Wie gewohnt, nahmen wir uns ausreichend Zeit für ein gemeinsames Frühstück. Nach einer kurzen Busfahrt nach Ullersdorf konnten wir die Pfarrkirche besichtigen. Rund um die Kirche fotografierten wir die noch erhaltenen Grabsteine der deutschen ehemaligen Einwohner des Ortes.
Neben der Kirche befindet sich das Mausoleum der Familie von Magnis aus dem Jahr 1889. Dort sind Mitglieder der Familien von Magnis und von Oppersdorf beigesetzt.
Nicht weit entfernt wurde ein Halt in Kunzendorf gemacht.
Leider war der Zugang in den Innenraum der Kirche nicht möglich, aber da jeder von uns mit moderner Technik ausgerüstet unterwegs ist, wusste man sich zu helfen.
Ein kurzer Spaziergang in den Park des Kunzendorfer Schlosses führte an der Biele entlang.
Das Schloss ist inzwischen ein Hotel und kann leider nicht besichtigt werden. Es war aber möglich, einen schnellen Blick in die öffentlich zugänglichen Räume im Erdgeschoss zu werfen.
Unser nächster Anlaufpunkt war der Gottwaldhof in Winkeldorf, einem alten fränkischen Vierseithof, der heute ein Bauernmuseum ist.
In den mit Alltagsgegenständen vergangener Zeiten eingerichteten Räumen kann man einige Entdeckungen machen. In der Bibliothek dürfen die Besucher in den Büchern stöbern. Für uns waren besonders die älteren Exemplare mit Bezug zu Schlesien interessant.
Mit dem Gottwaldhof verbunden ist das Haus Lerchenfeld. Vor dem Eingang lohnt es sich, einen Moment die für die Region charakteristische Aussicht zu betrachten. Die hügelige Landschaft mit ihren vielen verschiedenen Grüntönen wirkt manchmal fast wie für ein Gemälde arrangiert.
In der oberen Etage des Hauses waren die Kaffeetische bereits für uns gedeckt. Der Kuchen war sehr lecker (mehrere Mitreisende aßen vier Kuchenstücke, um zu dieser finalen Beurteilung zu gelangen). Die Variante mit Mohn erfreute sich der größten Beliebtheit.
Ewa Zadora aus Bad Landeck berichtete uns aus erster Hand von dem schlimmen Hochwasser im Jahr 2024 und den Folgen. Unsere Reiseleiterin Iwona übersetzte für uns. Ein Film, viele Fotos und ihre Schilderungen zeigten uns sehr eindringlich die Zerstörungsgewalt des Wassers, aber auch den engagierten Einsatz für die Rettung und Wiederherstellung des Verlorenen.
Frau Zadora begleitete uns nach Bad Landeck, zuerst zu der erhöht liegenden St. Georgskapelle mit ihrem achteckigen Grundriss aus dem Jahr 1658. In Sichtweite befindet sich ein schlanker Uhr- und Glockenturm von 1580.
Im und beim Kurpark gibt es zahlreiche historische Gebäude und architektonische Besonderheiten.
Auch hier begegnete uns das Thema Hochwasserschäden. Großformatige Fotos erinnerten an die Unglückstage der Stadt.
Ein positives Erlebnis war es, die damals so stark beschädigte historische Johannesbrücke wiederhergestellt zu sehen. Die von den Wassermassen davongetragene Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk bleibt jedoch nach wie vor verschwunden. Eine Rekonstruktion soll ihren Platz auf der Brücke einnehmen.
Am heutigen Tag lag der Wasserstand bei der Brücke deutlich unter einem halben Meter. Die Gebäude tragen auch hier noch deutliche Spuren.
Auch die bekannten Laubengänge in der Innenstadt sind noch nicht wiederhergestellt. An vielen Häusern fehlt der Putz bis zu einer Höhe von ca. 2,50m, auch im Innenbereich.
Als Abschluss der Tagesplanung besichtigten wir die Kirche. Hier hatte man in nur vier Monaten Ersatz für die Kirchenbänke organisiert und den kaputten Boden neu gefliest.

Anm.: Über einen der ehemaligen Eigentümer des Kunzendorfer Schlosses haben wir vor Kurzem in dem Blogbeitrag “Die Affäre Blaustein” berichtet.
















2 Antworten auf „4. Tag: Kirchen, Hochwasser und Streuselkuchen“
Danke für das Bild von der Johannesbrücke.
Es ist zwar nicht ‘meine’ Heimat, aber ein Teil meiner Vorfahren lebten im Haus Zollstr. 2, direkt an der stadteinwärtigen Seite der Brücke links.
Auf dem flacheren Gebäude im Garten war damals der Schriftzug: “Handschuhmanufaktur Dittert” geschrieben.
Sicher diente die Biele zum Spülen bei den Gerbprozessen und die Uferwiese zum Bleichen/Trocknen der Leder; denn es mussten ja helle/weiße Glacéehandschuhe für das Offizierscorps gefertigt werden.
Die Tradition, dass die Handschuhe der Offiziere (auch?) aus Bad Landeck kamen, entsprang dem guten Erfolg einer Kur des “alten Fritz”, dem die Radonbäder Linderung seiner Gelenkbeschwerden gebracht hatten, so dass er sich ‘erkenntlich’ zeigen wollte
Herzlichen Dank für die Berichte von den Tagen in der Grafschaft. Ich war die ganze Woche in Gedanken dabei, besonders jetzt, da ich viele Aufnahmen und Ausblicke wieder erkannte. Wir hatten ja bei vorherigen Reisen in die Grafschaft ein ähnliches Programm.
Vielen ,vielen Dank für die Aufnahme mit Euch und der Erhebung der Gläser auf Euer und mein Wohl!!
Ich freue mich auf ein Wiedersehen in Fulda und wünsche Euch eine gute Heimfahrt. Heimatliche Grüße in die Grafschaft Glatz Heinrich Bachmann