1. AdventAd te levavi = zu Dir habe ich erhoben
1. FastensonntagInvocabit / Er hat hineingerufen (ein Sonntag im Kirchenjahr)
10berMonat Dezember, 10bris, Xber, Xbris
2. AdventPopulus Sion = Das Volk Zion
2. FastensonntagReminiscere / Gedenke (ein Sonntag im Kirchenjahr)
3. AdventGaudete = Freuet Euch
3. FastensonntagOculi / Augen (ein Sonntag im Kirchenjahr)
4. AdventRorate, coeli = Tauet, (ihr) Himmel
4. FastensonntagLaetare / Freue dich (ein Sonntag im Kirchenjahr)
7berSeptember, Septembris, 7bris
9berNovember, 9bris, Nebling, Neblung, Nebelmond, Windmond
a mensa et torolat.: von Tisch und Bett. Eine rechtliche Trennung von Eheleuten, bei der die Partner getrennt leben, die Ehe aber nicht vollständig aufgelöst wird.
a. u. s.actum ut supra: geschehen wie oben verhandelt bzw. beschrieben
aasenVerschwenderisch mit etwas umgehen, schlecht wirtschaften (mit Geld, Lebensmitteln, Material, etc.).
ab intestatolat.: ohne Testament. Wenn jemand ohne Testament verstirbt, kommt die gesetzliche Erbfolge zur Anwendung.
abacistusRechenmeister, jemand, der mit dem Abakus rechnen konnte.
AbbauerPächter mit kleinem Eigenbesitz, Neusiedler, zweiter Sohn, der vom Hofe abbaut
AbbitteDie Bitte um Vergebung eines begangenen Fehlers oder Unrechts. Abbitte leisten. Sich entschuldigen.
AbdeckerAbstreifer, Schinder, Wasenmeister, Nachrichter. Personen, die verendetes Vieh wegschaffen, abhäuten und einscharren mussten. Der Arbeitsplatz der Abdecker, meist auch ihre Wohnstelle, war die Abdeckerei oder Wasenmeisterei. Die Tierkörperverwertung lieferte Produkte wie Fette (zur Herstellung von Lampentalg und Seife), Leim, Knochen und Knochenmehl, Felle, Tierhäute zur Herstellung von Leder und Viehfutter.
AbdikationDie Abdikation (latein. abdicare: verzichten, zurücktreten, abdanken), auch Abdankung oder Renunziation genannt, ist der förmliche Verzicht auf ein öffentliches Amt durch den Inhaber, insbesondere der Thronverzicht eines Monarchen.
Abendland Der Begriff "Abendland" ergab sich aus der früheren Vorstellung von Europa als dem westlichsten, und damit der untergehenden Abendsonne am nächsten gelegenen Erdteil. Die Länder in der Richtung der Morgensonne, bzw. aufgehenden Sonne, wurden als Orient bezeichnet (von latein. oriens für aufgehend).
AbentürerHändler mit Luxuswaren, Juwelenhändler
AberredeGegenrede. Rede und Aberrede, also eine Verhandlung im Dialog.
AbervaterGroßvater (~ noch einmal Vater). Aberurahnherr = Ururgroßvater
aberwitzigabsurd, nicht bei Sinnen, unverständig, geisteskrank
AbheimischkeitAbwesenheit von der Heimat
abholdVeraltete für abgeneigt, wenig begeistert, lustlos, ungern, unwillig, oder widerstrebend. Das Gegenteil ist hold, jemandem hold sein, jemandem zugetan sein, ihn/sie mögen, gern haben.
abietariusTischler, Schreiner
AbkiesungRücktritt vom Amt
AblaßkrämerAblasshändler. Verkauf der Vergebung von Sünden gegen Geld. Ein vollkommener Ablass ist ein Erlass sämtlicher Sündenstrafen, was im Fall des Todes unmittelbar in den Himmel führt. Ein unvollkommener Ablass ist ein teilweiser Erlass der Sündenstrafen, die Zeit in der Hölle wird also verringert.
AbnahmemannAbschiedsmann; Altenteiler; Altsitzer; Bauer im Ausgedinge, nach Übergabe des Anwesens an seinen Sohn; Nutznießer des Altenteils
AbortAbtritt, Kommodität, Klosett, WC
AbrahamitenordenEin am 30.09.1861 von Grafschafter Pfarrern im Alter von über 50 Jahren gegründeter Geselligkeitsverein. Die letzte Sitzung fand am 15.02.1945 statt. Die Protokolle der Sitzungen wurden in einem dicken Buch gesammelt. Ein neuer Kandidat musste sich vor der Aufnahme einer theologischen Prüfung unterziehen. Anschließend erhielt er bei einem guten Mittagessen einen Stab, ein Ordensband und ein Bild Abrahams vom zuletzt aufgenommenen Mitglied überreicht.
Der Vorläufer dieses "Ordens" war der "Maarsog-Orden" (Mär-Sack, von maaren = flunkern).
acatholicusacatholisch, nicht katholisch
accensio cereilat.: „Entzündung der Kerze“. Feierlicher Ritus der römisch-katholischen Kirche, bei dem eine große Kerze entzündet wird. Der Begriff wird fast ausschließlich für die Osterkerze verwendet.
AcciseAkzise, Accise (französisch) oder Accis (lateinisch). Indirekte Steuer, in der Regel eine Verbrauchssteuer beziehungsweise ein Binnenzoll. Akzisen wurden auf Grundnahrungsmittel (z. B. Roggen, Weizen, Hopfen oder anderes Getreide beziehungsweise Mehl), auf Lebensmittel (Zucker, Salz, Fett, Fleisch), Genussmittel (Tabak, Kaffee, Tee, Bier, Sekt), auf Vieh o. ä. erhoben.
AchillesfelsenAussichtspunkt. 580m bei Bad Landeck, Kreis Habelschwerdt, auf dem Weg nach dem Schollenstein.
Acht SeligkeitenKolonie in der Nähe von Pohldorf aus einzelnen, hintereinander stehenden Häusern bestehend.
AchthäuserKolonie am Kammweg zum Königswalder Spitzberg (755m), Kreis Neurode.
AchtmannAchtsmann"
1) gerichtlicher Taxator, 2) Wahlherr
Ackerbau in der Grafschaft GlatzEtwas die Hälfte der Fläche der Grafschaft Glatz waren Ackerflächen und ca. ein Drittel Waldgebiet. Die Böden in den Flusstälern sind fruchtbar, die Sandböden sind unfruchtbar. Im Gebirge gibt es teilweise ebenfalls gute Böden. In den Tälern wurde angebaut: Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Zuckerrüben, Kartoffeln, Ölfrüchte. Über 450m Höhe wurde angebaut: Roggen, Kartoffeln, Hafer, Lein. Im Gebirge (Grundwald, Erlitztal, Klein-Karlsberg) kam es öfter vor, dass der Hafer im Schnee geerntet werden und im Backofen getrocknet werden musste. (Quelle: Aloys Bernatzky, Lexikon der Grafschaft Glatz, Glatzer Heimatbücher, Band 8)
ad actalateinische Phrase aus der Amtsprache, etwas "zu den Akten legen", eine Sache ist erledigt
ad pias causaslat.: zu frommen Zwecken
AdelheidquelleRadiumhaltige Quelle. Am Großen Schneeberg in unmittelbarer Nähe der Quarklöcher und des Liechtensteinschutzhauses.
AdjunktEin Adjunkt (von lateinisch adiunctus „angebunden“) ist ein beigeordneter Gehilfe oder Assistent, besonders im Verwaltungs-, Forst- oder Kirchendienst.
AdlatusEin Gehilfe, ein Helfer oder ein Beistand. Er ist vergleichbar mit dem Adjutanten im militärischen Sprachgebrauch.
AdlergebirgeAuch Böhmischer Kamm genannt. Verlauf westlich parallel zum Habelschwerdter Gebirge. Der nördliche Teil (Hohe Mense, 1084m) liegt innerhalb der Grafschaft Glatz. Der überwiegende Teil (40km) liegt jenseits der Landesgrenze.
AdlerkoppeWestlich von Altheide gelegener Berg (533m).
adm. D.admirabilis Dominuus = Bewundernswerter Herr
Adorate Adorate I / Betet an I: 3. Sonntag nach Epiphanias,
Adorate II / Betet an II: 4. Sonntag nach Epiphanias,
Adorate III / Betet an III: 5. Sonntag nach Epiphanias,
Adorate IV / Betet an IV: 6. Sonntag nach Epiphanias,
adulescentulusJüngling, junger Mann
AdventsspieleBereits in der Adventszeit wurden in Vorbereitung auf die Weihnachtszeit Spiele aufgeführt. Meist handelte es sich um Zwiegesänge zwischen Josef, Maria, dem Christkind und den Engeln (z. B. Mariä Verkündigungsszene). Gute Kinder erhalten Geschenke, böse werden bestraft. Sowohl aus Neurode als auch Niederschwedeldorf sind Spiele überliefert.
aedituusMesner, Küster, Kirchendiener, Kirchenaufseher
Aelurius, GeorgiusEin aus Frankenstein stammender Chronist (1596 – 1627). Georgius Aelurius hieß eigentlich Georg Katschker. Er latinisierte, wie es damals üblich war, seinen Nachnamen und legte dabei das altgriechische Wort für Katze (Ailouros) zugrunde, die er als den Ursprung seines Namens vermutete. Er war ein Prediger der Reformation in Glatz und in seinen beiden letzten Lebensjahren Rektor der Stadtschule in Frankenstein. Autor der "Glaciographia oder Glätzische Chronica".
aestimator panisBrotbeschauer
aetatis suaeseines Alters
dierum ... : ... Tage
mensium ... : ... Monate
annorum ... : ... Jahre
AffengießerGießer von Handwasserfässern, Bütten, Taufbecken, Weihrauchgefäßen, auch kleinerer Glocken, u. ä.
agellariusvon lat.: agellus = kleines Feld, Äckerchen. Kleinhäusler, Kleinbauer, Kleingütler. Jemand, der nur ein kleines Stück Land bewirtschaftet.
AgendeEine Agende (von lat. agere = handeln) ist ein liturgisches Buch im evangelischen Bereich, das die Gottesdienstordnung, Riten, Gebete und Texte für den Hauptgottesdienst sowie für Amtshandlungen wie Taufe, Trauung und Bestattung enthält. Sie beschreibt, was Liturg und Gemeinde tun, z. B. aufstehen, beten oder singen.
AgentKonsul, diplomatischer Vertreter
Agent, öffentlicherRechtsgelehrter mit beschränkten Befugnissen, zwischen Notar und Anwalt stehen (in Österreich)
AgnatEin Agnat (von lateinisch agnatus „der Hinzu-/Nachgeborene“) ist ein männlicher Verwandter, der ausschließlich über die männliche Linie (Vater, Großvater) mit einer anderen Person verwandt ist. Diese Form der Verwandtschaft, die Agnation, war besonders im römischen Recht und im historischen Adels-Erbrecht entscheidend.
AgnesfeldAgnesfeld, kleines Dorf bei Stolzenau, entstanden aus dem Vorwerk ,Zimmerei’, das 1789 angelegt, 1795 vom Besitzer Reichsgraf von Schönaich aufgeteilt, ausgebaut und nach seiner Tochter Agnes benannt wurde.
AgtfischerBernsteinfischer
AgtschleiferBernsteinschleifer
AhleEine Ahle, oder Pfriem ist ein einfaches Werkzeug mit dessen Hilfe Löcher in verschiedene Materialien gestochen werden können. Es wird beispielsweise von einem Schuster genutzt, um Löcher in Leder zu machen, um anschließend mehrere Schichten zusammennähen zu können.
AhnenpassBezeichnung für ein Heft mit Vordrucken für Abschriften von Geburts-, Tauf- und Heiratsurkunden der Eltern, Großeltern, und weiterer Vorfahren, das jeder im Dritten Reich erstellen musste, um den sogenannten »Arier-Nachweis« zu erbringen. Meist eine ergiebige Quelle für den Familienforscher.
AktriceIm Alltagsgebrauch wird manchmal ein Bühnenschauspieler als Akteur bezeichnet. Die veraltete weibliche Form ist Aktrice. Der Begriff wird heute meist abwertend verwendet und der Schauspielerin mangelndes Talent unterstellt.
AlbaquelleSie entspringt auf dem Kamm des Adlergebirges am Südhang der Hohen Mense in 1.048 m ü. M. dicht an der polnischen Grenze und fließt an der Schierlichmühle vorbei und durch Deschnei nach Böhmen. Die Bělá (deutsch Alba, auch Albabach) ist ein rechter Zufluss der Wilden Adler (tschechisch Divoká Orlice) in Tschechien.
AlbendorfDer Ort liegt am Ostfuss der Heuscheuer auf 388m, 11km südlich von Neurode. Im Jahre 1330 als "Alberti villa" erwähnt. Unter dem Namen "Glätzisches Jerusalem" als Wallfahrtsort sehr bekannt. Jährlich pilgerten Zehntausende aus dem In- und Ausland dorthin. Seit 1693 Aufführung von Passionsszenen. Jetzige Kirche wurde 1715-1725 durch Franz Anton Reichsgraf von Götzen errichtet. 33 Stufen Freitreppe (Symbol für 33 Lebensjahre Christi). 3 schmälere Treppen mit 15 Stufen (Symbol für die Jugendjahre Mariens vor Jesu Geburt). Prachtvolle Ausgestaltung. Zahlreiche Kapellen, Altäre und Votivtafeln als Zeichen der Gebetserhörung. Das Gnadenbild ist 27cm groß, die Statue ist mit einem kegelförmigen Mantel bekleidet. Um die Kirche herum Nachbildung der heiligen Stätten von Jerusalem (Tore, Kalvarienberg, Kreuze, Kapellen, etc.).
alchimistaAlchemist, Schwarzkünstler. Praktiker der Alchemie, der versuchte, unedle Metalle in Gold zu verwandeln oder das "Elixier des Lebens" zu finden.
AllerheiligenbergWestlich von Schlegel, mit Kapelle und Moltketurm und Schutzhütte (Lukasbaude). 648m
AllgäuerFrachtfuhrmann, nach den bekannten Gutfertigern aus dem Allgäu benannt
AllmendeGemeindegut. Die Allmenden (auch Allmanden aus dem Mittelhochdeutschen "was allen gemein ist") waren ein Grundstück oder Land, das von den Bewohnern einer Gemeinde gemeinschaftlich genutzt werden durfte, in der Regel auf Weide, Forstwirtschaft oder Ackerbau beschränkt.
AllmendherrAllmendpfleger,
Ratsherr, dem die Aufsicht über die Allmende obliegt
AllodAls Allod oder Allodium bezeichnete man im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Recht ein Eigentum (fast immer Land oder ein Stadtgrundstück oder -anwesen), über das der Eigentümer frei verfügen konnte. Eigentümer konnten sowohl freie Bauern als auch Adelige oder Fürsten sein.
Allode waren frei vererbbar, auch an Töchter, während Lehen beim Aussterben einer Familie im Mannesstamm an den Lehnsherrn zurückfielen.
Alma MaterAlma Mater (von lateinisch alma nährend, gütig und mater Mutter) ist eine Bezeichnung für Universitäten.
AlmanachEin Almanach ist ein jährlich erscheinendes Nachschlagewerk, das Kalenderdaten mit astronomischen Informationen, Wetterberichten, Statistiken oder literarischen Texten verbindet.
Almanach (mittelniederländisch almanag aus mittellateinisch almanachus = „Kalender mit astronomischen und meteorologischen Texten“).
Ursprünglich war es ein Kalender mit praktischen Ratschlägen (ab 15. Jh.), er entwickelte sich aber zu illustrierten Jahrbüchern, literarischen Anthologien oder Verlagsverzeichnissen.
AlpAngstzustand, Alpdruck, Nachschaden
AltarbergBei Bad Reinerz gelegen, Düppler Höhe genannt. Hochbehälter der Hochquellen-Wasserleitung (1898). Pavillon. 650m
AltaristEin Altarist ist ein katholischer Priester, der eine Pfründe (einen festen Einkommensposten) hat, die mit einem bestimmten Altar verbunden ist. Er liest nur die heilige Messe, meist zum Seelenheil Verstorbener, ist aber nicht mit weiteren seelsorgerischen Aufgaben betraut. Sein Einkommen wurde durch die Erlöse der Altarstiftungen gedeckt oder von einer Privatperson, meist einem Adligen, garantiert.
Alte HackeEin Freundschaftsbund älterer Akademiker aller Fakultäten. Die bei den Zusammenkünften verwendeten Trinkgläser hatten die Form einer Hacke. Da man sie nicht abstellen konnte, mussten sie sofort ausgetrunken werden. Eines der Gläser wurde im Glatzer Heimatmuseum aufbewahrt.
alter dieam anderen, nächsten Tag
AltermannVorsteher einer Zunft oder Gilde
AltersschwächeEntkräftung, Schwäche, Alter, Marasmus senilis, Verfall, Debilitas, Abzehrung
Ältesterin einigen protestantischen Gemeinden: Pfarrer
AltfürerAltgeselle, Ältester der Gesellschaft
AltgewanderFlickschneider, Altwender, auch: Altkleiderhändler
AltruismusAltruismus (lateinisch alter ‚der andere‘) bedeutet im Allgemeinen Uneigennützigkeit, Selbstlosigkeit, durch Rücksicht auf andere gekennzeichnete Denk- und Handlungsweise. Der Begriff kann als ein Gegenbegriff zu Egoismus verwendet werden.
AltvordereAhnen, Vorfahren
AltwalkerAlthändler, der altes Tuch walkt
AlumnatAlumnat oder Alumneum (von lateinisch alumnus‚ Schüler, Zögling) ist eine historische Bezeichnung für Schulen mit Unterbringungsmöglichkeiten, vor allem an Gymnasien und höheren Schulen. Heute wird der Begriff Internat verwendet. In Österreich wird eine Einrichtung zur Ausbildung von Geistlichen als Alumnat bezeichnet.
Ammelat.: nutrix. Nährmutter. Eine Frauensperson, die, selbst Mutter, sich verdingt, um an ihrer Brust ein fremdes Kind zu nähren. Manchmal wurde die Amme nach dem Abstillen des Kindes als Kindermädchen weiter beschäftigt.
ancillaMagd, Dienerin, Zofe, Bedienstete
Andre-Geschwester-Kender (Andere-Geschwister-Kinder) Kinder des Cousins/der Cousine
AnfeilzwangVorkaufsrecht der Obrigkeit. Anbietzwang. Verpflichtung der Untertanen ihre Waren zuerst ihrem Grundherrn oder der Obrigkeit zum Kauf anzubieten.. Erst wenn diese das Angebot ablehnten, durften die Güter auf dem freien Markt veräußert werden.
AngerAnger oder Dorfanger bezeichnet ein meist grasbewachsenes Land oder einen Dorfplatz in Gemeinbesitz, der von allen Bewohnern der Stadt oder des Dorfes genutzt werden konnte (Allmende). Ort für Feste (z. B. Osterfeuer), für gemeinschaftliche Aktivitäten (Dorfbackofen, gemeinschaftliches Schlachten), Ratsversammlungen (Thing) oder Richtplatz.
Angstals Krankheit: Beengung, Schmerz
AngsthäuserKolonie bei Mittelwalde
Anna SelbdrittDarstellungen der heiligen Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind (Andachtsbilder). Selbdritt ist ein altes Wort für „als Teil einer Dreiergruppe“ oder auch „zu dritt“
Annaberg bei Neurode647m hoch. Vermutlich wurde bereits um 1515 eine hölzerne Kapelle errichtet. Im 30jährigen Krieg verfiel die Wallfahrt, begann aber schon 1632 wieder. 1644 Errichtung einer steinernen Kapelle, Erweiterung 1665. Die Pest 1680 verschonte Neurode und es wurden drei Pestkapellen auf dem Weg zum Annaberg errichtet. 1760 Neubau des Hochaltars in schlesischem Barock.
AnnexionAnknüpfung, Annektierung, Anhängen. Zwangsweise Verbindung eines bisher fremden Gebietes mit dem eigenen Staatsgebiet. Die Okkupation (Besetzung) geht der Annexion in der Regel voraus.
anni futurikommenden/künftigen Jahres, nächsten Jahres
anni praesentisdes laufenden, gegenwärtigen Jahres. anno currenti = im laufenden Jahr
anni praeteritides vergangenen Jahres
anno currenteim laufenden Jahr
anno domini(lat.) im Jahre des Herrn
ante meridiemlat.: vor Mittag, Vormittag
AntependiumEin Antependium (von lat. ante „vor“ und pendere „hängen“) ist ein meist reich bestickter und verzierter Altarvorsatz oder Kanzelbehang, der als textiles Parament oder feste Verkleidung die Vorderseite des Altars schmückt. Es ist Teil der liturgischen Ausstattung, zeigt durch wechselnde Farben die Zeit des Kirchenjahres an und meistens mit zur Kirchenjahreszeit passenden Symbolen versehen.
Antependien sind sowohl in der evangelischen als auch in der römisch-katholischen, anglikanischen und alt-katholischen Kirche gebräuchlich.
Es gibt auch Altarvorsätze aus Holz oder Metall.
ApanageEine Apanage ist eine regelmäßige finanzielle Zuwendung, Einkünfte aus Liegenschaften oder Übertragung von Landbesitz an nicht regierende Mitglieder eines Fürstenhauses. Sie sichert den angemessenen Lebensunterhalt für nachgeborene Kinder, die nicht direkt erben. Der Begriff stammt vom französischen appanage („mit Brot versorgen“).
Appenberg741m hoher Berg östlich von Schreibendorf im Glatzer Schneegebirge.
ApprobatumBilligung, Genehmigung (lat.)
architectusBaumeister, Architekt
ArztMedicus, Bader, Physicus, Feldscher (Militär)
Ascensio DominiChristi Himmelfahrt
ÄschererBrenner von Holzasche (für Glashütten)
AscherkoppeBerg bei Hausdorf. Höhe: 856m
AschersteinBei Klein-Karslberg. Höhe: 740m
Asthma (bronchiale)Atembeschwerden, Engbrüstigkeit, Dampf, böser Bradem (Brodem), Brustkiste, Keist, Kister, Stickfluß, Brustwassersucht
ÄtzeÄtzmaler, Eisenätzer (z. B. für Rüstungen)
Ausgedinger / AuszüglerLebt im Ausgedinge (Altenteil)
AussatzElephanten-Krankheit, Lepra, St. Jobst-Krankheit, Knollsucht, Masel- oder Miselsucht, Morve
avunculusOnkel auf der mütterlichen Seite, Bruder der Mutter
babtisatus, babtisatagetauft
BäckerlieselTochter des Bäckermeisters Georg Francke in Glatz. Sie führte dem Vizekommandanten der Festung Oberleutnant d' O den Haushalt und wurde seine Ehefrau. Während der Belagerung durch die Österreicher soll sie Glatz an die Österreicher verraten haben.
Der seit 1910 in Glatz lebende Verwaltungsoberrat und Schriftsteller Dr. Eduard Köhl („Die Geschichte der Festung Glatz“) verfasste dazu "Kommandant d' O und die Bäckerliesel von Glatz. Ein Zeitbild aus den schlesischen Kriegen Friedrichs des Großen".
Bähschnittengeröstete Brotscheiben
BakelRohrstock, latein.: baculum = Stock, Stab. Im 19. Jhd. meist in der Schule verwendetes Züchtigungsinstrument. Mit dem Stock wurden Schläge auf die ausgestreckten Hände oder das Gesäß verabreicht.
Ballei(historisch auch Balley) bezeichnete etwa ab dem 13. Jahrhundert einen Verwaltungsbezirk oder eine Ordensprovinz eines Ritterordens, mit meist mehreren Komtureien bzw. Kommenden.
Eine Komturei (auch Kommende) ist die regionale Niederlassung und Verwaltungseinheit eines geistlichen Ritterordens (z. B. Johanniter, Deutscher Orden, Templer), geleitet von einem Komtur. Historisch dienten sie als wirtschaftliche Basis und Stützpunkt, oft mit Kirche und Krankenhaus. Heute bestehen Komtureien als Gliederungen ritterlicher Orden weiter.
BanatDas Banat ist eine historische Region in Südosteuropa, die heute in den Staaten Rumänien, Serbien und Ungarn liegt. Sie liegt zwischen Donau, Theiß und Marosch. Der Begriff Banat leitet sich vom Herrschaftsbereich eines Ban (serbisch/kroatisch/ungarisch für Graf/Markgraf) ab. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war es das Siedlungsgebiet einer deutschen Minderheit, den sogenannten Donauschwaben.
Bärbergsüdlich von Lauterbach, 702m
Barbier Boarbier, Balbier, Schnuutlaschoaber
Bärensteinzwischen Hoher Eule und Hausdorfer Kreuz, 918m
BartbindeEine Bartbinde ist ein Band aus Stoff bzw. Gaze, das dazu dient, den Schnurrbart während dem Schlafen in der Nacht in Form zu halten. In der Mitte ist eine Einkerbung für die Nase. Das Band wird entweder mit Schlaufen an den Ohren befestigt oder am Hinterkopf/Nacken gebunden.
Gebräuchlich waren auch Haarnetze um die Frisur in Form zu halten.
Bartpelz-KapelleMarienkapelle, gelegen auf dem Fußweg von Stuhlseifen nach Habelschwerdt, oberhalb von Lichtenwalde am Abhang des Heidelberges. Die verfallene Kapelle wurde von dem Bauer Wilhelm Pelz aus Lichtenwalde um 1860 zusammen mit 14 Kreuzwegstationen neu aufgebaut.
BauchladenEin Bauchladen ist ein Brett, ein Kasten oder eine andere Konstruktion, die vor dem Körper an einem Gurt getragen wird, um darauf oder darin Waren anzubieten. Sie kann auch verschiedene Fächer und Schubladen enthalten, in denen Waren und Geld gelagert werden können. Seitlich am Bauchladen können noch Ringe oder Haken angebracht sein, an denen weitere Waren aufgehängt werden.
Im Straßenverkauf, bei Veranstaltungen oder beim Von-Haus zu-Haus-Verkauf wurden z. B. Kurzwaren von Hausierern feilgeboten.
BaudenBezeichnung für die schlesischen Gebirgs-Gasthäuser, z. B. Annabaude, Bismarckbaude, Adlerbaude, Brandbaude, Müllermaxbaude, usw. Beliebte Ausflugsziele meist mit rustikaler Übernachtungsmöglichkeit.
Bauer / PauerAckerwirt, Ackerer, Ackermann, Landwirt, Landmann, lat: agricola oder rusticus
BauerngutsbesitzerBesitzer eines Gutes mit Landwirtschaft und anderen Erwerbszweigen von bäuerlichen Produkten
Bauernschock, GroßschockAlte preußische Zähl- bzw. Stückmaße: Ein Bauernschock oder auch Großschock entspricht 64 Stück, oder 4 Bauernmandel. Ein Großmandel oder Bauernmandel entspricht 16 Stück. Ein Schock besteht aus 5 Dutzend = 60 Stück, oder 4 Mandel. Ein Dutzend entsprechen 12 Stück, ein Mandel entspricht 15 Stück.
BaumölbierDünnbier mit dem Zugabe von Olivenöl (Baumöl), Zitronensaft und Gewürzen.
BeerköppelMittelster Gipfel des Schwarzen Berges, 1.205m.
Behufmittelhochdeutsch behuof: Nutzen, Zweck
benedictio cinerisAschermitttwoch
Bergsturz bei WarthaAls Folge heftiger Regengüsse im Jahr 1598 rutschte ein Teil des Berges ab. Große Felsbrocken fielen in die Neisse und stauten das Wasser kurzzeitig an, so dass es zu einer Überschwemmung des Ortes kam.
BeuleBlutgeschwulst, Knüttel
BieleDer Fluss Biele umfließt im Halbkreis das Bielengebirge. Die weiße Biele nimmt nahe den "Dreigrenzen" am Fichtlich (1.080m) ihren Anfang, die Schwarze Biele bei den "Roten Kreuzen". Der Fluss führt viel Wasser und hat eine hohe Fließgeschwindigkeit. Die Mohre ist ein Nebenfluss (Wilhelmsthaler Wasser), der bei Schreckendorf in die Biele einmündet.
Bielendorfer Steinkoppewestlich von Bielendorf, 890m
BielengebirgeTeil des Grenzgebirges gegen Mähren im Osten der Grafschaft. Bewaldet. Gneis und Glimmerschiefer. Es wird annähernd im Halbkreis von der Biele im Osten und Norden umflossen, im Südwesten von der Mohre. Höchste Erhebungen sind der Form-Berg mit 1.110m, der Schwarze Berg (1.062m) und der Hoher Urlich (1.068m).
Bielenkoppesüdlich von Bielendorf, 1.033m
Bienenbergnördlich von Heudorf, 884m
BildstöckeAn vielen Wegen und Wegkreuzungen, vor Höfen, auf Fluren, im Gebirge und auf Marktplätzen sind Bilder, Kreuze und Statuen aufgestellt. Sie zeugen von der Frömmigkeit der Bewohner der Grafschaft Glatz. Sie wurden errichtet als Dank für eine Gebetserhörung, als Erfüllung eines Gelübdes (z. B. Brand, Pest), zum Gedenken an ein Ereignis oder als Sühne für eine Untat.
Bismarckkoppeam linken Bieleufer bei Landeck, 534m
BismarckturmAuf der Hohen Eule (1.014m). 24m hoch. Erbaut 1905.
BitttageDrei Gebets- und Prozessionstage (lat. "Triduum rogationum") Montag, Dienstag und Mittwoch vor dem Fest Christi Himmelfahrt. Die Woche, in der die Bitttage liegen, wird auch als Gangwoche, Betwoche, Bittwoche oder Kreuzwoche bezeichnet. Die Dorfbewohner zogen in einer Prozession durch die Felder hin zu einer Kapelle oder einem Bildstock, wo eine Andacht gehalten wurde. Auf dem Weg wurde die Allerheiligen-Litanei als Bitte um das Gedeihen der Feldfrüchte gesungen.
BlaseweyKolonie von Kudowa
BlatterHautausschlag, Masern, Pocken
BleichhäuserKolonie südlich von Neundorf
BleuelEin Bleuel (auch Wäschebleuel) ist ein Schlagholz (auch Schlägel) und wurde bis zur Erfindung der Waschmaschine zum Wäschewaschen verwendet. Der Bleuel besteht aus einer flachen, breiten Schlagfläche und einem Handgriff. Das Wort hat sich bis heute in den Begriffen „einbläuen“ und „verbläuen“ erhalten (wird seit der Rechtschreibreform mit ä geschrieben) und legt die Vermutung nahe, dass der Bleuel auch als Züchtigungsinstrument zweckentfremdet wurde.
Als Bleuel wird auch der Holzbalken bezeichnet, der durch die Kraft einer Wassermühle angehoben und fallen gelassen wird. So wurde u. a. Flachs gebrochen.
BlödigkeitKränklichkeit, Krankheit
blümerantUmgangssprachlicher Ausdruck für ein flaues, schwindeliges oder leicht übles Gefühl. Es beschreibt körperliches Unwohlsein, bei dem einem "schwarz vor Augen" wird. Der Begriff soll vom französischen bleu mourant ("sterbendes/blasses Blau") stammen, das ursprünglich eine Farbe bezeichnete.
Böhme (Tscheche)mundartl.: Bihmscher, Behmscher, Bimscher
BöhmenAbgeleitet von Boihaemum = Heimat der Bojer. Keltischer Volksstamm der in diesem Gebiet in vorchristlicher Zeit ansässig war. Im Mittelalter war Böhmen ein mächtiges Königreich und das Kernland des Heiligen Römischen Reiches. Im Jahr 1918 wurde Böhmen Teil der Tschecheslowakei. Die historische Hauptstadt Böhmens ist Prag. Bis zum Zerfall der Habsburgermonarchie wurde die tschechische Sprache als „böhmisch“ bezeichnet.
Auch: Böheim, Bohemia
Böhmischer WinkelBezirk nordwestlich von Reinerz, identisch mit dem "Hummelbezirk" bzw. dem "Lewiner Ländchen".
BornBrunnen, Quelle oder Wasserstelle, mundart: Bärnla
Brasttiefer seelischer Kummer, schwere Sorge, Herzensbrast wegen Liebeskummer oder einem schweren Verlust
BratenrockVeraltet, scherzhaft für ein festliches Herrenkleidungsstück, den Gehrock, veraltet auch Leibrock. Der Begriff entstand, da das Kleidungsstück häufig zu feierlichen Anlässen wie dem Sonntagsbraten-Essen getragen wurde. Er ist eine Spätform des Herrenrocks, eine doppelreihige Jacke mit knielangem, angesetztem Schoß aus meist dunklem Tuch, die besonders im 19. Jahrhundert zu festlichen Anlässen getragen wurde. Üblich bei Ärzten, Geschäftsleuten und Beamten.
Braunaumundartl: Braune. braunauisch = braunsch
BrautfuderWagen mit der Aussteuer der Braut, sie selbst saß obenauf.
BrechruhrCholera (asiatica), Gallenbrechdurchfall. Schwere bakterielle Magen-Darm-Infektion, die durch das Bakterium Vibrio cholerae verursacht wird. Die Krankheit wird meist durch verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel übertragen.
BremengrundMit Baude unterhalb der Hohen Eule auf der schlesischen Seite.
BrennschereDie Brennschere oder auch Brennzange oder Perückeneisen ist ein Werkzeug zur Ondulation des menschlichen Haupthaares. Die Brennschere funktioniert nach dem Prinzip einer Schere, allerdings wird damit nicht geschnitten, sondern lediglich eingeklemmt. Anstatt der Schneideflächen sind zwei runde etwa 20 cm lange Röhren mit einem Durchmesser von 1 - 3cm angebracht (je nach gewünschter Lockengröße). Das Instrument wurde auf dem Herd oder über dem Feuer erhitzt. Anschließend klemmte man die Spitze einer Haarsträhne zwischen die beiden Röhren und drehte damit die Haare auf. Auf diese Weise bearbeitete man je nach Wunsch mehrere oder alle Haarsträhnen.
BrotbeutelEin Brotbeutel ist ursprünglich ein militärischer Ausrüstungsgegenstand. Dabei handelt es sich um eine Tasche, zur Aufbewahrung von Proviant, Tabak, Feldpost usw.
BrotfrevelDas Brot genoss in der Grafschaft Glatz höchste Wertschätzung. Man begeht Brotfrevel, indem man mit dem Nahrungsmittel Brot ehrlos und verschwenderisch umgeht. Meist ist dabei die achtlose und nicht sinngemäße Verwendung oder ein unterlassenes Teilen mit Hungernden aus egoistischen oder stolzen Gründen gemeint. In Sagen und Märchen wird Brotfrevel durch eine übernatürliche Instanz bestraft. So galten die Hirtensteine bei Kieslingswalde nach einer Sage als versteinerte Hirtenbuben, die auf Brot herumgetrampelt hatten.
BrummtopfVolkstümliches Musikinstrument. Ein altes Fass ohne Deckel und Boden wurde mit Ziegenfellen bespannt und bunt bemalt. Durch Löcher in der Mitte der Felle wurde ein Seil gezogen. Durch das Hin- und Herziehen entstand ein brummendes Geräusch. Wurde bei "Umgängen" mitgeführt.
BrustwassersuchtHydrothorax
Brzesowiemundartl.: der Pscheesawie
BüchsenmacherBüchsenschmied, lat.: bombardarum faber
BuckeltalVom südlichen Ende von Bad Langenau sich nach Südwesten sich hinziehendes stilles Tal (Lichtenwalder Wasser) mit Buckelmühle.
BukowineSeit 1937 Tannhübel. Kolonie von Straußdörfel (früher Straußeney).
BumbassVolkstümliches Musikinstrument ( Rhythmus- und Lärminstrument) bestehend aus einem Holzschaft, an dem unten ein federnder Mechanismus angebracht war, bespannt auf der gesamten Länge mit einer Drahtsaite, die über einen Blechkasten als Resonanzkörper lief. Die Spitze war mit Schnitzereien und Schellen verziert. Im Rhythmus der Musik wurde der Bumbass auf den Boden gestampft, wobei die Saite mit einem sägeförmigen Holzstück angerissen oder geschlagen wurde. In Böhmen und Mähren wurde er Tromarine genannt, im Riesengebirge Trompte-Marie in einigen Gegenden der Grafschaft hieß er auch Rumpel-Marie. Slowakei: Ozembuch. In andren Regionen: Teufelsgeige.
Burggrabenbergnördlich von Neudeck, 730m
BurgstädtelFrühere Ansiedlung nahe Eichau am fuß des Schlossberges. Standort einer bereits 1068 erwähnten Grenzwarte. 1365 Ruine.
BurgstädtellochAuf einer Seite des Schlossberges, vermutlich beim Schürfen nach Silber entstanden.
BuschmühleSüdwestlich von Freiwalde gelegen, in der Nähe des Erlitz-Durchbruches.
CafetierBesitzer eines Cafés, der Wirt eines Kaffeehauses.
campanifusorGlockengießer
CantateSingt, 4. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)
Canton-RollenCanton-Rollen (auch: Kantonsrollen, Kantonregister, Konskriptionslisten) waren im 18. und 19. Jahrhundert preußische Militärregister bzw. Musterungs- und Rekrutierungslisten, in denen die männliche Bevölkerung eines Gebietes erfasst wurde.
Die Männer unterlagen dem Kantonzwang, das bedeutet, sie durften ihren Wohnort nicht verlassen, ohne die Erlaubnis des Regiments einzuholen. Wer ohne dieses Wissen oder diese Genehmigung auswanderte, floh oder sich der Musterung entzog, galt behördlich als "unwissend" (oder abwesend/flüchtig) abgemeldet.
castrumbefestigter Ort, Burg, Kastell
cellerarius Kellerer, Kellermeister, Kellereiamtmann
Chaiselongue(frz. chaise longue: langer Stuhl) Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Bezeichnung für ein niedriges, gepolstertes kombiniertes Sitz- und Liegemöbel für eine Person. Es kann auch zum kurzen Mittagsschlaf oder gelegentlich als Gästebett genutzt werden.
Chapeau ClaqueKlapp- oder Faltzylinder. Zylinderförmiger Hut, der platzsparend zusammengefaltet werden konnte und sich durch einen kräftigen Handgelenksschwung oder Klaps wieder entfaltete.
ChaperoneVeraltet für eine meist ältere Dame, die ein junges Mädchen oder unverheiratete junge Frau als Beschützerin begleitet. Ihre Aufgabe war es, bei Treffen mit jungen Männern als moralische Aufsicht zu fungieren. Auch Anstandsdame oder scherzhaft "Anstandswauwau" genannt.
ChausseeChaussee ist die veraltete Bezeichnung für eine befestigte, künstlich angelegte Landstraße. Früher wurden damit Straßen bezeichnet, die im Gegensatz zu Naturwegen ingenieurmäßig geplant, begradigt und mit einem konstruierten Unterbau sowie einer festen Fahrbahndecke versehen waren. Kunststraße war der deutsche Ausdruck für Chaussee. Beispiel: Preußens zweithöchste Kunststraße bei Brand, Kreis Habelschwerdt.
cj.conjuges, conjugum = Ehegatten, Eheleute
claustrarius Schlosser, Riegelmacher
CommisKommis (von frz. commis = „Gehilfe" oder „Beauftragter“) ist eine veraltete Bezeichnung für einen Kontoristen, Handlungsgehilfen oder kaufmännischen Angestellten. Heute würde man die Tätigkeit mit Sachbearbeiter bezeichnen.
commorantes in ...wohnhaft in ...
Confessio Augustanalat.: Augsburger Bekenntnis, abgekürzt CA oder AB. Sie ist eine der wichtigsten Bekenntnisschriften der lutherischen Kirche. Es wurde am 25. Juni 1530 auf dem Reichstag zu Augsburg von Philipp Melanchthon verfasst und Kaiser Karl V. überreicht, um den Glauben und die Reformanliegen der Protestanten zu erklären.
contraxit matrimonium cumschloss die Ehe mit
copulansPriester, der die Trauung vornimmt.
Corpus Christi(1) Fronleichnam, (2) (at. Leib Christi
cubicularius Kammerdiener
Cuius regio, eius religio"Wessen Herrschaft, dessen Religion". Ein nach der Reformation praktizierter Grundsatz, nach dem die Konfession des Landesherrn die seiner Untertanen bestimmte. 1555 wurde diese Regel im Augsburger Religionsfrieden festgelegt und bestimmte die Konfessionsgrenzen bis hinein in das 19. Jahrhundert.
culinariusKoch, Küchenbediensteter
Cum clamaremAls ich rief. 10. Sonntag nach Pfingsten
curatorKurator, Vormund, Verwalter, Aufseher, Leiter
custos agrorumauch: bannarius. Feldhüter, Flurschütz oder Bannwart. Person, die in der Landwirtschaft die Felder überwachte, vor Wild- oder Diebstahlschäden schützte und oftmals auch Grenzsteine kontrollierte.
custos animaliumViehhirte
custos carcerisKerkermeister, Gefangenenaufseher
D.dominus – als Namensvorsatz bei Pfarrern
Da pacemGib Frieden. 18. Sonntag nach Pfingsten
Dämlackauch Dämellack. Grobes Schimpfwort für eine ungeschickte und dumme Person. Dämelei: nachlässiges, gleichgültiges, gedankenloses Wesen.
DarreEinrichtung zum Dörren, also dem Trocknen von Lebensmitteln und Gebrauchsgütern mit Hilfe von trockener Hitze. Darren gibt es für verschiedene zu trocknende Güter, z.B. für Getreide, Malz, Hopfen, Tabak, Dörrobst.
deflorataNicht mehr jungfräulich
DefraudantEin Defraudant (lat. defraudans „betrügend“) ist eine veraltete Bezeichnung für einen Betrüger, Unterschläger oder eine Person, die Abgaben hinterzieht.
DeichselrainleinGrasstreifen in der Feldwegmitte
Delinquent(lateinisch: delinquere sich vergehen, einen Fehltritt begehen) eine insbesondere in der Kriminologie verwendete Bezeichnung für einen Straftäter oder jemanden, der eine Ordnungswidrigkeit begeht.
DepescheEilbotschaft, Telegramm. Entlehnung (Mitte 17. Jh.) aus frz. dépêcher ‘beschleunigen, (einen Eilboten, eine Eilnachricht) absenden
DepositiumAnvertrautes Gut, Verwahrgut
DepressionenMelancholie, Trübsinn, Schwermut, verstopfte Milz, Milzsucht, Galle, schwarze, Schwarzgalligkeit
Deus in adiutoriumOh Herr, komm mir zu Hilfe. 12. Sonntag nach Pfingsten
Deus in loco sanctoGott an heiligem Ort. 11. Sonntag nach Pfingsten
Deutsche Kurrentschriftvon lat.: currere „laufen“, eine Schreibschrift. Sie war etwa seit Beginn der Neuzeit bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts die allgemeine Verkehrsschrift im gesamten deutschen Sprachraum. Sie wird auch Kurrent, deutsche Schreibschrift oder deutsche Schrift genannt.
DezemAbgabe, Steuer, "der Zehnte" oder "Zehnt". Der Begriff (von lat. decem zehn) bezeichnet eine etwa zehnprozentige Steuer des Einkommens, der Ernte oder des Viehbestands in Form von Geld oder Naturalien an eine geistliche oder eine weltliche Institution (Kirche oder Grundherr).
Diarium(lat.), bildungssprachlich für ein Tagebuch, ein besonders dickes Schreibheft mit festem Deckel
Diarium EuropaeumVorläufer der modernen Zeitung, worin die politischen Zeitereignisse erzählt und zahlreiche Aktenstücke mitgeteilt wurden. Herausgegeben von »Martin Meyer vom Hayn in Schlesien« (Pseudonym Philemerus Irenicus Elisius, Martin Meyer Hainoviensis Silesius). Der erste Band, die Jahre 1657 und 1658 umfassend, erschien 1659, der letzte (45.) Band (41. Fortsetzung) berichtet die Ereignisse bis 1681 und wurde 1683 ausgegeben.
Dicit Dominus IDer Herr sagte I, 23. Sonntag nach Pfingsten
Dicit Dominus IIDer Herr sagte II, 24. Sonntag nach Pfingsten
dies absolutionisKarfreitag
dimittieren(Aus dem Dienst) entlassen: einem Brautpaar, das in einem anderen Pfarrbezirk heiraten will, die Zustimmung erteilen. Es erhält ein „Dimissoriale“ (ein „Attest“, einen „Losbrief“ oder "Erlaubnisschein") des örtlich zuständigen Pfarrers, worin dieser sein Einverständnis zur Vornahme der Trauung durch einen anderen Geistlichen erklärt.
DinterkoppeBerg bei Wachtgrund, nördlich von Kudowa (ca. 1,5 Stunden Wanderung von dort), im Heuscheuergebirge. 482m. Schöne Aussicht auf das Riesengebirge.
DiphterieBräune,
Halsbräune (wegen der lederartigen braunen Beläge im Kehlkopf und in der Luftröhre aus abgestorbener Schleimhaut und Blutbestandteilen), Halsenge, Krupp, Halsgichter, Hundswürger, "Würgeengel der Kinder". Infektionskrankheit der oberen Atemwege.
DisklamationAbleugnung, Nichtanerkennung; disklamieren (lat. disclamare = ablehnen), ableugnen, nicht anerkennen. Auch: Verzicht auf ein Erbe oder Eigentum sowie die Verweigerung der Anerkennung einer rechtlichen Verpflichtung oder eines Besitzverhältnisses.
disparitas cultusEhe mit einem Ungetauften z. B. Juden
DohlenbergBerg und Kolonie bei Neuweistritz, 593m
Dom.Dominica = Tag des Herrn, Sonntag
domesticusHausbediensteter
dominica (latein.)Sonntag
Dominica TrinitatisSonntag der Dreieinigkeit, 1. Sonntag nach Pfingsten
DominiumHerrschaft, Eigentum, Gut. Die Grundherrschaft und das Rittergut wurden 'Dominium' genannt. Es hatte die Oberaufsicht und das Verfügungsrecht über den Dorfanger mit Dorfstraße und Dorfteich, über die Grenzraine, Wege, Stege, Bäche, Flüsse und die sonstigen unbebauten Flecken der Dorfgemarkung nebst besonderen Rechten, deren wichtigste das Jagdrecht, das Fischereirecht und das Bier- und Branntweinmonopol waren.
Dem Dominium gehörten innerhalb der Gemarkung umfangreiche Ländereien, die mit Hilfe dienstpflichtiger Knechte und Mägde und sonstiger Dienstleute sowie mit Hilfe der zu bestimmten Diensten verpflichteten Stellenbesitzer bewirtschaftet wurden.
Dominus fortitudoDer Herr ist Kraft/Stärke. 6. Sonntag nach Pfingsten
Dominus illuminatio meaDer Herr ist meine Erleuchtung, 4. Sonntag nach Pfingsten
DonauschwabenDonauschwaben (auch Donaudeutsche) ist ein Sammelbegriff für die von der Habsburgermonarchie nach den Türkenkriegen entlang der Südflanke des damaligen Habsburgerreiches angesiedelten Deutschen, aber auch einige Franzosen, Spanier und Italiener, längs des Mittellaufs der Donau in der Pannonischen Tiefebene. Zum Kernstück dieser Besiedlung wurde die unter Karl VI., Maria Theresia und Joseph II. (als Könige von Ungarn) im 18. Jahrhundert planmäßig durchgeführte Ansiedlung von deutschsprachigen Bauern und Handwerkern sowie österreichischen und böhmischen Bergleuten.
DonjonHauptturm einer Burg oder Festung (z. B. Glatz und Silberberg).
DotationDotation (von lateinisch dotatus reichlich ausgestattet oder dotalis zur Mitgift gehörig) Ausstattung mit Einkünften und Gütern, z. B. einer Stelle, einer Kasse, einer Stiftung, Anstalt, besonders einer kirchlichen Anstalt durch den Gründer, eines Feldherrn oder Staatsmannes zur Belohnung für besondere Verdienste. Gut dotiert heißt also: Gut bezahlt; einbringlich, einträglich, lohnend, profitabel, rentabel, lukrativ
DreidingBei einem Dreiding (auch Dreiding-Gericht oder Jahrding) handelt es sich um ein historisches, ländliches Dorfgericht, das vor allem in den östlichen deutschen Regionen wie Schlesien und Böhmen weit verbreitet war. Es wurde in der Regel dreimal im Jahr abgehalten. Es geht zurück auf einen kaiserlichen Erlass von 1626 und wurde erst 1832 aufgehoben. Es wurden Statuten und Ordnungen der Obrigkeiten verlesen. Es wurden dieser Gerichtsbarkeit nur kleinere Vergehen zugeordnet. Symbol der Dorfgerichtsbarkeit war die Staupsäule.
DreieckerEin markanter 766 Meter hoher Aussichtsberg im Reichensteiner Gebirge. Er befindet sich direkt oberhalb der Kurstadt Bad Landeck und bietet einen weiten Panoramablick auf den Sudeten-Hauptkamm sowie das Landecker Tal.
DreigrenzenGrenzstein am Fichtlich im Bielengebirge . Markierung des historischen "Dreiländerecks" und damit dem Zusammentreffens der drei Herrschaftsgebiete von Mähren, Österreich-Schlesien und der Grafschaft Glatz.
DreihöfeKolonie bei Mittelwalde
DreitannenbergEin 739 Meter hoher Berg bei Seitenberg im Habelschwerdter Gebirge. Er ist bekannt für seine einstige Wallfahrtskapelle, den herrlichen Panoramablick auf die umliegenden Täler und seine Nähe zur Burgruine Schnallenstein
Drescheumgangssprachlich für Schläge, Prügel, oft mit einem "Hilfsmittel" wie einem Gürtel, Rohrstock oder Teppichklopfer. "Jemanden verdreschen" = körperliche Züchtigung meist durch Eltern oder Lehrer
DrohtbenderDrahtbinder, der in den Dörfern Drahtzäune und Drahtkörbe flickte
DruschmaDruschmer, Hochzeitsbitter, Hochzeitslader, Brautbitter, Huxtpeter, Oanwalt. Acht Tage vor der Hochzeit lud er Bekannte und Freunde des Brautpaares zur Hochzeit ein. Er trug einen schwarzen Anzug mit Zylinder, lange rote Seidenbänder schmückten Hut und Rock und einen Stab. Er war der Leiter der gesamten Feierlichkeiten und hielt Ansprachen beim Brautmahl.
Drüsen (Krankheit)eiternde Geschwülste, Pestbeulen
DubsIn Preußen, besonders in Oberschlesien: Das menschliche Gesäß. Aber auch das "Hinterteil" eines Gänsebratens.
Dum mediumSonntag nach Weihnachten
DünkelDer Begriff Dünkel beschreibt eine übertriebene, eingebildete Arroganz oder einen Hochmut, der auf der vermeintlichen Überlegenheit der eigenen Person oder sozialen Gruppe basiert (Standesdünkel).
DüppelhöheSüdlich von Bad Reinerz gelegen. Ein beliebter Spazierweg der Kurgäste (vom Kurpark aus leicht zu Fuß erreichbar ) zum Aussichtspunkt mit einem herrlichen Blick über das gesamte Reinerzer Becken, 598m.
Düppler Schanzenam Fuß des Heidelberges (977m) in Lichtenwalde, "Gasthaus zu den Düppler Schanzen"
Durchfallkleine Not, Abweichen. Mundart: Dorchmasch, Hettlapresche, Feedriche, schnelle Katriin
Dürre KoppeBerg im Schneegebirge, 1.321m. )Sie ist ein beliebtes Wanderziel, bekannt für seine alpinen Bergwiesen und Panoramablicke.
Dürrer Berg1) Berg östlich von Wilhelmsthal, 1.047m. 2) Berg südöstlich von Martinsberg, 964m.
Dusel, Düsel (Krankheit)Pest, Typhus, Grippe
Dutzend12 Stück von etwas z. B. Eier
ebenda(lat.:) ibidem, daselbst, an demselben Ort
Ecce, deus adiuvetSiehe, Gott hilft. 9. Sonntag nach Pfingsten
EcksteinMarkante Felsformation aus Sandstein im Heuscheuergebirge südlich Karlsberg, 851m.
Edikt(von lat. edictum Anordnung/Bekanntmachung) Ein Edikt ist ein feierlicher, öffentlich bekannt gemachter Erlass oder eine Verordnung einer staatlichen (z. B. Kaiser oder König) oder geistlichen Obrigkeit.
EfeubergBewaldeter Berg in den Ausläufern des Heuscheuergebirges bei Grenzeck (früher Tscherbeney), 521m
EffektenIm historischen Kontext sind Effekten (franz. effets) Habseligkeiten, der Besitz an beweglichen Gütern, oder was jemand auf einer Reise zum persönlichen Gebrauch mit sich führt (Reiseeffekten).
EheliebsteEhefrau, Ehewirtin, Ehewürthin, Eheweib
Einjährig FreiwilligeEinjährig-Freiwillige (EF) waren in preußische Wehrpflichtige mit höherem Schulabschluss), die nach freiwilliger Meldung einen Wehrdienst in einem Truppenteil ihrer Wahl als Präsenzdienst ableisteten. Sie konnten so ihre Dienstzeit um zwei Jahre verkürzen und damit einen entscheidenden Vorteil für ihre spätere Karriere erzielen. Nach Abschluss der Grundausbildung konnten sie Offizier der Reserve werden.
EinsiedelwieseEine idyllische Talwiese 1km westlich des Bahnhofes Mittelwalde. Sie liegt im Tal des Einsiedelbaches und ist Ausgangspunkt für Wanderungen in das Glatzer Schneegebirge.
EisenbergeBergzug nördlich von Altwaltersdorf, 500-580m.
Eisenkoppeöstlich von Köpprich, Kreis Neurode, 741m. Der Köpprich war ein bekannter Ausgangspunkt für Wanderungen und Aussichtspunkte im Eulengebirge. Auf der Eisenkoppe wurden früher zu besonderen Anlässen Bergfeuer entzündet.
EiterfieberBlutvergiftung
ejusdem huiusdesselben Monats
Eleve, Elevinvon franz. élève: Schüler bzw. Schülerin. Zögling
Elster (Pica pica) Scholoaster, Schalaster
emisit spiritumgab den Geist auf
Emmaus-GangAm Morgen des Ostermontag zogen die Emmaus-Bruderschaften betend über die Felder zu verschiedenen Stationen. Den Abschluss bildete eine Messfeier in der Pfarrkirche.
EngelhäuserKolonie bei Albendorf
EngelmacherinMeist Frauen, die illegale Abteibungen bei ungewollt Schwangeren vornahmen.
eodemeodem anno = in selben Jahr, eodem mense = in selben Monat, eodem die = am selben Tag, eodem loci = am selben Ort
Epaulette(frz. épaulette, zu épaule Schulter) Schmückender Schulterbesatz einer Uniform. Ursprünglich waren die Epauletten ein Schulterschutz gegen Säbelhiebe, verhinderten jedoch auch ein Abrutschen der Schulterriemen. Später dienten Epauletten als Rangabzeichen der Offiziere, wurden aber auch Bestandteil der Gala-Uniform mancher höheren Zivilbeamten.
EpilepsieJammer, Fallsucht, Fallübel, fallende Sucht, fallende Krankheit, schwere Not, Veitstanz, St. Valentins-Krankheit, Elend
EpiphaniasFest der Erscheinung des Herrn, kath.: Heilige drei Könige
eques ungaricus"ungarischer Reiter", Husar
ErbsenbärEine in Erbsenstroh gehüllte eingemummte Person wurde nach Art eines Tanzbären von Burschen und Musikanten mit Gesang und Getöse durch Dorf geführt. Er erschreckte die ihn verhöhnenden Zuschauer, konnte ihnen aber nichts tun. Symbolik: Überwindung des Winters und Beginn des Frühlings.
ErlitzGrenzfluss zwischen dem auf Grafschafter Seite liegenden Habelschwerdter Kamm und dem auf der böhmischen Seite liegenden Adlergebirge. Im Oberlauf Erlitz genannt, dann Wilde Adler. Entspringt im Habelschwerdter Gebirge, die Quelle befindet sich in einer Höhe von 800 Metern über dem Meeresspiegel. Gesamtlänge: 99km. Nach der Vereinigung mit der Stillen Adler wird sie zur Adler und mündet bei Königgrätz in die Elbe.
EschenbergIm südlichen Schneegebirge, nahe dem Eschenberg (926m) entspringen drei Quellen: Ein Quellfluss der Neisse, das Lipkaer Wasser und das Obermohrauerwasser.
EstradeEine Estrade (aus dem Französischen für Podium oder Tribüne) bezeichnet einen um mindestens eine Stufe erhöhten Teil des Fußbodens. Typischerweise dient sie dazu, Personen oder Gegenstände (wie Throne, Rednerpulte, Altäre oder Musikinstrumente) optisch hervorzuheben.
EttichSchwindsucht, Asthma
EuledörfelAls Weberkolonie vom Preußenkönig Friedrich II. im Jahr 1895 gegründet (auch Euldörfel, Eulendorf oder Eulenburg). Auf etwa 860 Metern Höhe am Südhang der Hohen Eule im Eulengebirge gelegen, war die heute untergegangene Ortschaft im Kreis Neurode ein beliebtes Ausflugsziel und Sommerfrische. Im unteren Bereich des Euledörfels stand die weithin bekannte und sehr beliebte Müllermax-Baude in 850 m Höhe.
Eulenbergbei Gombersdorf, Schreckendorf und Seitenberg, 675m. Am Fuß des Berges befand sich die Glasfabrik Oranienhütte.
Eulengebirge36 km langer, vorwiegend bewaldeter Gneisrücken vom Tal der Schweidnitzer Weistritz (Bystrzyca) bis zum Durchbruchstal der Glatzer Neiße (Nysa Kłodzka). Das Gebirge ist ein Bindeglied in der Sudetenkette vom Waldenburger zum Glatzer Bergland. Höchste Erhebung im Nordwesten, die Hohen Eule (Wielka Sowa), 1015 m. Haupterhebungen: Sonnenkoppe (Słoneczna), 952 m, Ascherkoppe (Popielak), 856 m, der Hohe Stein (Wysokie Skałki), 815 m, Strohhaube (Chochoł Wielki), 740 m, der "Donjon" der Festung Silberberg (Fort Rogowy), 686 m, und die Hügel von Wartha (Góry Bardzkie). Von der Hohen Eule bis nach Silberberg verläuft der Hauptwanderweg.
EulengebirgsbahnDie 1899 gegründete Eulengebirgsbahn AG war eine Kleinbahngesellschaft. Die Strecke der Gesellschaft begann in Reichenbach im Eulengebirge (Dzierżoniów), überquerte bei Silberberg (Srebrna Góra) den Kamm des Eulengebirges und führte über Mittelsteine (Ścinawka Średnia) nach Wünschelburg (Radków) am Fuß des Heuscheuergebirges. 1902 erfolgte die Eröffnung. Auf den Kreis Reichenbach entfielen 19 km der Stammstrecke, 12 km auf den Kreis Frankenstein und 24 km auf den Kreis Neurode. Am 15. Dezember 1931 wurde die Strecke Silberberg–Neudorf vollständig stillgelegt und damit auch der Zahnradbetrieb. Auf dem anschließenden Abschnitt bis Mittelsteine verkehrten danach nur noch Güterzüge, so dass die Kleinbahn keine Personen mehr über das Eulengebirge beförderte. Am 14. Juni 2026 wurde der Eisenbahnverkehr von Bielawa Zachodnia bis Nowa Bielawa wieder aufgenommen.
Eulengebirgsverein"Verband der Gebirgsvereine an der Eule mit sitz in Reichenbach", EGV. 1882 ursprünglich gegründet mit der Aufgabe der touristischen Erschließung des Eulengebirges, nach und nach Zusammenschluss aus mehreren Gebirgsvereinen des Gebietes.
EuletalQuertal von Ludwigsdorf ins Eulengebirge
ex cathedraEx cathedra (lateinisch für „vom Lehrstuhl [Petri] aus“) ist ein theologischer Fachbegriff der katholischen Kirche. Er bezeichnet eine unfehlbare, endgültige Lehrentscheidung des Papstes in Glaubens- oder Sittenfragen. Im übertragenen, oft abwertenden Sprachgebrauch meint es das autoritäre, keinen Widerspruch duldende Auftreten einer Person.
ex eod. c. et. c.lat. Abkürzung im Kirchenbuch, meist bei der Braut: aus derselben Stadt (civitas) und demselben Kreis (circulus)
ex improvisounvorhergesehen, unvermutet. . Das plötzliche, unvorbereitete Eintreten eines Ereignisses oder das spontane Handeln ohne vorherige Planung.
ex primo matrimonioe. p. m., aus der ersten Ehe
ExaudiErhöre, 6. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)
Exaudi, DomineErhöre, Herr. 5. Sonntag nach Pfingsten
ExtemporaleVon lat. ex tempore: „aus dem Stegreif“ oder „aus dem Augenblick [heraus]“. Eine Prüfung aus dem Stegreif, also unvorbereitet, ex-temporiert. Aus dem Stegreif bedeutet wörtlich: ohne vom Pferd zu steigen.
Factus est DominusDer Herr ist gemacht, 2. Sonntag nach Pfingsten
FaksimileFaksimĭle (lat. fac simile, mache ähnlich!), eine dem Original vollkommen ähnliche Reproduktion, z. B. alter Manuskripte, der Handschrift berühmter Personen, Miniaturen, Handzeichnungen etc. Ein gutes Faksimile entspricht der Vorlage in Größe, Farbe und Erhaltungszustand.
FaktotumFaktotum (lateinisch fac totum: Mache alles!) ist ein im 17. Jahrhundert aufgekommenes Fremdwort zur Bezeichnung einer Person, die in einem Haushalt, Betrieb oder einer sonstigen Organisation (z. B. Kloster, Schule) eine Vielzahl von Aufgaben wahrnimmt. Eine solche Person wird umgangssprachlich auch zuweilen (unabhängig vom Geschlecht) "Mädchen für alles" genannt.
Als Faktotum kann je nach Kontext und Organisationstyp eine unentbehrliche Hilfskraft in einer gehobenen Vertrauensstellung bezeichnet werden oder ein Mitglied des Hauspersonals, das alle diejenigen Arbeiten übernimmt, für die keine besondere hauswirtschaftliche Qualifikation vorausgesetzt wird.
FallgutGut, welches bei jedem Todesfall des Besitzers dem Gutsherrn wieder anheimfällt, wenn er nicht die Erben aufs neue damit belehnt. Auch: Falllehen, leibfälliges Lehen, Feudum mobile.
Familienname von FrauenBei Familiennamen von Frauen wird die Endung -in oder -en angehängt: z.B. Wagner -> die Wagnerin
Famulusweiblich: Famula. Lat. „Gehilfe“, „Diener“, „Knecht“, Plural famuli, eigentlich Familienangehöriger. Heute oft eine studentische Hilfskraft oder jemand, der eine Praktikum absolviert (z. B. Medizin-, Jura- oder Pharmaziestudenten)
Faßlareiter (Fässchenreiter) Person mit krummen Beinen
FatschenFatschen, oder Faschen, (von lat. fascia Bündel, Wickelband), oder Wickeln bezeichnet man eine jahrtausendealte Praxis der Säuglingspflege. Dabei wird das Baby fest mit Stoffbinden umwickelt, so dass es sich nicht mehr bewegen kann. Es wird dann als Fatschen- oder Wickelkind bezeichnet.
Ein Fatschenkind, auch Fatschenkindl, Fatsche, Windelpaket, Büschel (Sudetenland), „Spielzeug“ (in Südtirol), ist ein Andachtsbild oder auch ein Gebildvotiv des Jesuskindes, das vor allem in Süddeutschland und Österreich verbreitet war. Die mit Bändern gewickelten („gefatschten“) Bildnisse bestehen zumeist aus Wachs, es sind jedoch auch Fatschenkinder aus Schmiedeeisen oder bemaltem Holz erhalten.
Fäule (Krankheit)Geschwürbildung, Krebsgeschwür, Kaat
Fauteuilvon französisch: fauteuil. Lehnstuhl, Lehnsessel oder Armsessel, ist ein gepolstertes Sitzmöbel mit Armlehnen, das besonders im 17. bzw. 18. Jahrhundert in Mode war.
Fauxpasfranzösisch: le faux pas, aus faux „falsch“ und le pas „der Schritt“. Ein Fehltritt im übertragenen Sinne, also ein unbeabsichtigter Verstoß gegen ungeschriebene Umgangsformen. Im 18. Jahrhundert fand der Begriff Eingang in den gehobenen Sprachgebrauch.
FederschleißenDas Federschleißen (auch Federnschleißen oder Federnrupfen) ist ein alter, gemeinschaftlicher Winterbrauch im ländlichen Raum. Dabei wurden Gänse- und Entenfedern von ihren harten Kielen befreit (geschlissen), um die feinen Daunen als weiche Füllung für Bettdecken und Kissen zu gewinnen.
FegemehlAbfallmehl in Backstuben oder Mühlen. Mit dem Besen zusammengefegt.
Fehlgeburtabortivus, abortus
Feingeiger Pingelige, übergenaue Person
FeinsliebchenVeraltet: Geliebte, Liebste
FeistkoppeDie höchste der Tassauer Berge im nordwestlichen Ausläufer des Adlergebirges, mit Aussichtspunkt, 670m
FeldscherDer Feldscher (Mehrzahl: Feldschere) ist ein Heilkundiger, der früher Verwundungen von Soldaten chirurgisch versorgte. Ab dem 18. Jahrhundert durchlief er teilweise eine akademische Ausbildung.
Die Ausbildung erfolgte bei halbprofessionellen Laien: dem Bartscherer, Barbier, Bader, dem Hufschmied und, selten, dem sozial geächteten Scharfrichter (der seine anatomischen Kenntnisse z. B. an der Folterbank erlangte). Auch: Feldchirurg oder Wundarzt.
FelleisenEin Felleisen ist ein meist lederner Rucksack, wie er früher von wandernden Handwerksburschen getragen wurde. Möglicherweise hergeleitet von franz. Valise, im Altfranz. Fouillouse für Koffer.
FemeFeme (auch veme von mittelniederdeutsch veime = Strafe) steht für die Gerichtsbarkeit von Femegerichten, einer Form der mittelalterlichen Strafjustiz, und auch für die von diesen verhängten Strafen. Es bedeutete auch „Vereinigung, Bund der zum gleichen Gericht gehörenden Freien“. Zugleich wurde es auch als Bezeichnung für den Landfrieden verwendet.
Im späten Mittelalter entwickelten sich Begriffe mit Bezug auf Strafvollstreckung: Vememeister als Umschreibung für den Nachrichter oder Henker, vemen für verurteilen, strafen, Vemestat für Richtstätte. Weitere Bezeichnungen der Gerichte sind z. B. Femgericht, Femegericht, Vehmgericht, sowie „Freigericht“ oder „Freistuhl“.
FersengeldFersengeld geben (ugs. scherzhaft) für davonlaufen, fliehen. Die genaue Herkunft ist unklar. Die Redewendung wurde schon im Mittelalter als Bezahlung mit der Ferse, d.h. als Zuwendung mit der Ferse statt Begleichung einer Schuld - beim heimlichen Verlassen einer Herberge aufgefasst. Ursprünglich kann Fersengeld auch das Bußgeld eines Flüchtigen gewesen sein. Sie könnte auf den alemannischen Rechtsbrauch des Strafgeldes für Flüchtlinge aus der Schlacht zurückgehen, da man von diesen nur noch die Fersen zu sehen bekam.
festum omnium sanctorumAllerheiligen
Feuer (Krankheit)Entzündung, Pocken, Scharlach
FeueressenlochSteilhang unterhalb der Schweizerei (Berggasthaus) am Schneeberg. Das Grenzflössel oder der Schwarze Born stürzt dort zu Tale und vereinigt sich dann mit dem Schneewiesenwasser zum Schwarzwasser.
FibelFrüher das erste Lesebuch für Kinder, Anfänger, ein ABCbuch. Auch ein bebildertes Handbuch oder Nachschlagewerk zu einem bestimmten Thema. wurde als Fibel bezeichnet. Fibel von lat. Fibula bezeichnete auch eine metallene, dem Prinzip der Sicherheitsnadel entsprechende Gewandnadel.
FichtigKolonie bei Ludwigsdorf
Fideikommisslateinisch fidei commissum ‚zu treuen [Händen] belassen‘ ist eine Einrichtung des Erb- und Sachenrechts, wonach durch Stiftung das Vermögen einer Familie, meist Grundbesitz, auf ewig geschlossen erhalten werden sollte und immer nur ein Familienmitglied allein, der Fideikommissbesitzer, das Nießbrauchsrecht innehatte.
FidibusEin harzreicher Holzspan oder ein gefalteter Papierstreifen, der als Hilfe zum Feuermachen diente, auch zum Anzünden von Pfeifentabak.
FiliaTochter. filiola = Töchterchen
FiliusSohn (latein.). filiolus = Söhnchen
filius naturalis"leiblicher Sohn", im Kirchenbuch verwendet für ein uneheliches Kind
FinkenhübelKolonie bei Niedersteine
FleckfieberFleckfieber, Kriegspest, Läusefieber, Läusefleckfieber, Lazarettfieber, ungarische Krankheit, Faulfieber. Infektion mit Bakterien, die durch Läuse übertragen wird.
FlickschusterAltbüßer, Altbutzer, Altlapper, Altmacher, Altplacker, Altreis, Altreusz, Altflicker, später auch: Altwarenhändler
FlorianbergBerg bei Habelschwerdt. Um 1646 wurde auf dem Hopfenberg eine Florian(s)kapelle errichtet. Seitdem hieß der Berg Florian(s)berg. Der hl. Florian ist der Patron der Stadt. Der Holzbau wurde von 1724 bis 1725 durch eine neue Kapelle aus Stein ersetzt. Beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänge der Habelschwerdter Stadtbewohner.
fontinariusBrunnenmeister, Brunnenbauer
Fort CarlIm Jahr 1790 wurde der Bau des Fort Carl (polnisch Fort Karola) durch den preußische Major Johann Bonaventura von Rauch südwestlich von Wünschelburg vorgenommen. Er wollte die natürlichen Vorzüge der Großen Heuscheuer zur Verteidigung nutzen. Der Bau spielte eine wichtige Rolle bei der Verstärkung der schlesischen Grenze im Fall eines drohenden Krieges mit Österreich. Dabei wurde auch ein Fußweg auf die bisher unerschlossene Heuscheuer angelegt.
Fort Wilhelm1790 erbautes ehemaliges preußisches Festungsbauwerk südlich von Hüttenguth, oberhalb von Voigtsdorf im Habelschwerdter Gebirge. Benannt wurde das Fort nach König Friedrich Wilhelm II., der die Festung nach der Fertigstellung 1792 besichtigt hatte. Mauerreste des Forts haben sich bis in die heutige Zeit erhalten.
FourageAuch Furage oder Fourragierung (frz. fourrage), ist eine veraltete militärische Bezeichnung für Pferdefutter: Hafer, Heu und Stroh; daher furagieren, Pferdefutter bzw. Verpflegung für die Truppe herbeischaffen.
FraisFraisen, Fraiß. Ein historischer, volksmedizinischer Begriff für schwere Krankheiten, die sich durch heftige Anfälle, Krämpfe, Fieber, Tobsucht und Zittern äußerten. Häufige Todesursache in Kirchenbüchern bei Kleinkindern.
Die Ursachen wurden im Volksglauben oft in Angst, Schrecken oder dämonischen Kräften vermutet (abgeleitet von mittelhochdeutsch "vreise" für Not/Angst), während die medizinischen Gründe Infektionskrankheiten, Rachitis oder Mangelernährung waren, die zu Fieberkrämpfen führten. Schutzmaßnahmen waren "Fraisenketten" und "Frais-Briefe", die vor dem bösen Blick oder Dämonen schützen sollten.
Mundartl: Fraase
Fränkische BauweiseDie Gebäude sind durch ein Gärtchen von der Dorfstraße getrennt und in Form eines länglichen Vierecks um einen Hof herum angeordnet. Ein Doppeltor für Fußgänger und Wagen führt hinein. Auf der linken Seite befindet sich das Wohnhaus, daran schließt sich der Kuh- oder Pferdestall an. Gegenüber ist das Ausgedingehaus. Im hinteren Bereich liegt die Scheune.
frankoMit franko oder franco werden in der Kaufmannssprache Lieferungen bezeichnet, bei denen der Versender die Frachtkosten trägt und dem Empfänger kein Porto beziehungsweise keine Transportkosten in Rechnung gestellt werden
frappantverblüffend, überraschend
FreigärtnerBesitzer einer Kleinbauernstelle mit landwirtschaftlichem Besitz, ohne Dienstpflichten (Robot) bei der Herrschaft
Freirichter / FreyrichterPrivilegierte Klasse von Grundbesitzern, die als Dritter Stand dem Glatzer Landtag angehörten
FriedhofsumgängeÜberdachte Umgänge an der Innenseite der Außenmauern von Friedhöfen. Besonderheit in Altwilmsdorf, Eisersdorf und Rengersdorf. An den Wänden waren Grabsteine, Bilder und Kreuzwegstationen u. ä. angebracht.
FrühstücksstubenWurden meist von Metzgern vor dem 1. Weltkrieg betrieben. Für wenig Geld bekam man dort warme Wurst mit Brötchen. An Markttagen und zur Zeit der Wallfahrt herrschte dort großer Andrang.
FundationEine Stiftung, welche mit Hilfe eines Vermögens einen vom Stifter festgelegten Zweck verfolgt
fürbassaus dem Mittelhochdeutschen vüerbaz für vorwärts, weiter.
GalanteriewarenModische Accessoires. Zu den Galanteriewaren zählen Modeschmuck (Bijouterie) und kleinere modische Gebrauchsgegenstände wie Parfümfläschchen, Riechfläschchen, Puderdosen, auffällige Knöpfe, Armbänder, Schnallen, Tücher, Schals, Bänder, Fächer usw.
GalgenbergNördlich von Neurode gelegen, 516m. Das Gebiet ist für seine Versteinerungen bekannt.
GalgenbergtunnelDer Tunnel bei Lewin ist ein eingleisiger Eisenbahntunnel auf der Bahnstrecke Glatz - Bad Kudowa im Lewiner Bergland. Er ist heute der kürzeste Eisenbahntunnel in Polen.
GaloschenÜberschuhe, die zum Schutz der eigentlichen Schuhe bei Bedarf (z. B. Schneematsch) über diese gestreift werden. Sie bestehen meist aus Gummi. Filzüberschuhe, auch Schloss- oder Museumspantoffeln genannt, sind weite Pantoffeln, die bei Schlossbesichtigungen und ähnlichem zum Schutz der Fußböden über den Straßenschuhen getragen werden.
GaneffAus dem Rotwelschen: Ausdruck für einen Dieb, Betrüger oder Gauner. Das Wort entstammt dem Jiddischen ganef = „Dieb“ und dasselbe Wort ergibt aus seiner Pluralform ganovim das deutsche Wort „Ganove“.
Gang nach CanossaDie Redewendung bedeutet, dass jemand einen demütigenden, schweren Weg auf sich nehmen muss, um öffentlich Reue zu zeigen, einen Fehler einzugestehen oder um Verzeihung zu bitten.
Damit wird auf den Bußgang von Heinrich IV. auf die Burg Canossa im italienischen Apenningebirge im Jahre 1077 Bezug genommen. Im Machtstreit zwischen Kaiser und Papst hatte sich die Situation so zugespitzt, dass im Jahr 1076 Reichstag und Synode in Worms Papst Gregor VII. für abgesetzt erklärten. Gregor verhängte daraufhin über König Heinrich IV. den Kirchenbann. Um von diesem Bann freigesprochen zu werden, wovon die Fürsten es abhängig machten, ob Heinrich den Thron behalten könne, pilgerte der König als Büßer unter schwierigsten Bedingungen nach Italien. Drei Tage ließ der Papst den König, der ohne königlichen Schmuck, barfuß und mit einem wollenen Hemd bekleidet war, vor dem Tor warten. Dann erst empfing er ihn und löste den Bann unter der Bedingung, dass Heinrich im Streit mit den deutschen Fürsten die Entscheidung des Papstes anerkenne.
gartende KnechteBezeichnung aus dem 16. bis 18. Jahrhundert für dienstlose, umherziehende Soldaten oder Landstreicher. Der Begriff leitet sich vom mittelhochdeutschen Verb „gärten“ (herumschweifen/streunen) ab.
GärtnerBesitzer einer Kleinbauernstelle mit landwirtschaftlichem Besitz, meist hatten sie noch eine andere Tätigkeit (z.B. Handwerk).
Es gab auch Robot- und Dreschgärtner, die zum Dienst bei ihrem Grundherrn verpflichtet waren.
Gassenhauerpopuläres Lied, bzw. Schlager
GauklerSchausteller und andere Unterhaltungskünstler. Meist fanden die Vorstellungen auf offener Straße, auf Märkten oder Festen statt. Öfter fahrendes Volk. Besonders Magier, oder Zauberkünstler wurden als Gaukler bezeichnet, weil sie dem Volk etwas vorgaukelten.
GautschenGautschen ist ein bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Buchdruckerbrauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einer Bütte untergetaucht und/oder auf einen nassen Schwamm gesetzt wird. Dieser Brauch wird auch heute noch fortgeführt.
In seiner ursprünglichen Bedeutung bezeichnet der Begriff „Gautschen“ den ersten Entwässerungsschritt nach dem Schöpfen des Papiers, das Ablegen des frisch geschöpften Papierbogens vom Sieb auf eine Filzunterlage.
GazetteZeitung, Tageblatt, Journal
GelbgießerHandwerker, der spezialisiert ist auf den Messingguss kleinerer Gegenstände
GelöbnistageDanktag von vielen Ortschaften für zurückliegende Ereignisse wie z. B. Bewahrung vor der Pest, Hochwasser, Feuer, usw. Gelöbnisprozessionen gingen unter anderem nach Albendorf, Neundorf, Freiwalde oder Wartha, sowie Glatz (zur Mariensäule auf dem Ring). Habelschwerdt hatte eine Floriangelöbnisprozession.
Gemmariusvon lat. gemma „Edelstein, Juwel“, Juwelier
GerechtsameDie Gerechtsame ist eine veraltete Bezeichnung für eine Berechtigung, ein Nutzungsrecht, Privileg oder Vorrecht an etwas.
GerichtsgeschworenerSchöffe, Mitglied des Orts-/Dorfgerichtes, Gerichtsverwandter, Gerichtsmann
Gerinn (Krankheit)Steinschmerzen, Gries
GeschwulstGeschwür, Blärr, Blarre, Eiß, Kaule, Knoten
gesticulariusGesticularius ist ein lateinisches Wort, das sich auf einen Gebärdenspieler, Pantomimen, Schauspieler oder Possenreißer bezieht. Der Begriff ist etymologisch vom lateinischen Wort gesticulus (Geste, Gebärde) abgeleitet.
GichtSt. Andreas-Krankheit, Rheuma, Podagra, Zipperlein, Schlagfluss, Fluss
Gichter (Krankheit)Krämpfe, Pestanfall
GläserbergÖstlich von Mittelwalde, 795m
GlashütteKolonie im oberen Teil des Köpprichtales
Glatzmundartl: Glootz. glätzisch = gleezsch
Glatzer GebirgsvereinGGV. Gegründet 1881 in Glatz. Ziel war die Erschließung des Glatzer Berglands, die Förderung des Fremdenverkehrs und der Naturschutz. Er markierte 1.200km Wanderwege und gab Wanderführer und- karten heraus. Eigene Zeitschrift und Heimatmuseum. 1939 gab es 62 Ortsgruppen. Die letzte Hauptversammlung fand im Januar 1944 in Glatz statt. Neugründung des Glatzer Gebirgsverein Braunschweig im Jahr 1951.
Glatzer KinderprozessionIm Jahr 1750 brach erneut die Pest aus. Glatzer Kinder veranstalteten Lichterprozessionen durch die Stadt mit dem Bild des Heiligen Franz, um das drohende Unheil abzuwenden.
Glatzer RoseDie Glatzer Rose oder Trollblume (Trollius europaeus) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Die Europäische Trollblume ist die einzige in Europa heimische Art der Trollblumen. In der Grafschaft Glatz vergoldet sie ganze Wiesen und Berghänge. Blütezeit: Mai und Juni. Sie wurde zur Blume des Jahres 1995 gewählt.
Mundartl: Gloozbluume, Kloozbluume
Glatzer SchneebergMit seinen 1.425m der höchste Berg der Grafschaft Glatz. Er befindet sich ca. 30km südlich von Glatz. An 241 Tagen im Jahr herrscht Nebel, ansonsten herrliche Fernsicht bis 130 Kilometer. Der Name des Berges wurde von der langen Winterperiode abgeleitet, denn der Berg ist in der Regel bis zu acht Monate im Jahr mit Schnee bedeckt. Der Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem Gipfel wurde 1973 wegen Baufälligkeit gesprengt. Heute führt die Staatsgrenze zwischen Polen und Tschechien über den Gipfel.
Gleezer Naazlan (Glätzische Ignaze) Scherzhafter Name für die Bewohner der Grafschaft Glatz
GliederkälteGelenkrheumatismus
Goldbacher SchweizFelsformation (Goldbacher Felsen) in der Nähe von Goldbach, die bis nahe an die Straße heranreichen.
GoldeimerGoldeimer ist eine umgangssprachliche Bezeichnung großvolumiger Eimer oder Fässer, die man zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Fäkaliensammlung unter Plumpstoiletten schob und die durch meist ungelernte Kräfte in einem festgelegten Turnus gegen leere Behältnisse ausgetauscht wurden.
Goldener StollenAm Nordabhang der Hohen Mense zwischen Grenzendorf und Grunwald befindet sich eine von Natur aus gebildete Höhle. Das Gestein ist zum Teil Glimmerschiefer, der bei Beleuchtung wie Metall glitzert und flimmert, so dass man den Eindruck bekommt, es könnte sich um Gold handeln. Die Höhle wird vom "Goldenen Flössel" durchflossen.
GosseUrsprünglich die gemauerte, gemuldete Abwasserrinne in der Straßenmitte von mittelalterlichen Städten. Durch sie wurden alle Formen von Abwasser aus der Stadt herausgespült. Diese Abwässer verursachten Geruchsbelästigungen. Mit dem Aufkommen von unterirdischen Kanalisationen (Anfang des 20. Jahrhunderts) wurden die Gossen entfernt. Umgangssprachlich ist die Gosse der Ort in welchem Verwahrlosung und Kriminalität vorherrschen. Jemand ist in der Gosse zuhause oder kommt aus der Gosse.
GottesgnadentumDas Gottesgnadentum ist eine Begründung für monarchische Herrschaftsansprüche. Der Begriff entwickelte sich aus dem lateinischen Titelzusatz "Dei gratia" (von Gottes Gnaden).
gottseligfromm, gottesfürchtig
GrabesschwesternAm ersten Ostertag zogen die Grabesschwestern in aller Frühe zur Kirche. Mit Vortragskreuz, Fahnen und von Messdienern begleitet ging es weiter durch die Gemarkung mit Gebet und Gesang zu einer Kapelle. Dies konnte zwei oder mehr Stunden dauern. Nach der Rückkehr zu Kirche wurden die Grabesschwestern von den Musikern empfangen und sie zogen mit Blasmusik in die Kirche ein, wo das Grabesschwestern-Hochamt die Zeremonie abschloss. Der Gang sollte an die Frauen erinnern, die zum Grab Jesu gegangen waren. Am folgenden Tag fand der Emmausgang der Männer statt.
GrabschwurIn früheren Zeiten bestand bei einem Gerichtsverfahren in der Grafschaft der Brauch, dass Zeugen nur mit einem Hemd bekleidet an einem offenen Grab ihre Aussage beschwören mussten. Das Verfahren kam besonders bei Grenzstreitigkeiten zur Anwendung. Der Zeuge sollte den Eid so leisten, als ob er unmittelbar danach sterben und nackt, wie er auf die Welt gekommen war, vor das Gericht Gottes treten müsste.
Grafensteinbei Falkenberg, 942m
Grafschafter BoteIm Herbst 1949 vom Schulrat und Alois Bartsch und dem Geistlichen Rat Georg Goebel gegründetes Mitteilungs- und Informationsblatt für die vertriebenen Grafschafter und ihre Nachkommen. Darin werden aktuelle, historische und persönliche Nachrichten und Aufsätze veröffentlicht. Erscheint in Lüdenscheid.
Graue Eminenz(französisch: éminence grise) eine einflussreiche Person, die nach außen nicht oder kaum in Erscheinung tritt und im Hintergrund die Fäden zieht
Grauer MannStatue aus Stein am Beginn der "Spätenwalder Ewigkeit" bei Hüttenguth. Ner Name des Weges kommt von seinem langen (5 km) und eintönigen Verlauf in nordwestlicher Richtung durch den Nesselgrunder Forst. Er beginnt bei Nesselgrund (Pokrzywno) und endet an der Kolonie Hüttenguth (Huta), nördlich von Voigtsdorf (Wótowice). Der Hut des Mannes trägt die Aufschrift "Grauer Mann", die Hände stecken in einer Art Muff mit einem Richtungspfeil und der Aufschrift "Nesselgrund". Auch bekannt als "Steinerner Mann" oder "Wächter der Ewigkeit". Die Statue wurde umgestürzt und zerschlagen, ist aber wieder neu errichtet worden.
Grauer SteinBasaltrücken bei Bad Landeck, 490m
Graupen(vermutlich aus dem slawischen krupa für Graupe, Grütze, Hagelkorn) Nährmittel aus geschälten, polierten Gersten- oder Weizenkörnern von runder, halb- oder länglich-runder Form. Besonders grobe Graupen werden auch als Kälberzähne bezeichnet.
Gregorkoppesüdlich von Altgersdorf, 763m
Grenzbaudeauf der Passhöhe der Straße von Hausdorf nach Wüstewaltersdorf
Grenzbergsüdlich von Steinbach, 711m
GrenzendorfSommerfrische mit Grenzendorfer Höhenbaude (840m). 1928 Eingliederung aus dem Amtsbezirk Grunwald in die Stadtgemeinde Bad Reinerz.
Grenzflösselauch Schwarzer Born genannt. Entspringt gegenüber der Schweizerei am Schneeberg (Feueressenloch).
GriffelEin Griffel (griech.: grapheion, Schreibgerät) ist ein Stift zur Beschriftung einer Schiefer- oder Wachstafel.
Groabesruhe (Grabesruhe) Zeit zwischen Karfreitag und Ostern
GroawebieternDie Grab-Bitterin war meist eine ältere Frau, die mit einem Spruch oder einer gedruckten Todesanzeige von Haus zu Haus ging und die Nachbarn und Freunde des Verstorbenen zum Begräbnis einlud.
Gros12 Dutzend = 144 Stück von z. B. Eiern. Dagegen bedeutet "en gros" (französisch für „im Großen“ oder „in großen Mengen“) eine unbestimmte große Stückzahl einer Ware, als Gesamtpaket oder im Großen und Ganzen zu betrachten, ohne auf Details einzugehen.
Groschen (10 Pfennige) Bihma, Behma, Bihme
Große HeuscheuerGrößte Erhebung des Heuscheuergebirges, 919m. Rechteck von ca. 300 x 1.100m Ausdehnung. Märchenhafte, durch Erosion entstandene Felsformationen: Großvaterstuhl, Riesenspielzeug, Beladenes Kamel, Triumphbogen, Backofen, Brütende Henne, Tafelstein, Große und Kleine Schneegrube, etc.
Mundartl.: Hääschoine, Heeschoine, Hääscheine
Großmutter Gruhla, Groola
GroßvaterstuhlBekanntes Felsengebilde in der Großen Heuscheuer. 919m. Die historische Aussichtsplattform, die über eine Treppe erreichbar ist, bietet einen weiten Panoramablick über den Glatzer Kessel und war bereits im 18. und 19. Jahrhundert ein berühmtes Ausflugsziel (für z. B. Johann Wolfgang von Goethe).
GrunddörferGompersdorf, Seitenberg und Schreckendorf. Gemeinsames Kirchspiel "Grund". In latein. Urkunden ,convalles’-Täler, weil in der Tat die 6 Täler der Biele, Mohre, Kamnitz, des Klessenbachs, Mühldorfer und Seitenberger Wassers hier oder in der Nähe enden und sich zum Teil vereinigen.
Grüner WaldAusflugslokal am Fuße der Heuscheuer bei Wünschelburg.
GuckeBekannter Ausflugsort bei Reichenstein (Gast- und Weinhaus).
Habelschwerdtmundartl.: Holweschwäärde
Habelschwerdter GebirgeDas Habelschwerdter Gebirge (polnisch Góry Bystrzyckie) ist ein langgestreckter Gebirgszug der Sudeten südwestlich von Habelschwerdt (polnisch Bystrzyca Kłodzka). Es erstreckt sich auf einer Länge von etwa 50 km östlich parallel zum Adlergebirge. Seine Breite beträgt etwa 7 km. Es besteht aus Gneis und Glimmerschiefer. Großer Waldreichtum. Höchste Erhebung ist der Heidelberg (977m)
Hagioskopvon gr. hagios=heilig und skopein= sehen, betrachten. Auch Lepraspalte, Pönitenzfenster oder Pestfenster genannt. Kleiner Mauerdurchbruch in einer Kirche. Durch dieses kleine Guckfenster konnten z. B. Leprakranke dem Gottesdienst bewohnen, ohne andere Gemeindemitglieder anzustecken. Durch die Öffnung konnte ihnen auch die geweihte Hostie hinausgereicht werden. Nach dem Ende der großen Lepra-Epidemien am Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Hagioskope meist zugemauert.
HahnkuppeDie Hahnkuppe (755 m) ist ein Berg im Eulengebirge nördlich von Neudorf.
Hahnvorwerkbei Silberberg, 755m, mit der Hahnenkoppenbaude und Zuchtfarm für Silberfüchse, Nerze und Waschbären
Hain1) Wäldchen, kleiner Wald, Gehölz. 2) Kolonie bei Ludwigsdorf. 3) Kolonie bei Neudeck
Hainkoppebei Vierhöfe, westlich von Krainsdorf, 743m
HamsterfahrtNach dem 2. Weltkrieg fuhren viele Menschen aus den Städten mit der Bahn oder dem Fahrrad raus aufs Land um bei den Bauern Lebensmittel einzutauschen oder auch auf abgeernteten Feldern Kartoffeln oder Korngarben zu lesen.
Hängender WegEin Teilstück des 1936 angelegten und mit einem blau markierten Andreas-Kreuz auf weißem Feld markierten Reichswanderweges Saar-Schlesien: Ein schmaler und steiler Pfad von Wilhelmsthal in Richtung Großer Schneeberg. Der vom GGV betreute Weg verlief insgesamt 185 km durch das Glatzer Bergland.
HäresieKetzerei (religiös), Irrlehre, Irrglaube
HarteBewaldeter Bergrücken zwischen Wünschelburg und Albendorf, 522m. Ähnelt der Heuscheuer.
Härte (Krankheit)Anschwellung, Geschwulst
HartungJanuar, Jänner, Eismond, Schneemonat, Schneemond, Wolfsmond
HarzwaldwegTeil des Reichswanderweges bei Seitenberg.
Hauptfluß (Krankheit)Nasenkatarrh, Stirnhöhleneiterung
HauptschriftleiterChefredakteur
Hausdorfer PlänelGebirgspass nördlich von Hausdorf, ca. 805m. Hausdorfer Kreuz, Kreuzplänel, polnisch: Przełęcz Jugowska
HausgenoßOhne Grundbesitz
HäuslerHausbesitzer mit wenig Grund, meist nur mit einem Gemüsegarten (auch Chalupner, Kalupner genannt)
HautausschlagRäudigkeit, Raude, Aussatz, Krätze, Wassergalle
Heckenreiterberittene Straßenräuber, Wegelagerer, Räuber
Heidelberg8km südwestlich von Habelschwerdt gelegener Berg, 977m
Heilige Kümmernis (Wilgefort)Nach der Legende handelt es sich um eine Königstochter, die heimlich zum Christentum übertrat. Da sie nach dem Willen ihres heidnischen Vaters einen ebenfalls heidnischen Prinzen heiraten sollte, ließ Gott ihr einen Bart wachsen, um Bewerber um ihre Hand abzuschrecken. Daraufhin ließ ihr Vater sie ans Kreuz schlagen. Die Kirche hat sie nie offiziell anerkannt, doch sie galt als Schutzpatronin für Menschen in Bedrängnis und wird als Trösterin in allem Leid angerufen. Im 17. Jahrhundert war die Verehrung für die Heilige Kümmernis sehr verbreitet.
HemmbergDoppelberg (774m und 807m) bei Wilhelmsthal mit schöner Aussicht in das Mohrauer und Kamnitzer Tal.
HenkerScharfrichter, Abpeitscher, Abkürzer, Angstmann. Seit dem Mittelalter bezahlter berufsmäßiger Vollstrecker der Todesstrafe und anderer Gerichtsstrafen, sowie von Folterungen zur Erlangung von Geständnissen.
HenschelkoppeBei Buchau, nördlich von Neurode, 541m
Hermannshöhein der Heuscheuer in der Nähe der Carls-Rast Baude
HerrenweilKolonie bei Lichtenwalde
HerrgottsländchenEbenso wie "Marienländchen" ein Beiname für die Grafschaft Glatz, den man ihr aufgrund der zahlreichen sakralen Bildstöcke und Denkmäler, Pest- und Mariensäulen, Wallfahrtskirchen und Kreuze, sowie der Frömmigkeit ihrer Bewohner gegeben wurde.
Herznot (Krankheit)Herzkrampf
Heuberg1) westlich von Rosenthal, 675m. 2) im Schneegebirge, östlich von Wölfelsgrund, 1.124m.
heuntiggegenwärtig, heutzutage
HeuscheuerbahnEin Teilstück der Eulengebirgsbahn zwischen Mittelsteine-Wünschelburg. Zubringer zum Wallfahrtsort Albendorf.
HeuscheuergebirgeIm Westen der Grafschaft Glatz gelegen. An das Heuscheuergebirge grenzt im Südosten das Adlergebirge und das Habelschwerdter Gebirge, von denen es durch das Tal der Reinerzer Weistritz und den Hummelpass getrennt ist. Im Süden verläuft das Lewiner Bergland und im Nordwesten schließt sich der langgezogene Gebirgszug des Falkengebirges mit dem 773 m hohen Barzdorfer Spitzberg an. Zwischen dem Heuscheuergebirge und dem nordöstlich gelegenen Eulengebirge liegt das breite Flusstal der Steine. Durch das Heuscheuergebirge verläuft die Wasserscheide zwischen Ost- und Nordsee. Die Bäche der östlichen Gebirgshälfte fließen der Steine und der Reinerzer Weistritz zu und damit der Ostsee. Die Bäche der westlichen Gebirgshälfte münden über mehrere Stationen in die Nordsee.
Das Heuscheuergebirge steht in Polen als Nationalpark Góry Stołowe unter besonderem Schutz.
HeuscheuerstraßePanoramastraße zwischen Wünschelburg und Bad Kudowa, 1867-1871 erbaut.
Hindenburglichtauch Hindenburgkerze, benannt nach Paul von Hindenburg (als Oberkommandierenden des deutschen Heeres), wurde in den Schützengräben des 1. Weltkrieges, dann aber auch im 2. Weltkrieg im Luftschutzkeller, bei Stromsperre oder Verdunkelung als Notbeleuchtung eingesetzt.
Es besteht aus einer flachen Schale aus Pappe von ca. 5 bis 8 cm Durchmesser mit einem 1 bis 1,5 cm hohen Rand. Die Form ähnelt dem Deckel eines Schraubglases. Die Pappe war mit Fett getränkt, dadurch wasserabweisend und einigermaßen formstabil. Diese flache Schale war gefüllt mit einem wachsähnlichen Fett (Talg). Ein kurzer, breiter Docht in der Mitte wurde angezündet und brachte für einige Stunden Licht. Nach kurzer Zeit war das Fett geschmolzen. Damit der Docht nicht umfiel, klemmte er in einem Fuß aus gebogenen Blechen (Wikipedia).
HindenburgstraßeGebirgsstraße nach Grundwald
Hinter dem BergeKolonie zwischen Neuwaltersdorf und Konradswalde
HirschenhäuserKolonie zwischen Mittelwalde und Freiwalde. Mit Försterei und Gastwirtschaft "Zum alten Hirschenhaus"
HirschzungeKolonie bei Albendorf
HirtensteineAufrecht stehende Felsen bis zu einer Höhe von 10 m in der Nähe von Kieslingswalde. Der Sage nach handelt es sich um zu Stein gewordene Hirtenjungen, die einen Brotfrevel begangen hatten und dafür bestraft wurden.
HochsteinSchutzhütte bei Altheide
Hockenbergwestlich von Rothwaltersdorf, 533m
Hofeberg1) Berg südlich von Wölfelsgrund, 748m. 2) Kolonie
Höhbergnördlich von Ullersdorf, 533m
Hohe EuleMit 1.015 m die höchste Erhebung des Eulengebirges. Sie überragt unmittelbar südlich von Wüstewaltersdorf und südwestlich von Reichenbach i. Eulengebirge die nordöstlich liegende Schlesische Tiefebene und das südwestlich verlaufende Tal der Steine. Auf dem Gipfel wurde 1906 der 25m hohe Bismarckturm errichtet. Großartige Aussicht.
Hohe MenseDie Hohe Mense ist ein 1.084m hoher Berg im nördlichen Teil des Adlergebirges. Er liegt elf Kilometer südlich von Bad Reinerz auf der Grenze zwischen Polen und Tschechien. Der Berg ist der nördlichste Gipfel des Adlergebirgskammes. Der Gipfel ist mit Glimmerschiefer bedeckt und gewährt eine weite Aussicht nach Böhmen und in das Glatzer Land. Auf dem Gipfel errichtete der Gastwirt Heinrich Rübartsch (1852–1930) die nach ihm benannte „Rübartsch-Baude“ und einen Aussichtsturm, der als Kaiser-Friedrich-Turm bezeichnet wurde.
HohenzollernhöheGroßer Felsen beim Aufstieg zur Großen Heuscheuer.
Hoher SteinIm Eulengebirge zwischen Ascherkoppe und Strohhaube, 815m.
HölleWaldgrund bei Leuthen
Höllenflösselbei den Salzlöchern
HöllenhäuserKolonie bei Eckersdorf
Höllenkoppe1) bei Neumohrau, 938m. 2) Vordere Höllenkoppe, östlich von Neugersdorf, 944m
Höllental1) Bei Langenau - Verlorenwasser. 2) Bei Seitendorf - Marienthal 3) bei Altheide
HolzbergSüdöstlich von Bad Reinerz, 814m.
HopfenbergWestlich von Eckersdorf, 413m
HordisKolonie bei Reinerz
HordistalBewaldetes Tal bei Bad Reinerz
Hortulanusvon lat. hortus „Garten“, Gärtner
HummelwitzKolonie am Hummel. Quartier von Friedrich dem Großen am 4.7.1778 während des bayerischen Erbfolgekrieges.
Hupprich1) Berg südlich von Tuntschendorf, 556m. 2) Berg nördlich von Gabersdorf 667m, bei Wiltsch.
HussitenDie Hussiten waren eine böhmische Reformbewegung im 15. Jahrhundert, die auf den Theologen Jan Hus zurückging. Rund 100 Jahre vor Martin Luther forderten sie eine Rückkehr der Kirche zu Armut und biblischen Werten. Nach der Verbrennung von Hus im Jahr 1415 kam es zu den Hussitenkriegen (1419–1434), in denen Böhmen und weite Teile der Nachbarländer, besonders der Grafschaft Glatz, verwüstet wurden. Die meisten Hussiten nahmen später das lutherische Bekenntnis an.
Husten, blauerKeuchhusten, Pertussis, Stickhusten
HutbergZwischen Landeck und Reyersdorf, 565m
HutbergsruhKolonie bei Reyersdorf
Huthbergsüdlich von Ebersdorf/N., 602m
HutsteinAussichtsberg bei Grafenort, 440m
HüttenbergNördlich von Kaiserswalde, 812m
impedimentum consanguinitatisEhehindernis der Blutsverwandtschaft.
impudica, praegnansunehrenhaft, schwanger. Eheschließung, wenn die Braut bereits schwanger war.
in ecclesia parochialiin der Pfarrkirche
In excelsioIn der Höhe, 1. Sonntag nach Epiphanias
in facie ecclesiaim Angesicht der Kirche
In nomine JesuIm Namen Jesu, Sonntag zwischen Neujahr und Epiphanias
in periculo mortisob mortis periculum, bei/wegen Lebensgefahr (bei einer Nottaufe)
in praesentein Gegenwart von, in praesentibus (Plural)
In voluntate tuaDurch Deinen Willen. 21. Sonntag nach Pfingsten
Inclina, DomineNeige, Herr. 15. Sonntag nach Pfingsten
infamehrlos, verrucht, schändlich. Infamie (lateinisch infamia „Schande, Schimpf“, wörtlich „Unaussprechliches“)
Infirmariusvon lat. infirmus „krank, schwach“, Krankenmeister, Spitalmeister
InfluenzaGrippe, Pips, Zips, Bürzel, Flußfieber, Kehlfluß, Kopfwüstigkeit, Krips, Tannwäschel
Ingrimmstarker Groll, heftiger Zorn, große Wut
IngwerbergÖstlich von Kudowa, 738m
InjurieBeleidigung, Beschimpfung, angetanes Unrecht, Angriff auf die Ehre
InwohnerMieter in einer Wohnung oder in einem Haus
irdenAus gebrannter Erde bzw. Ton hergestellt. Steingutgeschirr oder irdenes Geschirr unterscheidet sich von Porzellan durch einfachere Qualität und ist dickwandiger.
item(lat. ebenso, ferner, desgleichen).
Synonym für
1. kurzum,
2. des weiteren, ferner, zum nächsten Punkt
iuramentum caelibatuslat.: "Ehelosigkeits-Eid"
Iustus es, DomineDu bist gerecht, Herr. 17. Sonntag nach Pfingsten
iuvenculi conj.iuvenculi conjuges = versprochener Ehemann (Aufgebot erfolgt)
Jestelkoppebei Spätenwalde, 711m, Schutzhütte
JosephstalKolonie von Königshain, östlich von Glatz.
JubilateJubelt, 3. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)
judex, iudexvon lat. ius und dico „Recht sprechen“, Richter
Junge GrafschaftJG, katholische Jugend der Grafschaft Glatz. Jugendorganisation
Jüngerbergebei Glasegrund, 716m und 751m
JunkerEin Junker (ursprünglich von mittelhochdeutsch juncherre = "junger Herr") bezeichnete im Mittelalter einen jungen Adligen ohne Ritterschlag. Später wandelte sich der Begriff vor allem in Preußen zur Bezeichnung für die adligen, oft militaristisch geprägten Großgrundbesitzer östlich der Elbe. Sie dominierten lange Zeit die preußische Armee, die Diplomatie und die Verwaltung.
justZeitlich: vor kurzem, gerade eben. Genauigkeit: genau, exakt. Limitierung: nur, bloß.
JustaucorpsJustaucorps (französisch: juste au corps = „genau am Körper“) ist ein eng anliegender, taillierter, knielanger Herrenrock, der im späten 17. und 18. Jahrhundert getragen wurde. Er war der Vorläufer des modernen Gehrocks oder Fracks
KadavergehorsamDas Wort Kadavergehorsam geht zurück auf die Satzung des Jesuiten-Ordens. Dieser verlangte von seinen Mitgliedern, Gott und den Vorgesetzten wie ein toter Körper, auf Lateinisch cadaver, zu gehorchen. Bedingungslose, blinder Gehorsam, bei dem eigene moralische Bedenken, kritisches Denken oder das Hinterfragen von Befehlen ausgeschlossen sind.
Kahle Berg1) südlich Raumnitz, 544m. 2) westlich Schönau, bei Landeck, 680m
Kahler Berg1) südlich Altgersdorf, 963m 2) nördlich Neundorf, 707m
Kaiserbuchesüdlich von Verlorenwasser, in der Höhe der Kirche, mit Gedenkstein an das Jahr 1813, Umfang des Stammes im Jahr 1915 ca. 4m
Kakophonievon griechisch: kakós = schlecht, phoné = Laut/Klang) Er beschreibt eine unangenehme, unharmonische oder störende Abfolge von Tönen und Lauten. Misslaut, Missklang.
KalescheHistorischer, leichter Kutschentyp mit besonders eleganter und zierlicher Bauweise. Ein zweiachsiger Reisewagen mit vier Rädern und einem aufklappbares Faltverdeck (häufig aus Leder), das die Passagiere vor dem Wetter schützte. Sie bot Platz für bis zu vier Personen und wurde anfänglich von nur einem Zugtier gezogen (Einspänner), später dann auch zwei- oder vierspännig gefahren.
Kalkbergbei Ebersdorf/N, 580m
KalvarienbergAlbendorf. Auf der gegenüberliegenden Talseite, jenseits des Baches Cedron, befindet sich der Kalvarienberg sich weitläufige Anlage mit vielen Stationen, schöne Aussicht.
Kamerad Schnürschuhauch Kollege Schnürschuh wurden im Ersten Weltkrieg die österreichisch-ungarischen Soldaten spöttisch genannt, da sie geschnürte und keine geschlossenen Stiefel (Knobelbecher) wie die deutschen Soldaten trugen.
Kantonistfrz.: canton = Landbezirk. Militärangehöriger, der nach dem von 1733 bis 1814 in Preußen bestehenden System zur Sicherung des Heeresersatzes dienstverpflichtet (ausgehoben) wurde. Durch das Kantonsystem erhielt jedes Regiment einen Aushebungsbezirk (Kanton) bzw. jede Kompanie einen Distrikt zur Rekrutierung seines Bedarfs.
Die Registrierung der Kantonisten in Rollen (Listen) wurde anfangs von Pfarrern, später von Offizieren der im Kanton stationierten Regimenter und Kompanien und ab 1763 zunehmend von Zivilbehörden vorgenommen. Die Dienstpflicht betrug 20 Jahre, was jedoch für Söhne von Adligen, Beamten, Künstlern, Gelehrten, Offizieren, Pfarrern, Grundbesitzern und reichen Bürgern nicht zutraf. Bis Ende des 18. Jh. wurden immer mehr Berufe vom Militärdienst befreit, Städte und Provinzen konnten ihre Bürger von der Dienstverpflichtung loskaufen. Der Kantonist erhielt einen Militärpass und durfte ohne Genehmigung weder außer Landes gehen noch heiraten. Viele entzogen sich durch Flucht dem Militärdienst.
Kapaunauch Kapphahn oder Masthahn, ist ein im Alter von etwa zwölf Wochen kastrierter und gemästeter Hahn. Sein Fleisch ist besonders mild, weiß und fett.
KaplanSacellanus, Capellan, Kaplan, Hilfspriester, capellanus
Karlsplattesüdlich von Schnellau, 503m
KartoffelferienDer Vorläufer der heutigen Herbstferien. Schulkinder bekamen im Herbst schulfrei, um auf den landwirtschaftlichen Betrieben ihrer Eltern oder in der Dorfgemeinschaft bei der Kartoffelernte zu helfen.
Karzerlat.: carcer= Gefängnis/Kerker. Historischer Arrestraum an Universitäten und höheren Schulen. Es bezeichnet sowohl den Raum selbst als auch die dort verbüßte Haftstrafe (z.B. „drei Tage Karzer bekommen“).
KaschemmeAus dem Rotwelchen übernommene Bezeichnung für ein Wirtshaus, heutzutage wird es als eines mit einem verrufenen Charakter verstanden (Spelunke). Die Herkunft des Wortes leitet sich aus der slawischen Sprachgruppe ab, z. B. von polnisch karczma und sorbisch korčma. Etymologisch ist es identisch mit dem in der Grafschaft Glatz gebräuchlichen Kretscham.
Kasualienvon lateinisch casus = „Fall“, kirchliche Amtshandlungen, die aus einem bestimmten persönlichen Anlass im Leben eines Menschen gefeiert werden. Sie werden auch als Übergangsrituale oder Lebensgottesdienste bezeichnet. Z. B.: Taufe oder Trauung
Kegelbergöstlich von Birgwitz, 468m
Kekule-NummerDie Kekule-Nummer bezeichnet die Ordnungsnummer einer Person in einer Ahnenliste oder Ahnentafel. Der Proband erhält unabhängig vom Geschlecht die Nummer 1, sein Vater die Nummer 2, die Mutter die Nummer 3. Hat eine Person die Nummer n (z. B. 2 für den Vater), dann erhält deren Vater die Nummer 2·n (also Verdopplung und damit die Nummer 4 für den Großvater väterlicherseits des Probanden), die Mutter 2·n + 1 (hier also die 5). Der Vater von 10 erhält die Nummer 20, die Mutter erhält die Nummer 21. Alle männlichen Vorfahren haben demzufolge gerade Zahlen, alle weiblichen ungerade.
Ketzerauch Häretiker genannt. Jemand, der von der offiziellen Kirchenlehre abweicht.
Kieferbergnördlich der Straße Ullersdorf - Kunzendorf an der Biele, 483m
Kind und KegelRedewendung: Jemand ist mit seiner gesamten Familie, einschließlich des gesamten Haushalts und Gepäcks unterwegs. Mit Kegel ist ein uneheliches Kind gemeint, weil der frühmittelalterliche Ausdruck "Kekel" das Kind aus einer Kebsehe bezeichnete (Ehe zwischen einem Freien und einer Leibeigenen);.
KindermuhmeAmme, Kinderwärterin
KinderpockenBarpel, Berpel
Kirchbergnördlich von Neuwaltersdorf, 578m
KirchenhäuserKolonie bei Schlegel
Kirchhübelnördlich von Voigtsdorf, Kreis Habelschwerdt, 837m
KirchspielDer geografische Einzugsbereich einer Kirchengemeinde. Pfarrsprengel, Kirchsprengel
KirchvaterKirchenältester
klandestinheimlich, geheim gehalten, im Verborgenen liegend
Klapperberg1) nördlich von Königshain, 573m. 2) südlich von Neudeck, 443m. 3) bei Ullersdorf, 524m
KlappersteineSüdlichste Kuppe des Schneegebirges, östlich von Thanndorf, 1.145m
Klapperwegvon Neurode zur Henschelkoppe
Kliegelkoppebei Hohndorf, 567m
Knasterselbstangebauter Tabak oder Tabakersatz, z. B. aus Brombeerblättern, Königskerzen oder Kräutermischungen
Kolbebergsüdlich von Kunzendorf an der Biele, 622m
KolikBauchschmerzen, Bauchgrimmen, Leibschmerz, Kneif, Koolke
KolonialwarenAls Kolonialwaren wurden früher, besonders zur Kolonialzeit, überseeische Lebens- und Genussmittel, wie beispielsweise Zucker, Kaffee, Tabak, Reis, Kakao, Gewürze und Tee bezeichnet. Kolonialwarenhändler handelten mit diesen Produkten, die in Kolonialwarenläden und Kolonialwarenhandlungen verkauft wurden.
Kolonist /ColonistSiedler, der in einer Kolonie wohnt, hat auch ggf. seinen Grund urbar gemacht hat
Kolporteurvon französisch colporter = „hausieren“. Ursprünglich ein Hausierer, der Bücher, Zeitschriften oder Flugschriften vertreibt (Kolportage).
Im übertragenen Sinn bezeichnet man damit abwertend eine Person, die ungesicherte Informationen oder Gerüchte weiterverbreitet
Komissbrotab dem 16. Jahrhundert von Kommiss für Heeresvorräte, ein einfaches, haltbares Brot zur Versorgung von Soldaten.
KommunikantTeilnehmer am Abendmahl
KomptoireBezeichnung für ein Büro, sowie die Zweigstellen von Banken
Konduktlat.: conductus=Geleit bzw. Schutz. Feierliche Begleitung eines Sarges von der Aufbahrungshalle bis zur Grabstelle in Form eines Trauerzuges (vor allem im österreichischen Raum).
KondukteurFührer, Aufseher, der Schaffner bei Eisenbahnzügen, Omnibuswagen etc., auch Aufseher über Vermessungen, Bauten (Baukondukteur).
KönigsbergBerg bei Bad Reinerz mit Schutzhütte und schöner Fernsicht, 675m
KönigsdörferZu ihnen gehören: Kunzendorf, Ludwigsdorf, Hausdorf, Königswalde und Volpersdorf.
KönigswaldeKolonie im Erlitztal bei Langenbrück
KonskriptionAushebung der gemusterten männlichen Bevölkerung eines Gebietes zum Wehrdienst. Die Ausgehobenen wurden in Konskriptionslisten (Musterungslisten) erfasst.
Kontorauch Contor, Comtoir oder Comptoir ( (von französisch comptoir „Zahltisch“). Bezeichnung für Büro sowie die Zweigstellen von Banken.
KopfschmerzHauptnagel, Hirnfluß = neuralgischer Kopfschmerz
KostgängerPerson, zumeist Untermieter, die über die Miete eines Zimmers oder einer Schlafstätte hinaus auch verpflegt wird.
KrähenhäuserKolonie bei Möhlten
Krankheit (allg.)Leid, Letze
KrebsWurm, Busse, faules Fleisch, Gefreisch. Knochenkrebs: Knochenfraß, Gallfluß, Kancer, Cancer, Carcinoma, Geschwür, schlechte Krankheit, Noli me tangere = Rühr mich nicht an
KressenbachAuch Habelschwerdter Weistritz genannt, fließt durch das Kressenbachtal.
KretschamGastwirtschaft, Dorfgasthaus, manchmal auch Sitz des Ortsgerichtes (Gerichtskretscham)
Kretschmer Gastwirt / Schänker / Schenker
Kreuzberg1) bei Seitenberg, 710m, Marmorbruch. 2) bei Altwaltersdorf, 498m, Kapelle
KroatzbeereBrombeerlikör, eine Spezialität aus der Grafschaft mit mit einem Alkoholgehalt von 30 % vol. Die Waldbrombeeren kommen in den Wäldern reichlich vor und wurden im Volksmund wegen der Dornen am Strauch „Kroatzbeeren“ (Kratzbeeren) genannt.
KropfBalbina, Kruphals, Struma, Kelch
KühbergeHöhenzug nördlich des Glatzer Schneegebirges. Er zieht sich von Weißwasser bis zur Straße Neuwaltersdorf - Kunzendorf an der Biele und ist nur teilweise bewaldet. Darüber verläuft ein Kammweg mit schöner Aussicht.
Kupferschmiedlat.: aearius
LähmungGliederkrampf, Erstörung der Glieder
LandauerViersitzige, vierrädrige und an beiden Achsen gefederte Kutsche mit zwei vis-à-vis und parallel angeordneten Sitzbänken. Das Verdeck ist meist in der Mitte geteilt und klappbar, gelegentlich auch einteilig.
Landeckmundartl.: Landecke
LandpartieMeist eintägige Reise, Fahrt, Wanderung oder einen Spaziergang, oft mit einem Picknick verbunden.
LebzeltLebkuchen, Honigkuchen, Pfefferkuchen. Beruf: Lebzelter, Lebküchler, Lebküchner, Pfefferküchler, Pfefferküchner, Lebkuchenbäcker, lat.: lebetharius, dulciarius
legit(imus), legit(ima)ehelich
LehrlingAuszubildende(r), Stift, Lehrbub, Lehrjunge, Eleve weibl.: Lehrmädchen, Lehrmädel, Lehrtochter, Elevin
LeibeigeneDie Leibeigenschaft oder Eigenbehörigkeit bezeichnet eine vom Mittelalter bis in die Neuzeit verbreitete persönliche Verfügungsbefugnis eines Leibherrn über einen Leibeigenen. Leibeigene dienten einem Leibherrn, bewirtschafteten dessen Land und Gut und durften nicht vom Gutshof des Leibherrn wegziehen. Sie durften nur mit Genehmigung des Leibherrn heiraten und unterlagen seiner Gerichtsbarkeit. Andererseits hatten die Leibherren eine Fürsorgepflicht für ihre Leibeigenen.[
LeibzüchterHistorischer Begriff für einen Nutznießer auf Lebenszeit von z. B. Naturalien, Wohnraum oder Geldleistungen. Meist handelte es sich um eine Person, die sich auf ihr Altenteil zurückzog, aber weiterhin vom Nachfolger bzw. neuen Eigentümer des Bauernhofes versorgt wurde, in einem Nebengebäude wohnte und Gegenstände mitbenutzen durfte. Die Vereinbarung über die Bedingungen wurde oft schriftlich festgelegt.
LeichenbretterBretter, auf denen ein Toter gelegen hatte, wurden nicht mehr zu profanen Zwecken verwendet. Man legte sie entlang eines Weges oder nutzte sie als Brücke über einen Graben. Manchmal versah man sie mit einer Inschrift und einem Kreuz und stellte sie auf, um Vorübergehende zu einem Gebet für die Toten zu bitten.
LeuchtgasStadtgas oder Leuchtgas bezeichnet ein ab der Mitte des 19. Jahrhunderts weithin übliches Brenngas, das durch Kohlevergasung hergestellt wurde. Es diente zur Beleuchtung von Straßen und Wohnungen und dort auch zum Betreiben von Gasherden und Gasdurchlauferhitzern. Das Einatmen führt zu einer Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung Es kam daher zu zahlreichen Todesfällen, unter anderem durch suizidalen Missbrauch (Aufdrehen des Gashahns).
LevansDer erste Taufpate, der das Kind bei der Taufe hebt (lat. levare = erheben, aufrichten; trösten)
LevitenIn der katholischen Kirche heißen Leviten die Kleriker, welche die den Gottesdienst verrichtenden Priester am Altar bedienen müssen. Ihre Bekleidung, das Levitenkleid, ist die sogennannte Dalmatika oder Tunicella.
Im Mittelalter wurde das 26. Kapitel des 3. Buchs Moses, das auch Levitikus genannt wird, häufig als Grundlage für christliche Strafpredigten eingesetzt; aus dieser Zeit stammt auch die Redewendung: Jemandem die Leviten lesen.
Lewinmundartl.: der Leewien
liber babtizatorumTaufbuch
liber sepultorumBegräbnisbuch
LichtspielhausAufführungsbetrieb für Filme. Kino, Lichtspieltheater, Filmtheater, umgangsspr.: Kintopp
LiebestöterUnterhose mit langem Bein
LohntüteArbeitnehmer wurden per Barzahlung am Zahltag entlohnt. Das Arbeitsentgelt wurde am Ende des Monats, wöchentlich oder zweiwöchentlich aus Sicherheitsgründen in eine Tüte aus Papier verpackt, worauf oft die genaue Lohnabrechnung (Lohnzettel) mit Bruttolohn, Abzügen und Nettolohn abgedruckt war.
LungenkatarrhLungen, erfrorene, kalte
LyzeumEin Lyzeum/Lyceum/Oberlyzeum war eine Höhere Schule in dem ausschließlich Mädchen zugelassen waren.
Maderkoppesüdlich von Neuweistritz, 598m
MagdahöheAusflugspunkt bei Bad Altheide
MagenkatarrhMagen, hitziger, kalter
Maria SchneeDie Wallfahrtskirche Maria Schnee liegt im Glatzer Schneegebirge unterhalb des Spitzigen Berges (847m) nördlich von Wölfelsgrund. Christoph Veit aus Wölfelsdorf brachte die Nachbildung des Originalen Gnadenbildes 1750 aus Mariazell (Steiermark) von einer Wallfahrt mit. er hängte das Bild an einen Baum auf dem Spitzigen Berg. Als ein erblindeter Knabe hier sein Augenlicht wiedererlangte, baute man die kleine Kirche auf den Berg.
Marienhöhe1) Aussichtspunkt bei Bad Altheide. 2) Aussichtpunkt bei Bad Landeck, 415m
maritus, maritaGatte, Gattin
MarkgrundKolonie bei Königswalde
MasernKinderblattern, Kinderflecken, rote Flecken
MatrikelAufzeichnung der Kirchen über Taufen, Eheschließungen und Todesfälle.
matrinialat.: Stiefmutter
MatroneEine Matrone (von lat. matrona „Familienmutter/ehrbare Dame“) bezeichnet heute meist eine ältere, gesetzte Frau, die Würde ausstrahlt.
MaulaffenAls Maulaffen oder Gähnaffen werden seit dem Mittelalter tönerne, kopfförmige Halter für Kienspäne bezeichnet, in deren offenes Maul man den Kienspan steckte. Seit dem 15. Jahrhundert wird unter Maulaffe ein Gaffer verstanden, der mit offenem Mund dasteht und zuschaut. Gebräuchlich ist die Redewendung "Maulaffen feilhalten".
MautnerZolleinnehmer, Zöllner
Mechanische GeburtDie Albendorfer "Mechanische Geburt", eine Krippenlandschaft, wurde von Longinus Wittig (1824 - 1895) erschaffen. Sie war 2,30m breit und 1,50m hoch. In der Mitte befand sich der Stall mit dem heiligen Paar, versunken in den Anblick des Kindes, das von zwei Engeln gewiegt wurde. Hunderte von Figuren belebten die Landschaft und die Stadt Bethlehem, darunter Hirten, Musikanten, Könige, Elefanten, Kamele, aber auch viele heimische Elemente. Viele davon wurden mechanisch bewegt. Dazu wurde ein schweres Gewicht mit einer Kurbel nach oben gezogen und setzte dann die mit Bändern und Schnüren verbundenen Figuren in Bewegung. Es war ein beliebter Anlaufpunkt während der Wallfahrt.
MenetekelEin Menetekel ist ein unheilvolles Warnzeichen, ein böses Vorzeichen oder eine Mahnung vor einer kommenden Gefahr. Der Begriff wird meist im gehobenen Sprachgebrauch verwendet, um auf drohendes Unheil oder den Vorboten einer Krise hinzuweisen.
mense currenteim laufenden Monat
MercatorKaufmann, Händler
MesallianceEine nicht standesgemäße Ehe oder Partnerschaft. Das aus dem Französischen stammende Wort bedeutet wörtlich „Fehlverbindung“ und bezeichnet eine Beziehung zwischen Partnern, die verschiedenen Gesellschaftsschichten angehörten.
Miserere mihiErbarme Dich meiner. 16. Sonntag nach Pfingsten
Misericordia DominiBarmherzigkeit des Herrn, 2. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)
mixta religioEhe mit Andersgläubigen
Mohkucha, MohbabeMohnkuchen
MühlscherGeselle im Müllerhandwerk, Mühlknappe, Müllergehilfe, Mühlenarbeiter
Muhmeveraltet: Schwester der Mutter (die Schwester des Vaters nannte man Tante)
MüllerMolitor, Molinarius
MündelEin Mündel ist eine minderjährige Person, die unter der rechtlichen Vertretung und Fürsorge eines Vormunds steht. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn die leiblichen Eltern verstorben sind, das Sorgerecht entzogen wurde oder die Eltern nicht in der Lage sind, für das Kind zu sorgen.
MutiusgrundKolonie bei Neumohrau
MutterkornvergiftungKriebelkrankheit, Krampfsucht
Die Mutterkornvergiftung (Ergotismus) ist eine seltene, durch den Pilz Claviceps purpurea verursachte Intoxikation, die hauptsächlich über befallenes Getreide (Roggen) durch Mutterkornalkaloide ausgelöst wird. Sie führt zu schweren Krämpfen, Durchblutungsstörungen, Gangrän (Absterben von Gliedmaßen) und Halluzinationen, historisch bekannt als „Antoniusfeuer“
Mutuo eorum habito consensunach Erklärung des beiderseitigen Ehewillens
NadelgeldNadelgeld oder Spillgeld (von Spille = Spindel) bezeichnete im gemeinen deutschen Recht einen Betrag, den ein Mann seiner Ehefrau in regelmäßigen Abständen gab. Die Ehefrau konnte über diese Zuwendung völlig frei verfügen, ohne der rechtlichen Vormundschaft ihres Mannes zu unterliegen. Es diente primär für persönliche Anschaffungen wie Kleidung, Wäsche oder kleine Bedürfnisse. Beim Adel war es üblich, die Höhe des Nadelgeldes ehevertraglich festzulegen.
NamensfertigerNmfgr, stellvertretend Unterschreibender anstelle von Schreibunkundigen Zeugen
natusgeboren. renatus = wiedergeboren, getauft (daher stammt der Vorname Renate, ein getauftes Mädchen), denatus = gestorben
NB = Nota Benelat: merke wohl. Manchmal in Kirchenbucheinträgen verwendet um eine Zusatzinformation einzufügen.
NeuheideKolonie bei Altheide, Pestkapelle.
Neujahrcircumcisio Domini = Beschneidung des Herrn (Kirchenjahr)
Neumannskoppeim Eulengebirge, 857m
Neustückner / NeustückerKolonist/Siedler, der ein neues Stück Land gerodet und bebaut hat
NeuwaldeKolonie bei Rosenthal
NonnenmacherSchweinekastrierer
NotabiturUnter einem Notabitur (auch Notreifeprüfung oder Kriegsabitur) versteht man die vorzeitige oder stark vereinfachte Vergabe der Hochschulreife. Statt der regulären Prüfungen reichten oft eine verkürzte Prüfung, mündliche Tests oder die bisherigen Noten der Oberstufe aus. Das Notabitur gab es während des Ersten und Zweiten Weltkriegs im Deutschen Reich. In Österreich wurde diese Art der Reifeprüfung in Kriegszeiten Kriegsmatura genannt. An einigen preußischen Gymnasien wurden bereits 1866 und 1870 Examina vorgezogen, damit sich die jungen Männer nach einem Notabitur als Kriegsfreiwillige melden konnten.
O. D.ordo Dominicanorum, Dominikanderorden
O. F. M.ordo fratrum minorum, Franziskanerorden
O. M. C.ordo monorum capucinorum, Kapuzinerorden
O. S. B.ordo sancti benedicti, Benediktinerorden
ObedienzGehorsamspflicht von Geistlichen gegenüber ihren kirchlichen Vorgesetzten (z. B. Mönche gegenüber dem Abt).
OberbergKolonie von Hausdorf
ObstetrixHebamme, Geburtshelferin
obtenta dispensationenach erlangtem Dispens. Erforderliche Erlaubnis bei Eheschließungen, bei denen die Ehepartner eng miteinander verwandt waren.
Odiumvon lat.: odium = Hass, Feindschaft, Widerwille. Wird verwendet, um einen Makel, eine Anrüchigkeit oder einen üblen Beigeschmack zu beschreiben, der einer Person oder Sache anhaftet.
Ofensetzer, OfenbauerHandwerker, der Kachelöfen, Kamine und Herde plant, baut, repariert und reinigt. Ofensetzer fertigten bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Ofenkacheln aus Ton selbst an. Sie waren Töpfer und Maurer zugleich und stellten Öfen, Kamine, Herde, Rauchrohre und Rauchfänge auf.
Oheimveraltet: Bruder der Mutter (den Bruder des Vaters nannte man Onkel)
Omnes gentesAlle Völker. 7. Sonntag nach Pfingsten
Omnia quae fecistiAlles, was du getan hast. 20. Sonntag nach Pfingsten
Omnis terraDie ganze Welt, 2. Sonntag nach Epiphanias
Ordinariusvon lat.: ordnungsgemäß, ordentlich. Hochschule: Fest angestellter Professor mit Lehrstuhl. Kirche: Kleriker mit Leitungs- und Verwaltungsaufgaben (Ordensobere, Bischöfe, Papst). Schulen: Klassenlehrer.
OstersonntagPascha oder Dominica Resurrectionis / Tag der Auferstehung des Herrn (ein Sonntag im Kirchenjahr)
p. m.piae memoriae = frommen Angedenkens (für eine verstorbene Person)
p. t.pro tempore = zeitweilig
PaletotEin eleganter Stadt-Gehrock aus Anzugstoff. Er ist praktisch ein auf Mantellänge verlängertes Sakko und wurde über dem Jackett getragen.
PalmarumPalmsonntag, 1. Sonntag vor Ostern. Domine ne longe / Herr, nicht lange
PanjewagenKleiner, einfacher, meist zweiachsiger Bockwagen oder Pferdewagen, der in Osteuropa weit verbreitet war. Er wird typischerweise von einem sogenannten Panjepferd, einer anspruchslosen, zähen osteuropäischen Kleinpferderasse, gezogen. Da die Wagen extrem wendig, sehr tragfähig und leicht zu reparieren sind, wurden sie im Zweiten Weltkrieg massenhaft von der Wehrmacht und der Roten Armee für den Nachschub und Truppentransport in den oft schlammigen und unwegsamen osteuropäischen Gebieten requiriert.
Auch: Panjeschlitten
ParadekissenEin zur Zierde auf dem eigentlichen Kopfkissen liegendes, prall gefülltes größeres Kissen. Es war typischerweise mit aufwendigen Stickereien, Spitzen oder Monogrammen verziert und früher ein fester Bestandteil jeder Aussteuer einer Braut. Paradekissen wurden tagsüber gut sichtbar drapiert und bei der Nachtruhe beiseitegelegt, um sie zu schonen. Sie wurden früher auch traditionell als weiche Unterlage bei der Taufe eines Säuglings genutzt. Die Kissenhüllen bestanden oft aus Leinen oder Baumwolle und waren meist mit einem markanten, rot gefärbten Innenkissen (Inlett) ausgestattet, welches durch die weiße Spitze bzw. Lochstickerei hindurchschimmern sollte
ParentationEine feierliche Trauerrede, Grabrede oder Leichenrede.
parlierenleichte, bisweilen oberflächliche Konversation
ParochieEine Parochie ist der Amtsbezirk eines Pfarrers, d. h. ein Pfarrbezirk oder eine Pfarrei. Sie ist der unterste, kirchliche Verwaltungs- und Seelsorgebezirk mit einem eigenen Pfarrer einer Kirche, die nach dem Parochialprinzip organisiert ist. Zur Parochie können auch Filialkirchen gehören. Die Zuständigkeit der Kirchengemeinde richtet sich nach dem Wohnort (Wohnsitzprinzip).
ParochusIn der katholischen Kirche ein Pfarrer oder Seelsorger, der eine Pfarrei leitet.
PascherSchmuggler, Verb: paschen
PassionssonntagJudica / Richte (ein Sonntag im Kirchenjahr)
Pastor lociDer örtliche Pastor.
PateneLiturgisches Gefäß in Form einer flachen Schale, das bei der Feier der Eucharistie verwendet wird (Hostienschale).
PauerferienDie Zeit zwischen Weihnachten und dem Beginn der Arbeiten im Frühjahr. In dieser Zeitspanne war Zeit für Ausbesserungsarbeiten, das Besenbinden, das Herstellen von Holzrechen, etc.
PaukenhundEin historischer Zughund (meist kräftige Rassen wie Bernhardiner o. ä.), der im 19. Jahrhundert von der österreichischen Armee zum Ziehen von Paukenwagen in den Regimentskapellen genutzt wurde. Nach der Schlacht von Königgrätz (1866) brachte ein ostpreußisches Regiment einen solchen Paukenwagen als Beute mit. Der marschierende Hund wurde in Königsberg so populär, dass er jahrzehntelang fest im Etat des Regiments verbucht war.
Pauperismusvon lateinisch pauper = arm. Die extreme Massenarmut und das strukturelle Elend breiter Bevölkerungsschichten in der Phase der Frühindustrialisierung (etwa 1800 bis 1850).
Pelerinekurzer, ärmelloser Schulterumhang, der bis zur Taille reicht
PelzlochKolonie südlich der Brandbaude
PentecostePfingsten, lat. Dominica Pentecostes. Christliches Fest. Aussendung des Heiligen Geistes oder auch Ausgießung des Heiligen Geistes. Der Pfingstsonntag ist der 50. Tag der Osterzeit, also 49 Tage nach dem Ostersonntag, und kann zwischen dem 10. Mai (frühester Termin) und dem 13. Juni (spätester Termin) liegen.
per pedes apostolorumAus der Umgangssprache der Studenten des 18. Jahrhunderts. Latein. für "zu Fuß wie die Apostel", gleichbedeutend mit "auf Schusters Rappen". Es ist eine Anspielung auf die Apostel Jesu, die zu Fuß reisten. Apostelpferde ist eine scherzhafte Bezeichnung für Füße. Dieser Begriff ist noch älter und führte zu Redewendungen wie "die Apostelpferde anspannen" oder "auf dem Apostelpferd reiten".
PergamentherstellerPergamenter, Pirmenter, Buchfeller
Perikopevon griech. perikopé = „Ausschnitt“. Ein fest definierter, zusammenhängender Textabschnitt aus der Bibel, meist für die Lesung im Gottesdienst.
PerronEine niedrige steinerne Terrasse, die sich längs eines Gebäudes hinzieht oder in dasselbe hineingebaut und überdacht ist. Im Eisenbahnwesen: Bahnsteig, eine befestigte Plattform, die parallel und mit geringem Abstand zu einem Eisenbahngleis angelegt ist, um bei Zügen das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.
PestSchwarzer Tod, Würgeengel, Beulenpest, Hünsch, Kog(e), Seuche, Kontagion
PetschirstecherEin Beruf - man fertigte Petschaften/Siegelstempel um z. B. Briefe zu siegeln
PfarrerParochus, rector ecclesiae
Pfifferling Eierschwämmchen, Ääerschwammla, Fixling, Fixlich, Gaalmannla, Gaalschwammlan, Goldmannla, Kochmannla, Pfaffermannla, Fefferleng, Pfefferleng
PflichtjahrGegenstück zum Reichsarbeitsdienst, wurde am 4. September 1939 eingeführt: Junge Frauen mussten nach der Schule ein Jahr lang in einem (meist fremden) Haushalt oder in der Landwirtschaft arbeiten.
PickelhaubeEine Pickelhaube (amtlich: Helm mit Spitze) ist ein militärischer Helm mit einem markanten Dorn auf der Oberseite, der ab 1842 in Preußen eingeführt wurde. Sie entwickelte sich in der Folgezeit zu einem weltweiten Symbol für den deutschen Militarismus der Kaiserzeit. Ursprünglich war die Spitze keineswegs nur Zierde: Sie sollte im Nahkampf theoretisch herabsausende Säbelhiebe ablenken und so den Träger schützen. Da die Pickelhaube anfangs aus Leder bestand, war sie zudem relativ leicht.
Im Ersten Weltkrieg: Im Stellungskrieg ab 1914 erwies sich die auffällige Spitze als ideale Zielscheibe für feindliche Schützen, daher verdeckte man zunächst mit einer Hülle das auffällig glänzende Leder und die polierten Messing- oder Silberbeschläge der Pickelhaube im Felde. Bald wurden die Spitzen bei den im Kriegseinsatz genutzten Modellen abnehmbar oder gänzlich flach konstruiert. Da die Lederhelme kaum Schutz gegen Artilleriegranaten boten, stellte man auf Metall um.
PlagePest, Syphilis, Wechselfieber
PlänelKleine ebene Grasflächen auf dem Kamm der über das Gebirge führenden Straßen. In sie münden Holzabfuhrwege.
Posamentiererabgeleitet von franz.: passement, passementier. Hersteller von Posamenten: Besatzartikel, die keine eigenständige Funktion besitzen, sondern lediglich als Schmuckelemente auf andere textile Endprodukte wie Kleidung, Polstermöbel, Lampenschirme, Vorhänge und andere Heimtextilien appliziert werden.
Als Posament zählen Zierbänder, gewebte Borten, Fransenborten, Kordeln, Quasten, Volants, Spitzen aller Art, Zierknöpfe u. ä.
Auch: Posamentier und Posamenter; früher auch Possementierer, Bortenwirker, Bandbereiter, Bandweber, Besatzmacher, Brämelmacher, Breiser, Breisler, Gorler, Gorlnäher, Gürtelwirker, Knöpfelmacher, Quastenmacher, Schleiermacher, Schnürmacher, Tressenwirker
PosnaNebenfluss der Steine, der in der Heuscheuer Wasserfälle bildet.
post meridiemlat.: nach Mittag, Nachmittag
postmodum ligitimatusbald darauf legitimiert
Potschenauch Puschen, Hausschuh in der schlesischen Umgangssprache. Neurode war die Potschenstadt (mundartl: Pootschastoadt).
PräparandenanstaltEine Präparandenanstalt, teilweise auch als Präparandie bezeichnet, war vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein die untere Stufe der Volksschullehrerausbildung. Sie bereitete auf den Besuch der Lehrerseminare vor. Daher auch die Bezeichnung Präparand (lat. ein Vorzubereitender) für die Schüler dieser Einrichtung. Die Ausbildung begann unmittelbar nach dem Ende der Volks- beziehungsweise der Mittelschule.
Primus OmniumOffizielle Bezeichnung des besten Abiturienten eines Jahrgangs in Gymnasien.
promissor"jemand, der verspricht", Bürge
PromovendDoktorand, jemand der einen Doktortitel anstrebt
Protector nosterUnser Beschützer. 14. Sonntag nach Pfingsten
Putzmacher, PutzmacherinHistorische und umgangssprachliche Bezeichnung für Modisten oder Hutmacher. Dieser Handwerker entwirft, fertigt und verkauft individuell gestaltete Kopfbedeckungen wie Hüte, Mützen, Haarschmuck und Accessoires. Der Begriff leitet sich vom veralteten Wort „Putz“ ab, das früher für modischen Zierrat und weibliche Kleidung stand.
PyxisPlural: Pyxiden. Kleines liturgisches Gefäß, meist kostbar verziert, in dem konsekrierte Hostien im Tabernakel aufbewahrt werden. In ihnen werden auch durch den Priester oder Kommunionhelfer die Hostie für die Krankenkommunion und die Sterbekommunion (Viaticum) transportiert.
QuinquagesimaIn der evangelischen Kirche: Esto mihi / Sei mir (ein Sonntag im Kirchenjahr), der letzte Sonntag vor Aschermittwoch und damit vor dem Beginn der Fastenzeit. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort für „der fünfzigste“ ab, da er der traditionelle 50. Tag vor Ostersonntag ist.
R. D.Reverendi Domini = Hochwürdiger Herr
r. f.relictus filius/filia, nachgelassener Sohn/Tochter
r. v.relictus vidua/viduus, nachgelassene Witwe/Witwer
RabattmarkeDie Rabattmarke war im Einzelhandel ein Gutschein, der Rabatte bescheinigte, bis zur Höhe eines bestimmten Betrages in ein Heft eingeklebt wurde und dann gegen Bargeld eingetauscht oder mit dem Kaufpreis weiterer Waren verrechnet wurde.
RabenkoppeBerg im Heuscheuergebirge bei Kudowa der steil zum Dörnikauer Tal abfällt, bewaldeter Gipfel, 721m
RADDer Reichsarbeitsdienst (RAD) war eine Organisation im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Ab Juni 1935 musste dort jeder junge Mann eine sechsmonatige, dem Wehrdienst vorgelagerte Arbeitspflicht im Rahmen eines Arbeitsdienstes ableisten. Ab dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Reichsarbeitsdienst auf die weibliche Jugend ausgedehnt. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde dem RAD die 6-wöchige militärische Grundausbildung am Gewehr übertragen, um die Ausbildungszeit bei der Truppe zu verkürzen.
Radfahr-KarteEs war keine Fahrprüfung nötig. Die Regelungen waren zunächst regional unterschiedlich. Oft war an der Radfahrkarte oder dem Fahrrad selbst eine Nummer angebracht, um Raser identifizieren zu können Die Radfahr-Karte wurde gegen eine Gebühr von der Ortspolizeibehörde ausgehändigt.
RauhnächteDie Zwölf Weihnachtstage vom Weihnachtstag bis zum Fest der Erscheinung des Herrn (6. Januar). Die Raunächte sind eine Zeit, die seit der frühen Neuzeit für Geisteraustreibung oder -beschwörung, den Kontakt mit Tieren oder wahrsagerische Praktiken geeignet sein soll.
ReckeEin kampferprobter Krieger, ein Held.
RegalPlural: Regalien von lat.: iura regalia = ‚königliche Rechte'. Die Hoheits- und Sonderrechte eines Königs oder eines anderen Souveräns bzw. des Staates.
Reichensteiner GebirgeDer niedrigste der den Glatzer Kessel umgebenden Gebirgszüge. Am Fuß des Nordrandes, aber außerhalb der Grafschaft, liegt das durch die Goldgewinnung groß gewordene Reichenstein.
Reinerzmundartl.: der Räänerz, der Rainerz
RemiseDie Remise ist ein Wirtschaftsgebäude, das in der Regel an der rückwärtigen Grundstücksgrenze für Fahrzeuge oder Geräte errichtet wurde.
Respice in meSieh auf mich, 3. Sonntag nach Pfingsten
Respice, DomineSieh, Herr. 13. Sonntag nach Pfingsten
ResurrectioOstern, latein. für Auferstehung
Riemerkoppe1.166m, im Schneegebirge, nördlich des Großen Schneeberges gelegen
Ring(von Thing = Gerichtsplatz) Viereckiger zentraler Marktplatz auf dem in der Mitte das Rathaus steht.
RinnebergKolonie bei Nesselgrund/Neubatzdorf
RogateBetet, 5. Sonntag nach Ostern (ein Sonntag im Kirchenjahr)
RoomfaßlamoanEin Roomfaßlamoan (glätzische Mundart für Kienspanruß-Fässchen-Mann) war ein historischer, meist nebenberuflicher Handwerker. Diese vor allem in der Grafschaft Glatz verbreiteten Männer zogen von Haus zu Haus, um kleine Fässchen mit Ruß zu verkaufen, der zum Beispiel zum Färben oder für Stiefelschmiere verwendet wurde. Kienspäne bestehen aus Nadelholz, die auf natürliche Weise mit Harz durchtränkt sind, wodurch sie sehr gut und lange brennen. Der fette Kienruß wurde in der Grafschaft Glatz “Room” genannt. Dafür nahm der der Roomfaßlamoan die sehr harzreichen Wurzelstöcke von abgeholzten Kiefern und Fichten, manchmal auch Reisig und Zapfen. Andernorts nannte man diese Leute auch Rußbrenner.
Rückersmundartl. der Reckerz, auch Reckersch
RuhrBlutfluß, Blutlauf, Blutgang, Durchlauf, flechtende Krankheit, Ruhrepidemie = Landlauf
SaalwiesenIm südöstlichen Teil des Bielengebirges, heute sowohl auf tschechischem als auch polnischem Territorium. Auf polnischer Seite zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Dieses Moor liegt in einer Höhe zwischen 1.000 und 1.050 m und zeichnet sich durch das Vorkommen geschützter Pflanzen (Orchideen) und Urwald aus.
Salus populiDas Heil des Volkes. 19. Sonntag nach Pfingsten
SalzversilbererEin kaiserlicher Beamter, der den Salzhandel verwaltete, ferner verstand man darunter auch einen im Salzhandel tätigen Einzelhändler
SasseIm Mittelalter wurde der Besitzer von Grund und Boden als Sasse bezeichnet (auch Saße, Sass oder Saß). Der Begriff bezieht sich auf sitzen, erscheint in den Worten Sitz, Besitz, Wohnsitz, und kommt heute noch in den Worten Insasse oder ansässig vor. In der Jägersprache wird das Lager eines Hasen als Sasse bezeichnet.
SchafferSchlesische Berufsbezeichnung für einen Verwalter in der Landwirtschaft. Auch zu vergleichen mit einem Gutsverwalter. Im Bergbau handelt es sich bei einem Schaffer um eine Aufsichtsperson (Steiger). Auch Aufseher, Verweser in einem Orden oder Kloster, Hospital, Siechen- oder Armenhaus, seltener als Vormund oder Pfleger.
SchalasterdreheEnge Haarnadelkurve der Heuscheuerstraße von Wünschelburg über das Heuscheuergebirge nach Bad Kudowa.
ScheidewinkelKolonie bei Tuntschendorf
Schenker, Schänker, SchankwirtEin Gastwirt, der für das Ausschenken von Getränken, insbesondere Wein oder Bier, zuständig war.
ScherfleinDie Redewendung "Sein Scherflein zu etwas beitragen" geht auf Luthers Bibelübersetzung zurück. Damit gemeint ist die Leistung eines kleinen, aber anerkennenswerten Beitrags gemeint. Ein Scherf war eine kleine, vom Mittelalter bis ins 18. Jhd. z. B. in Erfurt gebräuchliche Münze im Wert von ca. 1/2 Pfennig.
SchindelmacherEin Schindelmacher ist ein traditioneller Handwerker, der Holzschindeln zur Eindeckung von Dächern und als wetterfeste Wandverkleidung herstellt.
SchindmähreEin altes Pferd, das eigentlich zum Schinder (Abdecker) gebracht werden sollte.
SchlepperIm Zusammenhang mit dem Bergbau steht er für die Person, die die schweren Förderwagen durch die engen unterirdischen Stollen zog.
Schlickermilchin anderen Gegenden auch Schlottermilch. Die Milch wird, nachdem der Rahm abgeschöpft wurde, ohne die Zugabe von Hilfsmitteln sauer und eingedickt. Oft als Mahlzeit für Kinder und das Gesinde.
SchmiedegrundKolonie bei Neurode
Schock5 Dutzend = 60 Stück von z. B. Eiern
Schol(t)ze / Gerichtsschol(t)zeOrtsvorsteher
Schönaumundartl.: 1) bei Braunau: Schiene. 2) bei Landeck: de Schiene, de Scheene. 3) bei Mittelwalde: Schienaa, Scheenaa
SchüttelfrostFieber, Beutelmann, Wechselfieber, Kalte, Kaltweh, Kartanie
Schwäbische Türkei Die größte deutsche Sprachinsel im heutigen Ungarn. Sie liegt in Transdanubien und umfasst den südlichen Teil der Donau-Drau-Platte in den Komitaten Tolna (Tolnau), Baranya (Branau) und Somogy (Schomodei).
Nach der von den Türken geprägten osmanischen Herrschaft des 16. und 17. Jahrhunderts wurde das Gebiet neben slowakischen, kroatischen und serbischen Kolonisten sowie Pfälzern, Mainfranken, Hessen, Westerwäldern, Fuldaern, Ostfranken und Bayern auch von Schwaben besiedelt. So entstand der Name Schwäbische Türkei.
SchwenckfelderAnhänger der Lehre des Kaspar Schwenckfeld von Ossig (1489 - 1651). Seit dem 2. Drittel des 16. Jahrhunderts gab es Glaubensgemeinschaften auch in der Grafschaft Glatz und ganz Schlesien. Kaspar Schwenckfeld von Ossig war ursprünglich ein Anhänger der Reformation Martin Luthers, jedoch kam es zu theologischen Streitigkeiten, da ihm die lutherische Kirche in ihren Ansichten nicht weit genug ging. Seine Anhänger gewannen besonders in der Grafschaft Glatz großen Einfluss. Ab 1726 verließen mehrere Hundert heimlich ihre Heimat und begaben sich in die lutherische Oberlausitz um der Rekatholisierung durch die Jesuiten zu entgehen. die war jedoch nicht von langer Dauer. Eine Auswanderung nach Amerika versprach Schutz vor Verfolgung. Die in Schlesien verbliebenen Schwenckfelder erhielten nach dem Einmarsch von König Friedrich II. im Jahr 1740 Glaubens- und Gewissensfreiheit.
Schwindel (Krankheit)Trumsel
SchwindsuchtTuberkulose, weiße Pest, bleiches Sterben (infektionskrankheit) Da im Volksmund früher die genauen Bezeichnungen für Krankheiten nicht bekannt waren, beschrieb man einfach bestimmte typische Merkmale. Die Namensgebung Schwindsucht ist einem wesentlichen Symptom zuzuschreiben: dem gravierenden Gewichtsverlust.
SeptuagesimaCircumdederunt / sie haben umgeben (ein Sonntag im Kirchenjahr)
sepultus estist begraben worden
SexagesimaEx surge / Erhebe Dich (ein Sonntag im Kirchenjahr)
Si iniquitatesWenn Sünden. 22. Sonntag nach Pfingsten. Aus dem bekannten Psalm 130 (De profundis), Vers 3 (in der Vulgata Psalm 129, 3): "Si iniquitates observaveris, Domine, Domine, quis sustinebit?" Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, / Herr, wer könnte bestehen?
SiechenhausVom Mittelalter bis Anfang der Neuzeit ein spezielles, meist etwas abseits gelegenes Quarantänehaus, in dem Kranke verwahrt wurden, von denen man Ansteckung befürchtete, eine Form des Krankenhauses für sehr schwer oder unheilbar erkrankte Menschen.
SiechenmeisterKrankenwärter im Siechenhaus
Silberschmiedlat.: argentifaber
Silvester Aaltjoahrschobend, Aaltjoahrschtaag, Joahrschluß
SkorbutSkorbut ist eine schwere Mangelerkrankung, die durch langfristigen Vitamin-C-Mangel (Ascorbinsäure) entsteht. Sie führt zu gestörter Kollagenbildung, was sich durch Zahnfleischbluten, Zahnverlust, Müdigkeit, Hautblutungen und schlechte Wundheilung äußert. Die Krankheit tritt meist nach 2–4 Monaten ohne frische Vitamin-C-Zufuhr auf und ist durch eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse gut heilbar. Mundfäule, Scharbock
SommerfrischeErholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit
SonnenstichSonnenschuß, Hauptschuß
Sonntag, weißer1. Sonntag nach Ostern, im allgemeinen der Tag, an dem die katholischen Kinder im Alter von 9 Jahren zur Erstkommunion gehen. Quasi modo geniti / Wie Kinder (ein Sonntag im Kirchenjahr)
SpeilhoblerHandwerker, der aus Holz Wurstspeile herstellte, die man zum Verschließen des Wurstzipfels benötigte. Eine verbreitete Heimarbeit, bei der oft die ganze Familie einbezogen wurde..
Spittelalemannisch: Krankenhaus, Spital, heute meist als Bezeichnung für historische Spitalgebäude. Ein Spittelweib war die Insassin eines Spitals.
sponsa(lat.), Braut, Gattin
sponsus(lat.), Bräutigam, Gatte
St.-Antoni-RachePestbeule, Rotlauf, böse Flecken
StangeneisEisblöcke, die früher aus z. B. gefrorenen Seen gesägt wurden. Im Eiskeller unter Stroh gelagert konnte es bis in den Sommer hinein Lebensmittel kühlen. Im Haushalt wurde das Eis oft in einem Eisschrank, dem Vorläufer des Kühlschranks, eingesetzt.
StärztaagTag, an dem die Dienstboten umzogen, 2. Januar.
Steinerner Wenzel"Stona Wenzan". Pendant zum "Steinernen Mann" bei der "Spätenwalder Ewigkeit". Körper und Gliedmaßen sind nur angedeutet. Die ca. 2m hohe Figur war seit Jahren verschwunden, wurde aber im Jahr im Herbst 2022 bei Forstarbeiten in der Nähe des Steinbruchs an der Schlösselkoppe am Wegesrand liegend abgelegen zwischen Brand und Hammer wiederentdeckt.
Mehrere Inschriften, die am besten lesbaren sind: GP1717, GV1743 und CIH1772. Die nur rudimentär erkennbare steinerne Figur ist wie von einem Mantel bedeckt und trägt ein Kreuz auf Brusthöhe. Die Statue wurde versetzt, um sie vor unbemerkter Zerstörung zu schützen.
StellenbesitzerHat Grundbesitz, kann Bauer, Gärtner oder Häusler sein
StellmacherDie Stellmacherei (auch Wagnerei) ist die Werkstatt eines Stellmachers (oder Wagner) genannten Handwerkers, der Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz herstellt. Es handelte es sich ursprünglich um unterschiedliche Berufe: Der Stellmacher / Wagner fertigt das Gestell des Wagens, der Radmacher die Räder.
Stempeln gehenStempelgeld = Arbeitslosenunterstützung. Die Bezeichnung rührt von den Stempeln, mit denen sich ab den 1920er Jahren Arbeitslose den Besuch auf dem Arbeitsamt auf einer Stempelkarte bestätigen lassen mussten.
StolgebührGebühren, die Kirchen für Amtshandlungen wie Taufen, kirchliche Trauungen oder Beerdigungen erheben. Der Begriff leitet sich von der Stola ab, dem liturgischen Gewand des Priesters.
StottererStammler, Balbus
StubengrundKolonie bei Pohldorf
StückmannEin Bauer, dessen Grundbesitz in einzelnen Stücken im Ort verstreut ist (kein zusammenhängender Besitz), insbesondere im Raum Habelschwerdt zu finden.
Stussjüd: Unsinn, Narrheit, "Stuss erzählen"
subito mortuus estplötzlich verstorben (ohne priesterlichen Beistand)
SudetenstraßeStraße von Brand bis Lichtenwalde-Seitendorf, gebaut 1938.
SummersunntichSommersingen am vierten Fasten- und Passionssonntag im Frühjahr, auch Sonntag Laetare genannt
SuscepimusWir erdulden. 8. Sonntag nach Pfingsten
Sütterlin (Schrift)Die Sütterlinschrift, meist einfach Sütterlin genannt, ist eine im Jahr 1911 im Auftrag des preußischen Kultur- und Schulministeriums von Ludwig Sütterlin entwickelte Ausgangsschrift für das Erlernen von Schreibschrift in der Schule. Die deutsche Sütterlinschrift ist also eine spezielle Form der deutschen Kurrentschrift für Schreibanfänger.
SyphilisChronische Infektionskrankheit, die meist nach dem Durchzug von Soldaten in einem Ort auftrat. Während der Schwangerschaft und bei der Geburt kann eine erkrankte Mutter ihr Kind infizieren. Franzosenkrankheit, Lustseuche, Harter Schanker, Morbus Schaudinn: Benannt nach dem Entdecker des Erregers Treponema pallidum.
Tabakspinnerauch Tobackspinner (Beruf). Die Tabakblätter werden zu einem langen Strang zusammengedreht und für den Verkauf zu einer Rolle aufgewickelt.
Tabernakellat.: tabernaculum = Hütte, Zelt. In der römisch-katholischen und alt-katholischen Kirche die Bezeichnung für den Aufbewahrungsort der Reliqua sacramenti, der in der Eucharistiefeier konsekrierten Hostien, die nach katholischer Lehre Leib Christi sind und bleiben. Der Tabernakel ist in der Regel ein künstlerisch gestaltetes Sakramentshaus mit massiven Wänden und verschließbarer Tür
Taschenfeitelauch: Taschenveitel oder Feitl. Ein österreichisches Klappmesser, das ab dem 16. Jahrhundert produziert und fast weltweit exportiert wurde. Die Klinge ist nicht fixierbar. Die Messer waren kostengünstig und daher weit verbreitet. Viele Männer führten sie in der Hosen- oder Jackentasche mit sich für den Alltagsgebrauch, zum Wandern oder für die Brotzeit. Die Trattenbacher Taschenfeitel-Erzeugung gehört zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
Taufpaten(lat.:) levantes, patrinus=Pate, matrinus=Patin
TaverneGasthaus, Weinschenke, auch: Taberne
TeuberKolonie bei Neurode
TheresienfeldKolonie bei Schlegel
TobsuchtWutanfall, Zornkrankheit
ToiletteKlo, Toilette, Lokus, stilles oder gewisses Örtchen, WC, Klosett, Wasserklosett, sanitäre Anlagen, Waschraum, Abort, Abtritt. Militär: Latrine, Donnerbalken
Toopstrickerauch Topfstricker genannt. In der Gegend um Altweistritz war das "Kittmannla" bekannt. Ein Männchen mit langem Bart. Zerschlagene Bunzeltöpfe umstrickte man mit einem Drahtgeflecht, wobei ein haltbarer Kitt verwendet wurde. Der Gewerbetreibende dieser Art war der "Toopstricker".
Tormentjede zum Tode führende Kinderkrankheit
TranseamusTranseamus usque Bethlehem, kurz das Transeamus, ist ein in der Grafschaft und in ganz Schlesien beliebtes weihnachtliches Chorwerk. Der in lateinischer Sprache gesungene Text basiert auf der biblischen Weihnachtsgeschichte im Evangelium nach Lukas und erzählt den Entschluss der Hirten, nach Bethlehem zu gehen –, begleitet vom „Gloria“ der Engel.
tribus proclamationibusnach dreimaliger Aufbietung/Verkündigung
TuberkuloseSchwindsucht, Auszehrung, Dörrsucht, Dürre, zehrendes Fieber, Abmagerung
TyphusBrand, Faulfieber, hitziges Fieber, Gallenfieber, hitzige Krankheit, Schleimfieber, Blutstuhl
UrbariumVerzeichnis über Besitzrechte eines Grundherrn und Leistungen seiner Grunduntertanen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Andere Bezeichnungen dafür sind Gült-, Stift- und Lagerbücher, Salbuch, Urbar.
UrfehdeSchwur, dass man sich nicht an den Richtern rächen würde.
UrlitzwasserEiner der Quellflüsse der Wölfel.
UxorEhefrau, Gattin (latein.)
VasIm Kirchenbuch: Bürge, Gewährsmann (weitere latein. Bedeutungen: Gefäß, Behälter, Geschirr, Werkzeug)
VersehgangEin Versehgang ist der traditionelle Hausbesuch eines katholischen Priesters, um einem Schwerkranken oder Sterbenden die Sterbesakramente (Krankensalbung, Beichte und Kommunion/Wegzehrung) zu spenden. Das Wort leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „versehen“ (im Sinne von „ausrüsten“ oder „vorbereiten“) ab.
verstorben(lat.:) defunctus /defuncta est, obiit, mortuus /mortua est
Viatikumlat.: Reise- bzw. Zehrgeld, Wegzehrung
1) Dem Sterbenden gereichte letzte Kommunion
2) Reisegeld für einen Soldaten oder fahrenden Handwerker
Viktualienlat. victus Lebensmittel, ist eine veraltete Bezeichnung für Lebensmittel.
vilicusGärtner, Verwalter
virgoJungfrau, junge Frau
Visitationlat.: visitatio = ‚Sehen, Besichtigung, Besuch‘, der Besuch eines Mitglieds der Kirchenleitung mit Aufsichtsbefugnis zum Zweck der Bestandsaufnahme und Normenkontrolle (z. B. der Kirchenbücher).
Vorbrigsmann, ForbrigsmannEine Person, die auf einem Vorwerk tätig oder verantwortlich war. (Verwalter, Pächter)
Vorbrig oder Vorbrige ein schlesisches Synonym für ein Vorwerk.
Ein Vorwerk war ein landwirtschaftlicher Gutshof.
VorwerkerWohnte am Außenwerk einer Festung, oder auf einem abseits liegenden Hof oder Bauerngut
WeihnachtenChristfest, 25. Dezember, Navitas Domini = Geburt des Herrn
weilandPerson lebt nicht mehr, bereits verstorben (Abkürzung weil. oder weyl.)
Wilhelmsthaloft gebrauchte alternative Bezeichnung: Neustaedtel (glätzisch s Neistaatla)
WinzerVinitor, von lat. vīnum „Wein“
Wirsing Fetzakraut, Welschkraut
Wittib / WittiberWitwe / Witwer (Abkürzung Wwe., Wwr.). Lat.: viduus, vidua
WüstungOrt einer verlassenen Siedlung oder Wirtschaftsfläche. Manche Ortschaften wurden nach der Zerstörung in Kriegszeiten oder Entvölkerung durch Krankheiten (Pest) nicht wieder aufgebaut.
XbrisDecembris - Monat Dezember
ZeidlerHonigsammler, Waldimker. Die Zeidlerei (auch Zedlerei) war im Mittelalter das gewerbsmäßige Sammeln von Honig wilder oder halbwilder Bienenvölker, das von Zeidlern in den Wäldern ausgeübt wurde. Er hielt, anders als der Imker, die Bienen nicht in angefertigten Bienenstöcken oder -körben.
Das Wort kommt vom lateinischen excidere (herausschneiden) über das altdeutsche zeideln (Honig schneiden). Schneiden deshalb, weil die gesamte Honigwabe entnommen (erbeutet) wurde; dabei war der Fortbestand des Bienenvolkes nachrangig. Honig und Wachs konnten sofort verwertet und weiterverarbeitet werden.
ZeisigwiesenSkigebiet bei Reinerz-Grenzendorf
ZiboriumGefäß, das in der katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen zur Aufbewahrung der konsekrierten (heiligen, geweihten) Hostien verwendet wird.
ZimmerhäuserKolonie bei Krainsdorf
ZuchthausSeit Ende des 16. Jahrhunderts ein Gefängnistypus, in dem wegen Verbrechen verurteilte Insassen strafverschärfenden Haftbedingungen unterworfen waren. Diese bestanden vor allem in harter körperlicher Zwangsarbeit, oft bis zur Erschöpfung, zum Beispiel in Steinbrüchen.
ZungenlähmungZeichen für leichten Schlaganfall