Nach dem gewohnt guten Frühstück fuhren wir zur Wallfahrtskirche Maria Schnee auf dem Spitzigen Berg bei Wölfelsgrund. Das letzte Wegstück liefen wir auf einem gut befestigten aber steilen Weg durch den Wald hinauf zur Kirche.
Da wir noch ein wenig Zeit bis zum Gottesdienst hatten, besichtigten wir entweder die Kirche, schauten im kleinen Andenkenladen vorbei oder betrachteten die wunderschöne Landschaft. Am Waldrand konnte man Blaubeeren finden.
Mit zwei anderen Gruppen aus Deutschland feierten wir einen gut besuchten Gottesdienst, bei dem gleich vier Priester als Zelebranten anwesend waren.
Es erstaunt immer wieder, wie reich die Kirchen ausgestattet und ausgemalt sind. Auch hier lohnt sich der Blick nach oben.
Im Eingangsbereich hingen viele Bilder als Votivgaben an den Wänden. Viele davon hingen dort schon vor 1945. An manchen waren zusätzlich Zettel auf denen der Name des Gebers , der Wohnort und das Datum handschriftlich vermerkt waren.
Nun ging die Fahrt weiter nach Habelschwerdt. Hier konnten wir zunächst einmal auf eigene Faust auf Entdeckungsreise gehen. Der erste Weg führte in die Touristinfirmation, wo es kostenlose Landkarten und Informationsmaterial gab. Mittlerweile war es sehr warm geworden und die Sonne brannte. Viele nutzten die Zeit um etwas zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen.
Der Stadtbergturm, auch Wassertor genannt, wird dem Schriftsteller Hermann Stehr (1864-1940) zu Ehren auch Willmannturm genannt, da der Turm Schauplatz seines Romans „Drei Nächte“ ist. Sein Grab befindet sich auf dem Hausberg der Stadt, dem Florianberg.
Ebenfalls auf dem Ring befindet sich die Dreifaltigkeitssäule mit zahlreichen Figuren und Verzierungen.
Während die Führung im Zündholzmuseum begann, fielen die ersten Regentropfen. Im Museum werden in Schaukästen die Entwicklung der Zündholzproduktion in Habelschwerdt und viele Aspekte rund ums Feuermachen dargestellt.
Da auch hier die Museumsangestellte ausschließlich polnisch sprach, übersetzte unsere Reiseführerin den Vortrag.
Zu den Exponaten gehören auch verschiedene Fotos und Dokumente. Eine Besonderheit ist sicherlich der Inhalt der Zeitkapsel der entwidmeten evangelischen Kirche.
Auf dem Platz vor dem Zündholzmuseum steht die Staupsäule. Sie diente in vergangenen Zeiten als Pranger, aber es war auch der Ort an dem “gestäupt” wurde. Geringere Verbrechen wie Gotteslästerung oder Ehebruch wurden durch Schläge bestraft. Ein Verbrecher, der des Landes verwiesen werden sollte, konnte unmittelbar vorher gestäupt und dann zum Stadttor hinausbegleitet werden.
Die katholische Pfarrkirche St. Michael war das nächste Ziel. Die Eingangstüren standen zwar offen, aber der Innenraum war durch Gittertüren gesichert und konnte leider nicht betreten werden.
Daher konnte man den Taufstein nirgendwo entdecken, wo einige Vorfahren von Mitreisenden getauft worden waren. Die mitgebrachte Technik konnte aber immerhin die Kanzel opisch “heranholen”. Erwähnenswert ist, dass dort, wo sich bei den meisten Kirchen der Mitelgang befindet, Säulen stehen. Von den Eingangstüren aus ist deswegen immer nur ein Teil des Altares zu sehen.
Auf vielfachen Wunsch machte der Bus spontan auf dem Rückweg ins Hotel einen Halt in Eisersdorf. Es ist die Kirche, von der eine kleine Gruppe von FGG-Mitgliedern eine handschriftliche Chronik abgeschrieben hat. Sie wurde dem dortigen Pfarrer vor einigen Monaten übergeben., bisher wurde die Übersetzung aber noch nicht fertiggestellt.
Während die Grabsteine im Gang um die Kirche besichtigt wurden, bat unser mitgereister Vorsitzende den Pfarrer im Pfarrhaus um eine kurze Besichtigung. Dieser war sehr gerne bereit zu einer Führung und bedauerte, dass wir uns nicht angemeldet hatten. Ansonsten hätte er vorher für die ganze Reisegruppe eine leckere Mahlzeit kochen können. Wir wurden eingeladen, es zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Der Priester konnte übrigens englisch sprechen.


Vom Platz vor der Kirche aus ist der Eisersdorfer Wohnturm zu sehen. Auf seinem Dach nistet momentan ein Storch.
Die Rückfahrt von Eisersdorf nach Bad Altheide über Glatz, wo wir unsere Reiseführerin verabschiedeten, war nur kurz. Trotzdem waren die Regenwolken schneller und so wurde man beim Sprint von wenigen Metern vom Bus zum Hotel ordentlich nass.
Das Abendessen fand heute ein wenig früher statt als an den anderen Tagen, da am Abreisetag nach einer kurzen Nacht (besonders für die “Fußballgucker”), bereits um 6 Uhr gefrühstückt wird. Ab 7 Uhr fährt uns der Bus wieder zu unseren jeweiligen Ausstiegsorten.
Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass ein Mitreisender uns sehr gekonnt eine Zusammenfassung der vergangenen Woche in Versen vortrug.
Ein herzliches Dankeschön allen Mitreisenden für das gemeinsame Erlebnis der Reise, das harmonische Miteinander, den Austausch von Erfahrungen und Geschichten und natürlich vielen Fotos (in HD).

















2 Antworten auf „7. Tag: Maria Schnee und Habelschwerdt“
mit großem Interesse habe ich die Berichte gelesen!
Vielen Dank für die täglichen Berichte und schönen Bilder von der Schlesienreise, alles sehr informativ und eindrucksvoll!