Bei der seit Januar 2021 laufenden Transkription der Militärkirchenbücher der Festung Glatz wurde ein neuer Meilenstein erreicht. Mittlerweile konnten 50.000 Datensätze von Militärpersonen, ihren Angehörigen, Taufpaten und Trauzeugen mit dem DES (Daten-Eingabe-System) des Vereins für Computergenealogie erfasst und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Die Informationen über tausende Personen stellen einen wertvollen Datenschatz für die wissenschaftliche und familiengeschichtliche Forschung dar.
Aktuell sind drei Matriken mit Trauungen und Taufen des Infanterie-Regiments Nr. 47 in der Erfassung. Das Regiment war ab 1788 in Glatz stationiert. Die davor aufgezeichneten kirchlichen Handlungen werden momentan nicht erfasst, stehen jedoch bei Matricula zur individuellen Recherche zur Verfügung.
Bei der gelegentlichen Nennung von Herkunftsorten fällt auf, dass einige Personen in den anfänglichen Jahren vorwiegend aus der Gegend um Burg bei Magdeburg stammen. Da aber das Regiment für Schlesien bestimmt war, stammten die meisten Kantonisten (dienstverpflichtete Rekruten aus den verschiedenen Kantonen = Wehrbezirken) bereits vor dem Eintreffen in Glatz aus Oberschlesien. Hier werden besonders die Kreise Tost, Rosenberg und Lublinitz genannt. Daher finden sich viele Nachnamen, die für die Region der Grafschaft Glatz eher untypisch sind.
Bei den Taufen um 1800 werden als Taufpaten hiesige Bürger der Stadt Glatz sowie aus der gesamten Grafschaft genannt.


