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Biographien Damals Familienforschung Grafschaft Glatz ohne

Aus dem Kriegstagebuch

Maik Tomaschewski, ein Mitglied unserer Forschungsgruppe, erhielt aus einem Nachlass seiner Familie die Aufzeichnungen eines Reservisten, der mit großer Wahrscheinlichkeit aus der nördlichen Hälfte der Grafschaft Glatz stammte und im Niederschlesischen Pionier-Bataillon Nr. 5 diente. Der Nachname des Mannes ist vermutlich Prause, sein Herkunftsort konnte leider noch nicht ermittelt werden. Aber auch ohne diese Informationen handelt es sich um ein interessantes Zeitdokument, aus dessen Inhalt wir die Erlebnisse der ersten Wochen wiedergeben möchten.

Für die bessere Lesbarkeit wurden kleinere Änderungen am Text vorgenommen. Die Abbildungen dienen der Illustration und sind nicht Teil des Nachlasses.

Auch in der preußischen Provinz Schlesien begann die Mobilmachung am 2. August 1914. Der gesamte Eisenbahn- und Postverkehr wurde mit sofortiger Wirkung dem Militär unterstellt.

Bekanntmachung zur Mobilmachung aus der Zeitung
Bekanntmachung zur Mobilmachung aus “Der Gebirgsbote” vom Montag, 3.08.1914

Aufgrund seiner geographischen Nähe zu Russland wurden die wehrpflichtigen Männer der Region besonders zügig einberufen. Tausende rückten in den schlesischen Garnisonsstädten Breslau, Glatz, Schweidnitz, Neiße und Oppeln in ihre Regimenter ein. Die aus der Grafschaft stammenden beurlaubten Soldaten des aktiven Heeres und die Reservisten mussten sich bereits am zweiten Tag der Mobilisierung, am Montag, dem 3. August 1914, beim zuständigen Wehrbezirkskommando am Böhmischen Tor in Glatz melden.

An einem heißen Sommertag, am 1. August war’s, als ich abends vom Felde kam. Ich merkte, dass die Stimmung in unserm Dörfchen nicht so heiter war als sonst. Junge Frauen und Mütter sah ich mit Tränen in den Augen sich bald an diesen bald an jenen wenden. Meiner Ansicht nach müsste etwas besonderes vorgekommen sein und so fragte ich, was eigentlich los wäre! Darauf sagte mir eine junge Frau: „Weißt du denn noch nicht, dass Mobil gemacht ist?“ Die Antwort war nein und ich frug seit wann: „Seit 6 Uhr ist es heraus.“

Am anderen Morgen (es war Sonntag) gingen wir zur Kirche. Auf dem Heimweg war nun die Rede über die Abfahrt. Es stellte sich heraus das mein Vetter (Ers R) und noch ein Reservist sich zusammen mit mir stellen mussten und zwar am 2. Mobilmachungstag morgens um 6 Uhr. Um nun zur rechten Zeit dort zu sein, blieb uns nichts anderes übrig als am selben Abend noch abzufahren. Langsam rückte der Abend heran und immer ruhiger wurde es. Was uns sehr schwer fiel, das war der Abschied von der Heimat, vom Lieb, von Eltern und Geschwistern. Man sagt „Ade“, aber ob man nochmal „Willkommen“ sagt, ist weit in Frage gestellt.

Abfahrt per Eisenbahn
Abfahrt nach dem Westen im Eisenbahnwagen. Anfangs glaubt man noch daran, das Weihnachtsfest 1914 wieder gemeinsam mit der Familie daheim feiern zu können. Quelle: Wikipedia

Unsere Kameraden begleiteten uns bis zum Bahnhof. Der Zug hatte ½ Stunde Verspätung und der Bahnhof war überfüllt von Menschen (von Nachbarorten). Wir machten noch unsere Witze und so verging die halbe Stunde schnell. Der Zug hatte Einfahrt und so hieß es einsteigen. Kaum wusste man durch die Volksmenge durchzukommen und das Händeschütteln wollte nicht nachlassen bis das Coupé erreicht war und der Zug abfuhr. Noch ein kleines Winken und Schwenken mit dem Taschentuch und der Zug sauste durch den Tunnel.1 Auf der anderen Seite konnte man wieder unser Dörfchen sehen und nochmals winkten wir Ihm unseren letzten Gruß zu. Als der Zug über das heimatliche Gebiet sauste, wurde es mir leichter zu Mute. Denn meine Gedanken waren, als befände ich mich auf einer Reise. Wollen wir nicht ein Lied anstimmen sagte ich, es gibt eine bessere Stimmung. „Gewiss“, sagte mein Vetter, „warum nicht?“ Dann sangen wir das Lied „Heimat, o Heimat, ich muss dich verlassen“ 2 und noch viele andere Lieder.

Nach zweistündiger Fahrt gelangte der Zug im Städtchen C. an.3 Nach kurzer Nachtruhe fanden sich die Männer pünktlich am Sammelplatz ein. Das Verlesen und Einteilen dauerte mit mittags. Es stellte sich heraus, dass der Vetter wieder heimfahren konnte.

Um ½ 4 Uhr fuhr dann endlich der Transport ab nach Trier. Auf dem Transport konnte man nicht merken das es in den Krieg gehen sollte man glaubte eher es ginge ins Manöver oder es wäre die Reservefahrt. Um 7 Uhr in Trier angekommen wurden wir der Größe nach aufgestellt. Dabei fuschte ich mich wegen meinen Kameraden in die 3. Komp. das wir zusammen sein sollten. Es gelang auch glücklich trotzdem ich viel kleiner war als die anderen. Am selben Abend wurden wir noch eingekleidet und am anderen Tag brachten wir unsere Zivilkleider zur Post. So verging ein Tag wie der andere bis zum 6. August. Da hieß es morgens Säbel schleifen und wer seine Abrechnung mit dem Himmel noch nicht gemacht hat der sorge gleich dafür. Am selben Nachmittag um 4 Uhr wurden wir verladen und unter Hurra und Gesang fuhren wir ab über Wasserbillig nach Luxemburg.

Westlicher Kriegsschauplatz 1914
Der Westlicher Kriegsschauplatz 1914

Nach einem kl. Marsch kamen wir um 9 Uhr Abends in Merel an und wurden dort auf eine Kegelbahn einquartiert. Am anderen Morgen um 7 Uhr rückten wir hinaus aufs Feld und dort wurde dann die Komp. vermehrt und korporalschaftsweise in Züge eingeteilt. Darauf folgte Kompanieexerzieren bis 5 Uhr Nachmittags. Am andern Tage am 8. August war dasselbe — bei Regenwetter.

Abends bezogen wir Vorposten, unser Zug, der dritte, Feldwache. Der folgende Tag war Sonntag. Gegen 10 Uhr überflog ein feindl. Flugzeug unsere Stellung wurde aber von uns unter heftiges Feuer genommen. Es machte dann gleich kehrt und verließ schleunigst unsere Stellung.

Am Montag Vormittags ging der Marsch in sengender Hitze nach Blumenthal (28km). Zehn Soldaten erlitten einen Kreislaufkollaps und zwei starben an einem Hitzschlag. Übernachtet wurde im Zelt. Auch auf dem Marsch nach Waldbillig am folgenden Tag „machten doch wieder eine ganze Anzahl schlapp wegen der großen Hitze.“ Die Tage waren angefüllt mit strammem Exerzieren und mehreren Apellen. Am Fest Mariä Himmelfahrt (Samstag, 15.08.1914) wurde morgens eine Messe für die Soldaten gelesen.

Zwei Soldaten dienten in der Felduniform die hl. Messe. Anschließend ging eine große Prozession, vorne unsere Regimentsmusik spielend, hinterher das Regiment in Gruppenkolonne und am Schluß das Zivilvolk. Manch einem standen die Tränen in den Augen, denn Waldbillig hatte sowas noch nie erlebt. Am 18. August frühmorgens marschierten wir ab nach Nachtmanderscheid, es waren ungefähr 50km, dort bezogen wir Ortsbiwak in einer Scheune.

Morgens früh am 19. wurde der Marsch fortgesetzt, er zog sich bis nach Nieder Mambach. Es waren wie uns gesagt wurde ungefähr 60 km. Von dem vielen Laufen und Schwitzen hatte man sich den ganzen Leib wundgescheuert. Da sich hier die Gelegenheit bot wurde in einem kl. fließenden Bach ein Bad genommen. Abends wurde wieder Ortsbiwak bezogen. Am andern Morgen marschierten wir weiter und unter Hurra überschritten wir die belgische Grenze (7.40 Uhr).

An den folgenden Tagen wurde weiter marschiert. Es war weiterhin sehr heiß, es gab aber nur wenig zu Trinken. Die erschöpften Männer machen ihrem Unmut Luft. Um sie anzuspornen wurde erzählt, in der Nähe würden feindliche Truppen liegen. Sie marschierten daher möglichst geräuschlos voller Begeisterung die ganze Nacht vom 22. zum 23. August hindurch. An diesem Tag wurde das vorausmarschierende 29. Regiment angegriffen.

Sofort wurde ausgeschwärmt, aber auch im selben Moment platzten Granaten und Schrapnells um uns. Es ging nun gewaltsam vorwärts, dabei vergaß jeder Hunger Durst und Müdigkeit, was er vorhin klagte, denn Artillerie Feuer war etwas Außergewöhnliches. Bei Gedinge in Belgien wurde zuerst das Seitengewehr aufgepflanzt und dann wurde mit Hurra im Sturm die feindliche Linie genommen.

Die Franzosen rissen auch aus, das Dorf stand in Flammen, ein schreckliches Bild wurde uns dargestellt. Hi und da sah man zerfleischte Menschen liegen, welche Ihren Tod durch die Granaten gefunden hatten. Darauf wurde das zweite und dann das dritte Dorf von uns gesäubert. Im Gefecht bei einem Sprung kam ich glücklich in ein Möhrenfeld. Gleich steckte ich mir eine ganze Portion ein und als das Gefecht vorüber war, wurden sie mit gutem Appetit verzehrt. Auch wurden im dritten Dorf viele Zivilisten erschossen, weil Sie unsere Truppe befeuerten. Um 6 Uhr wurde gesammelt und dann gab es Suppe und Kaffee. Auch hatten wir einige Gefangene gemacht welche ebenfalls an unserer Küche speisten. Beim Abzählen ergab es sich das wir 3 Tote und 7 Verwundete in unserer Komp. hatten. Es tut mir leid, sagte unser Hauptmann, aber was nützt es, wo gehobelt wird gibt’s auch Späne.

Nach einer kurzen Rast ging der Marsch erneut die ganze Nacht hindurch. Gegen Mitternacht wurden sie in einer tiefen Waldschlucht von heftigem Gewehrfeuer überrascht, welches aber nur 10 Minuten anhielt. Ein Artilleriegeschütz kollerte den Berg hinunter und war so verloren. Morgens wurde auf einer Anhöhe Halt gemacht und Kaffee getrunken.

Der Hauptmann erklärte uns das heute (24. August) Ruhetag sei was uns sehr freute. Es wurden Zelte aufgeschlagen und abends als wir gegessen hatten und unter schlüpfen wollten, wurden 6 Mann von unserem Zuge als Wache bestimmt darunter auch ich. Unsere Bagasch fuhr an mit dem Lebensmittelwagen voll Brot geladen und sollte mit bewacht werden. Trotz des Schlafes, den ich nicht hatte, freute ich mich doch auf Wache zu sein denn in 4 Tagen hatten wir kein Brot mehr gesehen.

Ausgabe von Kommissbroten
Abgabe fertiger Kommißbrote durch die Feldbäckerei

Morgens ging es gleich nach dem Frühstück weiter und um 10,50 Uhr überschritten wir unter Hurra und Jubel die Franz. Grenze. Gegen Mittag waren wir noch 2 Stunden von der Maas entfernt da plötzlich meldeten unsere Radfahrer das die Maasbrücke gesprengt sei. Es wurde gleichkehrt gemacht und auf einem großen Umwege marschierten wir gegen Sedan zu.

Erneut geriet die Einheit in heftiges Artilleriefeuer. Ein Dorf wurde von Feinden geräumt.

Jetzt setzten wir unseren Marsch fort. Licht brauchte man keines trotz der Dunkelheit denn ringsum standen die Dörfer in Flammen und immer wieder krachte es gewaltig  so stürzte ein Haus nach dem anderen ein. Nun gelangten wir an die Maas und überschritten die Brücke welche unsere Pioniere künstlich hergestellt hatten.

Pioniere bauen Brücke über Maas
Pioniere bauen eine Brücke über die Maas. Die meisten Fotos vom Kriegsschauplatz waren gestellt für die Berichterstattung in der Presse daheim.

Der Himmel wölkte sich und es begann zu regnen. Immer schlimmer wurde das Wetter und es verwandelte sich – in einen Sturm. Unsere Komp. die 4. wo wir seid dem 25. August zuzählten damit meine ich bloß den dritten Zug unser 3. Komp. erhielten den Auftrag, Vorposten zu beziehen auf der anderen Seite der Maas auf den Höhn.

In der Nacht kam es zu einem Zwischenfall. Einige Schüsse fielen, das Bataillon geriet in Verwirrung, man glaubte fälschlicherweise an einen Angriff und schoss zurück. Am Morgen fand man den Hauptmann, seinen Hausburschen und weitere drei Mann der 2. Kompagnie erschossen vor.

Sie waren von den eigenen Posten unseres Battl. gefallen. Der Posten behauptete, er habe seine Pflicht getan. Es ist aber leicht erklärlich, denn bei dem stürmischen Wetter konnte man auf 30m kein Rufen hören. Noch immer regnete es ununterbrochen weiter. Gegen Mittag wurden die Gefallenen in die kühle Erde gelegt. Dann wurde ein schlichtes Kreuz errichtet mit den Namen der Gefallenen und ein niedlicher Fichtenkranz bedeckte den frischen Erdhügel. Noch ein kurzes Gebet und die Beerdigung war zu Ende. Langsam verschwanden die dunklen Wolken und die Sonne trocknete wieder den Erdboden auf und auch unsere Kleider, welche durchnäßt waren.

Nicht lange und die die Soldaten wurden erneut beschossen.

Wir lagen in einem halb ausgeworfenen Schützengraben 30m vor unserer Artillerie. Man glaubte verrückt zu werden von dem Knall und dem Luftdruck, aber es hieß aushalten. Gegen Abend wurde es ruhiger ebenso die Nacht und ab und zu fiel ein Kanonenschuß.

Deutsche Soldaten im Schützengraben
Deutsche Soldaten im Schützengraben

Am Nachmittag wurden die Männer abgelöst. Der Tagebuchschreiber und seine Kameraden aus dem Schützengraben waren nun sehr hungrig, bekamen aber wieder wenig zu essen. Aber man wusste sich zu helfen.

Der Abend kam heran und es gelang mir glücklich dem Lebensmittelwagen vier Fleischbüchsen zu mopsen. Gleich wurden zwei davon mit meinen Kameraden verzehrt. Auch 2 Fl. Wein waren mir in die Hände gefallen, welche wir uns gut munden ließen. Darauf begaben wir uns zur Ruhe der wir ja auch bedurften.

Feldküche mit Soldaten
Speisung der Mannschaften an der Feldküche.

Der Marsch führte über eine mächtige Höhe an ein schönes von der Artillerie zerschossenes Schloß. Der Marsch dauerte ungefähr 1 1/2 Stunde und bot eine schreckliche Scene denn die vielen Toten, die seit 3 Tagen dort lagen bei der kolossalen Hitze, waren schwarz und verpesteten die ganze Luft, so das es einem übel werden konnte.

In einem Dorf bot sich Ihnen dasselbe Bild. Die Soldaten marschierten stundenlang weiter, Brot gab es wieder viel zu wenig. Bis 12 Uhr wurde marschiert, man kann es mehr ein Latschen nennen. Nach einer dreistündigen Rast ging es weiter.

Es war eine Bärenhitze. Beim Halten ließ sich alles gleich in den Chausseegraben fallen und daher hatte jeder sein Gewehr neben sich liegen. Es dauerte ungefähr eine Stunde und plötzlich krachte ein Schuss in unserer Mitte. Ein Mann der neben mir stand und sich seine Pfeife stopfte sank langsam zur Erde nieder. Noch ein letztes Stöhnen und der arme Kerl war tot.

Aus dem Gewehr eines Gefreiten hatte sich versehentlich der tödliche Schuss gelöst. Der tote Kamerad wurde sogleich beerdigt. Zu einer Untersuchung des Vorfalles kam es nicht mehr, da der Schuldige am 8. September im Granatfeuer den Tod fand.

Inzwischen waren seit der Abfahrt aus der Heimat mehrere Wochen vergangen. Die Erzählung des Tagebuchschreibers wird ab hier immer unpräziser in den Zeitangaben.

Einmal bat der Divisionspfarrer alle in die Kirche zu kommen, erteilte die Generalabsolution und gab ihnen die hl. Kommunion.

Deutscher Gottesdienst in einer französischen Kirche
Deutscher Gottesdienst in einer französischen Kirche.

Die weiteren Wochen wurden bestimmt vom Marschieren, Gefechten und ständigem Hunger und Durst. Das Wetter schlug um, der Herbst kam. Man trank das Wasser, das sich bei Regen in den Zeltbahnen sammelte. Das Brot wurde schimmelig, man aß es aber trotzdem und requirierte Lebensmittel in den verlassenen französischen Orten. Über lange Zeit gab es nur die notdürftigste Körperpflege. Die Lage war unübersichtlich und sowohl die Disziplin der Mannschaften als auch die Führungskompetenz der Offiziere ließ zu wünschen übrig. Die wachsende Abstumpfung des Tagebuchschreibers gegenüber dem erlebten Grauen ist deutlich zu merken.

Die Aufzeichnungen enden mit einem Gefecht, bei dem viele Offiziere und Kameraden fallen.

Die nach den im Tagebuch genannten Orten nachvollzogene Marschroute:

Kartenausschnitt Marschroute von Trier nach Frankreich

Die Ortsangaben wurden aufgeschrieben wie gehört und sind demzufolge nicht immer ganz korrekt. Die errechneten Kilometerangaben sind lediglich Idealwerte zur Orientierung, man kann aber davon ausgehen, dass diese Werte durch Umwege, Gefechte, etc. meist deutlich überschritten wurden.

Zunächst fuhr man von Trier über Wasserbillig an der Grenze per Bahn nach der Stadt Luxemburg. Ab dort wurde ausschließlich gelaufen.

Ein kurzer Marsch von ca. 3,5km führte nach Merl bzw. Märel westlich der Stadt. Von dort ging es weiter nach Blumenthal (Blummendall), mindestens 22km. Waldbillig ist nur ca. 8km entfernt. Nachtmanderscheid (27km) und Niederwampach (32km) sind die letzten Etappenziele auf luxemburgischen Gebiet bevor die Grenze nach Belgien überschritten wird und nach 76km Gedinne erreicht wird. Sommepy (100km entfernt) war stark umkämpft und stand mehrmals im Mittelpunkt von Gefechten. Das Dorf wurde praktisch vollständig zerstört. Suippes liegt lediglich 14 Kilometer davon entfernt. Die nächsten Ziele waren Chalons (25km), Vitry-le-François (33km), Blacy (3km) und Perthes (26km). Dort könnte um dieselbe Zeit der bekannte Maler des Expressionismus August Macke gefallen sein. Nun marschierten die Soldaten zurück nach Sommepy (78km). Die letzte genannte Ortschaft des Tagebuchs ist Les-Mesnil (21km).

Quellen:

  • Der Gebirgsbote: Montag, 3.08.1914
  • Kriegs-Echo, Wochenchronik, ab August 1914, Ullstein & Co.
  • Der Weltkrieg, Illustrierte Kriegs-Chronik des Daheim. Erster Band: Die Ereignisse des Jahres 1914. Verlag von Velhagen & Klasing (1915)
  • Illustrierte Geschichte des Weltkrieges 1914/15, Erster Band. Union Deutsche Verlagsgesellschaft

  1. Um welchen Tunnel könnte es sich handeln? ↩︎
  2. Vermutlich ein Soldatenlied von 1914 ↩︎
  3. Welches Städtchen könnte gemeint sein? ↩︎

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