1. AdventAd te levavi = zu Dir habe ich erhoben
1. FastensonntagInvocabit / Er hat hineingerufen (ein Sonntag im Kirchenjahr)
10berMonat Dezember, 10bris, Xber, Xbris
2. AdventPopulus Sion = Das Volk Zion
2. FastensonntagReminiscere / Gedenke (ein Sonntag im Kirchenjahr)
3. AdventGaudete = Freuet Euch
3. FastensonntagOculi / Augen (ein Sonntag im Kirchenjahr)
4. AdventRorate, coeli = Tauet, (ihr) Himmel
4. FastensonntagLaetare / Freue dich (ein Sonntag im Kirchenjahr)
7berSeptember, Septembris, 7bris
a. u. s.actum ut supra: geschehen wie oben verhandelt bzw. beschrieben
aasenVerschwenderisch mit etwas umgehen, schlecht wirtschaften (mit Geld, Lebensmitteln, Material, etc.).
AbbauerPächter mit kleinem Eigenbesitz, Neusiedler, zweiter Sohn, der vom Hofe abbaut
AbbitteDie Bitte um Vergebung eines begangenen Fehlers oder Unrechts. Abbitte leisten. Sich entschuldigen.
AbdeckerAbstreifer, Schinder, Wasenmeister, Nachrichter. Personen, die verendetes Vieh wegschaffen, abhäuten und einscharren mussten. Der Arbeitsplatz der Abdecker, meist auch ihre Wohnstelle, war die Abdeckerei oder Wasenmeisterei. Die Tierkörperverwertung lieferte Produkte wie Fette (zur Herstellung von Lampentalg und Seife), Leim, Knochen und Knochenmehl, Felle, Tierhäute zur Herstellung von Leder und Viehfutter.
AbdikationDie Abdikation (latein. abdicare: verzichten, zurücktreten, abdanken), auch Abdankung oder Renunziation genannt, ist der förmliche Verzicht auf ein öffentliches Amt durch den Inhaber, insbesondere der Thronverzicht eines Monarchen.
Abendland Der Begriff "Abendland" ergab sich aus der früheren Vorstellung von Europa als dem westlichsten, und damit der untergehenden Abendsonne am nächsten gelegenen Erdteil. Die Länder in der Richtung der Morgensonne, bzw. aufgehenden Sonne, wurden als Orient bezeichnet (von latein. oriens für aufgehend).
AbentürerHändler mit Luxuswaren, Juwelenhändler
AberredeGegenrede. Rede und Aberrede, also eine Verhandlung im Dialog.
AbervaterGroßvater (~ noch einmal Vater). Aberurahnherr = Ururgroßvater
aberwitzigabsurd, nicht bei Sinnen, unverständig, geisteskrank
AbheimischkeitAbwesenheit von der Heimat
abholdVeraltete für abgeneigt, wenig begeistert, lustlos, ungern, unwillig, oder widerstrebend. Das Gegenteil ist hold, jemandem hold sein, jemandem zugetan sein, ihn/sie mögen, gern haben.
AbkiesungRücktritt vom Amt
AblaßkrämerAblasshändler. Verkauf der Vergebung von Sünden gegen Geld. Ein vollkommener Ablass ist ein Erlass sämtlicher Sündenstrafen, was im Fall des Todes unmittelbar in den Himmel führt. Ein unvollkommener Ablass ist ein teilweiser Erlass der Sündenstrafen, die Zeit in der Hölle wird also verringert.
AbnahmemannAbschiedsmann; Altenteiler; Altsitzer; Bauer im Ausgedinge, nach Übergabe des Anwesens an seinen Sohn; Nutznießer des Altenteils
AbortAbtritt, Kommodität, Klosett, WC
AbrahamitenordenEin am 30.09.1861 von Grafschafter Pfarrern im Alter von über 50 Jahren gegründeter Geselligkeitsverein. Die letzte Sitzung fand am 15.02.1945 statt. Die Protokolle der Sitzungen wurden in einem dicken Buch gesammelt. Ein neuer Kandidat musste sich vor der Aufnahme einer theologischen Prüfung unterziehen. Anschließend erhielt er bei einem guten Mittagessen einen Stab, ein Ordensband und ein Bild Abrahams vom zuletzt aufgenommenen Mitglied überreicht.
Der Vorläufer dieses "Ordens" war der "Maarsog-Orden" (Mär-Sack, von maaren = flunkern).
AcciseAkzise, Accise (französisch) oder Accis (lateinisch). Indirekte Steuer, in der Regel eine Verbrauchssteuer beziehungsweise ein Binnenzoll. Akzisen wurden auf Grundnahrungsmittel (z. B. Roggen, Weizen, Hopfen oder anderes Getreide beziehungsweise Mehl), auf Lebensmittel (Zucker, Salz, Fett, Fleisch), Genussmittel (Tabak, Kaffee, Tee, Bier, Sekt), auf Vieh o. ä. erhoben.
AchillesfelsenAussichtspunkt. 580m bei Bad Landeck, Kreis Habelschwerdt, auf dem Weg nach dem Schollenstein.
Acht SeligkeitenKolonie in der Nähe von Pohldorf aus einzelnen, hintereinander stehenden Häusern bestehend.
AchthäuserKolonie am Kammweg zum Königswalder Spitzberg (755m), Kreis Neurode.
AchtmannAchtsmann"
1) gerichtlicher Taxator, 2) Wahlherr
ad actalateinische Phrase aus der Amtsprache, etwas "zu den Akten legen", eine Sache ist erledigt
AdelheidquelleRadiumhaltige Quelle. Am Großen Schneeberg in unmittelbarer Nähe der Quarklöcher und des Liechtensteinschutzhauses.
AdjunktEin Adjunkt (von lateinisch adiunctus „angebunden“) ist ein beigeordneter Gehilfe oder Assistent, besonders im Verwaltungs-, Forst- oder Kirchendienst.
AdlatusEin Gehilfe, ein Helfer oder ein Beistand. Er ist vergleichbar mit dem Adjutanten im militärischen Sprachgebrauch.
AdlergebirgeAuch Böhmischer Kamm genannt. Verlauf westlich parallel zum Habelschwerdter Gebirge. Der nördliche Teil (Hohe Mense, 1084m) liegt innerhalb der Grafschaft Glatz. Der überwiegende Teil (40km) liegt jenseits der Landesgrenze.
AdlerkoppeWestlich von Altheide gelegener Berg (533m).
adm. D.admirabilis Dominuus = Bewundernswerter Herr
Adorate Adorate I / Betet an I: 3. Sonntag nach Epiphanias,
Adorate II / Betet an II: 4. Sonntag nach Epiphanias,
Adorate III / Betet an III: 5. Sonntag nach Epiphanias,
Adorate IV / Betet an IV: 6. Sonntag nach Epiphanias,
adulescentulusJüngling, junger Mann
Aelurius, GeorgiusEin aus Frankenstein stammender Chronist (1596 – 1627). Georgius Aelurius hieß eigentlich Georg Katschker. Er latinisierte, wie es damals üblich war, seinen Nachnamen und legte dabei das altgriechische Wort für Katze (Ailouros) zugrunde, die er als den Ursprung seines Namens vermutete. Er war ein Prediger der Reformation in Glatz und in seinen beiden letzten Lebensjahren Rektor der Stadtschule in Frankenstein. Autor der "Glaciographia oder Glätzische Chronica".
aetatis suaeseines Alters
dierum ... : ... Tage
mensium ... : ... Monate
annorum ... : ... Jahre
AffengießerGießer von Handwasserfässern, Bütten, Taufbecken, Weihrauchgefäßen, auch kleinerer Glocken, u. ä.
AgendeEine Agende (von lat. agere = handeln) ist ein liturgisches Buch im evangelischen Bereich, das die Gottesdienstordnung, Riten, Gebete und Texte für den Hauptgottesdienst sowie für Amtshandlungen wie Taufe, Trauung und Bestattung enthält. Sie beschreibt, was Liturg und Gemeinde tun, z. B. aufstehen, beten oder singen.
AgentKonsul, diplomatischer Vertreter
Agent, öffentlicherRechtsgelehrter mit beschränkten Befugnissen, zwischen Notar und Anwalt stehen (in Österreich)
AgnatEin Agnat (von lateinisch agnatus „der Hinzu-/Nachgeborene“) ist ein männlicher Verwandter, der ausschließlich über die männliche Linie (Vater, Großvater) mit einer anderen Person verwandt ist. Diese Form der Verwandtschaft, die Agnation, war besonders im römischen Recht und im historischen Adels-Erbrecht entscheidend.
AgnesfeldAgnesfeld, kleines Dorf bei Stolzenau, entstanden aus dem Vorwerk ,Zimmerei’, das 1789 angelegt, 1795 vom Besitzer Reichsgraf von Schönaich aufgeteilt, ausgebaut und nach seiner Tochter Agnes benannt wurde.
AgtfischerBernsteinfischer
AhleEine Ahle, oder Pfriem ist ein einfaches Werkzeug mit dessen Hilfe Löcher in verschiedene Materialien gestochen werden können. Es wird beispielsweise von einem Schuster genutzt, um Löcher in Leder zu machen, um anschließend mehrere Schichten zusammennähen zu können.
AhnenpassBezeichnung für ein Heft mit Vordrucken für Abschriften von Geburts-, Tauf- und Heiratsurkunden der Eltern, Großeltern, und weiterer Vorfahren, das jeder im Dritten Reich erstellen musste, um den sogenannten »Arier-Nachweis« zu erbringen. Meist eine ergiebige Quelle für den Familienforscher.
AktriceIm Alltagsgebrauch wird manchmal ein Bühnenschauspieler als Akteur bezeichnet. Die veraltete weibliche Form ist Aktrice. Der Begriff wird heute meist abwertend verwendet und der Schauspielerin mangelndes Talent unterstellt.
AlbaquelleSie entspringt auf dem Kamm des Adlergebirges am Südhang der Hohen Mense in 1.048 m ü. M. dicht an der polnischen Grenze und fließt an der Schierlichmühle vorbei und durch Deschnei nach Böhmen. Die Bělá (deutsch Alba, auch Albabach) ist ein rechter Zufluss der Wilden Adler (tschechisch Divoká Orlice) in Tschechien.
AllgäuerFrachtfuhrmann, nach den bekannten Gutfertigern aus dem Allgäu benannt
AllmendeGemeindegut. Die Allmenden (auch Allmanden aus dem Mittelhochdeutschen "was allen gemein ist") waren ein Grundstück oder Land, das von den Bewohnern einer Gemeinde gemeinschaftlich genutzt werden durfte, in der Regel auf Weide, Forstwirtschaft oder Ackerbau beschränkt.
AllmendherrAllmendpfleger,
Ratsherr, dem die Aufsicht über die Allmende obliegt
AllodAls Allod oder Allodium bezeichnete man im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Recht ein Eigentum (fast immer Land oder ein Stadtgrundstück oder -anwesen), über das der Eigentümer frei verfügen konnte. Eigentümer konnten sowohl freie Bauern als auch Adelige oder Fürsten sein.
Allode waren frei vererbbar, auch an Töchter, während Lehen beim Aussterben einer Familie im Mannesstamm an den Lehnsherrn zurückfielen.
Alma MaterAlma Mater (von lateinisch alma nährend, gütig und mater Mutter) ist eine Bezeichnung für Universitäten.
AlmanachEin Almanach ist ein jährlich erscheinendes Nachschlagewerk, das Kalenderdaten mit astronomischen Informationen, Wetterberichten, Statistiken oder literarischen Texten verbindet.
Almanach (mittelniederländisch almanag aus mittellateinisch almanachus = „Kalender mit astronomischen und meteorologischen Texten“).
Ursprünglich war es ein Kalender mit praktischen Ratschlägen (ab 15. Jh.), er entwickelte sich aber zu illustrierten Jahrbüchern, literarischen Anthologien oder Verlagsverzeichnissen.
AlpAngstzustand, Alpdruck, Nachschaden
AltaristEin Altarist ist ein katholischer Priester, der eine Pfründe (einen festen Einkommensposten) hat, die mit einem bestimmten Altar verbunden ist. Er liest nur die heilige Messe, meist zum Seelenheil Verstorbener, ist aber nicht mit weiteren seelsorgerischen Aufgaben betraut. Sein Einkommen wurde durch die Erlöse der Altarstiftungen gedeckt oder von einer Privatperson, meist einem Adligen, garantiert.
Alte HackeEin Freundschaftsbund älterer Akademiker aller Fakultäten. Die bei den Zusammenkünften verwendeten Trinkgläser hatten die Form einer Hacke. Da man sie nicht abstellen konnte, mussten sie sofort ausgetrunken werden. Eines der Gläser wurde im Glatzer Heimatmuseum aufbewahrt.
AltermannVorsteher einer Zunft oder Gilde
AltersschwächeEntkräftung, Schwäche, Alter, Marasmus senilis, Verfall, Debilitas, Abzehrung
Ältesterin einigen protestantischen Gemeinden: Pfarrer
AltfürerAltgeselle, Ältester der Gesellschaft
AltgewanderFlickschneider, Altwender, auch: Altkleiderhändler
AltruismusAltruismus (lateinisch alter ‚der andere‘) bedeutet im Allgemeinen Uneigennützigkeit, Selbstlosigkeit, durch Rücksicht auf andere gekennzeichnete Denk- und Handlungsweise. Der Begriff kann als ein Gegenbegriff zu Egoismus verwendet werden.
AltvordereAhnen, Vorfahren
AltwalkerAlthändler, der altes Tuch walkt
AlumnatAlumnat oder Alumneum (von lateinisch alumnus‚ Schüler, Zögling) ist eine historische Bezeichnung für Schulen mit Unterbringungsmöglichkeiten, vor allem an Gymnasien und höheren Schulen. Heute wird der Begriff Internat verwendet. In Österreich wird eine Einrichtung zur Ausbildung von Geistlichen als Alumnat bezeichnet.
Ammelat.: nutrix. Nährmutter. Eine Frauensperson, die, selbst Mutter, sich verdingt, um an ihrer Brust ein fremdes Kind zu nähren. Manchmal wurde die Amme nach dem Abstillen des Kindes als Kindermädchen weiter beschäftigt.
AngerAnger oder Dorfanger bezeichnet ein meist grasbewachsenes Land oder einen Dorfplatz in Gemeinbesitz, der von allen Bewohnern der Stadt oder des Dorfes genutzt werden konnte (Allmende). Ort für Feste (z. B. Osterfeuer), für gemeinschaftliche Aktivitäten (Dorfbackofen, gemeinschaftliches Schlachten), Ratsversammlungen (Thing) oder Richtplatz.
Angstals Krankheit: Beengung, Schmerz
AngsthäuserKolonie bei Mittelwalde
Anna SelbdrittDarstellungen der heiligen Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind (Andachtsbilder). Selbdritt ist ein altes Wort für „als Teil einer Dreiergruppe“ oder auch „zu dritt“
AnnexionAnknüpfung, Annektierung, Anhängen. Zwangsweise Verbindung eines bisher fremden Gebietes mit dem eigenen Staatsgebiet. Die Okkupation (Besetzung) geht der Annexion in der Regel voraus.
anno currenteim laufenden Jahr
anno domini(lat.) im Jahre des Herrn
ArztMedicus, Bader, Physicus, Feldscher (Militär)
Ascensio DominiChristi Himmelfahrt
ÄschererBrenner von Holzasche (für Glashütten)
Asthma (bronchiale)Atembeschwerden, Engbrüstigkeit, Dampf, böser Bradem (Brodem), Brustkiste, Keist, Kister, Stickfluß, Brustwassersucht
ÄtzeÄtzmaler, Eisenätzer (z. B. für Rüstungen)
Ausgedinger / AuszüglerLebt im Ausgedinge (Altenteil)
AussatzElephanten-Krankheit, Lepra, St. Jobst-Krankheit, Knollsucht, Masel- oder Miselsucht, Morve
babtisatus, babtisatagetauft
Bähschnittengeröstete Brotscheiben
BakelRohrstock, latein.: baculum = Stock, Stab. Im 19. Jhd. meist in der Schule verwendetes Züchtigungsinstrument. Mit dem Stock wurden Schläge auf die ausgestreckten Hände oder das Gesäß verabreicht.
Bärbergsüdlich von Lauterbach, 702m
Bärensteinzwischen Hoher Eule und Hausdorfer Kreuz, 918m
BaudenBezeichnung für die schlesischen Gebirgs-Gasthäuser, z. B. Annabaude, Bismarckbaude, Adlerbaude, Brandbaude, Müllermaxbaude, usw. Beliebte Ausflugsziele meist mit rustikaler Übernachtungsmöglichkeit.
Bauer / PauerAckerwirt, Landwirt, Landmann, lat: agricola oder rusticus
BauerngutsbesitzerBesitzer eines Gutes mit Landwirtschaft und anderen Erwerbszweigen von bäuerlichen Produkten
BaumölbierDünnbier mit dem Zugabe von Olivenöl (Baumöl), Zitronensaft und Gewürzen.
BeuleBlutgeschwulst, Knüttel
Bielendorfer Steinkoppewestlich von Bielendorf, 890m
Bielenkoppesüdlich von Bielendorf, 1.033m
Bienenbergnördlich von Heudorf, 884m
Bismarckkoppeam linken Bieleufer bei Landeck, 534m
BismarckturmAuf der Hohen Eule (1.014m). 24m hoch. Erbaut 1905.
BlaseweyKolonie von Kudowa
BlatterHautausschlag, Masern, Pocken
BleichhäuserKolonie südlich von Neundorf
BlödigkeitKränklichkeit, Krankheit
Böhmischer WinkelBezirk nordwestlich von Reinerz, identisch mit dem "Hummelbezirk" bzw. dem "Lewiner Ländchen".
BornBrunnen, Quelle oder Wasserstelle, mundart: Bärnla
BrummtopfVolkstümliches Musikinstrument. Ein altes Fass ohne Deckel und Boden wurde mit Ziegenfellen bespannt und bunt bemalt. Durch Löcher in der Mitte der Felle wurde ein Seil gezogen. Durch das Hin- und Herziehen entstand ein brummendes Geräusch. Wurde bei "Umgängen" mitgeführt.
BrustwassersuchtHydrothorax
BüchsenmacherBüchsenschmied, lat.: bombardarum faber
Burggrabenbergnördlich von Neudeck, 730m
CantateSingt, 4. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)
cellerarius Kellerer, Kellermeister, Kellereiamtmann
cj.conjuges, conjugum = Ehegatten, Eheleute
claustrarius Schlosser, Riegelmacher
commorantes in ...wohnhaft in ...
contraxit matrimonium cumschloss die Ehe mit
Corpus Christi(1) Fronleichnam, (2) (at. Leib Christi
cubicularius Kammerdiener
culinariusKoch, Küchenbediensteter
Cum clamaremAls ich rief. 10. Sonntag nach Pfingsten
curatorKurator, Vormund, Verwalter, Aufseher, Leiter
D.dominus – als Namensvorsatz bei Pfarrern
Da pacemGib Frieden. 18. Sonntag nach Pfingsten
DepositiumAnvertrautes Gut, Verwahrgut
DepressionenMelancholie, Trübsinn, Schwermut, verstopfte Milz, Milzsucht, Galle, schwarze, Schwarzgalligkeit
Deus in adiutoriumOh Herr, komm mir zu Hilfe. 12. Sonntag nach Pfingsten
Deus in loco sanctoGott an heiligem Ort. 11. Sonntag nach Pfingsten
Dicit Dominus IDer Herr sagte I, 23. Sonntag nach Pfingsten
Dicit Dominus IIDer Herr sagte II, 24. Sonntag nach Pfingsten
dimittieren(Aus dem Dienst) entlassen: einem Brautpaar, das in einem anderen Pfarrbezirk heiraten will, die Zustimmung erteilen. Es erhält ein „Dimissoriale“ (ein „Attest“, einen „Losbrief“) des örtlich zuständigen Pfarrers, worin dieser sein Einverständnis zur Vornahme der Trauung durch einen anderen Geistlichen erklärt.
DiphterieBräune,
Halsbräune (wegen der lederartigen braunen Beläge im Kehlkopf und in der Luftröhre aus abgestorbener Schleimhaut und Blutbestandteilen), Halsenge, Krupp, Halsgichter, Hundswürger, "Würgeengel der Kinder". Infektionskrankheit der oberen Atemwege.
disparitas cultusEhe mit einem Ungetauften z. B. Juden
DohlenbergBerg und Kolonie bei Neuweistritz, 593m
Dom.Dominica = Tag des Herrn, Sonntag
dominica (latein.)Sonntag
Dominica TrinitatisSonntag der Dreieinigkeit, 1. Sonntag nach Pfingsten
DominiumHerrschaft, Eigentum, Gut. Die Grundherrschaft und das Rittergut wurden 'Dominium' genannt. Es hatte die Oberaufsicht und das Verfügungsrecht über den Dorfanger mit Dorfstraße und Dorfteich, über die Grenzraine, Wege, Stege, Bäche, Flüsse und die sonstigen unbebauten Flecken der Dorfgemarkung nebst besonderen Rechten, deren wichtigste das Jagdrecht, das Fischereirecht und das Bier- und Branntweinmonopol waren.
Dem Dominium gehörten innerhalb der Gemarkung umfangreiche Ländereien, die mit Hilfe dienstpflichtiger Knechte und Mägde und sonstiger Dienstleute sowie mit Hilfe der zu bestimmten Diensten verpflichteten Stellenbesitzer bewirtschaftet wurden.
Dominus fortitudoDer Herr ist Kraft/Stärke. 6. Sonntag nach Pfingsten
Dominus illuminatio meaDer Herr ist meine Erleuchtung, 4. Sonntag nach Pfingsten
DonjonHauptturm einer Burg oder Festung (z. B. Glatz und Silberberg).
DreihöfeKolonie bei Mittelwalde
DrohtbenderDrahtbinder, der in den Dörfern Drahtzäune und Drahtkörbe flickte
DruschmaDruschmer, Hochzeitsbitter, Hochzeitslader, Brautbitter, Huxtpeter, Oanwalt. Acht Tage vor der Hochzeit lud er Bekannte und Freunde des Brautpaares zur Hochzeit ein. Er trug einen schwarzen Anzug mit Zylinder, lange rote Seidenbänder schmückten Hut und Rock und einen Stab. Er war der Leiter der gesamten Feierlichkeiten und hielt Ansprachen beim Brautmahl.
Drüsen (Krankheit)eiternde Geschwülste, Pestbeulen
Dum mediumSonntag nach Weihnachten
Dusel, Düsel (Krankheit)Pest, Typhus, Grippe
ebenda(lat.:) ibidem, daselbst, an demselben Ort
Ecce, deus adiuvetSiehe, Gott hilft. 9. Sonntag nach Pfingsten
ejusdem huiusdesselben Monats
emisit spiritumgab den Geist auf
EngelhäuserKolonie bei Albendorf
eodemeodem anno = in selben Jahr, eodem mense = in selben Monat, eodem die = am selben Tag
EpilepsieJammer, Fallsucht, Fallübel, fallende Sucht, fallende Krankheit, schwere Not, Veitstanz, St. Valentins-Krankheit, Elend
EpiphaniasFest der Erscheinung des Herrn, kath.: Heilige drei Könige
EttichSchwindsucht, Asthma
Eulengebirge36 km langer, vorwiegend bewaldeter Gneisrücken vom Tal der Schweidnitzer Weistritz (Bystrzyca) bis zum Durchbruchstal der Glatzer Neiße (Nysa Kłodzka). Das Gebirge ist ein Bindeglied in der Sudetenkette vom Waldenburger zum Glatzer Bergland. Höchste Erhebung im Nordwesten, die Hohen Eule (Wielka Sowa), 1015 m. Haupterhebungen: Sonnenkoppe (Słoneczna), 952 m, Ascherkoppe (Popielak), 856 m, der Hohe Stein (Wysokie Skałki), 815 m, Strohhaube (Chochoł Wielki), 740 m, der "Donjon" der Festung Silberberg (Fort Rogowy), 686 m, und die Hügel von Wartha (Góry Bardzkie). Von der Hohen Eule bis nach Silberberg verläuft der Hauptwanderweg.
EuletalQuertal von Ludwigsdorf ins Eulengebirge
ExaudiErhöre, 6. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)
Exaudi, DomineErhöre, Herr. 5. Sonntag nach Pfingsten
Factus est DominusDer Herr ist gemacht, 2. Sonntag nach Pfingsten
Familienname von FrauenBei Familiennamen von Frauen wird die Endung -in oder -en angehängt: z.B. Wagner -> die Wagnerin
Fäule (Krankheit)Geschwürbildung, Krebsgeschwür, Kaat
Feuer (Krankheit)Entzündung, Pocken, Scharlach
FichtigKolonie bei Ludwigsdorf
FiliaTochter. filiola = Töchterchen
FiliusSohn (latein.). filiolus = Söhnchen
FinkenhübelKolonie bei Niedersteine
FleckfieberFleckfieber, Kriegspest, Läusefieber, Läusefleckfieber, Lazarettfieber, ungarische Krankheit, Faulfieber. Infektion mit Bakterien, die durch Läuse übertragen wird.
FlickschusterAltbüßer, Altbutzer, Altlapper, Altmacher, Altplacker, Altreis, Altreusz, Altflicker, später auch: Altwarenhändler
FlorianbergBerg bei Habelschwerdt. Um 1646 wurde auf dem Hopfenberg eine Florian(s)kapelle errichtet. Seitdem hieß der Berg Florian(s)berg. Der hl. Florian ist der Patron der Stadt. Der Holzbau wurde von 1724 bis 1725 durch eine neue Kapelle aus Stein ersetzt. Beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänge der Habelschwerdter Stadtbewohner.
FraisFraisen, Fraiß. Ein historischer, volksmedizinischer Begriff für schwere Krankheiten, die sich durch heftige Anfälle, Krämpfe, Fieber, Tobsucht und Zittern äußerten. Häufige Todesursache in Kirchenbüchern bei Kleinkindern.
Die Ursachen wurden im Volksglauben oft in Angst, Schrecken oder dämonischen Kräften vermutet (abgeleitet von mittelhochdeutsch "vreise" für Not/Angst), während die medizinischen Gründe Infektionskrankheiten, Rachitis oder Mangelernährung waren, die zu Fieberkrämpfen führten. Schutzmaßnahmen waren "Fraisenketten" und "Frais-Briefe", die vor dem bösen Blick oder Dämonen schützen sollten.
FreigärtnerBesitzer einer Kleinbauernstelle mit landwirtschaftlichem Besitz, ohne Dienstpflichten (Robot) bei der Herrschaft
Freirichter / FreyrichterPrivilegierte Klasse von Grundbesitzern, die als Dritter Stand dem Glatzer Landtag angehörten
FriedhofsumgängeÜberdachte Umgänge an der Innenseite der Außenmauern von Friedhöfen. Besonderheit in Altwilmsdorf, Eisersdorf und Rengersdorf. An den Wänden waren Grabsteine, Bilder und Kreuzwegstationen u. ä. angebracht.
FundationEine Stiftung, welche mit Hilfe eines Vermögens einen vom Stifter festgelegten Zweck verfolgt
GärtnerBesitzer einer Kleinbauernstelle mit landwirtschaftlichem Besitz, meist hatten sie noch eine andere Tätigkeit (z.B. Handwerk).
Es gab auch Robot- und Dreschgärtner, die zum Dienst bei ihrem Grundherrn verpflichtet waren.
GelbgießerHandwerker, der spezialisiert ist auf den Messingguss kleinerer Gegenstände
GelöbnistageDanktag von vielen Ortschaften für zurückliegende Ereignisse wie z. B. Bewahrung vor der Pest, Hochwasser, Feuer, usw. Gelöbnisprozessionen gingen unter anderem nach Albendorf, Neundorf, Freiwalde oder Wartha, sowie Glatz (zur Mariensäule auf dem Ring). Habelschwerdt hatte eine Floriangelöbnisprozession.
Gemmariusvon lat. gemma „Edelstein, Juwel“, Juwelier
GerichtsgeschworenerSchöffe, Mitglied des Orts-/Dorfgerichtes
Gerinn (Krankheit)Steinschmerzen, Gries
GeschwulstGeschwür, Blärr, Blarre, Eiß, Kaule, Knoten
GichtSt. Andreas-Krankheit, Rheuma, Podagra, Zipperlein, Schlagfluss, Fluss
Gichter (Krankheit)Krämpfe, Pestanfall
GläserbergÖstlich von Mittelwalde, 795m
Glatzer KinderprozessionIm Jahr 1750 brach erneut die Pest aus. Glatzer Kinder veranstalteten Lichterprozessionen durch die Stadt mit dem Bild des Heiligen Franz, um das drohende Unheil abzuwenden.
GliederkälteGelenkrheumatismus
Grafschafter BoteIm Herbst 1949 vom Schulrat und Alois Bartsch und dem Geistlichen Rat Georg Goebel gegründetes Mitteilungs- und Informationsblatt für die vertriebenen Grafschafter und ihre Nachkommen. Darin werden aktuelle, historische und persönliche Nachrichten und Aufsätze veröffentlicht. Erscheint in Lüdenscheid.
GroawebieternDie Grab-Bitterin war meist eine ältere Frau, die mit einem Spruch oder einer gedruckten Todesanzeige von Haus zu Haus ging und die Nachbarn und Freunde des Verstorbenen zum Begräbnis einlud.
Hagioskopvon gr. hagios=heilig und skopein= sehen, betrachten. Auch Lepraspalte, Pönitenzfenster oder Pestfenster genannt. Kleiner Mauerdurchbruch in einer Kirche. Durch dieses kleine Guckfenster konnten z. B. Leprakranke dem Gottesdienst bewohnen, ohne andere Gemeindemitglieder anzustecken. Durch die Öffnung konnte ihnen auch die geweihte Hostie hinausgereicht werden. Nach dem Ende der großen Lepra-Epidemien am Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Hagioskope meist zugemauert.
Härte (Krankheit)Anschwellung, Geschwulst
Hauptfluß (Krankheit)Nasenkatarrh, Stirnhöhleneiterung
HausgenoßOhne Grundbesitz
HäuslerHausbesitzer mit wenig Grund, meist nur mit einem Gemüsegarten (auch Chalupner, Kalupner genannt)
HautausschlagRäudigkeit, Raude, Aussatz, Krätze, Wassergalle
HenkerScharfrichter, Abpeitscher, Abkürzer, Angstmann. Seit dem Mittelalter bezahlter berufsmäßiger Vollstrecker der Todesstrafe und anderer Gerichtsstrafen, sowie von Folterungen zur Erlangung von Geständnissen.
Herznot (Krankheit)Herzkrampf
heuntiggegenwärtig, heutzutage
Hortulanusvon lat. hortus „Garten“, Gärtner
Husten, blauerKeuchhusten, Pertussis, Stickhusten
impedimentum consanguinitatisEhehindernis der Blutsverwandtschaft.
impudica, praegnansunehrenhaft, schwanger. Eheschließung, wenn die Braut bereits schwanger war.
in ecclesia parochialiin der Pfarrkirche
In excelsioIn der Höhe, 1. Sonntag nach Epiphanias
in facie ecclesiaim Angesicht der Kirche
In nomine JesuIm Namen Jesu, Sonntag zwischen Neujahr und Epiphanias
in periculo mortisob mortis periculum, bei/wegen Lebensgefahr (bei einer Nottaufe)
in praesentein Gegenwart von, in praesentibus (Plural)
In voluntate tuaDurch Deinen Willen. 21. Sonntag nach Pfingsten
Inclina, DomineNeige, Herr. 15. Sonntag nach Pfingsten
Infirmariusvon lat. infirmus „krank, schwach“, Krankenmeister, Spitalmeister
InfluenzaGrippe, Pips, Zips, Bürzel, Flußfieber, Kehlfluß, Kopfwüstigkeit, Krips, Tannwäschel
InwohnerMieter in einer Wohnung oder in einem Haus
Iustus es, DomineDu bist gerecht, Herr. 17. Sonntag nach Pfingsten
iuvenculi conj.iuvenculi conjuges = versprochener Ehemann (Aufgebot erfolgt)
JubilateJubelt, 3. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)
judex, iudexvon lat. ius und dico „Recht sprechen“, Richter
KaplanSacellanus, Capellan, Kaplan, Hilfspriester, capellanus
KinderpockenBarpel, Berpel
KirchspielDer geografische Einzugsbereich einer Kirchengemeinde. Pfarrsprengel, Kirchsprengel
KirchvaterKirchenältester
KolikBauchschmerzen, Bauchgrimmen, Leibschmerz, Kneif, Koolke
Kolonist /ColonistSiedler, der in einer Kolonie wohnt, hat auch ggf. seinen Grund urbar gemacht hat
KopfschmerzHauptnagel, Hirnfluß = neuralgischer Kopfschmerz
Krankheit (allg.)Leid, Letze
KrebsWurm, Busse, faules Fleisch, Gefreisch. Knochenkrebs: Knochenfraß, Gallfluß, Kancer, Geschwür, schlechte Krankheit, Noli me tangere = Rühr mich nicht an
KretschamGastwirtschaft, Dorfgasthaus, manchmal auch Sitz des Ortsgerichtes (Gerichtskretscham)
Kretschmer Gastwirt / Schänker / Schenker
KropfBalbina, Kruphals, Struma, Kelch
LähmungGliederkrampf, Erstörung der Glieder
legit(imus), legit(ima)ehelich
LeibzüchterHistorischer Begriff für einen Nutznießer auf Lebenszeit von z. B. Naturalien, Wohnraum oder Geldleistungen. Meist handelte es sich um eine Person, die sich auf ihr Altenteil zurückzog, aber weiterhin vom Nachfolger bzw. neuen Eigentümer des Bauernhofes versorgt wurde, in einem Nebengebäude wohnte und Gegenstände mitbenutzen durfte. Die Vereinbarung über die Bedingungen wurde oft schriftlich festgelegt.
LevansDer erste Taufpate, der das Kind bei der Taufe hebt (lat. levare = erheben, aufrichten; trösten)
liber babtizatorumTaufbuch
liber sepultorumBegräbnisbuch
LungenkatarrhLungen, erfrorene, kalte
MagenkatarrhMagen, hitziger, kalter
maritus, maritaGatte, Gattin
MasernKinderblattern, Kinderflecken, rote Flecken
Mechanische GeburtDie Albendorfer "Mechanische Geburt", eine Krippenlandschaft, wurde von Longinus Wittig (1824 - 1895) erschaffen. Sie war 2,30m breit und 1,50m hoch. In der Mitte befand sich der Stall mit dem heiligen Paar, versunken in den Anblick des Kindes, das von zwei Engeln gewiegt wurde. Hunderte von Figuren belebten die Landschaft und die Stadt Bethlehem, darunter Hirten, Musikanten, Könige, Elefanten, Kamele, aber auch viele heimische Elemente. Viele davon wurden mechanisch bewegt. Dazu wurde ein schweres Gewicht mit einer Kurbel nach oben gezogen und setzte dann die mit Bändern und Schnüren verbundenen Figuren in Bewegung. Es war ein beliebter Anlaufpunkt während der Wallfahrt.
mense currenteim laufenden Monat
MercatorKaufmann, Händler
Miserere mihiErbarme Dich meiner. 16. Sonntag nach Pfingsten
Misericordia DominiBarmherzigkeit des Herrn, 2. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)
mixta religioEhe mit Andersgläubigen
Mohkucha, MohbabeMohnkuchen
MüllerMolitor, Molinarius
MutterkornvergiftungKriebelkrankheit, Krampfsucht
Die Mutterkornvergiftung (Ergotismus) ist eine seltene, durch den Pilz Claviceps purpurea verursachte Intoxikation, die hauptsächlich über befallenes Getreide (Roggen) durch Mutterkornalkaloide ausgelöst wird. Sie führt zu schweren Krämpfen, Durchblutungsstörungen, Gangrän (Absterben von Gliedmaßen) und Halluzinationen, historisch bekannt als „Antoniusfeuer“
Mutuo eorum habito consensunach Erklärung des beiderseitigen Ehewillens
natusgeboren. renatus = wiedergeboren, getauft (daher stammt der Vorname Renate, ein getauftes Mädchen), denatus = gestorben
Neujahrcircumcisio Domini = Beschneidung des Herrn (Kirchenjahr)
Neustückner / NeustückerKolonist/Siedler, der ein neues Stück Land gerodet und bebaut hat
ObstetrixHebamme, Geburtshelferin
obtenta dispensationenach erlangtem Dispens. Erforderliche Erlaubnis bei Eheschließungen, bei denen die Ehepartner eng miteinander verwandt waren.
Omnes gentesAlle Völker. 7. Sonntag nach Pfingsten
Omnia quae fecistiAlles, was du getan hast. 20. Sonntag nach Pfingsten
Omnis terraDie ganze Welt, 2. Sonntag nach Epiphanias
OstersonntagPascha oder Dominica Resurrectionis / Tag der Auferstehung des Herrn (ein Sonntag im Kirchenjahr)
p. m.piae memoriae = frommen Angedenkens (für eine verstorbene Person)
p. t.pro tempore = zeitweilig
PalmarumPalmsonntag, 1. Sonntag vor Ostern. Domine ne longe / Herr, nicht lange
PassionssonntagJudica / Richte (ein Sonntag im Kirchenjahr)
PateneLiturgisches Gefäß in Form einer flachen Schale, das bei der Feier der Eucharistie verwendet wird (Hostienschale).
PentecostePfingsten, lat. Dominica Pentecostes. Christliches Fest. Aussendung des Heiligen Geistes oder auch Ausgießung des Heiligen Geistes. Der Pfingstsonntag ist der 50. Tag der Osterzeit, also 49 Tage nach dem Ostersonntag, und kann zwischen dem 10. Mai (frühester Termin) und dem 13. Juni (spätester Termin) liegen.
per pedes apostolorumAus der Umgangssprache der Studenten des 18. Jahrhunderts. Latein. für "zu Fuß wie die Apostel", gleichbedeutend mit "auf Schusters Rappen". Es ist eine Anspielung auf die Apostel Jesu, die zu Fuß reisten. Apostelpferde ist eine scherzhafte Bezeichnung für Füße. Dieser Begriff ist noch älter und führte zu Redewendungen wie "die Apostelpferde anspannen" oder "auf dem Apostelpferd reiten".
PestSchwarzer Tod, Würgeengel, Beulenpest, Hünsch, Kog(e), Seuche, Kontagion
PetschirstecherEin Beruf - man fertigte Petschaften/Siegelstempel um z. B. Briefe zu siegeln
PfarrerParochus, rector ecclesiae
PlagePest, Syphilis, Wechselfieber
postmodum ligitimatusbald darauf legitimiert
Protector nosterUnser Beschützer. 14. Sonntag nach Pfingsten
PyxisPlural: Pyxiden. Kleines liturgisches Gefäß, meist kostbar verziert, in dem konsekrierte Hostien im Tabernakel aufbewahrt werden. In ihnen werden auch durch den Priester oder Kommunionhelfer die Hostie für die Krankenkommunion und die Sterbekommunion (Viaticum) transportiert.
QuinquagesimaEsto mihi / Sei mir (ein Sonntag im Kirchenjahr)
R. D.Reverendi Domini = Hochwürdiger Herr
Respice in meSieh auf mich, 3. Sonntag nach Pfingsten
Respice, DomineSieh, Herr. 13. Sonntag nach Pfingsten
ResurrectioOstern, latein. für Auferstehung
RogateBetet, 5. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)
RuhrBlutfluß, Blutlauf, Blutgang, Durchlauf, flechtende Krankheit, Ruhrepidemie = Landlauf
Salus populiDas Heil des Volkes. 19. Sonntag nach Pfingsten
SalzversilbererEin kaiserlicher Beamter, der den Salzhandel verwaltete, ferner verstand man darunter auch einen im Salzhandel tätigen Einzelhändler
Schenker, Schänker, SchankwirtEin Gastwirt, der für das Ausschenken von Getränken, insbesondere Wein oder Bier, zuständig war.
ScherfleinDie Redewendung "Sein Scherflein zu etwas beitragen" geht auf Luthers Bibelübersetzung zurück. Damit gemeint ist die Leistung eines kleinen, aber anerkennenswerten Beitrags gemeint. Ein Scherf war eine kleine, vom Mittelalter bis ins 18. Jhd. z. B. in Erfurt gebräuchliche Münze im Wert von ca. 1/2 Pfennig.
Schlickermilchin anderen Gegenden auch Schlottermilch. Die Milch wird, nachdem der Rahm abgeschöpft wurde, ohne die Zugabe von Hilfsmitteln sauer und eingedickt. Oft als Mahlzeit für Kinder und das Gesinde.
Schol(t)ze / Gerichtsschol(t)zeOrtsvorsteher
SchüttelfrostFieber, Beutelmann, Wechselfieber, Kalte, Kaltweh, Kartanie
Schwindel (Krankheit)Trumsel
SeptuagesimaCircumdederunt / sie haben umgeben (ein Sonntag im Kirchenjahr)
sepultus estist begraben worden
SexagesimaEx surge / Erhebe Dich (ein Sonntag im Kirchenjahr)
Si iniquitatesWenn Sünden. 22. Sonntag nach Pfingsten. Aus dem bekannten Psalm 130 (De profundis), Vers 3 (in der Vulgata Psalm 129, 3): "Si iniquitates observaveris, Domine, Domine, quis sustinebit?" Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, / Herr, wer könnte bestehen?
Silberschmiedlat.: argentifaber
SkorbutSkorbut ist eine schwere Mangelerkrankung, die durch langfristigen Vitamin-C-Mangel (Ascorbinsäure) entsteht. Sie führt zu gestörter Kollagenbildung, was sich durch Zahnfleischbluten, Zahnverlust, Müdigkeit, Hautblutungen und schlechte Wundheilung äußert. Die Krankheit tritt meist nach 2–4 Monaten ohne frische Vitamin-C-Zufuhr auf und ist durch eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse gut heilbar. Mundfäule, Scharbock
SonnenstichSonnenschuß, Hauptschuß
Sonntag, weißer1. Sonntag nach Ostern, im allgemeinen der Tag, an dem die katholischen Kinder im Alter von 9 Jahren zur Erstkommunion gehen. Quasi modo geniti / Wie Kinder (ein Sonntag im Kirchenjahr)
SpeilhoblerHandwerker, der aus Holz Wurstspeile herstellte, die man zum Verschließen des Wurstzipfels benötigte. Eine verbreitete Heimarbeit, bei der oft die ganze Familie einbezogen wurde..
sponsa(lat.), Braut, Gattin
sponsus(lat.), Bräutigam, Gatte
St.-Antoni-RachePestbeule, Rotlauf, böse Flecken
StellenbesitzerHat Grundbesitz, kann Bauer, Gärtner oder Häusler sein
StottererStammler, Balbus
StückmannEin Bauer, dessen Grundbesitz in einzelnen Stücken im Ort verstreut ist (kein zusammenhängender Besitz), insbesondere im Raum Habelschwerdt zu finden.
subito mortuus estplötzlich verstorben (ohne priesterlichen Beistand)
SummersunntichSommersingen am vierten Fasten- und Passionssonntag im Frühjahr, auch Sonntag Laetare genannt
SuscepimusWir erdulden. 8. Sonntag nach Pfingsten
SyphilisFranzosenkrankheit. Infektionskrankheit, die meist nach dem Durchzug von Soldaten in einem Ort auftrat.
Tabakspinnerauch Tobackspinner (Beruf). Die Tabakblätter werden zu einem langen Strang zusammengedreht und für den Verkauf zu einer Rolle aufgewickelt.
Taufpaten(lat.:) levantes, patrinus=Pate, matrinus=Patin
TaverneGasthaus, Weinschenke, auch: Taberne
TobsuchtWutanfall, Zornkrankheit
Toopstrickerauch Topfstricker genannt. In der Gegend um Altweistritz war das "Kittmannla" bekannt. Ein Männchen mit langem Bart. Zerschlagene Bunzeltöpfe umstrickte man mit einem Drahtgeflecht, wobei ein haltbarer Kitt verwendet wurde. Der Gewerbetreibende dieser Art war der "Toopstricker".
Tormentjede zum Tode führende Kinderkrankheit
tribus proclamationibusnach dreimaliger Aufbietung/Verkündigung
TuberkuloseSchwindsucht, Auszehrung, Dörrsucht, Dürre, zehrendes Fieber, Abmagerung
TyphusBrand, Faulfieber, hitziges Fieber, Gallenfieber, hitzige Krankheit, Schleimfieber, Blutstuhl
UxorEhefrau, Gattin (latein.)
VasIm Kirchenbuch: Bürge, Gewährsmann (weitere latein. Bedeutungen: Gefäß, Behälter, Geschirr, Werkzeug)
verstorben(lat.:) defunctus /defuncta est, obiit, mortuus /mortua est
Viatikumlat.: Reise- bzw. Zehrgeld, Wegzehrung
1) Dem Sterbenden gereichte letzte Kommunion
2) Reisegeld für einen Soldaten oder fahrenden Handwerker
vilicusGärtner, Verwalter
virgoJungfrau, junge Frau
VorwerkerWohnte am Außenwerk einer Festung, oder auf einem abseits liegenden Hof oder Bauerngut
WeihnachtenChristfest, 25. Dezember, Navitas Domini = Geburt des Herrn
weilandPerson lebt nicht mehr, bereits verstorben (Abkürzung weil. oder weyl.)
WinzerVinitor, von lat. vīnum „Wein“
Wittib / WittiberWitwe / Witwer (Abkürzung Wwe., Wwr.). Lat.: viduus, vidua
WüstungOrt einer verlassenen Siedlung oder Wirtschaftsfläche. Manche Ortschaften wurden nach der Zerstörung in Kriegszeiten oder Entvölkerung durch Krankheiten (Pest) nicht wieder aufgebaut.
XbrisDecembris - Monat Dezember
ZungenlähmungZeichen für leichten Schlaganfall