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Aktuelles Grafschaft Glatz

2. Tag: Glatz

Frühstücksbuffet
Beim Frühstück blieben keine Wünsche offen.

Der Tag begann sehr vielversprechend mit einer reichhaltigen Auswahl am Frühstücksbuffet. Da wir zur Zeit die einzigen Gäste des Hauses sind, brauchten wir mit niemandem teilen und konnten gut gestärkt nach Glatz fahren, wo wir von unserer Stadtführerin erwartet wurden.

Das Wetter war recht kühl, aber die Regenschirme konnten den ganzen Tag eingepackt bleiben.

Es fiel sofort auf, dass die Hochwasserschäden von 2024 noch allgegenwärtig sind. An vielen Stellen weist der Straßenbelag Lücken auf, an den Fassaden sieht man deutlich, wie hoch das Wasser damals angestiegen war und immer wieder sieht man fensterlose Häuser.

Haus mit Hochwasserschaden
Haus mit Hochwasserschaden

An einer der Fassaden kann man einen Wolf sehen. Uns wurde berichtet, ein Wahrsager habe bereits 1975 vorhergesagt, dieser Wolf würde einmal Wasser trinken, wenn das Datum dreimal die sieben zeigt. Beim Jahrhunderthochwasser am 7.07.1997 bewahrheitete sich dies, das Wasser stieg exakt bis zur Wolfsnase.

Sage vom trinkenden Wolf
Die Voraussage vom trinkenden Wolf

Die Maria-Rosenkranzkirche hat in ihrer 750jährigen Geschichte schon zahlreiche Überschwemmungen überstanden.

Maria-Rosenkranz-Kirche
Die Maria-Rosenkranz-Kirche

Ein Aushang im Eingangsbereich zeigte, wie hoch das Wasser beim letzten Hochwasser gestanden hatte. Die Seitenkapellen waren mit Baufolien abgehängt und großformatige Bilder zeigten, wie sie davor ausgesehen hatten.

Kirche beim Hochwasser
Aushang mit Hochwasserbildern im Eingangsbereich

Unser Weg führte über die gotische Brücke weiter in die Stadtmitte. Sie wurde zwischen 1281 und 1390 anstelle einer Holzbrücke erbaut und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verstärkt. Der Mörtel für den Bau der Brücke war ein Gemisch aus Kalk und vorwiegend Hühnereiweiß. Die Dörfern der Umgebung mussten zu daher Eier abliefern. Das nicht benötigte Eigelb verkaufte man.

Brücke mit Brückenheiligen
Links und rechts stehen jeweils drei Brückenheilige

Rathaus, Löwenbrunnen und die Staupsäule (auch Pranger oder Schandpfahl genannt) waren weitere Stationen. Auch kamen wir an der bekannten Mohrenapotheke vorbei.

An der Pestsäule machten wir ein Gruppenfoto als Erinnerung an unsere Reise.

Pestsäule
Die Pestsäule

Nun blieb etwas Zeit zur freien Verfügung, was ein Teil der Gruppe dazu nutze, die “Unterwelt” der Stadt zu erkunden.

Die Einwohner von Glatz legten in früheren Jahrhunderten unter der Stadt bis zu 30 Meter tiefe Keller an. So entstand ein dichtes, mehrstöckiges Netz von Gängen und Kammern, die zur Lagerung von Lebensmitteln genutzt wurden, aber auch als Rückzugsort bei kriegerischen Auseinandersetzung und als schnelle Verbindungswege zur Auslieferung von Waren.

Nach 1945 wussten die polnischen Bewohner lange nichts über die Keller, bis einige Häuser absackten und abgerissen werden mussten. Bergbauspezialisten entwässerten und sicherten den Untergrund in jahrelanger Arbeit und verhinderten Schlimmeres. Ein Teil des Labyrinths wurde erhalten und kann nun schon seit 50 Jahren besichtigt werden.

Tunnel unter der Stadt
Abstieg in die Tunnelanlage unter der Stadt

Ein besonders schönes Erlebnis war die Besichtigung der Stadtpfarrkirche von Glatz. Man hätte noch längere Zeit dort verbringen können, es gab viel zu sehen.

Stadtpfarrkirche von Glatz
Das Innere der Glatzer Stadtpfarrkirche
Kanzel der Stadtpfarrkirche
Die detailreichen Schnitzereien der Kanzel zeugen von einer beeindruckenden Handwerkskunst.

In der Kirche befinden sich zwei Grabmäler des Arnestus von Pardubitz, dem ersten Erzbischof von Prag, der als Junge in dieser Kirche eine Marienerscheinung hatte.

Kniende Arnestusstatue
Die Statue des knienden Arnestus

Auch ein Blick nach oben lohnt sich.

Deckenausschnitt
Ein Teilbereich der Deckenverzierung aus der Nähe betrachtet.

Im Dekanatsarchiv wurden wir sehr freundlich empfangen. Dort hatten wir die Möglichkeit, seltene restaurierte Urkunden aus der Nähe zu betrachten und auch selbst einige ältere Archivalien durchzublättern (selbstverständlich mit Handschuhen).

Urkunde mit Siegel
Eine der restaurierten Urkunden, die wir betrachten durften

Zum Abschluss des Tagesprogramms besichtigte ein Teil der Gruppe die über der Stadt thronende Festung. Die Mauern sind beeindruckend hoch.

In der Festung
Wieder geht es bergauf


Darüber wurde zum Schutz der darunter liegenden Gänge und Kammern zusätzlich meterhoch Erde aufgeschüttet, die mit Gras bewachsen ist.

Festung Glatz
Blick auf einen Teilbereich der Festung Glatz

Oben befindet sich ein schöner Aussichtspunkt mit Blick auf Glatz.

Blick auf die Stadt
Blick auf Glatz von der Festung aus

Unser Bus brachte uns zurück in die Unterkunft und zum wohlverdienten Abendessen mit anschließendem Austausch.

Eine Antwort auf „2. Tag: Glatz“

kleiner Hinweis. das Haus mit Hochwasserschaden sieht schon viele Jahre so aus und hat nur wieder Mal ein Hochwasser überlebt. Es ist mit das älteste Haus von Glatz

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