Dieses süße Gebäck wurde traditionell in der Fastenzeit gegessen. Besonders zum Sonntag Laetare (dem vierten Fastensonntag, auch „Rosensonntag“), wurden diese Brezeln verzehrt. Beim Sommersingen verteilte man sie an die Kinder.
Die Namensähnlichkeit mit dem amerikanischen Bagel ist nicht zufällig. Ursprünglich stammen die Kringel aus der jüdischen Küche Osteuropas und haben ihren Namen vom jiddischen bejgl (von beygen = biegen, krümmen). Die Zubereitungsschritte sind sehr ähnlich.
Das besondere an den Beegla ist, dass sie ohne jegliches Triebmittel auskommen. Die Zubereitung ist durch die vielen Arbeitsschritte eher anspruchsvoll. Daher wurden die Brezelchen meistens beim Bäcker gekauft. Pro Stück hatte man nur 2 Pfennige zu zahlen. Daher war es keine Seltenheit, wenn man die Kunden mit 100 Brezeln oder mehr wieder nach Hause gehen sah.
In der Literatur und im Internet sind leider nicht viele Rezepte zu finden. Die jeweils darin angegebenen Mengenverhältnisse, Zubereitungszeiten und Backtemperaturen unterscheiden sich und viele Informationen fehlen, da diese für die erfahrenen schlesischen Hausfrauen und Bäcker einfach selbstverständlich waren. Aus diesem Grund ist das folgende Rezept um einige Angaben ergänzt.
Schlesische Schaumbrezeln / Beegla
2 Eier, Größe M
40g Zucker
1 schwacher TL Vanillezucker
250g Weizenmehl Typ 405
40ml Milch
1 kl. Prise Salz
Eier, Zucker und Vanillezucker schaumig rühren. Restliche Zutaten zugeben und zu einem festen Teig verkneten. Darauf achten, dass keine Mehlnester mehr vorhanden sind. Der Teig sollte sich vom Schüsselboden lösen, er darf aber noch leicht klebrig sein. Eine Kugel formen und ½ Stunde gehen lassen. In dieser Zeit quillt das Mehl und die Konsistenz des Teiges verändert sich ein wenig.
Mit einer Teigkarte in 20 möglichst gleich große Teile aufteilen. Die Teigstücke zu ca. 30cm langen bleistiftdünnen Rollen formen (ohne „Bäuchlein“ in der Mitte, wie z. B. bei Laugenbrezeln). Die Arbeitsfläche darf nicht bemehlt sein.
Aus den Teigrollen 5 – 7cm breite Brezelchen formen und diese 1 – 2 Stunden an der Luft antrocknen lassen. Dabei werden sie nicht abgedeckt.
Eine große Schüssel mit kaltem Wasser bereitstellen. In einer Pfanne, oder einem anderen Kochgeschirr mit großer Oberfläche, Wasser zum Köcheln bringen. Vier bis fünf Brezeln vorsichtig in Form ziehen und ins Wasser gleiten lassen. Dabei aufpassen, dass sie nicht am Boden anhängen. Nach ca. 1 ½ bis 2 Minuten steigen sie an die Oberfläche. Nun wartet man noch 2 Minuten, dann werden sie mit einem Schaumlöffel o. ä. herausgefischt und ins kalte Wasser gegeben, wo sie kurz schwimmen und dann herabsinken.

So lange fortfahren, bis alle im kalten Wasser gelandet sind und nun zwei Stunden bleiben. Nicht erschrecken, wenn ihre Oberfläche schrumpelig wird, das gibt sich beim späteren Back en wieder.
Im nächsten Schritt werden die Beegla in ein feuchtes Tuch eingeschlagen und z. B. auf einem Tablett für mehrere Stunden kühl gestellt (mindestens 4 Stunden, bei einem anderen Testbacken ruhten sie sogar über Nacht).
Den Backofen auf 200 °C und Umluft vorheizen. Die Teiglinge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und ca. 20min backen, bis sie eine appetitliche Bräune angenommen haben. Sie sollten außen leicht knusprig und innen weich sein. Je nach Backofen kann die Backzeit etwas abweichen.
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Eine Antwort auf „Schlesische Schaumbrezeln / Beegla“
Danke für das Rezept