
(CC BY-NC-SA 4.0)
https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de https://www.copernico.eu/de/themenbeitraege/bewegte-froemmigkeit-geschichte-einer-schlesischen-krippe
Es gab wohl kaum eine Kirche in der Grafschaft Glatz, wo zu Weihnachten nicht das schlesische Weihnachtslied Transeamus usque Bethlehem (Lasst uns hinübergehen nach Bethlehem), kurz Transeamus erklang. Es handelt sich um einen lateinischen Text, der den Entschluss der Hirten nach Bethlehem zu gehen, erzählt. Er basiert auf der biblischen Weihnachtsgeschichte im Evangelium nach Lukas.
Dieses Lied wurde nach dem Ende des zweiten Weltkriegs von den heimatvertriebenen Schlesiern mit in die neue Heimat gebracht. Ich kann mich erinnern, dass viele Grafschafter in den 50er-Jahren enttäuscht waren, dass in der Christmette und in den Weihnachtsgottesdiensten nicht ihr gewohntes Transeamus zu hören war. Erst nach und nach wurde das Lied in den christlichen Kirchengemeinden aufgenommen. Obwohl der Chorgesang ursprünglich katholisch geprägt war, ist er ebenso ein beliebtes Stück in den evangelischen Kirchen geworden.
Die Komposition wurde lange Zeit dem Domkapellmeister Joseph Ignatz Schnabel (1767–1831) zugeschrieben. Man vermutet aber, Schnabel habe die Komposition in einem schlesischen Kloster gefunden.
Die weihnachtliche Instrumentalmusik rettete der letzte deutsche Domkapellmeister aus Breslau, Paul Blaschke, während des zweiten Weltkrieges nach Westdeutschland.

https://de.wikipedia.org/wiki/Transeamus_usque_Bethlehem#/media/Datei:Transeamus_Basso.jpg
Weihnachta ei der Grofschoaft Glatz
Von der Heimatgruppe Grafschaft Glatz gab es speziell für die Mundartgruppen ein Textbegleitheft mit Weihnachtsliedern. Die Lieder wurden auf den liebevoll gestalteten Weihnachtsfeiern der Ortsgruppen der Vertriebenen gesungen und instrumental begleitet.
Kürzlich fand ein Treffen der Glatzer Mundart im Schloß in Mittelwalde
(heute Zamek w Międzylesiu) statt. Das Pauersch (Gleetzischer Dialekt) wird nicht in Vergessenheit geraten und ist in der Grafschaft immer noch gegenwärtig.
ist ein weiteres bekanntes Weihnachtslied, das vor allem aus Schlesien, aber auch aus anderen europäischen Regionen überliefert ist. Es gibt eine Überlieferung im glätzischen Dialekt. Eine Strophe mit dem Textanfang „O kleines kint, o großer got“ findet sich schon im 15. Jahrhundert als Teil des Weihnachtslieds Joseph, lieber Joseph mein:
Kleenes Kindla, gruußer Goot,
(Kleines Kindlein, großer Gott)
dar de Welt ei a Hände hoot,
(der die Welt in den Händen hat)
Leiste doo, du kleener Schotz,
(liegst du da, du kleiner Schatz)
’s hoot doch kaum a Mäusla Plotz
(’s hat doch kaum ein Mäuslein Platz)
Vielleicht gibt es auch heute noch musikalische Erinnerungen dieser weihnachtlichen Klänge in den Grafschafter Familien.
Das Redaktionsteam der FGG wünscht ein frohes Weihnachtsfest sowie einen harmonischen Jahresausklang. Genießen wir die besinnlichen Momente im Familienkreis und schauen wir zuversichtlich in das Neue Jahr.
Gleichzeitig möchten wir uns zum Ende des Jahres bei unseren treuen Leserinnen und Lesern bedanken.


Eine Antwort auf „Weihnachtliche Klänge aus Schlesien“
Wunderbar!
Vielen Dank für die schönen Berichte das ganze Jahr über an das gesamte Team und
Frohe Weinachten und ein gutes neues Jahr für alle!
Beste Grüße
Angelika Jonietz