen auch die geweihte Hostie hinausgereicht werden. Nach dem Ende der großen Lepra-Epidemien am Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Hagioskope meist zugemauert.

Härte (Krankheit)
Anschwellung, Geschwulst

Hauptfluß (Krankheit)
Nasenkatarrh, Stirnhöhleneiterung

Hausgenoß
Ohne Grundbesitz

Häusler
Hausbesitzer mit wenig Grund, meist nur mit einem Gemüsegarten (auch Chalupner, Kalupner genannt)

Hautausschlag
Räudigkeit, Raude, Aussatz, Krätze, Wassergalle

Henker
Scharfrichter, Abpeitscher, Abkürzer, Angstmann. Seit dem Mittelalter bezahlter berufsmäßiger Vollstrecker der Todesstrafe und anderer Gerichtsstrafen, sowie von Folterungen zur Erlangung von Geständnissen.

Herbstmond
September

Herrenpilz
Steinpilz

Herznot (Krankheit)
Herzkrampf

Heumond
Juli

heuntig
gegenwärtig, heutzutage

Hexenschuss
Speer

Hitze, böse
Fieber

Hornung
Februar

Hortulanus
von lat. hortus „Garten“, Gärtner

Husten, blauer
Keuchhusten, Pertussis, Stickhusten

I

impedimentum consanguinitatis
Ehehindernis der Blutsverwandtschaft.

impudica, praegnans
unehrenhaft, schwanger. Eheschließung, wenn die Braut bereits schwanger war.

in ecclesia parochiali
in der Pfarrkirche

In excelsio
In der Höhe, 1. Sonntag nach Epiphanias

in facie ecclesia
im Angesicht der Kirche

In nomine Jesu
Im Namen Jesu, Sonntag zwischen Neujahr und Epiphanias

in periculo mortis
ob mortis periculum, bei/wegen Lebensgefahr (bei einer Nottaufe)

in praesente
in Gegenwart von, in praesentibus (Plural)

In voluntate tua
Durch Deinen Willen. 21. Sonntag nach Pfingsten

Inclina, Domine
Neige, Herr. 15. Sonntag nach Pfingsten

infans
Kind

Infirmarius
von lat. infirmus „krank, schwach“, Krankenmeister, Spitalmeister

Influenza
Grippe, Pips, Zips, Bürzel, Flußfieber, Kehlfluß, Kopfwüstigkeit, Krips, Tannwäschel

Inwohner
Mieter in einer Wohnung oder in einem Haus

Ischias
Hüftweh

Iustus es, Domine
Du bist gerecht, Herr. 17. Sonntag nach Pfingsten

iuvenculi conj.
iuvenculi conjuges = versprochener Ehemann (Aufgebot erfolgt)

J

Jubilate
Jubelt, 3. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)

judex, iudex
von lat. ius und dico „Recht sprechen“, Richter

juvenis
junger Mann

K

Kaplan
Sacellanus, Capellan, Kaplan, Hilfspriester, capellanus

Kinderpocken
Barpel, Berpel

Kirchspiel
Der geografische Einzugsbereich einer Kirchengemeinde. Pfarrsprengel, Kirchsprengel

Kirchvater
Kirchenältester

Kolik
Bauchschmerzen, Bauchgrimmen, Leibschmerz, Kneif, Koolke

Kolonist /Colonist
Siedler, der in einer Kolonie wohnt, hat auch ggf. seinen Grund urbar gemacht hat

Kopfschmerz
Hauptnagel, Hirnfluß = neuralgischer Kopfschmerz

Krampf
Grimme, Kontraktur

Krankheit (allg.)
Leid, Letze

Krätze
Juck, Scharre

Krebs
Wurm, Busse, faules Fleisch, Gefreisch. Knochenkrebs: Knochenfraß, Gallfluß, Kancer, Geschwür, schlechte Krankheit, Noli me tangere = Rühr mich nicht an

Kretscham
Gastwirtschaft, Dorfgasthaus, manchmal auch Sitz des Ortsgerichtes (Gerichtskretscham)

Kretschmer
Gastwirt / Schänker / Schenker

Kropf
Balbina, Kruphals, Struma, Kelch

L

Lähmung
Gliederkrampf, Erstörung der Glieder

legit(imus), legit(ima)
ehelich

Leibzüchter
Historischer Begriff für einen Nutznießer auf Lebenszeit von z. B. Naturalien, Wohnraum oder Geldleistungen. Meist handelte es sich um eine Person, die sich auf ihr Altenteil zurückzog, aber weiterhin vom Nachfolger bzw. neuen Eigentümer des Bauernhofes versorgt wurde, in einem Nebengebäude wohnte und Gegenstände mitbenutzen durfte. Die Vereinbarung über die Bedingungen wurde oft schriftlich festgelegt.

Levans
Der erste Taufpate, der das Kind bei der Taufe hebt (lat. levare = erheben, aufrichten; trösten)

liber babtizatorum
Taufbuch

liber sepultorum
Begräbnisbuch

Lungenkatarrh
Lungen, erfrorene, kalte

M

Magenkatarrh
Magen, hitziger, kalter

maritus, marita
Gatte, Gattin

Masern
Kinderblattern, Kinderflecken, rote Flecken

Mechanische Geburt
Die Albendorfer "Mechanische Geburt", eine Krippenlandschaft, wurde von Longinus Wittig (1824 - 1895) erschaffen. Sie war 2,30m breit und 1,50m hoch. In der Mitte befand sich der Stall mit dem heiligen Paar, versunken in den Anblick des Kindes, das von zwei Engeln gewiegt wurde. Hunderte von Figuren belebten die Landschaft und die Stadt Bethlehem, darunter Hirten, Musikanten, Könige, Elefanten, Kamele, aber auch viele heimische Elemente. Viele davon wurden mechanisch bewegt. Dazu wurde ein schweres Gewicht mit einer Kurbel nach oben gezogen und setzte dann die mit Bändern und Schnüren verbundenen Figuren in Bewegung. Es war ein beliebter Anlaufpunkt während der Wallfahrt.

mense currente
im laufenden Monat

mensis
Monat

Mercator
Kaufmann, Händler

Miserere mihi
Erbarme Dich meiner. 16. Sonntag nach Pfingsten

Misericordia Domini
Barmherzigkeit des Herrn, 2. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)

mixta religio
Ehe mit Andersgläubigen

Mohkucha, Mohbabe
Mohnkuchen

Müller
Molitor, Molinarius

Musicus
Musiker, Musikant

Mutter
(lat.:) mater

Mutterkornvergiftung
Kriebelkrankheit, Krampfsucht Die Mutterkornvergiftung (Ergotismus) ist eine seltene, durch den Pilz Claviceps purpurea verursachte Intoxikation, die hauptsächlich über befallenes Getreide (Roggen) durch Mutterkornalkaloide ausgelöst wird. Sie führt zu schweren Krämpfen, Durchblutungsstörungen, Gangrän (Absterben von Gliedmaßen) und Halluzinationen, historisch bekannt als „Antoniusfeuer“

Mutuo eorum habito consensu
nach Erklärung des beiderseitigen Ehewillens

N

natus
geboren. renatus = wiedergeboren, getauft (daher stammt der Vorname Renate, ein getauftes Mädchen), denatus = gestorben

Neujahr
circumcisio Domini = Beschneidung des Herrn (Kirchenjahr)

Neustückner / Neustücker
Kolonist/Siedler, der ein neues Stück Land gerodet und bebaut hat

O

Obstetrix
Hebamme, Geburtshelferin

obtenta dispensatione
nach erlangtem Dispens. Erforderliche Erlaubnis bei Eheschließungen, bei denen die Ehepartner eng miteinander verwandt waren.

omnes
alle

Omnes gentes
Alle Völker. 7. Sonntag nach Pfingsten

Omnia quae fecisti
Alles, was du getan hast. 20. Sonntag nach Pfingsten

Omnis terra
Die ganze Welt, 2. Sonntag nach Epiphanias

Ostersonntag
Pascha oder Dominica Resurrectionis / Tag der Auferstehung des Herrn (ein Sonntag im Kirchenjahr)

P

p. m.
piae memoriae = frommen Angedenkens (für eine verstorbene Person)

p. t.
pro tempore = zeitweilig

Palmarum
Palmsonntag, 1. Sonntag vor Ostern. Domine ne longe / Herr, nicht lange

Passionssonntag
Judica / Richte (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Patene
Liturgisches Gefäß in Form einer flachen Schale, das bei der Feier der Eucharistie verwendet wird (Hostienschale).

Pentecoste
Pfingsten, lat. Dominica Pentecostes. Christliches Fest. Aussendung des Heiligen Geistes oder auch Ausgießung des Heiligen Geistes. Der Pfingstsonntag ist der 50. Tag der Osterzeit, also 49 Tage nach dem Ostersonntag, und kann zwischen dem 10. Mai (frühester Termin) und dem 13. Juni (spätester Termin) liegen.

per pedes apostolorum
Aus der Umgangssprache der Studenten des 18. Jahrhunderts. Latein. für "zu Fuß wie die Apostel", gleichbedeutend mit "auf Schusters Rappen". Es ist eine Anspielung auf die Apostel Jesu, die zu Fuß reisten. Apostelpferde ist eine scherzhafte Bezeichnung für Füße. Dieser Begriff ist noch älter und führte zu Redewendungen wie "die Apostelpferde anspannen" oder "auf dem Apostelpferd reiten".

Perpendikel
Uhrenpendel

Pest
Schwarzer Tod, Würgeengel, Beulenpest, Hünsch, Kog(e), Seuche, Kontagion

Petschirstecher
Ein Beruf - man fertigte Petschaften/Siegelstempel um z. B. Briefe zu siegeln

Pfarrer
Parochus, rector ecclesiae

Plage
Pest, Syphilis, Wechselfieber

postmodum ligitimatus
bald darauf legitimiert

proles
Nachkomme

Protector noster
Unser Beschützer. 14. Sonntag nach Pfingsten

Pyxis
Plural: Pyxiden. Kleines liturgisches Gefäß, meist kostbar verziert, in dem konsekrierte Hostien im Tabernakel aufbewahrt werden. In ihnen werden auch durch den Priester oder Kommunionhelfer die Hostie für die Krankenkommunion und die Sterbekommunion (Viaticum) transportiert.

Q

Quinquagesima
Esto mihi / Sei mir (ein Sonntag im Kirchenjahr)

R

R. D.
Reverendi Domini = Hochwürdiger Herr

Respice in me
Sieh auf mich, 3. Sonntag nach Pfingsten

Respice, Domine
Sieh, Herr. 13. Sonntag nach Pfingsten

Resurrectio
Ostern, latein. für Auferstehung

Riesel
Masern, Scharlach

Rogate
Betet, 5. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Ruhr
Blutfluß, Blutlauf, Blutgang, Durchlauf, flechtende Krankheit, Ruhrepidemie = Landlauf

S

Salus populi
Das Heil des Volkes. 19. Sonntag nach Pfingsten

Salzversilberer
Ein kaiserlicher Beamter, der den Salzhandel verwaltete, ferner verstand man darunter auch einen im Salzhandel tätigen Einzelhändler

Schenker, Schänker, Schankwirt
Ein Gastwirt, der für das Ausschenken von Getränken, insbesondere Wein oder Bier, zuständig war.

Scherflein
Die Redewendung "Sein Scherflein zu etwas beitragen" geht auf Luthers Bibelübersetzung zurück. Damit gemeint ist die Leistung eines kleinen, aber anerkennenswerten Beitrags gemeint. Ein Scherf war eine kleine, vom Mittelalter bis ins 18. Jhd. z. B. in Erfurt gebräuchliche Münze im Wert von ca. 1/2 Pfennig.

Schlickermilch
in anderen Gegenden auch Schlottermilch. Die Milch wird, nachdem der Rahm abgeschöpft wurde, ohne die Zugabe von Hilfsmitteln sauer und eingedickt. Oft als Mahlzeit für Kinder und das Gesinde.

Schol(t)ze / Gerichtsschol(t)ze
Ortsvorsteher

Schüttelfrost
Fieber, Beutelmann, Wechselfieber, Kalte, Kaltweh, Kartanie

Schwindel (Krankheit)
Trumsel

Septuagesima
Circumdederunt / sie haben umgeben (ein Sonntag im Kirchenjahr)

sepultus est
ist begraben worden

Sexagesima
Ex surge / Erhebe Dich (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Si iniquitates
Wenn Sünden. 22. Sonntag nach Pfingsten. Aus dem bekannten Psalm 130 (De profundis), Vers 3 (in der Vulgata Psalm 129, 3): "Si iniquitates observaveris, Domine, Domine, quis sustinebit?" Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, / Herr, wer könnte bestehen?

Silberschmied
lat.: argentifaber

Skorbut
Skorbut ist eine schwere Mangelerkrankung, die durch langfristigen Vitamin-C-Mangel (Ascorbinsäure) entsteht. Sie führt zu gestörter Kollagenbildung, was sich durch Zahnfleischbluten, Zahnverlust, Müdigkeit, Hautblutungen und schlechte Wundheilung äußert. Die Krankheit tritt meist nach 2–4 Monaten ohne frische Vitamin-C-Zufuhr auf und ist durch eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse gut heilbar. Mundfäule, Scharbock

Sonnenstich
Sonnenschuß, Hauptschuß

Sonntag, weißer
1. Sonntag nach Ostern, im allgemeinen der Tag, an dem die katholischen Kinder im Alter von 9 Jahren zur Erstkommunion gehen. Quasi modo geniti / Wie Kinder (ein Sonntag im Kirchenjahr)

Speilhobler
Handwerker, der aus Holz Wurstspeile herstellte, die man zum Verschließen des Wurstzipfels benötigte. Eine verbreitete Heimarbeit, bei der oft die ganze Familie einbezogen wurde..

sponsa
(lat.), Braut, Gattin

sponsus
(lat.), Bräutigam, Gatte

spurius
(lat.) unehelich

St.-Antoni-Rache
Pestbeule, Rotlauf, böse Flecken

Stellenbesitzer
Hat Grundbesitz, kann Bauer, Gärtner oder Häusler sein

Stotterer
Stammler, Balbus

Stückmann
Ein Bauer, dessen Grundbesitz in einzelnen Stücken im Ort verstreut ist (kein zusammenhängender Besitz), insbesondere im Raum Habelschwerdt zu finden.

subito mortuus est
plötzlich verstorben (ohne priesterlichen Beistand)

Summersunntich
Sommersingen am vierten Fasten- und Passionssonntag im Frühjahr, auch Sonntag Laetare genannt

Suscepimus
Wir erdulden. 8. Sonntag nach Pfingsten

Sutor
Schuster

Syphilis
Franzosenkrankheit. Infektionskrankheit, die meist nach dem Durchzug von Soldaten in einem Ort auftrat.

T

Tabakspinner
auch Tobackspinner (Beruf). Die Tabakblätter werden zu einem langen Strang zusammengedreht und für den Verkauf zu einer Rolle aufgewickelt.

Taufpaten
(lat.:) levantes, patrinus=Pate, matrinus=Patin

Taverne
Gasthaus, Weinschenke, auch: Taberne

Testes
Zeugen (latein.)

Tierarzt
Veterinarius

Tobsucht
Wutanfall, Zornkrankheit

Toopstricker
auch Topfstricker genannt. In der Gegend um Altweistritz war das "Kittmannla" bekannt. Ein Männchen mit langem Bart. Zerschlagene Bunzeltöpfe umstrickte man mit einem Drahtgeflecht, wobei ein haltbarer Kitt verwendet wurde. Der Gewerbetreibende dieser Art war der "Toopstricker".

Torment
jede zum Tode führende Kinderkrankheit

tribus proclamationibus
nach dreimaliger Aufbietung/Verkündigung

Tuberkulose
Schwindsucht, Auszehrung, Dörrsucht, Dürre, zehrendes Fieber, Abmagerung

Typhus
Brand, Faulfieber, hitziges Fieber, Gallenfieber, hitzige Krankheit, Schleimfieber, Blutstuhl

U

Uxor
Ehefrau, Gattin (latein.)

V

Vas
Im Kirchenbuch: Bürge, Gewährsmann (weitere latein. Bedeutungen: Gefäß, Behälter, Geschirr, Werkzeug)

verstorben
(lat.:) defunctus /defuncta est, obiit, mortuus /mortua est

vgo.
virgo = Jungfrau

Viatikum
lat.: Reise- bzw. Zehrgeld, Wegzehrung 1) Dem Sterbenden gereichte letzte Kommunion 2) Reisegeld für einen Soldaten oder fahrenden Handwerker

vicarius
Vikar

vilicus
Gärtner, Verwalter

virgo
Jungfrau, junge Frau

Vorwerker
Wohnte am Außenwerk einer Festung, oder auf einem abseits liegenden Hof oder Bauerngut

W

Weihnachten
Christfest, 25. Dezember, Navitas Domini = Geburt des Herrn

weiland
Person lebt nicht mehr, bereits verstorben (Abkürzung weil. oder weyl.)

Weinmond
Oktober

Winzer
Vinitor, von lat. vīnum „Wein“

Wittib / Wittiber
Witwe / Witwer (Abkürzung Wwe., Wwr.). Lat.: viduus, vidua

Wonnemond
Mai

Wüstung
Ort einer verlassenen Siedlung oder Wirtschaftsfläche. Manche Ortschaften wurden nach der Zerstörung in Kriegszeiten oder Entvölkerung durch Krankheiten (Pest) nicht wieder aufgebaut.

X

Xbris
Decembris - Monat Dezember

Xtian
Christian

Xtine
Christine

Xtoph
Christoph - Vorname

Z

Zungenlähmung
Zeichen für leichten Schlaganfall


Übermittle ein Begriff